Faultline Faultline Kommando 161

Germany · nd · · 2h

Kernkraft | Die Energiewende ist entschieden

Deutsch (original) · Read in English ⇄

Das ehemalige Atomkraftwerk Grafenrheinfeld wird derzeit zurückgebaut. Foto: dpa/Daniel Vogl Unterzieht man den Hype um eine angebliche Renaissance der Atomkraft einem Realitätscheck, zeichnet sich ein klares Bild ab: Ungeachtet einer leichten Zunahme der nuklearen Stromproduktion ist der weltweite Anteil von Atomstrom auf ein 45-Jahres-Tief von 8,8 Prozent abgerutscht. Dies belegt klar, dass die Kernkraft mit dem rasanten Wachstum des globalen Strombedarfs und dem Wachstum der erneuerbaren Energien nicht Schritt halten kann.

Der aktuelle Statusreport zeigt zudem: Atomkraft im Jahr 2026 ist im Wesentlichen ein chinesisch-russisches Staatsprojekt. Kein Wunder, denn Neubauten sind aufgrund von explodierenden Kosten und jahrzehntelangen Verzögerungen privatwirtschaftlich kaum noch finanzierbar. Wer heute auf Atomkraft setzt, begibt sich in eine teure Kostenfalle sowie eine technologische und finanzielle Abhängigkeit von diesen beiden Staaten.

Klar wird auch: Primäre Treiber gegen die Kernkraft sind nicht mehr Sicherheitsbedenken und das ungelöste Atommüllproblem, sondern ökonomische Erkenntnisse. Während die Kosten für Solarenergie in den letzten 15 Jahren um mehr als 80 Prozent eingebrochen sind, stiegen die für Atomstrom im selben Zeitraum um etwa 75 Prozent. Dass Solarstrom erstmals den Atomstrom überflügelt hat, ist daher auch keine Eintagsfliege, sondern markiert einen Wendepunkt. Erneuerbare Energien sind schneller zu bauen, billiger zu betreiben und mittlerweile durch Großbatterien auch zunehmend netzstabilisierend.

Die aktuellen Daten belegen, dass die globale Energiewende längst entschieden ist. Der Ausbau der Atomkraft ist im globalen Maßstab zu langsam und zu teuer, um eine tragende Rolle beim schnellen Klimaschutz spielen zu können. Außerhalb Chinas geht es um eine Nischentechnologie und die vermeintliche Renaissance ist kaum mehr als eine Laufzeitverlängerung alternder Reaktorflotten. 

Bei uns muss niemand zahlen, um informiert zu sein. Klingt nach einem schlechten Geschäftsmodell? Ist es auch. Aber uns sind unabhängiger Journalismus und Teilhabe für alle wichtiger als Profit. Journalismus kostet trotzdem Geld: für Recherche, Druck und all die Menschen, die ihn machen. Deshalb sind wir auf dich angewiesen. Bis Ende des Jahres brauchen wir 300.000 Euro.

Spende einmalig oder regelmäßig, jeder Betrag zählt. Damit nd bleibt.

Read the full story at the source

Source: nd