Kommando 161 Faultline Kommando 161

Germany · nd · 2h

Kulturerbe | Brandenburg sorgt mit Geld für Sanssouci

Deutsch (original) · Read in English ⇄

Für Sanssouci und andere Schlösser und Gärten sprudelt ab 2027 mehr Geld. Foto: dpa/Jens Kalaene In seinem Sommerschloss Sanssouci versuchte der preußische König Friedrich II. nach seiner Fasson selig zu werden. Im Schloss Cecilienhof tagte 1945 die Potsdamer Konferenz der vier wichtigsten Siegermächte des Zweiten Weltkriegs. Die russische Kolonie Alexandrowka wurde von 1826 bis 1827 zum Gedenken an Zar Alexander I. angelegt. Diese drei Objekte in Potsdam haben gemeinsam, dass sie mit einigen anderen Prunkstücken zum Weltkulturerbe zählen.

Die preußischen Schlösser und Gärten seien »weltberühmt«, schwärmt Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) am Dienstag. »Insbesondere die Parks bieten vielen Menschen Erholung. Aber: Sie haben in den vergangenen Jahren gelitten, unter dem Klimawandel ebenso wie unter einer intensiver gewordenen Freizeitnutzung.« Auch deshalb habe das Land Brandenburg die Fördermittel für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) in den vergangenen Jahren immer wieder außerplanmäßig erhöht.

Damit nicht genug gibt es vom Land Brandenburg zusätzlich 800 000 Euro im Jahr zur Beseitigung der Defizite bei der Pflege der Schlossgärten. So verhindere Brandenburg, dass von den Besuchern der Parks Eintritt kassiert werde, teilt die Potsdamer Staatskanzlei mit. Ein Parkeintritt wurde seit Jahrzehnten immer wieder diskutiert, konnte aber bislang abgewendet werden. Eintritt bezahlt werden muss stattdessen nur für die Schlossmuseen der Stiftung in Berlin, Potsdam, Oranienburg, Rheinsberg, Königs Wusterhausen und Paretz.

»Damit tragen wir dazu bei, unser Weltkulturerbe dauerhaft zu sichern und zu entwickeln.«

Am Dienstag stimmte das Kabinett einem von Schüle vorgelegten Abkommen zur künftigen Finanzierung zu. Demnach soll die Stiftung von 2027 bis 2030 jährlich mindestens 54,55 Millionen Euro erhalten. Knapp 19,6 Millionen steuert Brandenburg bei, rund 22,6 Millionen Euro gibt der Bund und den Rest der Summe übernimmt das Land Berlin. »Damit tragen wir dazu bei, unser Weltkulturerbe dauerhaft zu sichern und zu entwickeln«, sagt Ministerin Schüle. Zusätzlich werden bis Ende des Jahrzehnts 400 Millionen Euro aus einem Sonderinvestitionsprogramm des Bundes und der Länder Berlin und Brandenburg zur Verfügung stehen. In den Jahren 2023 bis 2026 waren der SPSG nur jeweils 48 Millionen Euro vertraglich zugesichert, davon 17 Millionen Euro vom Land Brandenburg.

Damit kein Parkeintritt fällig wird, hatte die Stadt Potsdam über viele Jahre hinweg bis zu eine Million Euro jährlich an die Stiftung überwiesen. Die Stadt konnte sich das ab 2026 finanziell aber nicht mehr leisten und strich den Zuschuss. Das Land Brandenburg sprang ein. Im Raum hatte eine Jahreskarte zum Preis von 20 Euro gestanden, die ermäßigt zwölf Euro gekostet hätte. Eine Tageskarte wäre für drei Euro zu haben gewesen, ermäßigt zwei Euro.

Die »nd.Genossenschaft« gehört denen, die sie lesen und schreiben. Sie sichern mit ihrem Beitrag, dass unser Journalismus für alle zugänglich bleibt – ganz ohne Medienkonzern, Milliardär oder Paywall.

→ unabhängig und kritisch berichten → übersehene Themen in den Fokus rücken → marginalisierten Stimmen eine Plattform geben → Falschinformationen etwas entgegensetzen → linke Debatten anstoßen und weiterentwickeln

Mit »Freiwillig zahlen« oder einem Genossenschaftsanteil machen Sie den Unterschied. Sie helfen, diese Zeitung am Leben zu halten. Damit nd.bleibt.

Read the full story at the source →

Source: nd