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Basketball-WM | DBB-Kapitänin Marie Gülich: Durch den Monsun
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Marie Gülich (M.) war am Dienstag gegen Südkorea mit 19 Punkten beste deutsche Werferin. Foto: Andreas Gora/dpa Kurz nach dem Spiel gegen Südkorea musste sich Marie Gülich erst mal sammeln. Auf die Frage, wie sehr sie sich freue, nach ihrer langen Leidenszeit so eine Leistung abzuliefern, konnte die Kapitänin der deutschen Basketballerinnen zuerst nicht antworten. Ein langer Blick nach oben, um die Tränen zurückzuhalten, verriet, wie viel es der 32-Jährigen bedeutet, bei der Heim-WM in Berlin wieder ein wichtiger Teil ihres Teams zu sein.
»Es war ein langer Weg und ich bin auch ein bisschen überrascht von mir selbst, dass ich so gar nicht über mein Knie nachdenke«, fand Gülich in der Mixed Zone der Arena am Ostbahnhof kurz darauf ihre Worte wieder. »Aber ich habe einfach so Bock, Basketball zu spielen und mit diesem Team auf dem Feld zu stehen.«
Dabei war die Nationalmannschaft auch der Grund für Gülichs lange Verletzungspause. Im Mai 2025 riss sie sich im ersten Testspiel der EM-Vorbereitung gegen Tschechien das Kreuzband. Die Europameisterschaft verpasste sie anschließend, auch ein angestrebter Wechsel nach Frankreich kam nicht zustande. Die 1,95 Meter große Center-Spielerin absolvierte stattdessen in Berlin ihre Reha und arbeitete voll fokussiert für ihr Comeback.
441 Tage vergingen, dann war es so weit. Vor dreieinhalb Wochen im ersten Test der WM-Vorbereitung gegen Spanien gab Gülich ihr Comeback. »Sobald ich auf dem Spielfeld stand, hat es Klick gemacht«, sagte sie danach. Inzwischen spielt Gülich, als wäre sie nie weg gewesen. Mit ihrer Größe und Erfahrung – die gebürtige Altenkirchenerin spielte schon in Italien, Polen, Spanien, Taiwan und auch drei Jahre in der nordamerikanischen WNBA – organisiert sie das deutsche Spiel unter dem Korb.
Obwohl die 54-fache Nationalspielerin inzwischen von der Bank kommt, zeigt Gülich auch als Einwechselspielerin weiter ihre Klasse. Beim historischen Viertelfinaleinzug gegen Südkorea am Dienstag, dem ersten überhaupt eines gesamtdeutschen Nationalteams der Frauen, war sie mit 19 Punkten Topscorerin und wurde völlig zu Recht zur Spielerin des Spiels gewählt.
Die deutsche Nummer 21 ist der »emotionale Rückhalt« des Teams, wie es Bundestrainer Olaf Lange in der ZDF-Doku »Macherinnen« ausdrückte, erfüllt aber noch eine weitere wichtige Funktion in der Mannschaft: Gülich ist die teaminterne DJane. Als offiziellen Teamsong, der beim Aufwärmen vor dem Spiel und auch nach einem deutschen Sieg in der Arena läuft, wählte sie für das Heimturnier in Berlin »Durch den Monsun«.
Sollte der Tokio-Hotel-Hit auch nach dem WM-Viertelfinale gegen Belgien am Donnerstag erklingen, hätte Marie Gülich ihren Platz in den Geschichtsbüchern des deutschen Basketballs endgültig sicher.
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Source: nd