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»Ghost Shark« von Anduril | Riesiges autonomes U-Boot fährt nun als Waffenplattform

Die australische »Ghost Shark« ist deutlich größer als vergleichbare Unterwasserdrohnen. Nun soll sie Minen legen und Kamikazedrohnen abfeuern.

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Das riesige unbemannte U-Boot, das ursprünglich vor allem zur Aufklärung eingesetzt werden sollte, soll künftig Seeminen, Kamikazedrohnen und neuartige Versorgungsbehälter befördern. Foto: IMAGO/AAP Das australische Verteidigungsministerium hat diese Woche auf dem Werksgelände des Rüstungskonzerns Anduril in Sydney neue Einsatzoptionen für das ohne menschliches Zutun fahrende Unterwasserfahrzeug »Ghost Shark« vorgestellt. Das riesige U-Boot, das ursprünglich vor allem zur Seeaufklärung gedacht war, soll künftig bis zu zwölf Seeminen tragen, Ausrüstung für Spezialkräfte absetzen und Kamikazedrohnen vom Typ »Altius« starten können. Australiens Militär will »mehrere «Dutzende» Exemplare beschaffen.

Den Waffeneinsatz zeigte Anduril in einem Video: Aus dem Rumpf der «Ghost Shark» fährt an der Wasseroberfläche ein Startbehälter mit zwölf Rohren aus, aus einem wird eine Drohne gestartet. Das Video belegt damit erstmals öffentlich, dass Luftdrohnen von einem getauchten Unterwasserfahrzeug aus eingesetzt werden können. Seit diesem Sommer sind derartige Fähigkeiten auch vom Militär aus der Ukraine bekannt – allerdings erfolgte der Abschuss dort durch Überwasserdrohnen.

Mit einer Länge von rund zehn Metern und einem Durchmesser von etwa zwei Metern hat die «Ghost Shark» die Größe eines kleinen bemannten U-Boots. Damit ist sie deutlich größer, als gewöhnliche autonome Unterwasserfahrzeuge, wie sie etwa bei der deutschen Marine im Einsatz sind. Sie sind auch eher für Vermessung oder Minensuche ausgelegt. Die «Ghost Shark» hingegen ist so groß, dass sie nun auch Waffen mitführen soll.

Die mitgeführten zwölf Seeminen des Typs Asteria stammen vom italienischen Hersteller RWM Italia, einer Tochtergesellschaft des Rheinmetall-Konzerns. Die «Altius»-Drohnen für die «Ghost Shark» werden hingegen von Anduril hergestellt. Je nach Variante reicht die Reichweite von rund 260 Kilometern bis zu über 440 Kilometern. Der Konzern gibt an, dass die unbewaffneten Versionen für Aufklärungsflüge wiederverwendbar sind.

Anduril wurde 2017 vom Palantir-Mitgründer Palmer Luckey gegründet, der Name ist wie der von Palantir ebenfalls der Fantasy-Trilogie «Der Herr der Ringe» entlehnt. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Costa Mesa im US-Bundesstaat Kalifornien, weitere Standorte sind und Großbritannien in Australien, dort erfolgt auch die Fertigung der «Ghost Shark». Auch die Betriebssoftware Lattice OS, die Navigation, Sensoren und Missionsausführung des Unterwasserriesen steuert, ist von Anduril.

Laut der US-amerikanischen Tech-Journalistin Shanley Kane hat Anduril bislang rund 11,4 Milliarden Dollar Kapital eingesammelt, darunter vom Wagniskapitalfonds Founders Fund des umstrittenen Investors Peter Thiel. Mit über 7.000 Mitarbeiter*innen soll das Unternehmen das größte und wichtigste risikokapitalgestützte Waffen-Startup weltweit sein. Anduril will traditionellen US-Rüstungsgiganten wie Lockheed Martin, Boeing, Northrop Grumman oder Raytheon Konkurrenz machen und die moderne Kriegsführung mit autonomen Luft-, See- und Unterwassersystemen, KI-gestützter Gefechtsfeldaufklärung und massenhaft produzierbaren Lenkwaffen revolutionieren will.

Die Kosten für die Beschaffung von Australiens neuer «Ghost Shark»-Flotte belaufen sich nach Angaben aus dem Jahr 2025 auf umgerechnet rund eine Milliarde Euro. Insgesamt hat die Regierung für autonome Unterwassersysteme bis zu 5,8 Milliarden australische Dollar über zehn Jahre vorgesehen. Neuartig sind daran auch Versorgungsbehälter als mögliche Nutzlast. Sie werden zur Bergung durch Spezialkräfte am Meeresgrund abgelegt um zu vermeiden, dass darüber Schiffe positioniert werden müssen. Technische Details zu diesen Unterwasser-Depots wurden nicht veröffentlicht.

Die «Ghost Sharks» sind Teil der Sicherheitspartnerschaft AUKUS zwischen Australien, Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Dabei geht es verstärkt um die gemeinsame Entwicklung autonomer Systeme. Sie sollten diese Woche im Rahmen der Übung «Maritime Big Play Pacific» in San Diego erprobt werden.

Auch die USA investiert verstärkt in die Entwicklung autonomer maritimer Fahrzeuge. Über eine neue Grundsatzvereinbarung mit der Ukraine soll es dem US-Militär unter anderem ermöglichen, ukrainische Seedrohnen zu erproben – dabei handelt es sich allerdings nicht um tauchfähige Systeme. Die US-Marine will Hunderte bis Tausende davon beschaffen.

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