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Gesundheitsreformen | Notfallversorgung in Not
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Notaufnahmen widerspiegeln häufig mehr als nur die gesundheitlichen Nöte der Menschen aus dem Umfeld des Krankenhauses. Foto: dpa/Christian Charisius Die Bundesregierung will die Notfallversorgung vor allem dadurch reformieren, dass sie die Patienten stärker steuert. Das ist verständlich, solange noch Menschen mit einer Zecke am Körper oder mit bereits seit drei Wochen dauernden Beinschmerzen die 112 wählen. Andererseits stimmt hier generell etwas nicht. Und das hat nicht nur mit fehlenden Gesundheitskompetenzen in der Bevölkerung zu tun.
In einer Umfrage hat die Linke-Bundestagsfraktion Rettungskräfte auch dazu befragt, was aus ihrer Sicht die häufigsten Gründe für Fehleinsätze sind. An erster Stelle kommt hier die fehlende Kenntnis von anderen Angeboten, in mehr als 40 Prozent der Antworten. Die Leute wissen also nicht, dass sie es erst einmal beim Hausarzt versuchen sollten – manchmal hilft sogar die Apotheke. Aber der Hausarzt in der Nähe nimmt keine neuen Patienten an, die Apotheke hat gerade zugemacht. Das Krankenhaus ist zu weit weg. Gespart wird überall, und nach dem Willen der Bundesregierung soll noch viel mehr gespart werden.
Am Ende werden aus vielen eingesparten Strukturen echte Notfälle, deutlich über eine Zecke oder Beinschmerzen hinaus. Am Ende rufen die Leute dann die Feuerwehr. In die Notaufnahmen kommen jetzt schon Menschen in psychischen Krisen (immer wieder), Wohnungslose, Suchtpatienten, Familien in größten Ängsten. Die Rettungsdienste fahren im Wortsinn pausenlos. Die Wege zu den Kliniken sollen in Zukunft noch länger werden. Und so hieß es von Rettungskräften in der erwähnten Umfrage: »Schließen Sie nicht noch mehr Krankenhäuser!« Zu befürchten ist aber, dass genau das passiert, da diese Regierung als Letztes die Beschäftigten vor Ort fragen wird. Und die Patienten schon gar nicht.
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Source: nd