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Rente | Rentenreform der anderen Art
Die Gewerkschaften liefern einen erfrischenden Gedankenanstoß für die Rentendebatte – und verstricken sich dabei in Widersprüchen zum Kapitalmarkt.
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Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), stellt die Empfehlungen der Rentenkommission vor. Foto: dpa/Carsten Koall Die Renten sind nicht zu teuer. Menschen arbeiten nicht zu wenig. Und sie gehen nicht zu früh in den Ruhestand. Die Rentenkommission des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) zeigt mit ihrem Ergebnispapier auf, wo der Konflikt in der aufgeregten Debatte tatsächlich liegt. Nämlich in einer Verteilungsfrage zwischen Kapital und Arbeit und weniger zwischen den Generationen.
Die Beitragssätze sind heute geringer als vor 36 Jahren, der Anteil der Bundesmittel ist gesunken, ebenso wie die Ausgaben der Kassen gemessen am BiP. Das eigentliche Problem der Finanzierung liegt darin, dass die Renten nicht proportional zur Produktivitätsentwicklung wuchsen. Stattdessen stiegen Konzernprofite. Das ändern Rentenanlagen am Kapitalmarkt gewiss nicht.
Diese Ungerechtigkeit lässt sich ebenso wenig über private Kassen lösen – schließlich können sich ärmere Beschäftigte diese oft nicht leisten. Der DGB schlägt darum ein Zwei-Säulen-Modell mit einer gesetzlichen und einer verpflichtenden betrieblichen Versicherung vor. Zweitere soll das Versorgungsniveau auf 70 bis 90 Prozent des Nettolohns aufstocken.
Dabei verstricken sich die Gewerkschaften mit ihrem Gedankenanstoß aber in Widersprüchen. Während sie Anlagen am Kapitalmarkt bei der gesetzlichen Versicherung strikt ablehnen, nehmen sie Spekulation bei der betrieblichen in Kauf. Denn die klassischen Betriebskassen erwirtschaften so ihre Renditen. Außerdem bleibt bei den Betriebskassen natürlich wieder so mancher außen vor.
Eine gerechte Rente kann dann funktionieren, wenn der Arbeitsbegriff breiter gedacht wird und beispielsweise Sorgearbeit einbezieht, alle einzahlen und die Löhne mit der Produktivitätsentwicklung steigen. Wer könnte das wohl einfordern?
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