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Israel-Kritik | Dokumentarfilm »Naza«: Ins Schwarze getroffen
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Bei den 83. Filmfestspielen von Venedig wurden die Regisseure Yuval Abraham und Rachel Szor mit einem Sonderpreis der Jury für ihren Dokumentarfilm »Naza« ausgezeichnet. Die israelische Regierung will den beiden nun die Staatsbürgerschaft entziehen. Foto: AFP/Stefano Rallandini Yuval Abraham und Rachel Szor haben offensichtlich einen Nerv getroffen. Dass die israelische Regierung ihnen die Staatsbürgerschaft entziehen will, zeigt vor allem, dass Zweifel an der israelischen Kriegsführung nicht erlaubt sind. Wer mit einer solch radikalen Strafmaßnahme auf einen Dokumentarfilm reagiert, will offensichtlich jede Kritik zum Verstummen bringen. Daraus kann man eigentlich nur folgern, dass die beiden Filmemacher ins Schwarze getroffen haben – wohlgemerkt, israelische Staatsbürger jüdischen Glaubens und nicht etwa irgendwelche »antisemitischen Israel-Hasser arabischer Provenienz«, die die israelische Regierung gerne diffamierend aufs Korn nimmt.
In der israelischen Politik gibt es beim Thema Gaza schon lange keinen Unterschied mehr zwischen Regierung und Opposition. Der Krieg wird von allen politischen Lagern mitgetragen und gerechtfertigt. Wo ist diese ach so offene Gesellschaft in Momenten, wenn die Kritik aus den eigenen Reihen, von den eigenen Bürgern kommt? Das Land lebt schon lange in einem permanenten Kriegszustand. Da gilt ein Film wie »Naza« schnell als Dolchstoß in den Rücken der eigenen Armee, als bedrohlicher Defätismus, den man sich nicht leisten könne angesichts der angeblich permanenten Bedrohung.
»Naza« enthüllt anhand von Aussagen von Militärangehörigen, die sich anonym äußern, die Brutalität der israelischen Kriegsführung: willkürliche Tötungen von Zivilisten, die Zerstörung von Wohngebäuden, der Einsatz Künstlicher Intelligenz mit dem Ziel effizienteren Auslöschens menschlichen Lebens. Kurzum, er zeigt den menschlichen Abgrund soldatischen Handelns und Gehorsams, dem die meisten israelischen Soldaten zu entrinnen nicht in der Lage sind: »Meine Rolle ist technischer Natur; eine moralische Position ist nicht vorgesehen«, antwortet einer der Militärangehörigen im Film. Israels Regierung scheint auf dem Standpunkt zu stehen, dass eine moralische Position sogar unerwünscht ist. Und die beiden Regisseure sollen das nun zu spüren bekommen.
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Source: nd