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Protest | Schülerprotest: Aufrüstung runterregeln
Tausende Jugendliche und Unterstützende gehen bei »Gen Z regelt« in Berlin auf die Straße
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Kriegsdienst ist kein Spaß, sondern gruselig. Fantasievoller Protest am Brandenburger Tor Foto: Imago/Stefan Zeitz Schon im Vorfeld lief der Staatsapparat warm: Panik-Briefings über angebliche »Gewalttouristen« und ein Großaufgebot von rund 1500 Polizeikräften prägten das Bild in der Hauptstadt. Doch was sich am Samstagnachmittag am Brandenburger Tor unter dem Motto »Gen Z regelt« abspielte, widerlegte den herbeifantasierten Ausnahmezustand. Tausende Jugendliche und Unterstützende versammelten sich zu einer lautstarken, aber friedlichen Demonstration gegen Sozialabbau und Aufrüstung.
Die Initiative »Gen Z regelt« hatte im Vorfeld akribisch auf einen gewaltfreien Ablauf gedrängt. Das spiegelt den schmalen Grat wider, auf dem sich Jugendproteste aktuell bewegen: Sie formulieren radikale Kritik an den Verhältnissen, agieren jedoch in einem eng gesteckten legalen Rahmen, um Repressionen vorzubeugen. Während die Berliner Politik im Vorfeld hysterische Sicherheitsdebatten führte, rückten die Demonstrant*innen konkrete soziale Nöte in den Fokus: marode Schulen, explodierende Lebenshaltungskosten und die drohende Wiedereinführung der 2011 in Deutschland ausgesetzten Wehrpflicht.
»Wir sind hier, weil wir sehen, dass das Leben der Jugend von der Politik immer wieder angegriffen wird – durch Sozialkürzungen, Aufrüstung und die drohende Wehrpflicht.«
»Wir sind hier, weil wir sehen, dass das Leben der Jugend von der Politik immer wieder angegriffen wird – durch Sozialkürzungen, Aufrüstung und die drohende Wehrpflicht. Deswegen protestieren wir heute auf den Straßen nach dem Vorbild aus Frankreich«, sagte Momo von der DIDF-Jugend. Die DIDF ist die Föderation Demokratischer Arbeitervereine.
Im Gespräch mit den Teilnehmenden wurde deutlich, dass es sich nicht um ein kurzes Strohfeuer im Internet handelt. Die Wut richtet sich gegen eine politische Prioritätensetzung, die Krisenlasten konsequent nach unten und auf die jüngere Generation abwälzt. Dabei beschränkt sich der Protest keineswegs nur auf Jugendliche. Auch ältere Generationen reihten sich solidarisch in den Zug ein. »Ich bin heute mit meinem Enkel und meiner Tochter hier, um zu zeigen, dass die Jugend eine Zukunft hat, die nicht Krieg oder Wehrpflicht heißt«, erklärte Lucia.
Neben den inhaltlichen Forderungen prägten auch organisatorische Abgrenzungen das Geschehen: Das Hauptbündnis distanzierte sich klar von parallelen Aktionen in Stadtteilen wie Wedding oder Mitte, während Behörden und bürgerliche Medien im Vorfeld versucht hatten, den Gesamtprotest pauschal zu diskreditieren. Auf der Straße zeigte sich jedoch ein anderes Bild von Miteinander und Solidarität.
»Ich komme eigentlich aus NRW und bin gerade im Urlaub in Berlin«, erzählte Can-Yüksel. »Die Demo ist sehr friedlich, alle sind nett und jeder, der in Berlin ist, sollte heute hier sein.« Can-Yüksel wollte diesen Protest unbedingt unterstützen und sagte, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) müsse weg.
Ob »Gen Z regelt« das Zeug zu einer dauerhaften Bewegung hat, wird sich in den kommenden Wochen zeigen müssen. Der Nachmittag in Berlin hat jedoch bewiesen: Die Erzählung von einer unpolitischen oder politikverdrossenen Jugend greift längst ins Leere. Die Jugend will eine Zukunft ohne Krieg und Krisen.
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