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Gaza-Krieg/7. Oktober | Gedenken an ein Massaker und maßlose Zerstörung

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Unfassbares Leid auf beiden Seiten: In Israel eine Gedenkinstallation am Strand von Tel Aviv anlässlich des dritten Jahrestags des Hamas-Angriffs (links); ein palästinensischer Junge trauert in der von Israel besetzten Stadt Nablus im Westjordanland um seinen Vater, der am 7. Oktober 2026 bei einem Überfall israelischer Siedler und der Armee im Dorf Burqa getötet wurde. Foto: AFP/Jack Suez (links) und AFP/Zain Jaafar (rechts) Wie erinnern an ein Trauma, wie wird man dem Gedenken an eines der schwersten Massaker an Jüdinnen und Juden nach dem Zweiten Weltkrieg gerecht? Wie nehmen die Palästinenser dieses Ereignis wahr? Welche Zukunft steht ihnen bevor, zumal in einem fast völlig zerstörten Gazastreifen?

Nach dem 7. Oktober 2023 ist nichts mehr, wie es vorher war. Das gilt für die israelische Gesellschaft wie für die palästinensische. Doch organisiertes Gedenken an die Toten ist nur in Israel möglich; im Gazastreifen herrscht weiter Krieg, die Menschen müssen die unter den Trümmern verschütteten Leichen nicht selten mit Händen unter dem Schutt hervorholen. Und auch am heutigen 7. Oktober gab es wieder Tote: Das Gesundheitsministerium im besetzten Westjordanland berichtete, Siedler und Soldaten hätten das Dorf Burqa bei Nablus angegriffen, ein Mann sei erschossen worden. Laut palästinensischen Medien handelte es sich bei dem 44-Jährigen um einen Offizier der palästinensischen Sicherheitskräfte.

Währenddessen gedachte das offizielle Israel drei Jahre nach dem Massaker der Opfer des Terrorangriffs der Hamas. Präsident Izchak Herzog entzündete um 6.29 Uhr Ortszeit in seiner Residenz in Jerusalem eine Kerze in Erinnerung an die Toten und Verletzten. Es war der genaue Zeitpunkt am 7. Oktober 2023 des Überfalls, bei dem rund 1200 Menschen getötet wurden. »Drei Jahre seit diesem schrecklichen Morgen, drei Jahre Schmerz, Verlust und Erinnerung, die nicht ausgelöscht wird«, schrieb er auf der Plattform X.

Der Gazastreifen wurde als Reaktion auf den Hamas-Überfall in Schutt und Asche gebombt.

Trauernde kamen auch auf das Gelände des Nova-Musikfestivals in der Nähe des Kibbuz Reim, um ihrer getöteten Angehörigen und Freunden zu gedenken. Zu der zentralen Gedenkfeier am Abend in einem Park in Tel Aviv wurden rund 50.000 Menschen erwartet.

Doch nicht alle Israelis wollen einfach so über die schweren Versäumnisse der Regierenden beim Schutz der Bevölkerung hinweggehen, auch nicht an diesem Gedenktag. In mehreren Städten forderten Demonstranten eine staatliche Untersuchungskommission zu dem Überfall. Der Gedenktag fällt zudem in die heiße Phase des Wahlkampfs: In drei Wochen wählen die Israelis erstmals seit dem Massaker wieder ein Parlament.

Die Demonstrierenden kritisierten, dass es bisher keine umfassende Aufarbeitung seitens der Regierung zu der Frage gab, wie es zu dem traumatischen Überfall kommen konnte und welche Fehler im Sicherheitsapparat und der Politik gemacht wurden. Demonstranten versammelten sich nach Medienberichten unter anderem vor der Residenz von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dem israelischen Parlament, der Knesset, in Jerusalem. Laut der Zeitung »Times of Israel« blockierten Protestierende zudem kurzzeitig die Stadtautobahn bei Tel Aviv.

Im September hatte die kritische israelische Tageszeitung »Haaretz« eine lange Investigativrecherche veröffentlicht, wonach Premier Netanjahu weit vor dem 7. Oktober Hinweise auf einen bevorstehenden Angriff durch die Hamas erhalten, diese aber ignoriert habe.

Für die Palästinenser hat jener 7. Oktober 2023 die Lage noch weiter verschlimmert. Im besetzten Westjordanland wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums seitdem mehr als 1120 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und eigenen Anschlägen getötet. Auch die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser hat deutlich zugenommen.

Vor allem aber wurde der Gazastreifen als Reaktion auf den Hamas-Überfall in Schutt und Asche gebombt. Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben rund 100.000 Ziele in der Region angegriffen, davon 65.000 im Gazastreifen, 28.000 im Libanon und in Syrien sowie 4.500 in Iran, berichtete das israelische Radio unter Berufung auf das Militär. 970 israelische Soldaten seien in den vergangenen drei Jahren im Dienst getötet worden. Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte am Montag mitgeteilt, dass von den 6000 Terroristen bisher 4000 getötet worden seien. Das Militär sei angewiesen, auch die verbliebenen 2000 zu verfolgen und zu töten. Frieden ist also nicht in Sicht.

Deutschland gedachte des 7. Oktober auf seine Art. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) betonte die Unterstützung für Israel. »Deutschland steht fest an der Seite Israels. Unsere israelischen Freunde können auf unseren Einsatz zählen, damit sich ein solches Verbrechen niemals wiederholt«, sagte der Kanzler laut einer Mitteilung. »Wir stehen für die Sicherheit und Existenz Israels ein – das ist Lehre aus der Schoah und Teil deutscher Identität.«

Ähnlich äußerte sich auch die Europäische Union. »Die EU steht all jenen zur Seite, deren Leben sich durch diesen Tag für immer verändert hat«, schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf der Plattform X. »Die unbeschreibliche Grausamkeit und der Terror des 7. Oktober dürfen sich niemals wiederholen.« Die EU sei weiterhin bereit, dazu beizutragen, dass aus dem derzeitigen fragilen Waffenstillstand ein dauerhafter Frieden auf der Grundlage einer Zweistaatenlösung werde. Mit Agenturen

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Source: nd