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Iran | Die Iraner verdienen Besseres
Reza Pahlavi bringt sich als Anführer der iranischen Opposition in Stellung, doch niemand hat ihn für die Rolle autorisiert. Ein Kommentar.
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Dubioses Treiben in Frankfurt am Main: Ein Mann salutiert mit einer Uniform des Schah bei dessen Kundgebung nach der Verleihung eines Preises in der Paulskirche. Foto: dpa/Boris Roessler Niemand hat Reza Pahlavi, den Sohn des 1979 abgesetzten Schahs von Iran, ermächtigt, für das iranische Volk zu sprechen und zu handeln. Doch genau das tat er am Samstag in Frankfurt am Main, eingeladen von der Friedrich-Naumann-Stiftung, die ihm einen Friedenspreis überreichte. Eine Stiftung, die das große Wort »Freiheit« für sich in Anspruch nimmt und einer Partei nahesteht, die de facto gar nicht mehr existiert im politischen Spektrum. Welche Freiheit die Stiftung meint und welche der Schah-Sohn, darüber darf man rätseln. Mit »Freiheit« hatte die autoritäre Monarchie seines Vaters genauso wenig zu tun wie die derzeit regierende Islamische Republik. Beide Regime haben das Leben von Tausenden Iranerinnen und Iranern auf dem Gewissen.
Die zu Tausenden aus ganz Europa nach Frankfurt angereisten Jubelperser scheinen dies vergessen zu haben, wenn sie einem Mann huldigen, der sich schon schwer damit tut anzuerkennen, dass der Iran ein multiethnisches und multireligiöses Land ist, in dem Minderheiten besondere Schutzrechte Sgenießen sollten. Vom Erbe seines Vaters hat sich der Sohn nie öffentlich distanziert, dabei war dessen 37-jährige Herrschaft von Repression, Folter, politischer Verfolgung und der Zerschlagung demokratischer Institutionen geprägt.
Kritiker des Schah-Zöglings haben nicht vergessen, dass er die USA und Israel quasi zum Bombardieren des Landes eingeladen hat, das er dereinst wieder regieren will, und den im Januar unter den Schüssen der Regimeschergen sterbenden Demonstrierenden versicherte, die USA würden bald zu ihrer Rettung anrücken. Reza Pahlavi will an die Macht, ihn zieht es zurück auf den Pfauenthron der iranischen Monarchie, der für den Laienpolitiker aber etliche Nummern zu groß ist. Die Unterstützung dafür sucht er bei westlichen Regierungen – und trifft in Deutschland auf nicht wenige offene Ohren, die in ihm den Strohhalm sehen wollen, an dem man sich mangels Alternative klammern müsse: »Er ist das einzige Oppositionsgesicht, das man kennt«, sagte CDU-Politiker Armin Laschet im April, als er Reza Pahlavi in Berlin traf.
Im Iran braucht niemand eine Monarchie, deren einziges Ziel die Wiederherstellung der »Größe der iranischen Nation« ist und die als Versprechen einen vehementen Nationalismus mitbringt. Das lässt sich bei jeder Kundgebung der bisweilen aggressiv auftretenden Anhänger Reza Pahlavis beobachten. Die unter der Gewalt der Islamischen Republik leidenden Menschen im Iran verdienen etwas Besseres.
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