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Gaza-Krieg | Gazastreifen: Wiederaufbau mit Spenden

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Aktuelle Bilder von Gaza-Stadt, in der etwa 85 Prozent aller Gebäude beschädigt sind: Jetzt sollen erst mal die Trümmer abtransportiert werden. Foto: IMAGO/Bilal Osama Ausgerechnet während der laufenden Generaldebatte der Vereinten Nationen präsentiert der Trump’sche »Friedensrat« seine Pläne für den Wiederaufbau des von der israelischen Armee großflächig zerstörten Gazastreifens. So als wolle man ganz im Sinne des US-Präsidenten nochmals deutlich machen, dass die Uno zur Konfliktlösung nicht gebraucht werde. Und wie der Wiederaufbau à la Trump aussehen dürfte, konnte man sich von vornherein ausmalen: Israel bombt das Gebiet in Schutt und Asche, bei den lukrativen Bauaufträgen, um Wohnhäuser, Schulen und Kliniken wiederaufzubauen, dürften vor allem US-amerikanische Firmen zum Zuge kommen, zahlen sollen andere: Der Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, rief bei der Vorstellung des Plans in New York zu Spenden auf.

Insgesamt müssen knapp 2,5 Milliarden Dollar aufgetrieben werden, um mit den allernötigsten Arbeiten zu beginnen. Allein die Räumung der Trümmer soll 275 Millionen Dollar kosten. Das am Mittwoch in New York präsentierte Vorhaben umfasst 66 Projekte über einen Zeitraum von sechs Monaten, unter anderem um Notunterkünfte zu errichten, eine Polizei aufzubauen und die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

Zum Friedensrat gehören vor allem enge Verbündete der USA. Sie segeln mit im Windschatten der Trump’schen Machtprojektion wie Ungarn, Israel, Argentinien und El Salvador, dazu noch die Regionalmächte Ägypten und Saudi-Arabien. Die von Trump verbreitete Legende, wonach ohne ihn global nichts laufe, hat bei vielen Regierungen verfangen.

Aus dem Blick geschubst wird dabei die Frage der Verantwortlichkeit für das, was im Gazastreifen in den vergangenen drei Jahren passiert ist: massive Zerstörungen ziviler Infrastruktur, zahlreiche Kriegsverbrechen der israelischen Armee, die Tötung von mindestens 74.000 palästinensischen Bewohnern, die einem Völkermord gleichkommt. Der Krieg ist noch nicht zu Ende: Am Tag der Vorstellung des Wiederaufbauplans tötete die israelische Armee sieben Menschen im Gazastreifen.

Während der deutsche Außenminister Johann Wadephul zu all dem schwieg, scholt Österreichs Staatspräsident Alexander Van der Bellen die israelische Regierung für Kriegsverbrechen. Deutliche Worte fand auch der französische Präsident Emmanuel Macron: Der angebliche Frieden habe »nicht eine Sekunde lang« die humanitären Korridore wieder geöffnet. »Müssen wir diesem Schauspiel zusehen, das uns alle beschämt? Niemals«, sagte er bei der UN-Generaldebatte. Israel reagierte darauf nur mit »Empörung«.

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Source: nd