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Bildungspolitik | Pisa-Studie: »No Future« ist zurück

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Der Bildungserfolg in Deutschland hängt stark von der sozialen Herkunft ab. Foto: dpa/Armin Weigel Karin Prien konnte bei der Präsentation der Pisa-Studie wenig Hoffnung verbreiten. Die Befunde waren deprimierend: An vielen Schulen schaffen es die Lehrkräfte nicht einmal mehr, die Basiskompetenzen in Mathe, Deutsch und den Naturwissenschaften zu vermitteln. Halbe Klassen fallen teilweise durch. Dabei hat die Politik in den vergangenen Jahren einige Schritte eingeleitet, um diesem Trend entgegenzuwirken. Das Startchancenprogramm soll beispielsweise gezielt jene Schulen unterstützen, an denen die Hilfe am dringendsten benötigt wird. Und an vielen Schulen werden Kinder und Jugendliche bereits viel individueller betreut und gefördert.

Der Erfolg bleibt dennoch bescheiden. Denn es gibt auch Schulen, die stark unter dem Lehrkräftemangel leiden und an denen viel Unterricht ausfällt. Die überlasteten Pädagog*innen haben nicht mehr die Motivation, die wünschenswert wäre. Vor dieser drohenden Abwärtsspirale haben Expertinnen schon lange gewarnt.

Der Lehrkräftemangel ist aber nur ein Teil des Problems. Prien wies bei der Präsentation der Pisa-Studie auch auf Schulverweigerung und psychische Belastungen bei Kindern hin. Für diese Generation ist das ein erschreckend großes Thema. Verwunderlich ist das nicht. Schließlich haben diese Kinder vor fünf Jahren die Corona-Pandemie miterlebt, deren Folgen in den Schulen nie wirklich aufgearbeitet wurden. Es ging einfach weiter. Die Nachholprogramme scheiterten meistens daran, dass Lehrkräfte fehlten.

Doch die Herausforderungen für Schulen gehen längst über den Unterricht hinaus. Die Omnipräsenz von Smartphones im Alltag der Jugendlichen wird zu einem immer größeren Problem – zweifellos können sie eine Hilfe beim Lernen sein, aber auch ein Fluch, weil sie die ganze Aufmerksamkeit auf sich lenken, die früher fürs Lesen oder konzentrierte Arbeiten zur Verfügung stand.

Schulen können nur dann funktionieren, wenn es ihnen gelingt, negative gesellschaftliche Entwicklungen im Klassenraum abzufedern. Dafür braucht es mehr Ressourcen als bisher. Bildung muss zu einem politischen Topthema werden. Das ist die Aufgabe von Prien. Gelingt es ihr nicht, dann wird der Unterricht weiter darunter leiden – und folgen für eine ganze Generation haben.

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Source: nd