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Germany · nd · 3h

Basketball-WM | Die deutschen Basketballerinnen überrollen Mali

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Nach zwei schwachen Spielen gelangen Luisa Geiselsöder (M.) gegen Mali starke 17 Punkte. Foto: imago/camera4+ Das Minimalziel ist erreicht. Durch einen souveränen 83:57-Erfolg gegen Mali im letzten Gruppenspiel am Montagabend stehen die deutschen Basketballerinnen bei der Heim-WM in Berlin in der K.-o.-Phase. Der Worst Case, ein Ausscheiden schon nach der Vorrunde, wurde verhindert. Das Team von Bundestrainer Olaf Lange hat sich nach der Auftaktpleite gegen Spanien kontinuierlich gesteigert. Auf den Sieg gegen Japan am Samstag folgte eine noch bessere Vorstellung gegen Mali – und das hat gleich mehrere Gründe:

Luisa Geiselsöder hat keine leichten Wochen hinter sich. Zwar konnte sie als einzige deutsche WNBA-Spielerin die gesamte WM-Vorbereitung seit Anfang August mitmachen. Anders als ihre deutschen Kolleginnen in der nordamerikanischen Profiliga, die erst eine Woche vor WM-Start zur DBB-Auswahl stoßen konnten, war die 1,96 Meter große Center-Spielerin bei ihrem Team Portland Fire zuletzt aber nur noch Ersatzspielerin. Weil die 26-Jährige kaum noch Spielminuten bekam, einigte sie sich mit Portland darauf, ihren Vertrag bis zum Saisonende ruhen zu lassen, um früher zur Nationalmannschaft zu reisen.

Das fehlende Selbstvertrauen nach der schwierigen Zeit in Portland war Geiselsöder in den ersten beiden WM-Spielen deutlich anzumerken. Gegen Spanien gelangen ihr vier Punkte. Auch gegen Japan fand sie nach frühen Foulproblemen nie richtig ihren Rhythmus und beendete das Spiel mit fünf Zählern. Doch gegen Mali platzte endlich der Knoten. Im ersten Viertel hatte sie mit sechs Punkten maßgeblichen Anteil am guten Start des deutschen Teams. Und als der deutsche Angriff nach der Halbzeitpause etwas ins Stottern geriet, war es Geiselsöder, die mit fünf Punkten in Folge die 12.550 Fans in der Arena am Ostbahnhof beruhigte und die deutsche Führung wieder ausbaute.

»Wenn der Kopf aus ist, dann funktioniert’s, aber in den ersten zwei Spielen war der Kopf leider ein bisschen zu an«, erklärte Geiselsöder, die insgesamt 17 Punkte erzielte und anschließend zur Spielerin des Spiels gewählt wurde. Dass sie wieder in die Spur fand, lag allerdings auch an einer anderen Gewinnerin des Mali-Spiels.

Gegen Japan war Alexis Peterson-Smalls noch wegen einer Lebensmittelvergiftung ausgefallen. Die deutsche Aufbauspielerin sei »komplett platt und dehydriert«, sagte Bundestrainer Lange nach der Partie und dämpfte damit die Hoffnung auf einen Einsatz gegen Mali. Doch die gebürtige US-Amerikanerin, die seit 2024 für Deutschland spielt, stand am Montagabend wieder auf dem Parkett – und zeigte sofort, warum sie für die DBB-Frauen so wichtig ist.

Die 1,70 Meter große Peterson-Smalls ist die einzige Spielerin im deutschen Team, die im Eins-gegen-Eins kaum zu stoppen ist. Mit ihrem Zug zum Korb brachte die 31-Jährige die Verteidigung von Mali immer wieder ins Rotieren und öffnete dadurch Räume für ihre Mitspielerinnen. »Sie organisiert das Spiel, ist kreativ und hat das mit Abstand beste Ballhandling in unserem Team«, lobte Leonie Fiebich ihre Teamkollegin, die gegen Mali von der Bank kam und neun Punkte und fünf Assists beisteuerte.

Mit einer unbeschwerten Luisa Geiselsöder und einer gesunden Alexis Peterson-Smalls greifen die Rädchen im deutschen Team noch besser ineinander – die Rollen sind klarer verteilt. Während Geiselsöder und Frieda Bühner, die gegen Mali mit 21 Punkten erneut deutsche Topscorerin war, fürs Punktesammeln zuständig sind, teilt sich Peterson-Smalls den Spielaufbau mit Leonie Fiebich, die am Montag mit sieben Punkten, neun Rebounds und sechs Assists erneut eine starke Gesamtleistung zeigte. Dazu bringt Kapitänin Marie Gülich Stabilität und Erfahrung von der Bank.

Weil all diese Schlüsselspielerinnen gegen Mali performten, fiel es auch nicht weiter ins Gewicht, dass mit Nyara Sabally ein weiteres zentrales Puzzleteil im DBB-Team einen eher gebrauchten Tag erwischte. Das dritte Spiel in vier Tagen war offenbar noch etwas zu viel für die gerade erst genesene Wade der 26-Jährigen. Sabally kam nur zwölf Minuten zum Einsatz, konnte sich nach der Pause aber auch etwas schonen, weil ihre Mitspielerinnen die Partie konzentriert nach Hause brachten.

Tatsächlich baute die deutsche Mannschaft ihren Vorsprung nach einem ausgeglichenen ersten Viertel immer weiter aus und ließ Mali keine Chance, noch einmal ins Spiel zurückzukommen. Auch die schwierige Ausgangslage vor dem letzten Gruppenspiel, in der sowohl Platz eins als auch das direkte Aus noch möglich waren, hemmte die DBB-Frauen nicht.

»Ich bin sehr stolz darauf, wie wir der Situation heute gewachsen waren und wie wir füreinander gespielt haben«, freute sich Peterson-Smalls über die Nervenstärke ihres Teams. Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings kaum. Weil Spanien parallel gegen Japan gewann, landeten die deutschen Basketballerinnen am Ende auf Platz zwei der Gruppe A. Damit steht fest: Schon am Dienstagabend geht es weiter. Gegen Südkorea spielt das DBB-Team um 20:45 Uhr um den Einzug ins Viertelfinale.

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Source: nd