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Bayern | Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger ist tot
Er prägte die Freien Wähler wie kaum ein anderer. Zugleich blieb Hubert Aiwanger über Bayern hinaus umstritten. Nun ist er überraschend gestorben.
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Hubert Aiwanger ist tot. Foto: dpa/Peter Kneffel Berlin. Bayerns Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ist überraschend gestorben. Er wurde am Mittwoch tot in einem Berliner Hotelzimmer entdeckt. Am Nachmittag hätte er bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähler, deren Bundes- und Landesvorsitzender er ist, eine Rede halten sollen. Aus gesundheitlichen Gründen habe er sich jedoch abgemeldet und sich vertreten lassen, hieß es aus Parteikreisen. Später sei er nicht mehr erreichbar gewesen, bevor er schließlich leblos in seinem Zimmer entdeckt wurde.
Aiwanger wurde 55 Jahre alt. Der Niederbayer hatte zwei Kinder und lebte mit der Freie-Wähler-Landrätin Tanja Schweiger zusammen. Mit ihm verlieren die Freien Wähler ihren markantesten und sicher auch streitbarsten Kopf.
2008 war Aiwanger mit den Freien Wählern erstmals in den bayerischen Landtag eingezogen und wurde deren Fraktionschef. Zehn Jahre später, 2018, schmiedeten CSU und Freie Wähler eine Koalition. Aiwanger wurde Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident.
Im Sommer 2023 stand Aiwanger im Zentrum der sogenannten Flugblatt-Affäre. Ihm war vorgeworfen worden, in seiner Jugend ein antisemitisches Flugblatt verfasst zu haben, was Aiwanger bestritt. Dennoch war ihm damals nach harscher Kritik der Rücktritt nahegelegt worden. Söder hielt allerdings an seinem Stellvertreter fest. Letztlich hatte Aiwangers Bruder erklärt, Autor des Flugblatts gewesen zu sein. Viele sahen darin allerdings eine Schutzbehauptung, um Aiwangers politische Karriere zu retten.
Auf den Tod ihres Chefs reagierten die Freien Wähler schockiert. »Tief bestürzt, mit unendlich tiefer Trauer und Entsetzen müssen wir akzeptieren, dass unser Hubert Aiwanger viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde«, erklärte Landtagsfraktionschef Florian Streibl am späten Mittwochabend in München. »Bayern wird ohne ihn ein anderes sein.«
»Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger ist eine absolute Tragödie«, erklärte Bayerns Ministerpräsident Söder am Mittwochabend auf der Plattform X. »Wir sind alle zutiefst geschockt. Unsere Gedanken sind nun zuerst bei seiner Familie und seinen Kindern.« dpa/nd
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