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SPD | Im Wahlendspurt wird die Schlagzahl noch mal erhöht

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Foto: dpa/Christophe Gateau Viele Politiker behaupten von sich, dass sie nicht erst unmittelbar vor Wahlen, sondern immer für die Bürger in ihrem Wahlkreis da seien. Manchmal stimmt das, manchmal ist das Selbsttäuschung oder eine freche Lüge. Bei Linda Vierecke (SPD), die seit 2023 im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt, steht fest: Sie macht in ihrem Wahlkreis am Falkplatz, am Arnimplatz und am Helmholtzplatz in Prenzlauer Berg kontinuierlich auf sich aufmerksam. Beinahe zu engagiert, also fast schon penetrant behelligt sie die Anwohner mit Informationen, legt Rechenschaft über ihre Tätigkeit ab, sucht den Kontakt. Sie scheint in dieser Hinsicht hyperaktiv zu sein – und das wirklich im besten Sinne. Im persönlichen Umgang gilt sie als freundlich und sympathisch.

Kurz vor der Abgeordnetenhauswahl an diesem Sonntag hat die Sozialdemokratin die Schlagzahl ihrer Aktivitäten sogar noch mal erhöht. Am S- und U-Bahnhof Schönhauser Allee stand sie mehrfach früh oder abends und verteilte allein oder mit Helfern ihr Faltblatt. »10.000 Haustürgespräche habe ich in den letzten Jahren geführt. Vielleicht hast auch du mich an deiner Haustür getroffen«, duzt die 43-Jährige ihre Wähler und diejenigen, die es noch werden sollen. »Ich bin eine Politikerin, die ansprechbar ist. Ich mache Politik aus dem Kiez, für Dich und für Berlin. Das will ich weiterhin machen und daher werbe ich um Deine Erststimme.«

Pächter von Parzellen der Kleingartenanlage Bornholm II – literarisch gewürdigt durch einen Gedichtband von Uwe Kolbe und einen verfremdeten Erlebnisbericht von Wladimir Kaminer – fanden Tütchen mit Blumensamen, Hundekottüten und Wahlwerbung an ihre Zauntore gehängt. Darin behauptet Vierecke, sie habe 56.000 Kleingärten gerettet. Das ist nicht geschummelt. Sie machte sich tatsächlich um das Kleingartensicherungsgesetz verdient. Der Klimaschutz war bereits ihr Thema, bevor sie vom Journalismus in die Politik wechselte.

Ob sich das in Stimmen für Linda Vierecke auszahlt, wird sich nun erweisen. 2023 gewann Andreas Otto (Grüne) den Wahlkreis 6 im Bezirk Pankow mit großem Vorsprung vor Katja Rom (Linke). Die SPD konnte sich bei Erst- und Zweitstimmen nur knapp vor der CDU behaupten. Diesmal kandidieren Sunčica Klaas für die Grünen und Maria Bigos für Die Linke. Es gibt in diesem Wahlkreis außerdem Direktkandidaten von CDU, AfD, FDP, Volt und BSW.

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Source: nd