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BVG | Tram 21: Zehn-Minuten-Takt kommt vielleicht Mitte Dezember
Verzögerungen beim Bau des neuen Wendegleises in Karlshorst lassen Termin wackeln. Kein Fortschritt bei Genehmigung der Neubaustrecke zum Ostkreuz.
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Links neben dem roten Haus liegt bereits das neue Wendegleis am Blockdammweg. Foto: Nicolas Šustr Alle zehn Minuten mit der Tram 21 von der Marktstraße in Rummelsburg bis zum Blockdammweg in Karlshorst. Ab 14. Dezember soll nach mehreren Verschiebungen die seit vielen Jahren versprochene Taktverdichtung auf dem rund 3,6 Kilometer langen Abschnitt der Straßenbahnlinie tatsächlich Realität werden. Das ergibt zumindest die Recherche in der Online-Fahrplanauskunft der BVG.
Montags bis freitags soll das Angebot zwischen 7 und 19 Uhr und samstags von 11 bis 19 Uhr auf der Linie 21 demnach verdoppelt werden gegenüber dem aktuellen Stand.
Ob die lange ersehnte Angebotsverdichtung tatsächlich pünktlich zum Fahrplanwechsel in etwas über einem Monat umgesetzt wird, scheint noch nicht wasserdicht zu sein. »Die Arbeiten an der neuen Zwischenendstelle am Blockdammweg sind auf der Zielgeraden. Noch in diesem Jahr wird sie in Betrieb gehen«, heißt es von der Pressestelle der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf Anfrage von »nd«. Über die konkreten Details werde man »zeitnah kommunizieren«.
»Die Arbeiten an der neuen Zwischenendstelle am Blockdammweg sind auf der Zielgeraden.«
Ein Blick auf die Baustelle des neuen Wendegleises am Blockdammweg nährt Zweifel am bisher geplanten Inbetriebnahmetermin Mitte Dezember. Zwar liegen die Gleise und Weichen für den neuen Gleisstummel. Doch die Stützwand ist noch nicht betoniert und die meisten der nötigen neuen Oberleitungsmasten sind bisher noch nicht gesetzt.
Dabei wird der Betrieb des Südabschnitts der Linie 21 ab diesem Montag für drei Wochen unterbrochen; stattdessen fahren wieder einmal Ersatzbusse. Grund sind laut BVG »Arbeiten zum Anschluss der Fahrleitungen«. Doch ohne die entsprechenden Masten kann auch keine Oberleitung montiert werden.
Beim Wendegleis ist noch einiges zu tun, bis es in Betrieb gehen kann. Foto: Nicolas Šustr Ursprünglich hätten diese Arbeiten zwischen 12. Oktober und 2. November erfolgen sollen. Einen Grund für die rund einmonatige Verschiebung der Streckensperrung nennt die BVG auf Anfrage nicht.
Offen ist auch weiterhin, wann es beim rund neun Jahren laufenden Planfeststellungsverfahren für die rund 1,2 Kilometer lange Neubaustrecke der Linie 21 zum Ostkreuz weitergeht. »Wir arbeiten aktuell an der Klärung letzter technischer Fragen«, heißt es von der BVG dazu auf Anfrage von »nd«.
Die Planfeststellungsbehörde warte weiterhin auf Erwiderungen der BVG auf Einwendungen Betroffener, erklärt wiederum die Senatsverkehrsverwaltung auf die gleiche Anfrage. Mehrere Fehler im Verfahren sorgten dafür, dass die Unterlagen mehrfach ausgelegt worden sind. Es gibt erbitterten Widerstand einiger Anwohner gegen die Führung der Strecke durch die Sonntagstraße sowie einen offenbar seit rund acht Jahren ungelösten Streit um das sichere Anleitern von Feuerwehrfahrzeugen im Zusammenspiel mit der Oberleitung.
Vor rund einem Jahr ist die Altstrecke der Linie 21 zwischen den Haltestellen Marktstraße in Rummelsburg und Holteistraße in Friedrichshain wegen des schlechten Gleiszustands für den Fahrgastbetrieb stillgelegt worden. Man wollte kein Geld mehr in die Strecke investieren, die durch die neue Führung über das Ostkreuz ersetzt werden soll. Seitdem ist die Linie zweigeteilt.
Nach mehrjährigen Verzögerungen hat Grün Berlin immerhin Ende Oktober den nordöstlichen Vorplatz des Bahnhofs Ostkreuz fertiggestellt. Rund 7000 Quadratmeter Fläche zwischen dem Bahnhof und dem Victoriakiez sind gepflastert worden, außerdem wurden ein paar neue Bäume gesetzt und einige Sitzgelegenheiten kamen hinzu.
»Damit ist nun ein direkter und komfortabler Umstieg zwischen der Straßenbahn und dem Bahnhof Ostkreuz möglich«, erklärt die BVG. Zwischen der Endhaltestelle Marktstraße der Tram 21 und dem Eingang zur S-Bahn müssen fast 350 Meter zu Fuß zurückgelegt werden.
Sollte das Planfeststellungsverfahren für die Straßenbahn Ostkreuz tatsächlich irgendwann einmal abgeschlossen werden, muss die Pflasterpracht allerdings wieder aufgerissen werden. Denn genau hier sollen auch die neuen Gleise für die seit über 20 Jahren vorgesehene Strecke verlaufen.
Hier soll die Straßenbahn Ostkreuz entlangführen: nordöstlicher Bahnhofsvorplatz Foto: Nicolas Šustr - Anzeige - --> Ohne dich geht die Rechnung nicht auf Bei uns muss niemand zahlen, um informiert zu sein. Klingt nach einem schlechten Geschäftsmodell? Ist es auch. Aber uns sind unabhängiger Journalismus und Teilhabe für alle wichtiger als Profit. Journalismus kostet trotzdem Geld: Recherche, Druck und all die Menschen, die ihn machen. Deshalb sind wir auf dich angewiesen. Bis Ende des Jahres brauchen wir 300.000 Euro.
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