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Personalie | Die Ilse

Beim CSU-Parteitag am Wochenende könnte die Vorentscheidung für Ilse Aigner als erste Bundespräsidentin fallen

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Foto: IMAGO/Sven Simon Sie war schon Bundeslandwirtschaftsministerin, bayerische Wirtschaftsministerin, bayerische Bauministerin und zwei Tage geschäftsführende Ministerpräsidentin des Freistaats. Und als Nächstes? Könnte Ilse Aigner Schlossherrin werden. Die Amtszeit von Frank-Walter Steinmeier als Bundespräsident endet im kommenden März. Schloss Bellevue sucht einen neuen Bewohner und Aigners Name wird schon seit mehr als einem Jahr für das höchste Staatsamt gehandelt.

Ob aus den Spekulationen Wirklichkeit wird, dafür könnte es an diesem Wochenende eine Vorentscheidung geben. Die CSU trifft sich zum Parteitag. Zuletzt hatte sich Parteichef Markus Söder in der Talkshow Caren Miosga deutlich für Ilse Aigners Nominierung ausgesprochen. Beim Parteitag wird auch Bundeskanzler Friedrich Merz erwartet, er könnte seine Unterstützung für die Oberbayerin signalisieren. In der Bundesversammlung verfügen CDU und CSU über 432 Sitze, die SPD über 252. Zusammen reicht das für eine Mehrheit.

Ilse Aigner stammt aus der Gemeinde Feldkirchen-Westerham. Ihr Vater führte dort einen Elektro-Betrieb, in dem Aigner nach ihrem Realschulabschluss eine Ausbildung zur Radio- und Fernsehtechnikerin absolvierte. Nach einer Fortbildung arbeitete sie beim Hubschrauberhersteller Eurocopter in Bonn. Bis heute ist Aigner stolz, Teile mitentwickelt zu haben, die im Airbus H135 Helikopter verbaut werden. Aus der Zeit stammt auch eine Sensibilität für Geschlechterthemen. In einem Podcast des »Münchner Merkur« äußerte Aigner kürzlich Verständnis dafür, dass viele junge Frauen die Linke wählen. Die Partei spreche nun einmal bestehende Ungleichheiten an.

Abwägende Positionierungen sind ein Markenzeichen der 61 Jahre alten Politikerin. Lars Klingbeil bezeichnete sie kürzlich als »Brückenbauerin«, eine Eigenschaft, die gut zum Amt der Bundespräsidentin passen würde.

Dass es nun das große überparteiliche Amt für Aigner werden soll, war lange nicht abzusehen. Sie galt als eines der Top-Talente in der CSU und wurde zeitweise als mögliche bayerische Ministerpräsidentin gehandelt. Aigners Karriere begann früh, 1990 »erbte« sie einen Gemeinderatssitz in Feldkirchen-Westerham von ihrem Vater. Vier Jahre später zog sie als jüngste Abgeordnete in den Münchner Landtag ein. 1998 folgte dann der Wechsel in den Bundestag. Bei den Wahlen 2005 und 2009 erreichte sie die meisten Erststimmen unter allen Kandidat*innen. 2013 trat Aigner vom Amt der Bundeslandwirtschaftsministerin, das sie seit 2008 innehatte, zurück, um in die bayerische Politik zu wechseln. Horst Seehofer machte sie zur stellvertretenden Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin, später wurde sie Präsidentin des bayerischen Landtags.

Als solche ist sie beliebt. Laut einer Umfrage des »Bayerischen Rundfunks« halten 59 Prozent der Befragten Aigner für eine geeignete Bundespräsidentin. Nur AfD-Anhänger sind mehrheitlich gegen sie. Aigner ist Single und gilt als ziemlich volksnah. In Bayern wird sie meist als »die Ilse« angesprochen. Das dürfte im Bellevue nicht mehr so oft vorkommen.

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Originally published bynd
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