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Organspende | Widerspruchslösung ist keine Wunderwaffe
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Bei einer Nierentransplantation in einem deutschen Krankenhaus Foto: DPA/Waltraud Grubitzsch Noch ist das Ruder nicht herumgerissen in Sachen Widerspruchsregelung bei der Organspende. Aber der Gesetzentwurf, der jetzt schon von 254 Bundestagsabgeordneten unterstützt wird, erhält mehr Zustimmung als frühere Initiativen im Parlament. Es besteht jedoch die Gefahr, dass in der sehr emotional geführten Debatte untergeht, welche Leitplanken es braucht, um Spendern wie Empfängern gerecht zu werden – und auch jenen, die Probleme mit der »Vergesellschaftung« ihres Körpers, oder von Körpern überhaupt, haben.
Befürworter der Widerspruchslösung sehen den chronischen Mangel an Spenderorganen als das größte Problem. Also wäre einfach zu regeln, dass jede erwachsene Person automatisch als Spender gilt, wenn sie nicht widersprochen hat. Sicher ließe sich der Transplantationsmedizin so mehr Material zuführen. Aber damit allein wird es nicht getan sein. Nötig sind flankierende Regeln und die Stärkung der relativ teuren Strukturen an allen Krankenhäusern, die infrage kommen. Nötig ist zudem viel mehr Aufklärung zum Thema. Geeignete Abfragesituationen, in denen möglichst viele Menschen erreicht werden können, sind zu bestimmen. Auch das alles kostet Geld.
Sage niemand, gerade letzteres wäre preiswert. Gerade erst wurde mit dem GKV-Spargesetz den Hausärzten die Möglichkeit genommen, die Beratung zum Organspendeausweis ab 2027 abzurechnen. Soweit das Interesse der jetzigen Regierungskoalition, das Thema auch nur Schritt für Schritt zu stärken.
Andererseits gehört zur Information darüber auch, dass ein Spenderorgan in den wenigsten Fällen eine sorglose Lebensverlängerung (wenn auch nur um wenige Jahre) bedeutet. Das Immunsystem muss lebenslang mit Medikamenten heruntergeregelt werden, damit das fremde Organ nicht abgestoßen wird. Strikte Alltagshygiene und dabei trotzdem Gefahren durch eigentlich harmlose Erreger, Verzicht auf etliche Lebensmittel und am Ende ein erhöhtes Krebsrisiko – all das gehört auch dazu, um nur einige Punkte zu nennen.
Mehr informieren, statt nur zu debattieren, könnte man hier dazwischenrufen. Und auch letzteres nicht nur im Bundestag.
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Source: nd