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Kampagne gegen Die Linke | Rammo macht Klick
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Die Linke in der Kontaktschuld? Issa Rammo, der auf der Linke-Wahlparty am 20. September gesehen wurde Foto: AFP/ODD ANDERSEN Wenn im Berliner Ensemble Brechts »Dreigroschenoper« aufgeführt wird und Mackie Messer im Finale »Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?« singt, dann sind lauter Applaus und Zuspruch des Theaterpublikums sicher. Die »Dreigroschenoper« spielt vor 200 Jahren in London und wurde 1928 in Berlin uraufgeführt. Knapp weitere hundert Jahre später wird der Großfamilie Rammo – wie sie sich selbst nennt, obwohl Polizei und Medien oft die Schreibweise Remmo verwenden – in Berlin die Rolle der heutigen Mackie-Messer-Bande zugeschrieben: Einbrüche in Banktresore und Kunstsammlungen, Überfälle auf Geldtransporter und viele weitere Eigentumsdelikte.
Diese spektakulären Taten und das Halten eines Tigerbabys für ein Fotoshooting in der Rammo-Familienvilla sind Polizeireportern von Springer, »Spiegel« und selbst ernannten Qualitätsmedien umfangreiche Berichterstattung wert. Sie klickt sich gut. Diese Berichterstattung und die popkulturelle Verarbeitung in Serien wie »4 Blocks« machen für einen Teil der jungen Männer aus den innerstädtischen Bezirken und den Hochhaussiedlungen, die von dem noch regierenden Senat nichts zu erwarten hatten außer Wohnungsnot, Sparmaßnahmen und miese Löhne, ein solches Gangsterleben zum erstrebenswerten Lebensentwurf. Ein Erfolg der Berliner Linken ist es, auch diese jungen Leute zu ihrer Wahl motiviert zu haben. Im ländlichen Raum machen junge Männer ohne große ökonomische Perspektive hingegen ihr Kreuz bei der AfD.
Nun wurde zum Skandal, dass der Tigerbaby-Kurzzeitbesitzer Firas Rammo mit dem Bundestags-Direktmandatsträger Ferat Koçak gechattet hat sowie dass dessen Vater Issa Rammo bei einer Wahlparty der Linken aufgetaucht ist. Dieser wird in den Medien als »Familienoberhaupt« vorgestellt und trägt nach der Lesart stigmatisierender Berichterstattung somit (Mit-)Verantwortung für alle Taten, die dem »Clan«, sprich: der Verwandtschaft, zugerechnet werden. Laut »Bild«-Polizeireporter: »Issa Rammo hat ein sauberes Führungszeugnis – by the way.«
Der »Tagesspiegel« zitiert ebenfalls »Ermittler« damit, dass dieser »aktuell kein Gegenstand polizeilicher Beobachtung« sei. Dies unterscheidet ihn beispielsweise vom derzeitigen Berliner SPD-Oberhaupt Steffen Krach, bei dem es vor Kurzem eine Hausdurchsuchung wegen Bestechlichkeit gab. Der Vorwurf der Bestechlichkeit ist einer der schlimmsten Vorwürfe gegen Politiker, da dieser das Vertrauen in die Politik generell untergräbt.
Das ist es auch, was Koçak ungesagt untergeschoben wird: Er sei durch seine Chat-Kontakte durch Kriminelle korrumpierbar. Krach wurde trotz der Ermittlungen von der SPD wiedergewählt. Wie bei jedem anderen Beschuldigten, muss den Vorwürfen gegen ihn das Wort »mutmaßlich« vorangestellt werden. Solange er nicht verurteilt ist, ist er keine Unperson. So sollte mit allen Menschen umgegangen und nicht mit unterschiedlichem Maß gemessen werden. Fabian Kunow
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Source: nd