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Sport | Blutgrätsche von Genosse Mao
Die Erwähnung eines Mao-Memes und die Bezeichnung Maos als Diktator bringen den französischen Fußball-Star Mbappé in die Bredouille
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Kylian Mbappé verlor mehrere Werbepartnerschaften in China. Foto: Johannes Neudecker/dpa Chinas Führungsriege tobt und der französische Fußball-Superstar Kylian Mbappé, Stürmer für den Fußball-Club Real Madrid, verliert seine Werbedeals in China. Spiele, in denen er auftritt, werden im Staatsfernsehen nicht länger ausgestrahlt. Was ist passiert? Mbappé wurde in einem Podcast danach gefragt, was sein Lieblings-Meme sei. Ein Meme ist ein lustiges Internet-Bild, oftmals eine Fotomontage. Der Gefragte antwortete, dass ein Meme mit einem »Typen«, von dem er glaube, dass er ein »chinesischer Diktator« gewesen sei, auf dem sein Gesicht fotomontiert wurde, ihn am meisten zum Lachen bringe. Gemeint war der chinesische Revolutionsführer Mao Zedong.
Auweia, böses Foul, pfeift die Kommunistische Partei Chinas von der Seitenlinie. Kritische Inhalte, geschweige denn humorvolle Darstellungen von Mao sind ein No-Go in China. Dabei ist die Aussage an sich, dass Mao ein Diktator war, faktisch vollkommen korrekt. Selbst für hartgesottene Maoist*innen dürfte es unstrittig sein, dass der große Steuermann ein Diktator war – nur eben ein guter. Von wegen Diktatur des Proletariats und so ...
Dabei geht es gar nicht um den historischen Mao, sondern um dessen Rolle im heutigen China. Der real existierende Mao hat einige Kritik verdient. Mehrfach brachte der ehemalige Buchhändler die Kommunisten in China an den Rand des Untergangs. Allein der Angriff des imperialen Japans rettete die Kommunisten vor der Vernichtung durch Chiang Kai-sheks. Auch der große Sprung nach vorne oder die Kulturrevolution waren ausschließlich in der eigenen Propaganda große Siege.
Doch als identitätsstiftende Projektionsfläche des heroischen Hauptcharakters des Gründungsmythos des chinesischen Staates lebt er als eine Art Schutzheiliger fort. Und wehe dem, der über ein Meme dieses Schutzheiligen lacht – Mao-Lästerung!
Da versteht dieser eigentlich atheistische Staat keinen Spaß, der in der ritualisierten Verehrung Maos, samt sprichwörtlicher Mumienanbetung, stark an alte religiöse Praktiken erinnert. Das musste auch Mbappé einsehen, weshalb der Franzose sich umgehend bei allen Chinesen für seine Worte entschuldigte. Gebracht hat dies bisher noch nichts.
Es ist nicht das erste Mal, dass China seine Marktmacht benutzt, um gewünschtes Verhalten westlicher Stars oder Firmen zu erzwingen. So hatte der US-amerikanische Basketballs-Star Lebron James 2019 sich öffentlich gegen Manager seines damaligen Vereins gestellt, der sich erdreistete, sich öffentlich mit den pro-demokratischen Protesten in Hongkong zu solidarisieren.
Die Marktmacht Chinas ist für arme westliche Multimillionäre und Sportstars spürbar. Das Einbrechen der westlichen internationalen kulturellen Hegemonie wäre erfreulicher, wenn das Beispiel, an dem sie ihren Bruch erfährt, nicht Vorwürfe von Majestätsbeleidigung durch Mao-Memes wären.
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