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Fußball | VfL Wolfsburg: Bissige Wölfinnen
Die behaupten sich nach dem großen Umbruch. Das 8:0 im DFB-Pokal gibt Rückenwind für die Duelle mit Frankfurt und München.
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Daumen hoch von Lena Lattwein (rechts): Cora Zicai (Mitte) feiert ihr 5:0 mit Sarai Linder. Foto: imago/HMB-Media/Madeleine Fantini Eindrucksvoller kann der Einzug in das Viertelfinale des DFB-Pokals gegen einen Ligakonkurrenten kaum gelingen. Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg traten am Montagabend im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim dermaßen fest aufs Gaspedal, dass am Ende ein 8:0 von der Anzeigetafel leuchtete. Etlichen Hoffenheimerinnen standen Tränen in den Augen, während die Siegerinnen ihre Freude nicht verbargen. »Es hat eine Menge Spaß gemacht. Wenn es nach zwölf Minuten 2:0 steht, dann hat man viel richtig gemacht«, sagte Torhüterin Stina Johannes, die wettbewerbsübergreifend zum achten Mal in dieser Saison zu null spielte. »Das gibt uns eine große Sicherheit. Wir haben mit der Eintracht und Bayern jetzt zwei echt krasse Kracher vor uns«, meinte die 26-Jährige.
»Aber der Frauenfußball dreht sich immer weiter, und da müssen die Weichen gestellt werden.«
Bereits am Freitag (18.30 Uhr) wartet das Verfolgerduell bei Eintracht Frankfurt, ehe der Spitzenreiter aus München am 14. November beim Vizemeister vorspielt. »Das Selbstvertrauen müssen wir mitnehmen«, forderte auch Trainer Stephan Lerch, der erstaunt war, wie konsequent seine »Wölfinnen« auf Torejagd gingen. Für den im Vorjahr aus dem Kraichgau zurückgekehrten Coach diente das Schützenfest als Werbung in eigener Sache: Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Der 42-Jährige befindet sich nach eigener Aussage in »guten Gesprächen«, würde dem VW-Klub jedoch raten, für die VfL-Fußballerinnen »noch mehr zu machen«, was angesichts der Krise des Autobauers natürlich leicht gesagt ist. »Man muss festhalten, dass es uns hier in Wolfsburg schon sehr gut geht. Aber der Frauenfußball dreht sich immer weiter, und da müssen die Weichen gestellt werden«, sagte Lerch bei Sky.
Sonst zieht die nationale Konkurrenz vorbei. Neben Union Berlin verstärkt auch Bayer Leverkusen die Anstrengungen, Frankfurt erhöhte laut Vorstandschef Axel Hellmann den Etat für die Frauen um eine Million Euro. Und was passiert erst, wenn Borussia Dortmund mit dem ehemaligen Wolfsburger Macher Ralf Kellermann und der Ikone Alexandra Popp die Regionalliga verlässt?
International sind die englischen Vereine sowie die spanischen und französischen Topklubs bereits enteilt. Für den Werksverein war das Ausscheiden in den Champions-League-Playoffs gegen Inter Mailand bitter. Immerhin hat sich das Team mit dem Europa Cup arrangiert. Nach dem 7:0 im Hinspiel gegen Feyenoord Rotterdam ist der Viertelfinaleinzug im Rückspiel am 10. November nur noch Formsache. Zuvor wird das Kräftemessen beim »ewigen Dritten« Frankfurt Aufschluss darüber geben, wo der VfL jetzt steht. In der Vorsaison lag er 16 Punkte hinter den Bayern und erhielt im Pokalfinale (0:4) eine Lehrstunde.
Führungsspielerin Svenja Huth erinnerte daran, dass dieser Wettbewerb nun mal »der kürzeste Weg zu einem Titel« sei. Die unverwüstliche 35-Jährige reizt es, erneut jene Trophäe zu holen, auf die der VfL von 2015 bis 2024 ein Abonnement besaß. Doch zwei Umbrüche mit dem Verlust der meisten Topspielerinnen blieben nicht folgenlos. Nun zeichnet sich ab, dass die niederländische Topscorerin Ella Peddemors über den Sommer hinaus kaum zu halten ist. Daher braucht es Perspektiven, damit beispielsweise Cora Zicai länger bleibt. Die 21-Jährige hat in ihrer zweiten Saison am Mittellandkanal einen Sprung gemacht und dürfte mit zur WM 2027 nach Brasilien fahren. Zuvor unternehmen die DFB-Frauen noch eine nicht unumstrittene Südamerika-Reise mit Testspielen gegen Argentinien in La Plata (30. November) und gegen Peru in Rio de Janeiro (4. Dezember).
Vorerst blicken viele auf den live in der ARD übertragenen Gipfel gegen die Bayern in der VW-Arena. Vermutlich wird am Rande auch über jene Playoffs diskutiert, die bereits für die nächste Saison im Gespräch sind. Sie könnten die Vormachtstellung der Münchnerinnen gefährden. Der VfL Wolfsburg ist sich mit dem FC Bayern vor der Mitgliederversammlung des Ligaverbands FBL am 30. November einig, dass mit dem »revolutionären Szenario«, wie es in der Ausschreibung der Medienrechte heißt, der Wesenskern des Ligabetriebs ruiniert würde. Weil über die Meisterschaft dann letztlich ein einziges Spiel entscheiden würde. Wie im Pokal.
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