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Personalie | Die Schalker Haie sind zurück
18 Jahre nach dem letzten Pflichtspiel wird in Gelsenkirchen wieder Eishockey gespielt
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Die Jugend der Schalker Haie Foto: IMAGO/Michael Korte In der Gelsenkirchener Emscher-Lippe-Halle hat einmal einer der größten Stars des Welteishockeys seine Schlittschuhe geschnürt. Jaromir Jagr, Stanley Cup Gewinner und Olympiasieger, war für einen Abend im Januar 1995 ein Schalker Hai. In der nordamerikanischen Profiliga NHL hatte es Streit über die Gehälter zwischen Athleten und Klubs gegeben, die Spieler wurden ausgesperrt. Viele Hockeystars wichen daraufhin zu Gastspielen nach Europa aus. Jagr spielte für seinen Heimatverein im tschechischen Kladno, in Italien und eben ein Spiel für die Schalker Haie.
Die Verbindung zwischen dem Superstar und dem Ruhrpottklub, der in der zweiten deutsche Liga spielte, kam über Peter Fiala zustande, Spielertrainer der Haie und ein langjähriger Freund von Jagr. Beim Spiel gegen den Nachbarverein aus Herne erzielte Jagr dann ein Tor und legte zehn weitere Treffer auf. Ein erfolgreicher Abend, für den der Superstar der lokalen Legende zufolge nicht mehr als ein Schnitzel mit Pommes und Mayonnaise verlangt habe.
Die Episode ist bis heute das Highlight der Gelsenkirchener Eishockeygeschichte, ansonsten ist sie eher wechselhaft. Seit Anfang der 1980er Jahre wird in der Emscher-Lippe-Halle Eishockey gespielt. Oft viertklassig, mal drittklassig und in sehr guten Jahren auch in der zweiten Liga. Begleitet wurde das Wechselspiel zwischen den Ligen, wie an so vielen deutschen Eishockeystandorten, von mehreren Pleiten. Die Haie waren mal der »ESV«, dann der »EC Gelsenkirchen« und seit dem Jahr 2000 ist es ein »EHC« nur der tierische Beiname ist konstant geblieben.
Eine Seniorenmannschaft stellten die Schalker Haie zuletzt in der Saison 2007/2008. Danach konnten die Haie nur noch Nachwuchs- und Hobbymannschaften aufrechterhalten. Noch schlimmer kam es im Jahr 2020, die Emscher-Lippe-Halle wurde zum Corona-Testzentrum umgewandelt, seit 2022 wurden dann Geflüchtete in der Halle untergebracht. Der Eishockeynachwuchs musste auf Hallen in umliegenden Städten ausweichen.
Nun gibt es das Comeback der Eishalle. Ein privater Betreiber, viel ehrenamtliches Engagement und ein Zuschuss der Stadt machen es möglich. Seit September gibt es wieder Eis in Gelsenkirchen und am vergangenen Wochenende spielte erstmals ein Frauenteam der Haie. Diesen Samstag steht nach 18 Jahren das erste Pflichtspiel einer Schalker Seniorenmannschaft an. In der sechstklassigen Bezirksliga kommen die Herforder Ice Dragons 1b zu Besuch nach Gelsenkirchen.
Wie lange das Comeback andauert, ist allerdings ungewiss. Der Pachtvertrag für die Halle gilt für zwei Jahre, danach könnte sie dem Neubau einer Gesamtschule weichen müssen. Die Haie säßen dann wieder auf dem Trockenen.
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