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DOSB-Präsidentenwahl | Martin Engelhardt: Ein ehrenwerter Kandidat für den DOSB

Der Präsident der Deutschen Triathlon-Union strebt nach dem höchsten Amt im deutschen Sport und will sich nicht nur um die Olympiabewerbung kümmern.

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Sportmediziner Engelhardt gilt als unermüdlicher Arbeiter, der gerne Klartext redet. Foto: imago/Ed Gar In einem so schwer durchschaubaren Geflecht wie dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ist es nur klug, seine Ambitionen nicht vorschnell hinauszuposaunen. An diesem Mittwoch jedoch konnte Martin Engelhardt, der Präsident der Deutschen Triathlon-Union (DTU), nicht mehr länger verschweigen, was zuletzt schon durch die Gerüchteküche preisgegeben hatte: Der renommierte Sportmediziner kandidiert für die Nachfolge des scheidenden DOSB-Präsidenten Thomas Weikert. 

»Ich möchte dem deutschen Sport ein Angebot machen, in dem sich seine Vielfalt wiederfindet: mit einem Sportplan für Deutschland, den wir gemeinsam mit der Politik umsetzen, und mit dem Ziel, die großen nationalen und internationalen Aufgaben geschlossen und erfolgreich anzugehen« teilte der 66-Jährige mit.

Damit steht der Mitgliederversammlung am 5. Dezember in Frankfurt am Main eine Kampfabstimmung bevor, denn bislang war nur IOC-Mitglied Michael Mronz vorgeschlagen worden. Doch der Sportmanager aus Köln gilt vielen als zu glatt. Im Gegensatz zum Gegenkandidaten. Der Sportmediziner Engelhardt wird als einer geschätzt, der gewissenhaft und glaubwürdig für die Belange des Sports eintritt. Ein ebenso ehrenwerter wie unbequemer Anwärter auf das höchste Amt im deutschen Sport.

Der gebürtige Hanauer, der in seiner aktiven Zeit die extremen Herausforderungen wie den Ironman geliebt hat, redet direkt Tacheles, wenn es irgendwo unsportlich zugeht. Er kennt sich bis zur Basis bestens aus: Schließlich ist er seit 50 Jahren im organisierten Sport tätig, in Ausschüssen, Beiräten und seit 2000 auch als Vorstandsvorsitzender des Trägervereins der Wissenschaftsinstitute des deutschen Sports, IAT Leipzig und FES Berlin. Alles ehrenamtlich wohlgemerkt.

Denn hauptberuflich arbeitet Engelhardt noch als Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Osnabrück, hört dort aber im März nächsten Jahres auf. »Ab April 2027 kann ich dem DOSB meine ganze Kraft widmen – ohne berufliche Verpflichtungen und ohne geschäftliche Interessen im Sport«, verspricht er.

Sollte er gewählt werden, will sich der rastlose Tausendsassa mit geringem Schlafbedürfnis nicht nur auf die deutsche Olympiabewerbung konzentrieren. Die schwindende Zahl an Ehrenamtlichen sowie die erschreckende Bewegungsarmut vieler Kinder und Jugendlicher sind Probleme, die ihn seit Jahren umtreiben. Nach dem Pariser Olympiagold für die deutsche Triathlon-Mixed-Staffel mahnte Engelhardt: »Über 16 Prozent unserer Kinder sind bereits adipös, annähernd 50 Prozent der Zehnjährigen können nicht mehr richtig schwimmen, annähernd genauso viele Kinder können keine 1000 Meter mehr am Stück im Stadion laufen. Es ist völlig unverständlich, dass diese Probleme nicht angegangen werden.«

Auch die Verwahrlosung vieler Sportstätten und die Defizite im Schulsport sind ihm ein Dorn im Auge. Alles Aufgaben, die er als DOSB-Präsident anpacken würde. Man muss ihn nur wählen. Engelhardt selbst hält es sportlich: »Entscheiden werden die Mitglieder.«

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Originally published bynd
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