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Fußball | Bayern als Aufbaugegner für den SC Freiburg
Nach einer schwierigen Woche wollen die Freiburger ausgerechnet im Bundesliga-Topspiel gegen den Rekordmeister aus München zurück in die Erfolgsspur.
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Schon in der vergangenen Saison hatten Derry Scherhant (l.) und Co. den FC Bayern am Rande einer Niederlage. Foto: imago/Arne Amberg Igor Matanović ist ausgebildeter Stürmer – und diese Grundausrichtung als Fußballer lässt der gebürtige Hamburger gerne auch in Interviews einfließen. Ein passender Moment für verbalen Offensivgeist bot sich am vergangenen Donnerstag im Fürstentum Monaco. Mit 0:3 waren die formidabel in die Saison gestarteten Freiburger bei der dort ansässigen Association Sportive, kurz AS, in der Conference League gerupft worden. Vier Tage nach der 1:2-Niederlage in Leverkusen.
»Unser Lauf ist für den Moment definitiv unterbrochen«, stellte SC-Coach Julian Schuster im Stade Louis II sachkundig fest. Dem konnte auch Matanović nicht widersprechen. In dem 23-Jährigen wecken solche Rückschläge aber vor allem den Kampfgeist. Den eigenen Fehlpass vor dem 0:2 schob er nicht dem womöglich zu spät gestarteten Adressaten Cyriaque Irié in die Fußballschuhe, sondern nahm das Malheur »selbstverständlich« auf seine Kappe. Und als das geklärt war, richtete Matanović den Blick seinem angriffslustigen Naturell entsprechend nach vorne. Am Sonntag gastiert schließlich Spitzenreiter Bayern München im Breisgau.
»Ich mache mir nicht so viele Sorgen. Wir sind eine gute Mannschaft, sind selbstbewusst. Vielleicht kommt das Spiel gegen die Bayern genau richtig«, räsonierte der kroatische Nationalstürmer. Damit frischte er zugleich eine zentrale Botschaft vor dem Saisonstart auf, wonach es dem Sport-Club diesmal noch öfter als im Vorjahr bereits gelingen werde, die Großen zu ärgern.
Die Basis für solche forschen Ankündigungen haben die Südbadener mit der kontinuierlichen Optimierung des Profi-Ensembles gelegt. Deshalb gab es ihrerseits auch kein großes Lamento, als Johan Manzambi, Senkrechtstarter der Vorsaison, nach der Weltmeisterschaft zu Aston Villa in die Premier League wechselte. Zum einen spülte der Transfer des jungen Schweizers 63 Millionen Euro in die ohnehin ansehnlich gefüllten Freiburger Geldsäckel. Zum anderen ist die qualitative Breite im Kader einer ihrer großen Trümpfe.
So geht die langsame Ablösung des noch immer wertvollen 33-jährigen Vincenzo Grifo durch den zehn Jahre jüngeren Neu-Nationalkicker Derry Scherhant seit dem Saisonstart nahezu geräuschlos über die Bühne. Ähnlich weit fortgeschritten ist die Erbfolge bei Kapitän Christian Günter (ebenfalls 33). Auf der linken Seite verteidigte schon im vergangenen Jahr häufig Jordy Makengo (25). Dazu fassen Akteure wie Philipp Treu (25), Yuito Suzuki (24), Niklas Beste (27) oder Max Rosenfelder (23) immer besser Tritt.
Leistungsdellen wie zuletzt in Monaco sind beim Verjüngungsprozess durchaus eingepreist. Denn gerade aus den negativen Erfahrungen der zurückliegenden Woche wird sich ablesen lassen, wie tragfähig die Weiterentwicklung des Sport-Clubs tatsächlich schon ist.
Die Bayern, die am Sonntag auf ihren erkrankten und aktuell sogar im Krankenhaus weilenden Trainer Vincent Kompany verzichten müssen, drängte Schusters Team bereits im April an den Rand einer Niederlage. Nach einer 2:0-Führung unterlagen die Freiburger am Ende aber noch mit 2:3. Im eigenen Stadion gab es in der letzten Saison ansonsten gegen keine Mannschaft aus den Top sechs der Liga eine Niederlage, die Champions-League-Teilnehmer Leipzig und Stuttgart wurden sogar besiegt.
Aber auch auswärts treten die Breisgauer mittlerweile mutiger und selbstverständlicher auf als früher, zu besichtigen bei den jüngsten Auftritten in Frankfurt und Leverkusen. Bringt Schusters Elf allerdings mal nicht ihre charakteristische Energie auf den Platz, wird das Freiburger Gebilde rasch brüchig. Wie in der zweiten Halbzeit in Leverkusen oder der ersten Hälfte bei der AS Monaco.
Routinier Grifo war bemüht, das ernüchternde Resultat bei den Monegassen mit der Erinnerung an einige »tolle Heimspiele gegen Bayern« aufzuhellen. »Wir wollen versuchen, wieder in die Erfolgsspur zu kommen – auch wenn wir wissen, dass es nicht einfach wird«, verbreitete Abwehrchef Matthias Ginter an der Mittelmeerküste eher gedämpfte Zuversicht.
Ganz im Sinne des offensiv denkenden Mitstreiters Igor Matanović glaubt Maximilian Eggestein derweil nicht an einen größeren Rückschlag durch die internationale Pleite. Stattdessen betont der Mittelfeldmotor des SC: »Bayern München ist ein schwerer Gegner. Aber auch da versuchen wir, drei Punkte zu holen – und aus dieser Woche trotzdem noch etwas mitzunehmen.«
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