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nd-Leserreise | Reise auf den Spuren der Zeit zur »Perle aus Sachsens Krone«

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Schloss Weesenstein im gleichnamigen Ort im Müglitztal, die »Perle aus Sachsens Krone« Foto: dpa/Matthias Hiekel Es wird Zeit, ein paar Monate nach vorn zu schauen, denn: »Zeit, die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt«, wie der Schriftsteller Ernst Ferstl so treffend bemerkte. Schauen wir auf den 8. März, jenen Tag, an dem wir seit vielen Jahren nd-Leserinnen und -Leser einladen, den Internationalen Frauentag gemeinsam zu feiern und auf Reisen zu gehen.

Im kommenden Jahr werden wir an diesem besonderen Tag auf eine Zeitreise gehen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wir fahren nach Glashütte in Sachsen, wo seit mehr als 180 Jahren Uhren produziert werden, die inzwischen so einen guten Ruf haben, dass sie weltweit exportiert werden. Den Grundstein dafür legte ein Dresdner, Ferdinand Adolph Lange, der Anfang des 19. Jahrhunderts beim sächsischen Hofuhrmacher Johann Christian Gutkaes in seiner Heimatstadt das Uhrmacherhandwerk erlernte und sein Wissen und Können auf der damals üblichen Wanderschaft in Frankreich, England und der Schweiz vervollkommnete. Lange beherrschte sein Handwerk bald so gut, dass der berühmte Pariser Uhrmacher Joseph Thaddäus Winnerl ihm eine Stelle auf Lebenszeit anbot. Lange lehnte jedoch ab, kehrte nach Sachsen zurück und gründete am 7. Dezember 1845 in Glashütte seine eigene Manufaktur.

Mehr darüber, wie das Uhrenhandwerk in eine Region kam, deren Menschen zuvor lange vom Silber- und Kupferbergbau gelebt hatten, erfahren wir bei einem Rundgang durch das Glashütter Uhrenmuseum. Dort werden auf rund 1000 Quadratmetern im historischen Schulgebäude der Deutschen Uhrmacherschule über 400 Ausstellungsstücke zur Stadtgeschichte und insbesondere zur Geschichte des Uhrmacherhandwerks gezeigt. Zahlreiche Exponate flossen aus dem schon zu DDR-Zeiten existierenden Uhrenmuseum in die 2006 neu eröffnete Ausstellung. Gut eine Stunde gibt uns die Zeit, um uns im Museum umzuschauen und einen faszinierenden Eindruck von der Präzision und Handwerkskunst zu erhalten, die hinter den edlen Zeitmessern steckt.

Anschließend sagt uns ein Blick auf die Uhr, dass es Zeit für eine Mittagspause ist. Die werden wir auf Schloss Weesenstein machen, wo wir den Nachmittag verbringen werden. Schon von Weitem ist das Schloss zu sehen, erhebt es sich doch hoch oben auf einem Felsvorsprung über dem Tal der Müglitz. Weesenstein ist eines von mehr als 3000 Schlössern, Burgen und Herrenhäusern, die es in Sachsen gibt, doch kein anderes wird als »Perle aus Sachsens Krone« bezeichnet.

Termin: 8. März 2027Preis: 105 EuroLeistungen:

Buchung und weitere Infos: nd.Reisen, Frank Diekert, Tel.: (03375) 9136410, E-Mail: leserreisen@nd-reisen.de

Wir werden sehen, erfahren und erleben, warum diesem Schloss eine solche Ehre erwiesen wird. Schon die Bauweise der gewaltigen Anlage ist besonders. Denn das achtstöckige Bauwerk ist zu einem großen Teil von oben nach unten gebaut worden. Die alten Kellerräume beispielsweise befinden sich im fünften und die Pferdeställe im vierten Geschoss. Warum das so ist und was das Schloss ansonsten noch an Geheimnissen verbirgt, werden wir auf einer Besichtigungstour erfahren. An diesem Tag übrigens haben wir das Schloss für uns allein, denn nur für uns wird es an diesem Montag geöffnet, an dem ansonsten die Schlosstore für die Öffentlichkeit verschlossen bleiben. Eine Ausnahme wird auch an Ruhetagen für die 91-jährige Brigitte Mumme gemacht, die einzige ständige Bewohnerin des Schlosses. 1945 kam sie dort als Flüchtling mit ihrer Familie vorübergehend unter. Anfang der 70er Jahre, als im Schloss ein paar Wohnungen gebaut wurden, wurde es für sie und ihren Mann zum lebenslangen Zuhause.

Der Schauspieler Rolf Hoppe wohnte zwar nicht in dem Schloss, fast 20 Jahre lang aber war es für ihn so etwas wie sein zweites Zuhause. Mit dem von ihm gegründeten Hoftheater Dresden trat er oft und gern in seinem Lieblingsschloss auf, dem er bis zu seinem Tod 2018 eng verbunden blieb. Vieles werden wir über die jahrhundertelange wechselhafte Geschichte des Schlosses erfahren – auch was Rembrandts berühmtes Gemälde »Saskia mit der roten Blume« mit ihm zu tun hat.

Wir werden so viel Neues hören und sehen, dass wir kaum merken werden, wie schnell die Zeit vergeht. Doch bevor wir am Nachmittag wieder nach Hause zurückfahren, genießen wir noch ein kleines Orgelkonzert in der barocken Schlosskapelle und Kaffee und Kuchen aus der Schlossküche.

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Source: nd