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Starlink, Palantir und Cloudkonzerne | Neue Macht für Saboteure aller Seiten

IT-Konzerne werden für die moderne Kriegsführung immer wichtiger und mächtiger. Das eröffnet auch neue Ansatzpunkte für antimilitaristischen Protest.

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Der neue Amazon-Standort in Berlin-Friedrichshain. Der Iran reagierte auf völkerrechtswidrige Angriffe Israels und der USA mit erfolgreichem Drohnenbeschuss auf Rechenzentren des Konzerns in den VAE und Bahrain. Foto: dpa/Fabian Sommer In der Ukraine wurden diese Woche die Satellitenverbindungen des für die Flugabwehr wichtigen Systems Starlink gedrosselt. Abwehrdrohnen konnten deshalb die neuartigen russischen Jetdrohnen nicht mehr erreichen. Laut dem »Wall Street Journal« soll Elon Musk, dessen SpaceX-Konzern Starlink betreibt, die Einschränkungen persönlich angeordnet haben. Musk verwies dagegen auf die US-Regierung, was deren Präsident Donald Trump wiederum bestreitet. Schon 2022 hatte Musk die Nutzung von Starlink für einen ukrainischen Angriff mit Seedrohnen auf die russische Schwarzmeerflotte vor Sewastopol verhindert.

Die Vorgänge belegen, wie abhängig Armeen heutzutage von den Entscheidungen privater Technologiekonzerne und ihrer mitunter erratischen Besitzer sind. Deshalb sah sich diese Woche der US-Konzern Palantir veranlasst, sich von einer solchen Sabotage militärischer Operationen abzugrenzen. Es gebe keinen »Kill-Switch« für seine militärischen Anwendungen, erklärte Europa-Chef Louis Mosley mit Blick auf die Berichte über Musks Starlink. Es geht um Palantirs KI-System »Maven«, das Daten von Satelliten, Radaren und anderen Sensoren zu einem militärischen Lagebild bündelt und mit errechneten Prognosen menschliche Entscheidungen beschleunigen soll. Die Nato nutzt das System bereits. Deutschland, Frankreich und Länder wie die Schweiz verzichten bislang auf eine Einführung beim Militär, auch um eine Abhängigkeit von einem US-Anbieter zu vermeiden.

Eine Schlüsselrolle auf heutigen Schlachtfeldern spielen auch Cloud-Anbieter. Israel nutzt etwa für seine softwaregestützte Kriegsführung in Gaza digitale Infrastruktur und Anwendungen von Amazon, Microsoft und Google. Die drei US-Konzerne beherrschen rund zwei Drittel des weltweiten Cloud-Marktes. Wie verwundbar ihre Infrastruktur ist, zeigte sich im Frühjahr: Auf die völkerrechtswidrigen Angriffe Israels und der USA auf den Iran reagierte dieser mit Drohnenbeschuss auf Amazon-Rechenzentren in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain. Die Cloud-Dienste waren anschließend schwer beeinträchtigt, Daten sogar teilweise verloren. Auf den Servern liefen Amazon Web Services (AWS), die Berichten zufolge die Hälfte des Gewinns des Mutterkonzerns ausmachen – dieser dürfte nach dem iranischen Gegenschlag deutlich geschmälert sein.

Auch wenn es Palantir dementiert: Die Marktmacht der IT-Giganten ermöglicht weitreichenden sicherheitspolitischen Einfluss auf Regierungen weltweit, indem diesen Dienste der US-Konzerne entweder vorenthalten, angeboten oder wieder entzogen werden können. Es ist deshalb folgerichtig, wenn antimilitaristische linke Gruppen wie »Ende Gelände« ihren Protest verstärkt gegen die »Big Tech« und ihre digitale Infrastruktur richten: Wer diese kontrolliert, kontrolliert heutzutage auch den Krieg. Und wer gegen diese weltweiten Entwicklungen kämpfen will, hat immer mehr Rechenzentren – samt nötigen neuen Gaskraftwerken – inzwischen vor der Haustür.

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