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Jahrestag 9/11 in den USA | Rudy Giuliani: Abgehalfterter »Fixer«

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Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani bei der Gedenkveranstaltung zum 11. September 2024 in New York Foto: AFP/Adam Gray Damals war er angesehen, inzwischen ist sein Ruf ruiniert: Rudy Giuliani. Er war von 1994 bis Ende 2001 Bürgermeister von New York City und damit während der Terroranschläge. Danach feierten ihn Anhänger als »Amerikas Bürgermeister«, weil er in der Katastrophe Worte der Stärke und des Trostes fand. Gegenüber dem amtierenden Bürgermeister Zohran Mamdani fand Giuliani vor dem diesjährigen Gedenken an die Terroranschläge vom 11. September 2001 nur Worte der Verachtung. Dem rechtsgerichteten Sender Newsmax sagte Giuliani, er empfinde es als »Beleidigung«, dass Mamdani zu der Gedenkveranstaltung am Ground Zero kommen werde, »da ich dort Freunde verloren habe und vielen der Familien sehr nahe stehe«. Gefragt, ob Mamdani der Zeremonie fernbleiben sollte, sagte Giuliani: »Nun, es steht außer Frage, dass er das tun sollte.« Dabei zog er Parallelen zwischen Mamdanis muslimischem Glauben und den Attentätern des 11. September.

Der demokratische Sozialist Mamdani ließ sich vom Trump-Freund Giuliani nicht aus der Reserve locken. »Ich bin stolz darauf, Bürgermeister dieser Stadt zu sein«, sagte er. »Ich liebe diese Stadt. Ich liebe dieses Land.« Er wolle, dass man sich nun vor allem auf die Familien der Opfer sowie auf die Ersthelfer konzentriere. Auf Giulianis Kommentare wollte er nicht eingehen.

Dass Mamdani inzwischen die Freigabe von Zehntausenden Dokumenten ankündigte, die belegen sollen, dass die New Yorker Stadtverwaltung unter Giuliani damals offenbar das Ausmaß der Luftbelastung mit Asbest und anderen Giftstoffen vertuscht habe, wird Giuliani nicht amüsieren. Viele Menschen seien damals krank geworden, weil die Verantwortlichen »sie belogen haben und ihnen sagten, es sei sicher, die giftige Luft einzuatmen«, sagte der amtierende Bürgermeister.

Gelogen hat Giuliani in der Tat sogar schon gerichtsfest. So wurde er im Dezember 2023 dazu verurteilt, 148 Millionen Dollar (136 Millionen Euro) an die Wahlhelferinnen Ruby Freeman und deren Tochter Wandrea Moss zu zahlen. Er hatte die beiden Frauen fälschlicherweise des Wahlbetrugs bei der Wahl 2020 beschuldigt und weitere unbegründete Behauptungen über sie aufgestellt. Nach dem Urteil meldete Giuliani im Dezember bei einem Gericht in New York Privatinsolvenz an.

Die US-Medien beschreiben Giuliani häufig als Trumps »Fixer« – ein Begriff aus dem Mafia-Jargon. Sein Job war es, für Trump Probleme zu lösen. Er war nach dessen Wahlniederlage 2020 eine zentrale Figur bei Trumps Versuchen, den Wahlausgang mittels haltloser Betrugsvorwürfe zu kippen und sich damit im Amt zu halten.

Giulianis tiefer Fall folgt auf eine Karriere, in deren Lauf er sich vom Rand der Gesellschaft hocharbeitete: Seine Großeltern waren italienische Einwanderer in New York, sein Vater hatte Probleme, einer regulären Beschäftigung nachzugehen, geriet mit dem Gesetz in Konflikt und endete schließlich im Dunstkreis des organisierten Verbrechens. Weit entfernt ist sein Sohn inzwischen davon auch nicht mehr, wenn überhaupt.

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Source: nd