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Rechte Szene | Razzia nach Dresdner Angriff auf Rechtsextremen
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Der »Freie Sachsen«-Aktivist Max Schreiber tritt regelmäßig als Organisator und Redner bei rechten Demonstrationen in Erscheinung. Foto: dpa/Daniel Schäfer Eine Razzia, die an diesem Dienstag in drei Bundesländern stattfand und von der Staatsanwaltschaft Dresden sowie dem Landeskriminalamt (LKA) Sachsen veranlasst wurde, steht mutmaßlich im Zusammenhang mit einem Angriff auf den Neonazi Max Schreiber in der Dresdner Neustadt. Schreiber, der sich in der rechtsextremen Kleinstpartei Freie Sachsen engagiert, ist nach Informationen der Bild-Zeitung einer von insgesamt neun Geschädigten bei der Attacke. Diese fand im August 2025 statt und damit in einer Zeit, in der Schreiber wiederholt mit Provokationen in dem linken Szeneviertel auffiel.
Die Durchsuchungsmaßnahmen richteten sich nach Angaben des LKA gegen sieben Beschuldigte im Alter zwischen 20 und 35 Jahren. Durchsucht wurden Objekte in Sachsen, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern. Es bestehe der Anfangsverdacht der gemeinschaftlichen schweren Körperverletzung. Die Beschuldigten sollen in der Nacht vom 4. zum 5. August 2025 gemeinsam mit weiteren unbekannten Tätern zunächst eine vierköpfige Gruppe angegriffen haben. Laut Bild-Zeitung handelte es sich um Schreiber und weitere Begleiter, die eine Bierkneipe in der Dresdner Neustadt besucht hätten. Beim Verlassen seien sie von Vermummten angegriffen und mit Bierflaschen beworfen worden. Beobachter fühlten sich an Angriffe militanter Linker auf Rechtsextreme erinnert, wie sie der Leipziger Gruppe um Lina E. und Johann G. zugeschrieben wurden.
In der Dresdner Neustadt sollen die Angreifer später auf einen Pkw losgegangen sein, in den sich Geschädigte geflüchtet hätten. Eine junge Frau soll mit einem Schlagstock und einer Schusswaffe bedroht worden sein. Einige Opfer hätten leichte Prell- und Schnittverletzungen erlitten. Zu diesen gehört nach Angaben der »Bild« auch Schreiber. Das LKA bestätigte dessen Verwicklung auf Anfrage nicht. Man gebe »zum Schutz der Persönlichkeitsrechte sowie aus Gründen des Datenschutzes keine personenbezogenen Daten von Beteiligten an Strafverfahren weiter« und bestätige diese auch nicht, sagte ein Behördensprecher dem »nd«. Das gelte für Tatverdächtige wie für Geschädigte und Zeugen.
Als Stadtrat für die »Freien Sachsen« war Schreiber auch am Heidenauer Stolperstein-Verbot beteiligt.
Schreiber ist einer der prominentesten Köpfe der rechtsextremen Szene im Raum Dresden und fällt immer wieder durch gezielte Provokationen auf. In der Dresdner Neustadt, die ähnlich wie Leipzig-Connewitz als linkes Szeneviertel gilt, suchte er im August 2025 die Konfrontation – zunächst wenige Tage nach dem Vorfall, der jetzt die Durchsuchung auslöste. Sein Auftritt in einem Park stieß aber auf massive und kreative Proteste von Anwohnern. Zwei Aktivistinnen des Bündnisses »Dresden wi(e)dersetzen« erklärten seinen Marsch zum Spendenlauf und sammelten für jeden zurückgelegten Meter Geld für die in der Flüchtlingsrettung engagierte Organisation »Mission Lifeline«. Schreiber erhielt schließlich von der Polizei einen Platzverweis und musste aus dem Viertel eskortiert werden. Zwei Wochen später wiederholte sich das Geschehen nach Angaben des Projekts »Support für Betroffene rechter Gewalt«.
Der 38-jährige Schreiber organisiert als Aktivist der Freien Sachsen im Raum Dresden seit Jahren Demonstrationen, oft mit ausländerfeindlichem Inhalt. Im Herbst 2023 meldete er einen Aufmarsch mit Tausenden Teilnehmern gegen ein Asylbewerberheim im Ostergebirge an, der laut dem Portal »Alternative Dresden News« (ADDN) »eine der größten Antiasyldemonstrationen der letzten Jahre in Sachsen« war. Zuvor hatte er gegen eine Containersiedlung für Geflüchtete am Dresdner Stadtrand mobil gemacht.
Schreiber schreckt bei seinen Aktivitäten auch vor Einschüchterung und körperlicher Gewalt nicht zurück. Bei einer von ihm geleiteten, nicht angemeldeten Corona-Demonstration am 13. Februar 2022 wurden Journalisten und deren Begleiter gejagt. Das Amtsgericht Dresden verurteilte Schreiber im Juni 2024 zu einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Nötigung, Amtsanmaßung, Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und Volksverhetzung. Das Urteil wurde vom Landgericht Dresden im November 2025 bestätigt.
Der verurteilte Straftäter ist dennoch auch in der Kommunalpolitik aktiv. Für die »Freien Sachsen« sitzt er im Kreistag Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und ist Stadtrat in der Kleinstadt Heidenau. Dort war er vergangene Woche an dem Beschluss über ein Verbot weiterer Stolpersteine beteiligt, der seither auch international hohe Wellen schlägt.
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Source: nd