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Gentrifizierung in Griechenland | Das enttäuschte Herz Exarchias

In Athen wehren sich die Bewohner des Szeneviertels Exarchia gegen Verdrängung und Tourismus. Dabei entdecken sie neue Wege des Widerstands

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Kinderspielplatz zwischen abgerissenen Häusern im alternativen Athener Szeneviertel Exarchia Foto: imageBROKER/Karl F. Schöfmann Beton, ein hoher Metallzaun, Polizist*innen mit Schildern und Helmen davor. Etwas wirkt sie wie ein Freiluftgefängnis, diese Baustelle am Plateia Exarchion in Athen. Auf dem Zaun ruft ein Banner mit den Worten »Ich will Fußball spielen!« nach Einlass auf den abgesperrten Platz. Darunter steht die Forderung: »No Metro«. Georgia Psarrou-Papalimnaiou erklärt: »Wir wussten von Anfang an, dass die Wahl des Platzes eine politische Entscheidung war. Es ging nie um das öffentliche Verkehrsnetz oder technische Anforderungen der Metrolinie 4.«

Die 32-jährige Papalimnaiou ist Anthropologin und Aktivistin. Als sie 19 war, zog sie nach Exarchia, einem Viertel im Zentrum Athens, das für seine Subkultur und seine politische Tradition bekannt ist. Heute promoviert sie zur urbanen Verdrängung. Sie sagt: »Exarchia ist die aggressivste Form der Gentrifizierung, die man nicht nur in Griechenland, sondern wahrscheinlich in der westlichen Welt finden kann.«

Papalimnaiou ist Teil des No-Metro-Bündnisses. Sie erzählt von jenem Tag vor vier Jahren: »Am 9. August, um 4.30 Uhr am Morgen, stürmten etwa 300 Bereitschaftspolizisten, voll bewaffnet mit Schutzschilden, Gewehren, Tränengasgranaten und in Begleitung der Bauarbeiter die Straßen von Exarchia. Nach der Einrichtung der Baustelle stationierte sich die Polizei dauerhaft rund um den Platz.« Jeder, der aus Protest auf die Straße ging, sei geschlagen worden. Die Polizei habe viele festgenommen. Die Bewohner*innen werfen der Zentralregierung vor, dass die Bebauung des Platzes ein Mittel zur Gentrifizierung sei.

Beim Prozess der Gentrifizierung werden Privatimmobilien und Grundstücke in den Händen weniger Investor*innen und Unternehmen konzentriert. Diese treiben die Mieten und Immobilienpreise nach oben, sodass sich Mieter*innen ihre Wohnungen nicht mehr leisten können. Das Resultat ist, dass die alten Bewohner*innen eines Viertels durch einkommensstärkere Gruppen ausgetauscht werden.

Papalimnaiou verweist auf eine alternative Trassenführung zwischen der Polytechnischen Hochschule und dem Archäologischen Museum. Das wäre nur zwei Blocks entfernt vom Platz und immer noch in Exarchia.

Vielleicht wird eines Tages das Plateia Exarchion wieder blühen.

Athen verändert sich mit rasender Geschwindigkeit: mehr Airbnb-Wohnungen, mehr Bars, mehr Konsum. 2025 beherbergte Athen acht Millionen Tourist*innen, das ist mehr als das Doppelte der einheimischen Bevölkerung. Tourismus entspricht 13 Prozent des griechischen BIP. Die Infrastruktur der Stadt soll an den gestiegenen Bedarf angepasst werden. Die Metrolinie 4 soll den Norden der Stadt besser mit dem Zentrum verbinden. Insgesamt 15 Stationen sind geplant. Die Baustelle in Exarchia ist die einzige, die von der Polizei bewacht werden muss.

November 2023 wurde der Park gerodet, 70 Bäume, teilweise fast 100 Jahre alt, wurden gefällt: »Es ging nicht nur um den Verlust dieses Teils der Geschichte. Es ging auch um den Verlust einer grünen Oase inmitten dieses von Beton geprägten Viertels«, sagt Papalimnaiou. Athen hat fast keine Grünflächen.

Den Mächtigen ist Exarchia traditionell ein Dorn im Auge. Während des Weltkrieges mobilisierten die Studierenden aus diesem Viertel heraus gegen die faschistische Besatzung. 2008 erschoss ein Polizist in Exarchia den 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos. Exarchia wurde zum Ausgangspunkt von Aufständen und Krawallen, die ganz Griechenland erfassten.

Als Premierminister Mitsotakis von der konservativen Nea Dimokratia 2019 sein Amt antrat, erklärte er, in Exarchia wieder Recht und Ordnung durchsetzen zu wollen. Kurz darauf wurden vier besetzte Gebäude geräumt. In Aktivistenkreisen heißt es, dass seitdem mindestens 20 Hausbesetzungen gewaltsam aufgelöst wurden.

Zudem behauptete Mitsotakis, die Anarchist*innen würden das Universitätsasyl missbrauchen. Bis er dieses 2019 abschaffte, durfte die Polizei Hochschulgelände nicht betreten. So hatten Aktivist*innen in Exarchia durch die drei großen Universitätsgebäude immer einen Rückzugsraum. Das Gesetz war eine Antwort auf die Unterdrückung durch die Militärdiktatur. Damals griff die Junta die Polytechnische Hochschule an, nachdem dort Student*innen protestiert hatten. Nie mehr sollten Räume der Erkenntnis von staatlicher Gewalt bedroht werden.

Papalimnaiou steht vor dem Gebäude der Polytechnischen Hochschule. Mittlerweile gebe es Pläne für einen Dachgarten für Tourist*innen auf dem Campus. »Auch hier wird versucht, etwas zu musealisieren und damit gewissermaßen etwas Lebendiges zu ersticken«, kritisiert sie.

Bauarbeiten auf der geplanten Strecke der U-Bahn-Linie 4, die 15 Stationen umfassen soll, darunter Exarchia Foto: Aristidis Vafeiadakis Doch noch hat man Exarchia nicht erstickt. Nachts pulsiert das Viertel. Überall sitzen junge Menschen und es sind eben nicht nur Touristen. Einer, der die Nacht, ihre Musik und die Kulturszene gut kennt, ist der 34-jährige Philipp Sassanis. Er ist Musiker, spielt Noise Rock und ist einer dieser Menschen, die alles, was sie sagen, mit einem Schlag Humor ausdrücken. Wir treffen uns im »Mylos«.

Hinter dem Tresen aus dunklem Holz reihen sich die Whiskyflaschen. Exarchia gilt als ein kulturelles Zentrum: »Die Musikszene Griechenlands ist hier in den 80er Jahren entstanden, auch die erste Rockband Griechenlands«, erzählt Sassanis. Er berichtet, dass es früher mehr Räume für politische Gruppen und Kulturschaffende gegeben habe.

Wir brechen gemeinsam auf und laufen durch die Straßen. Jede Biegung eröffnet den Blick in eine neue Ansammlung von feiernden Gruppen. Zu diesen Leuten fällt Sassanis nicht Positives ein: »Exarchia bedeutet nichts für sie. Sie würden auch irgendwo anders ausgehen, das ist ihnen egal. Sie haben keinen Kontakt zur Anarcho- oder der Musikszene.« Sassanis wirkt etwas wie das enttäuschte Herz Exarchias: »Ich möchte weg. Total abgefuckt das Ganze. Aber ich glaube, in ganz Europa ist es so. Hier in Exarchia kann man sich jedenfalls nicht mehr selbst finden.« Mit dem Stadtteil könne er sich oft nicht mehr identifizieren.

Einer, der nach Exarchia zog, um dort einen Laden zu eröffnen und seinen Traum zu leben, ist Alexandros Gkikopoulos. Seine dunkelblonden Locken fallen ihm über die Brille, während er die tropischen Pflanzen mit Wasser besprüht. Er trägt ein luftiges weißes Hemd. »Ich bin im Stress«, sagt er. »Ich muss 50 Blumensträuße vorbereiten«, und dann wiederholt er lang und langsam: »Füüünfzig!«

Gkikopoulos Shop heißt »Polyamorie«, denn neben Pflanzen verkauft er hier Sexspielzeuge und teure Spirituosen. Im Regal steht ein Foursquare-Shibboleth-Rum für 196 Euro. Und das inmitten eines für seine Anarchisten berüchtigten Viertels.

Im Februar 2024 drangen fünf Vermummte in Gkikopoulosʼ Laden ein. Sie schmissen die Spirituosen und Pflanzen um und zerschlagen die Scheiben. »Warum zerschlagt ihr den Laden?«, soll Gkikopoulos gefragt haben. »Weil ihr Läden aufmacht und wir keine Bleibe finden«, sei die Antwort der Angreifer*innen gewesen. Von dem Vorfall ist nur Gkikopoulos’ Perspektive bekannt. Er sagt, dass die Angreifer*innen Flugblätter mit der Aufschrift »Gegen die Gentrifizierung unserer Nachbarschaft« hinterlassen hätten.

Das »Warehouse« ist ein schickes Weinrestaurant. Dessen Betreiber, Giorgos Kanopoulos, erzählt von der Anfangszeit, als er es 2012 inmitten der Eurokrise in Exarchia eröffnete. Der Anfang 40-Jährige trägt ein Polohemd und sitzt an einem Tisch, der einem großen Weinfass nachempfunden ist.

Damals sei die Gegend vor allem ein Wohnviertel gewesen. »Früher gab es hier gegenüber einen Laden, der Hähnchen verkaufte, einen Friseur, einen Schuhladen, eine Buchhandlung.« Wenn man sich heute umschaue, sehe man in neun von zehn Fällen Cafés oder Ganztagsbars, sagt Kanopoulos und ergänzt: »Das sage ich nicht so gerne, weil mein Laden auch dazu gehört.« Er kritisiert den Übertourismus: »Wir entwickeln uns langsam zu einer kleinen Bed-and-Breakfast-Stadt.«

Die neue Haltestelle am Plateia Exarchion begrüßt Kanopoulos: »Es wird dem Platz neuen Schwung verleihen. Wir haben also Glück – das ist ein wichtiger Schritt, damit die Menschen in Athen bleiben und dort arbeiten können.«

Zurück zu Philipp Sassanis. Inzwischen sind wir beim Partykeller angekommen. Er und seine Band haben hier auch schon gespielt. Der Frontmann grölt, kräftige Gitarrenschläge reißen durch den Raum und das ausnahmslos schwarz gekleidete Publikum trinkt Alpha aus der Dose, das Standardbier bei solchen Gelegenheiten.

Demonstration des No-Metro-Bündnisses gegen den Bau der U-Bahnstation Foto: Imago/Depositphotos Als wir wieder oben sind, erzählt der Musiker: »Jetzt sind wir im ›Keller‹. Das ist der strengste Keller von Exarchia, weil hier nur kleine DIY-Bands spielen dürfen. Wenn eine Band in einer kommerziellen Kneipe gespielt hat, dann darf sie hier nicht mehr spielen.« Der ehemalige Besitzer, ein drogenkranker Mann, habe keine Miete verlangt, weswegen hier dieses Paradies florieren konnte. Inzwischen ist er gestorben, und Sassanis glaubt, dass die Leute aus dem »Keller« in den nächsten Monaten umziehen müssen.

Doch Räumung kann auch mehr bedeuten als ein Umzug. Die Hölzer knarzen, während die Bewohner*innen in den ersten Stock laufen. Menschen mit vielen unterschiedlichen Hautfarben und Geschlechtern von jung bis alt, sitzen zusammen. Ein kleiner Hund und ein Kleinkind toben zwischen den Versammelten. Das hier ist Prosfygika, die größte Besetzung Europas und keine zehn Minuten Fußweg vom »Keller« entfernt.

Bei der 400-köpfigen Hausbesetzer*innen-Kolonie gab es dieses Jahr oft Alarm. Denn der Gouverneur der Region Attika wollte das selbstverwaltete Wohnprojekt räumen. Aus Protest gingen die beiden Bewohner*innen, Aristos Chantzis und Suzon Doppagne, in den Hungerstreik. Erst als Chatzis nach mehr als 120 Tagen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, lenkten die Behörden ein.

Doch noch ist nichts sicher. Im Frühsommer, als die Bewohner*innen ihr Vorgehen besprachen, erklärte die Hungerstreikende Doppagne die Motivation für ihre drastische Maßnahme: »Dieser Ort ist ein Mosaik aus unterdrückten Menschen, eine Räumung von Prosfygika würde für viele Obdachlosigkeit, Gefängnis oder Abschiebung bedeuten.« Seit die Räumungsandrohung im Raum steht, suchen die Bewohner*innen auch in politisch gemäßigteren Milieus nach Verbündeten.

»Das ist ein Platz, um zu bleiben«, sagt ein großer Mann mit grauen Locken, als er lachend aus der selbstverwalteten Bäckerei von Prosfygika tritt. Es ist Konstantinos Arvanitis, Europaabgeordneter der griechischen Syriza. Gemeinsam mit einer Delegation spanischer und griechischer EU-Politiker*innen besucht er das Projekt. »Wohnen ist nichts, was man kaufen oder verkaufen kann. Es ist ein Menschenrecht«, sagt er. Dafür stünde Prosfygika. »Dieser Ort gehört den Menschen, die hier leben.« Die Wohnungsnot in Athen entspreche einer kapitalistischen Politik, die überall Wohnraum als Ware behandele.

Nach Aussagen seiner Fraktion im EU-Parlament, The Left, hat die Wohnungskrise die ganze EU erfasst. Als einen Haupttreiber nennen ihre Abgeordneten die Finanzialisierung, also Wohnraum als Geldanlage. Sie fordern ein EU-Gesetz, das gegen Kurzzeitvermietungen wie Airbnb vorgeht und Mietregulierung ermöglicht.

Im Juni reichte Arvanitis mit Abgeordneten von Linken, Grünen und Sozialdemokrat*innen eine Anfrage zu Prosfygika bei der EU-Kommission ein. Offizielle Dokumente führten den bewohnten Komplex als »leerstehend«, kritisierten sie. Die Kommission solle prüfen, ob EU-Gelder in ein Projekt fließen dürfen, das zu Verdrängung führen kann.

Snacks auf dem Tisch, Karten von Athen an der Wand und zusammengerollte Banner in einer Ecke: Die Counter-Mapping-Gruppe von Exarchia trifft sich in einem kleinen Versammlungsraum am Strefi-Hügel. Sie stellen sich als Bewohner*innen vor, die die Veränderungen in ihrem Viertel dokumentieren.

Beim Counter-Mapping (Gegenkartografieren) erstellen die Bewohner*innen von Orten auf Basis ihres Wissens Karten. Diese Praxis geht auf indigene Gemeinschaften zurück und soll dabei helfen, sich den Raum anzueignen. Die Schaffung von Wissen durch die Betroffenen einer Veränderung wird so zur Widerstandsmethode.

Die Gruppe begann mit ihrer Arbeit 2023. Nefeli (Name von der Redaktion geändert), eine der Aktivist*innen, sagt: »Am Anfang ging es um die Airbnbs. Dann haben wir aber immer mehr Veränderungen in den Blick genommen.« Sie nutzen Daten von Plattformen wie Airbnb, um die Kurzzeitmieten in ihrer Nachbarschaft zu erfassen.

»Wir haben 85 Gebäude gefunden, die vollständig von Wohn- oder Gewerbenutzung in touristische Nutzung umgewandelt wurden. Jeden Tag sehen wir ein weiteres Gebäude im Umbau«, sagt Nefeli. Außerdem messen sie den Lärmpegel in Straßen, die nachts zum Hotspot für Tourist*innen und Partygänger*innen geworden sind. Sie notieren auch, wenn aus Geschäften des alltäglichen Bedarfs teure Restaurants werden. Mit diesem Kartografieren der Veränderungen wollen sie auf das Problem aufmerksam machen. Dafür gehen sie mit ihrem Wissen in die Öffentlichkeit: bei Treffen, auf Konferenzen und mit Flugblättern, auf denen ihre Karten abgedruckt sind.

Für die Räumungen in Exarchia sei die Zentralregierung verantwortlich gewesen, nicht die Stadt, sagt Nefeli. »Die Kommunen sind in Griechenland historisch schwach. Die Stadt hat weder die Mittel noch die rechtliche Zuständigkeit für sozialen Wohnungsbau.« Athen kann zum Beispiel nicht, wie es Barcelona tut, die Zahl seiner Airbnbs zurückdrehen. Teil der Lösung wäre auch eine Verwaltungsreform, die darauf abzielt, die Kompetenzen der Kommunen zu stärken.

Am Plateia Exarchion blickt Papalimnaiou auf die Metro-Baustelle. Sie zeigt eine Stelle, wo der Fußweg straßenbreit ist und erzählt, wie ihr Bündnis sich gewehrt hat. »Als die Baustelle 2024 erweitert wurde, reichten die Metallzäune entlang der Themistokleous-Straße bis auf etwa 1,70 Meter an die Fassade heran.«

»Wenn die Metallzäune der Baustelle so nah an den Gebäuden stehen, bedeutet das, dass Feuerwehrfahrzeuge und Krankenwagen nicht vorbeifahren können. Das hat jeden Tag, an dem es so war, das Leben der Menschen ganz konkret gefährdet.« Also entschieden sich 110 Anwohner*innen, gegen den Zaun zu klagen. Die Gerichte gaben ihnen recht. Der Zaun müsse einen Mindestabstand für Notfälle einhalten. Doch Avax, das Bauunternehmen, welches das Konsortium für die Tunnel- und Stationsarbeiten leitet, machte keine Anstalten, den Zaun zurückzusetzen. Im November 2024 nahm das Bündnis eigene Geldmittel in die Hand und versetzte den Zaun nach hinten, sodass nun fünf Meter zwischen ihm und den Gebäuden liegen.

Mit ihrer Klage könnten die Anwohner*innen tatsächlich den Platz wiedergewinnen. »Durch diese Entfernung ist es ihnen unmöglich, Bauarbeiten durchzuführen und das Projekt auf der Grundlage der vorliegenden Studien umzusetzen. Das Unternehmen befindet sich nun also in einer Situation, in der es entweder den Plan für die U-Bahn-Station hier aufgeben oder eine neue Studie durchführen muss, von der es nicht weiß, ob der Bau dennoch möglich sein wird, und das wird viel Zeit und viel Geld kosten«, freut sich die Aktivistin.

Bislang wurden auf dem Gelände vor allem Bäume gefällt, Leitungen verlegt und archäologische Funde geborgen. Aber es wurde noch kein Loch ausgehoben. Der Platz existiert noch. Papalimnaiou zeigt Fotos von der Baustelle, die die Anwohner*innen von den angrenzenden Häuserdächern aus gemacht haben: »Alles ist wieder grün.« Weil sie diesen Rechtsstreit gewonnen haben und sehen, dass die Bauarbeiten seit mehr als einem Jahr zum Erliegen gekommen sind, fordern die Anwohner*innen nun die Wiedereröffnung des Platzes: »Gebt ihn den Menschen zurück, lasst uns dort leben und ihn nutzen, und beendet dieses Bauprojekt.«

Der Kampf um den Platz ist also noch nicht entschieden. Vielleicht haben die Bewohner*innen Erfolg und das Plateia Exarchion wird eines Tages wieder blühen. Vielleicht wird das Banner, das nach Einlass ruft: »Ich will Fußball spielen!«, dann statt am Bauzaun über einem Fußballtor hängen.

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Originally published bynd
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