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Bundeskanzler | Merz ist am Ende
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Bundeskanzler Friedrich Merz sieht sich den ersten Rücktrittsforderungen aus den eigenen Reihen gegenüber. Foto: Christoph Soeder/dpa Es ist soweit: Zum ersten Mal fordern Stimmen aus der CDU und dem Parteiumfeld den Rücktritt von Friedrich Merz. Was wir sehen, ist der Anfang vom Ende einer politischen Karriere, die sich durch Destruktivität, Inkompetenz und Selbstüberschätzung auszeichnete. Ein Dreigestirn, bestehend aus dem Vize-Landesvorsitzenden der CDU-Mecklenburg-Vorpommern Tino Schomann, dem Ex-CDU-Bundesvorstandsmitglied und bekannten Publizisten Michel Friedman sowie dem CDU-nahen Milliardär und Großspender für die Konservativen, Carsten Maschmeyer, läutet zum Grabgesang des Bundeskanzlers.
Alle drei erklären, dass Merz nicht für den Posten des Kanzlers geeignet sei. Besonders Maschmeyer teilt ordentlich aus. Merz sei ein Besserwisser und, so höre Maschmeyer »von allen, die mit ihm zu tun haben, arrogant«. Da hat sich Maschmeyer wohl von seinem Geld mehr erhofft.
Seit langer Zeit heißt es, Merz sei angeschlagen, geschwächt oder habe an Autorität verloren, doch der jetzige Angriff wird den Kanzler mittelfristig zu Fall bringen, denn den jetzigen Kritikern werden spätestens nach den absehbar schlechten Wahlergebnissen bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin weitere, prominentere Kritiker*innen folgen.
Denn nur in einer Sache hat er die Menschen im Land zusammenbringen können: in der Abscheu gegen ihn. So gaben in der jüngsten Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und NTV 81 Prozent der Befragten an, Friedrich Merz nicht für vertrauenswürdig zu halten. Chapeau! Das ist eine Leistung, die Rechten, die Linken und die Unpolitischen im Land allesamt gegen sich aufzubringen. Von seiner eigenen Partei ganz zu schweigen.
Denn gerade wegen seiner machtpolitischen Dummheit kann er sich nicht länger vor den Folgen seines kommunikativen Unvermögens schützen. Von Beginn an war Merz nicht in der Lage, Disziplin in den eigenen Reihen herzustellen und Kritiker*innen auf Linie zu bringen. Aber was noch gefährlicher für ihn werden kann, ist die Tatsache, dass er nach und nach auch Verbündete gegen sich aufgebracht hat. Somit hat der Kanzler zunehmend an Macht verloren.
Den rechten Flügel brachte er gegen sich auf, als er vorschnell der SPD zusagte, ihre Richter-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf zu wählen. Die Junge Union, seine einstige Basis, stieß er vor den Kopf, als er zustimmte, das Rentenniveau bis 2031 zu halten. Die CDU-Rheinland-Pfalz verlor er durch seinen Umgang mit dem Ex-Verkehrsminister Patrick Schnieder, den er eiskalt wie dilettantisch absägte und die Ost-CDU stellt sich gegen ihn, weil er die Rente ab 63 abschaffen, aber die Brandmauer beibehalten will.
Auch die SPD, zynischerweise sein loyalster Partner in Berlin, hat die Schnauze voll. So soll ein einflussreicher Sozialdemokrat dem »Spiegel« berichtet haben: »Wenn sich die Union auf einen anderen Kanzler einigt, würden wir ihn wählen.« Also, anschnallen und Popcorn herausholen, denn in den nächsten Wochen dürfte es in der Regierung turbulent zugehen. Bei dem kommenden Gewitter werden auch einige Dolche blitzen.
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Source: nd