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Bezirke | Linke überrascht mit Personalrochade in Treptow-Köpenick
In Treptow-Köpenick nominiert der Wahlsieger die bisherige Spitzenkandidatin nicht für das Bürgermeisteramt. Der neue kommt aus dem Nachbarbezirk.
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In der neugewählten Bezirksverordnetenversammlung besetzt Die Linke 15 Sitze. Foto: Archiv Rund eineinhalb Monate nach den Wahlen hat Die Linke Treptow-Köpenick verkündet, wen sie als Bezirksbürgermeister nominiert: Guido Filips, den Sozialamtsleiter im Nachbarbezirk Marzahn-Hellersdorf. Das ist eine Überraschung, denn Spitzenkandidatin im Wahlkampf war mit der bisherigen Gesundheitsstadträtin Carolin Weingart jemand anderes. Filips hingegen stand gar nicht auf dem Wahlzettel. Die Personalentscheidung löste darum nicht nur in den sozialen Netzwerken, sondern auch bei anderen Parteien einige Verwunderung aus.
»Wir kennen ihn alle nicht«, sagt Alexander Freier-Winterwerb für die SPD, »und wollen ihn natürlich erst einmal kennenlernen, bevor wir uns positionieren. Das ist für Ende nächster Woche geplant.«
»Ich möchte für den schönsten Bezirk Berlins Verantwortung übernehmen und dafür arbeiten, dass Menschen hier generationenübergreifend und unabhängig von ihrem Einkommen gut leben können.«
Auf der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am Donnerstag vergangener Woche konnte noch kein Bezirksamt gewählt werden, hauptsächlich, weil die Linke, die stärkste Partei in dem Südostbezirk geworden ist, noch kein Personal nominiert hatte. In der Folge waren sich SPD und Grüne zwar einig, mit der Linken erneut eine Zählgemeinschaft zu bilden. Zu ernsthaften Verhandlungen darüber sei es aber noch nicht gekommen, heißt es aus der SPD. Denn SPD und Grüne wollten zuerst wissen, mit welchem Personal die Linke antritt. Die Linke hat in der BVV 15 Bezirksverordnete, die SPD als jahrelang stärkste Partei in dem Bezirk diesmal lediglich neun. Zusammen mit den Grünen, die sechs Bezirksverordnete stellen, haben sie eine solide Mehrheit.
Der Bezirksvorstand der Linken setze, so heißt es in einer Pressemitteilung, auf die langjährige Verwaltungs- und Führungserfahrung von Filips. Der Diplom-Soziologe mit der zusätzlichen Qualifikation für Strafrecht hatte 18 Jahre lang überwiegend in leitenden Funktionen bei der Bundesagentur für Arbeit gearbeitet, bevor er 2025 Sozialamtsleiter in Marzahn-Hellersdorf wurde. Filips lebt in Johannisthal und gehört dem Bezirksvorstand der Linken Treptow-Köpenick an. Er ist bekennender Fan des 1. FC Union. Er sagt: »Ich möchte für den schönsten Bezirk Berlins Verantwortung übernehmen und dafür arbeiten, dass Menschen hier generationenübergreifend und unabhängig von ihrem Einkommen gut leben können.« Filips zufolge sollen im Bezirk alle unabhängig von Einkommen, Herkunft oder Lebensweise dazugehören. »Für ein bezahlbares, solidarisches und offenes Treptow-Köpenick werde ich mich einsetzen – mit klarer Haltung gegen Rassismus und Ausgrenzung«, sagt Filips.
Stellt sich zur Wahl für das Bürgermeisteramt in Treptow-Köpenick: Guido Filips von den Linken Foto: BA Marzahn-Hellersdorf Carolin Weingart soll nach dem Willen ihrer Partei erneut Stadträtin werden. Für welches Ressort sie antritt, kann erst in Absprachen mit den anderen Parteien geklärt werden. Auch SPD und CDU dürfen je ein Bezirksamtsmitglied nominieren. Außerdem darf die AfD zwei Personen für das Bezirksamt vorschlagen und hat bereits Namen genannt. Doch dass sie gewählt werden, gilt als unwahrscheinlich.
Weingart erklärt, sie wolle ihre Arbeit im Bezirksamt fortsetzen, »weil Treptow-Köpenick ein Bezirk im Umbruch ist. In den kommenden Jahren entscheidet sich, ob unser Bezirk sozial, lebenswert und für alle bezahlbar bleibt.« Schwerpunkte ihrer bisherigen Arbeit im Bezirksamt waren die Verbesserung der Ärzteversorgung und die wegen der Altersstruktur in Treptow-Köpenick dort besonders wichtige Seniorenarbeit.
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