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Jugendprotest | Gen Z in Köln: Polizei unterbindet Demonstrationszug
Tausende demonstrierten in Köln für ihre Zukunft. Doch nach Auseinandersetzungen mit der Polizei wurde der Protestzug abgesagt.
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Polizisten und Demonstrierende standen sich am Samstag in Köln gegenüber. Foto: dpa/Thomas Banneyer Unter dem Motto »Gen Z regelt« versammelten sich am Samstagnachmittag mehrere tausend Menschen am Konrad-Adenauer-Ufer in Köln. Sie folgten damit dem Aufruf der gleichnamigen Initiative, die für diesen Tag in mehreren Städten zu Protesten mobilisiert hatte. Innerhalb von drei Wochen hatten sich über die Website der Organisator*innen mehr als 160.000 Menschen für die Demonstrationen angemeldet. Die größte Kundgebung sollte mit knapp 15.000 Anmeldungen in Köln stattfinden.
Ab 14 Uhr füllte sich das Konrad-Adenauer-Ufer mit Demonstrierenden. Schon zum Auftakt waren Tausende vor Ort. Neben vielen jungen Menschen beteiligten sich auch Kinder und ältere Menschen, die sich mit den Forderungen des Jugendprotests solidarisierten. Ein Kölner Schüler kritisierte in seiner Rede das marode Schulsystem und forderte mehr Mitspracherechte für junge Menschen in der Politik. Eine Vertreterin des Linken Zentrums Köln nahm das kapitalistische Wirtschaftssystem und dessen ungerechte Profitlogik ins Visier.
Zahlreiche linke Organisationen aus Köln beteiligten sich an dem Protest. Vertreten waren unter anderem Aktive der Linkspartei und der Linksjugend, von Young Struggle und der Internationalen Jugend sowie verschiedene internationalistische Gruppen. Emma Hübner, Pressesprecherin der Initiative »Gen Z regelt«, erklärte gegenüber dem »nd«: »Wir demonstrieren für bessere Bildung, gegen Kürzungen im Sozial- und Gesundheitssystem, gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht und für mehr Investitionen in Klimaschutz.« Es sei wichtig, der Jugend zuzuhören, erklärte sie. Denn sie sei schließlich die Zukunft.
Dem Protest ging eine Reihe von Warnungen und öffentlichen Sicherheitsbedenken voraus. So erklärte der Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen, dass »Akteure aus dem linksextremistischen Spektrum und aus dem auslandsbezogenen Extremismus für die Proteste mobilisieren«.
Jochen Kopelke, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), warnte bereits im Vorfeld davor, dass sich »Krawallmigranten, die Bock auf Gewalt gegen die Polizei haben«, unter die Demonstrierenden mischen könnten. Der »Kölner Stadt-Anzeiger« berichtete zudem von Schaufenstern, die mit Holzbrettern verbarrikadiert worden seien.
In der Nacht zum Samstag kam es in Neuss und Düsseldorf zu Hausdurchsuchungen. Dabei wurden vier Männer festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, sich zu gewalttätigen Aktionen verabredet zu haben. Ob ein Zusammenhang mit den Protesten besteht, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Die bundesweiten Organisator*innen hatten im Vorfeld angekündigt, ihre Forderungen friedlich auf die Straße tragen zu wollen. Lea Reisner, Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, appellierte bei der Kundgebung in Köln: »Es ist sehr, sehr wichtig, dass die Jugend sich von dieser diffamierenden Berichterstattung der letzten Wochen nicht abschrecken lässt, sondern heute zu Tausenden auf die Straße geht und für ihre Rechte, ihr Recht auf Zukunft demonstriert.«
Auch David ist gekommen, um ein Zeichen zu setzen: »Ich möchte, dass Politiker im Sinne der Bevölkerung handeln und nicht im Sinne des Profits und der Firmen«, erklärte er gegenüber dem »nd«. Mit Gewalt durch Demonstrierende rechne er nicht.
Die Polizei war allerdings von Beginn an mit einem Großaufgebot vor Ort. Immer wieder verzögerte sie den Beginn des Protestzugs, weil sich einzelne Teilnehmende vermummt haben sollen. Bis dahin blieb die Kundgebung friedlich. Gegen Ende zündeten Einzelne jedoch immer wieder Pyrotechnik. Daraufhin begannen Polizeikräfte in voller Montur, die Demonstration abzuriegeln. Der Protestzug durfte nicht starten, die Stimmung heizte sich weiter auf. Kurz vor 16 Uhr sagten die Organisator*innen die Demonstration schließlich ab. Doch nicht alle wollten sich damit abfinden: Einige junge Menschen setzten ihren Protest bis in den Abend hinein fort.
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