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Beschädigter Baum im Tiergarten | Queeres Gedenken unter Beschuss

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Schief, aber er steht noch: Der Gedenkbaum zum Berliner CSD kann wohl gerettet werden. Foto: dpa/Annette Riedl Nicht einmal Trauern und Gedenken ist für queere Menschen sicher. Innerhalb von wenigen Tagen gab es zwei Angriffe auf einen Gedenkort. In der Nacht zum 1. September wurde die Regenbogenbank zerstört, die im Tiergarten Berlin nach dem Anschlag auf den CSD aufgestellt worden war. In der Nacht zum 6. September griffen Unbekannte dann auch den Baum an, der zum Gedenken an dieser Stelle gepflanzt wurde.

Laut Polizei wurden das Schutzgitter und Teile des Baums aus der Erde gerissen. An dem Gitter waren zuvor bunte Regenbogenflaggen und Schriftstücke befestigt. Auch Gegenstände, die an die Opfer erinnern, sollen beschädigt oder zerstört worden sein. Polizisten entdeckten dies bei einem Streifengang in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Der Staatsschutz ermittelt nun wegen Sachbeschädigung.

Am 25. Juli war ein Islamist mit einem Auto am Rande des Christopher Street Days in die Menge gerast und hat dabei eine Frau getötet und 31 Menschen verletzt oder schwer verletzt. Während die Polizei einen queerfeindlichen Hintergrund des Angriffs auf den Gedenkort noch prüft, bezeichnete das Bezirksamt Mitte den Vorfall als »weitere, queerfeindliche Attacke«.

Die Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (Grüne) besuchte am Sonntag den angegriffenen Gedenkort. »Das ist nicht einfach Sachbeschädigung, das ist ein Akt der Barbarei«, sagte sie. »Wer reißt einen Jungbaum aus dem Boden und schändet auf diese Art einen Gedenkort?« Wer diesen Ort angreife, greife »auch das Zeichen an, das wir dort setzen wollen: für Vielfalt, für Solidarität und gegen Hass«.

Der Baum wurde mittlerweile wieder aufgerichtet und bewässert und wird möglicherweise überleben. Auch die Bank soll wieder aufgestellt werden – man werde dies notfalls »immer wieder tun«, heißt es aus dem Bezirksamt Mitte.

Der Bezirksstadtrat Christopher Schriner (Grüne) will dem Problem dagegen mit mehr Einsatzkräften begegnen: »Wir werden gemeinsam mit den zuständigen Stellen prüfen, wie der Erinnerungsort künftig besser geschützt werden kann«, sagte er. Dazu befinde man sich im Austausch mit der Polizei. »Queerfeindlicher Hass hat in unserem Bezirk keinen Platz«, sagte Schriner.

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Source: nd