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Künstliche Intelligenz | KI-Regulierung unter Regie der Konzerne

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Anthropic-Chef Dario Amodei ist gern gesehener Gast unter anderem beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Foto: dpa/AP/Markus Schreiber Sind es ethische Skrupel, die Anthropic-Chef Dario Amodei mit seinem Ruf nach Verlangsamung und besserer Kontrolle der Entwicklung von KI-Systemen umtreiben, oder nur die Profitinteressen seines Konzerns? Tatsächlich ist beides kaum voneinander zu trennen. Gewisse Risiken sind einerseits besorgniserregend, andererseits sind sie absehbar auch schlecht fürs Image und könnten teuer werden. Und so reagiert Anthropic, wie es Unternehmen bei offensichtlichen Missständen immer tun: mit dem Vorschlag freiwilliger Selbstbeschränkungen. Damit die Konkurrenz in China dann zudem nicht davoneilt, sollen Exportkontrollen von KI-Chips helfen. Kein Wunder, dass die Kollegen von Open-AI & Co. ins gleiche Horn stoßen. Mit einer solchen Verlangsamung könnte Big Tech in den USA besser leben als mit dem jetzigen Zustand. Zumal die vorgeschlagenen unabhängigen Kontrolleure alles andere als unabhängig von den Auftraggebern agieren. Eine transparente KI-Forschung im öffentlichen Raum wäre die Alternative zu den kurzfristig profitorientierten Entwicklungen.

Amodei lässt wohl nicht zufällig unerwähnt, dass es auf UN-Ebene längst diverse Übereinkommen rund um Künstliche Intelligenz gibt. Diese kranken bisher an Verbindlichkeit und dem Fehlen von Sanktionen bei Verstößen. Dass KI-Agenten die Menschheit zeitnah existenziell bedrohen, ist natürlich maßlos übertrieben, ebenso die Warnung vor einem vollen Kontrollverlust. Aber sie können erhebliche finanzielle Schäden anrichten. Und da wäre es notwendig, die Konzerne, die diese Modelle entwickelt haben, in Haftung zu nehmen, was die Branche natürlich unbedingt vermeiden will. Eine Idee ist, dass KI-Konzerne in einen Fonds einzahlen, der Schäden absichern soll. Daraus ließe sich auch der vom UN-Generalsekretär geforderte Kapazitätsaufbau samt Kontrollsystemen im globalen Süden finanzieren, der bislang fast völlig von der KI-Entwicklung abgeschnitten ist.

Es liegt auf der Hand, dass die internationale Regulierung weiterentwickelt werden muss, und zwar mit und nicht gegen China. Die ultrarechte Regierung beim wichtigsten Player USA kann mit so etwas gar nichts anfangen. Ihr gehen sogar die windelweichen Vorschläge aus der Branche zu weit. Wie bisher soll der freie Markt die KI-Entwicklung richten, damit die heimischen Konzerne ihren Vorsprung weiter ausbauen und China das Nachsehen hat. Koste es, was es wolle.

Da sind selbst die Big-Tech-Chefs deutlich fortschrittlicher. Es braucht aber eine wirklich unabhängige, demokratisch legitimierte Regulierung der KI-Industrie. Diese wird nicht gelingen, wenn sie unter Regie der Konzerne stattfindet.

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Source: nd