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Rechte Gewalt | Immer mehr rechtsextreme Kampfsport-Netzwerke in Deutschland

Die rechte Szene rekrutiert neue Mitglieder auch über Kampfsportnetzwerke. Die Bundesregierung attestiert ihnen eine hohe Gewaltkompetenz.

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Das Gewaltpotenzial der rechten Szene ist hoch – immer mehr Rechtsextremisten machen Kampfsport. Foto: dpa/Christoph Reichwein Berlin. Die Zahl rechtsextremer Kampfsportgruppen in Deutschland steigt. Der Bundesregierung sind derzeit etwa 20 regionale sogenannte Active Clubs bekannt. Im Juni 2024 waren es noch etwa ein Dutzend. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, über die das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet. Insbesondere im Laufe des Jahres 2026 sei die Zahl der Active Clubs deutlich gestiegen. Zudem sei eine »Professionalisierung der Gewaltkompetenz« zu beobachten.

Das Konzept der Active Clubs stammt aus den USA. In Fitness- und Kampfsportgruppen werden insbesondere junge Männer für die rechtsextreme Szene rekrutiert. Inzwischen gibt es solche Gruppen weltweit. Der Bundesregierung liegen nach eigenen Angaben bislang keine Erkenntnisse über internationale Vernetzungen zwischen deutschen und ausländischen Active Clubs vor. Künftige Verbindungen seien jedoch nicht auszuschließen.

Das Gewalt- und Bedrohungspotenzial der Gruppen besteht nach Einschätzung der Bundesregierung weiterhin. Regelmäßige Kampfsporttrainings sowie martialische Videos und Beiträge in sozialen Medien, mit denen die Gruppen ihre Wehrhaftigkeit inszenierten, deuteten auf eine zunehmende Professionalisierung ihrer Gewaltkompetenz hin. Direkte Auseinandersetzungen mit politischen Gegnern seien derzeit allerdings nicht feststellbar. Zugleich beobachte die Bundesregierung eine hohe Konspirativität und intensive Bemühungen, junge Männer für das gewaltorientierte rechtsextremistische Spektrum zu rekrutieren.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger kritisierte, dass die Bundesregierung weder Angaben zur Zahl der Straftaten aus dem Umfeld der Active Clubs machen könne noch Gefährder aus diesen Gruppen kenne. Bislang seien die Gruppen strafrechtlich kaum in Erscheinung getreten. »Das ist ein gefährlicher Zirkelschluss: Dass die Szene unter dem Radar bleiben will, ist der Kern ihres Konzepts und kein Beleg für ihre Harmlosigkeit«, sagte Schönberger dem RND.

Schönberger forderte, die Active Clubs und rechtsextreme Jugendgruppen auf die Tagesordnung der Dezembersitzung der Innenministerkonferenz zu setzen. dpa/nd

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