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Immobilienwirtschaft | Problemvermieter steigt bei LEG ein
Umstrittener neuer Hauptaktionär tritt bei größtem Wohnungsvermieter in Nordrhein-Westfalen auf den Plan.
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Die Beflaggung vermittelt nicht unbedingt die volle Wahrheit. Foto: dpa/Maja Hitij Der höchst umstrittene Wohnimmobilien-Investor Grand City Properties (GCP) ist nach eigenen Angaben neuer Hauptaktionär bei der LEG geworden. Demnach ist das Unternehmen mit Hauptsitz in Luxemburg mit 20,04 Prozent beim deutlich größeren Rivalen LEG, dem immer noch größten Wohnungsvermieter in Nordrhein-Westfalen, eingestiegen. Es habe Anteile an der LEG – der früheren Landesentwicklungsgesellschaft in NRW – mit einem rechnerischen Wert von 700 Millionen Euro von Firmen aus der Finanzbranche erworben, teilte das aus Berlin-Tegel gelenkte Unternehmen Mitte dieser Woche mit. Der Einstieg sorgt für reichlich Kritik bei Mieterschützern.
Wird die LEG durch den Einstieg von GCP nun womöglich noch mehr zum Kandidaten für eine Vergesellschaftung in NRW? Diese Frage treibt auch den Mietexperten und Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Städtebau und Wohnungspolitik der Linken, Karlheinz Paskuda, um. Der Einstieg von GCP verheiße nichts Gutes, sagt er im Telefonat mit »nd«. »In Sachen Service und Instandhaltung ist von Grand City keine Verbesserung zu erwarten, eher im Gegenteil.«
»In Sachen Service und Instandhaltung ist von Grand City keine Verbesserung zu erwarten.«
GCP mit Wohnungsbeständen unter anderem in Berlin und NRW hat einen eher zweifelhaften Ruf bei Mietern und Verbraucherschützern. Auch Onlinebewertungen, sofern man ihnen Glauben schenken mag, sind eher negativ.
Beide Wohnungsgesellschaften verkaufen Paskuda zufolge bereits Wohnungen, »um sich über Wasser zu halten«. Dabei soll die LEG aus Düsseldorf teilweise Verkäufe an Spekulanten und obskure Investoren vornehmen, sagt Paskuda. »Den Mieter*innen der LEG und Grand City ist mit einer schnellen Vergesellschaftung am besten geholfen«, meint Paskuda.
Der Mieterbund NRW kritisiert den GCP-Einstieg ebenfalls. »Das ist ein Paukenschlag und keine gute Nachricht für Mieter*innen«, äußert sich der Mieterbund gegenüber der Funke-Mediengruppe. Ähnlich wie für Karlheinz Paskuda gehört auch für den Mieterbund NRW die GCP zu den problematischen und schwierigen Vermietern, »die zu wenig in ihre Bestände investieren«.
Auch geht der Mieterbund davon, dass GCP mit seinem Anteil durchaus operativen Einfluss auf die LEG nehmen wird. Die LEG wiederum schreibt auf ihrer Webseite, dass es sich beim GCP-Einstieg lediglich um eine »Finanzinvestition« handele. Wäre es eine strategische Investition, würde sich die GCP sehr wohl in das Tagesgeschäft einschalten (können). Das sei aber hier nicht der Fall. Der Mieterbund NRW hegt an der Darstellung allerdings erhebliche Zweifel. Vielmehr sehen die Mieterschützer die LEG wegen ihres immer noch schlechten Aktienkurses sogar als potenziellen Übernahmekandidaten und fordern zugleich einen Einstieg durch das Land NRW.
Nicht äußern wollte sich hingegen die LEG auf »nd«-Nachfrage zu ihrem neuen Großaktionär sowie möglichen Konsequenzen für die rund 500.000 Mieter*innen. Man habe die Bekanntmachung »zur Kenntnis genommen«, so die LEG auf ihrer Webseite.
Die GCP sieht ihrerseits eine »einmalige Chance, in ein Unternehmen mit einem qualitativ hochwertigen Portfolio und einer stabilen Dividendenpolitik zu investieren«, wird deren Vorstandschef Refael Zamir von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert. Er betrachte die Beteiligung an der LEG als Finanzanlage und könne sich vorstellen, den Anteil auf 29,9 Prozent aufzustocken, so Zamir. Es sei gegenwärtig günstiger, LEG-Anteile zu übernehmen, als neue Immobilien zu erwerben.
Wie üblich muss das Bundeskartellamt dem Einstieg noch zustimmen. Die LEG befand sich bislang zu 87 Prozent im Streubesitz. Bisher war Blackrock der größte Einzelaktionär mit 8,1 Prozent, auch die französische Vermögensverwaltung Amundi und der Norwegische Staatsfonds sind Aktionäre.
Hinter Grand City Properties steht der ebenfalls börsennotierte Immobilieninvestor Aroundtown, früherer Hauptsponsor des Fußballvereins 1. FC Union Berlin, der 63 Prozent der Anteile hält. Mit dem Einstieg bei der LEG wird laut Reuters das Wohnungsgeschäft mit einem Anteil von 42 Prozent die größte Sparte von Aroundtown.
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