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Rechter Terror | Ein Toter nach rassistischem Anschlag nahe Paris
Bei einem Angriff in einer Vorstadt hat ein Mann eine Person erschossen und fünf weitere verletzt. Die Antiterror-Staatsanwaltschaft ermittelt.
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Die Polizei durchsuchte nach Schüssen in Trappes nahe Paris ein Auto. Ein Mann in einem Auto hatte in Gemeinden bei Paris auf offener Straße mehrere Schüsse abgefeuert. Er wurde festgenommen. Foto: dpa Bei einem mutmaßlich rassistisch motivierten Angriff auf offener Straße in einer Vorstadt von Paris hat ein Mann einen Menschen erschossen und fünf weitere verletzt. Die Attacke sei »objektiv ein Anschlag mit rassistischer, wahrscheinlich islamfeindlicher Konnotation« gewesen, sagte der Bürgermeister der betroffenen Stadt Trappes, Ali Rabeh, am Freitag. Innenminister Laurent Nuñez sagte, es handele sich »eindeutig um ein terroristisches Verbrechen«. Unter den Verletzten ist auch ein zwölfjähriges Mädchen.
Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen »Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung« ein. Die Tat sei »aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit zu einer angeblichen Rasse, Ethnie, Nation oder bestimmten Religion begangen worden«. Die Ermittlungen beträfen außerdem den Tatbestand des »Besitzes einer Waffe der Kategorie A«, zu der insbesondere Automatikwaffen gehörten, sowie der »Beteiligung an einer terroristischen kriminellen Vereinigung«.
»Die Tat war objektiv ein Anschlag mit rassistischer, wahrscheinlich islamfeindlicher Konnotation.«
Den Behörden zufolge eröffnete der Mann am Vormittag in Trappes westlich von Paris und im nahegelegenen La Verrière das Feuer. Nach Angaben des Bürgermeisters von Trappes schoss der Angreifer aus seinem Fahrzeug heraus. Dem Sender BFMTV sagte Bürgermeister Rabeh, der Mann habe offensichtlich wahllos geschossen und ein »Blutbad« anrichten wollen. Es sei »ein Wunder, dass wir nicht mehr Opfer haben«. Es habe »zahlreiche Schüsse in verschiedenen Stadtteilen« gegeben.
Das Todesopfer sei »afrikanischer Herkunft«, ein Verletzter in Lebensgefahr sei zudem »maghrebinischer Herkunft«, sagte Rabeh. Dem Bürgermeister von La Verrière, Nicolas Dainville, zufolge waren unter den Verletzten außerdem zwei Reinigungskräfte mit dunkler Hautfarbe.
Dainville sagte der Nachrichtenagentur AFP, ein zwölfjähriges Mädchen sei in La Verrière schwer verletzt worden. Ihr Zustand habe sich mittlerweile jedoch stabilisiert.
Der Schütze wurde nach Angaben aus Polizeikreisen kurz nach der Tat im nahegelegenen Coignières festgenommen. Demnach handelt es sich um einen 39-Jährigen, der in Plaisir wohnt, nur wenige Kilometer vom Tatort entfernt. Der vorbestrafte Mann war demnach im Besitz einer Maschinenpistole und von Tränengasgranaten, als er festgenommen wurde.
Frankreichs Innenminister Nuñez besuchte die beiden Gemeinden im Département Yvelines gemeinsam mit der Ministerin für die Bekämpfung von Diskriminierung, Aurore Bergé. Es handele sich »eindeutig um ein terroristisches Verbrechen«, sagte Nuñez vor Journalisten. Die »äußerst schwere Tat« habe knapp eine Viertelstunde gedauert, ehe fünf Sicherheitsbeamte den Schützen festgenommen hätten.
Ministerin Bergé sagte, es könne »nicht die geringste diskriminierende Äußerung« geduldet werden. »Wir wissen, dass Worte zu Gewalt führen können«, fügte sie hinzu.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach den Opfern und den Bewohnern der beiden Gemeinden seine Solidarität aus. Frankreich stehe an ihrer Seite, erklärte er im Onlinedienst X. Premierminister Sébastien Lecornu bezeichnete den Fall auf X als »sehr ernst«.
Die Stimmung in Frankreich ist derzeit angespannt. Am Wochenende war es am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu Ausschreitungen gekommen. Tausende Geschäfte wurden geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen, Gebäude in Brand gesetzt. Als Reaktion darauf wurden in mehreren Großstädten nächtliche Ausgangssperren verhängt. AFP/nd
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