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Basketball-WM | DBB-Frauen im Viertelfinale: Ab jetzt nur noch Endgegner
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Leonie Fiebich (r.) war gegen Südkorea am Dienstag erneut die Garantin für den deutschen Sieg. Foto: Andreas Gora/dpa Nach dem vierten Spiel in fünf Tagen und dem dritten Sieg in Folge fühlte sich Bundestrainer Olaf Lange ein bisschen wie in einer Simulation: »Das ist wie ein Videospiel. Du erreichst ein Level, du beendest das Level und dann kommt das nächste, schwierigere Level.« Auch die Hürde Südkorea in der Zwischenrunde der Heim-WM meisterten die Frauen des Deutschen Basketball Bundes (DBB) am Dienstagabend souverän. Am Ende stand ein 94:56-Kantersieg auf den Videoleinwänden der Arena am Ostbahnhof – inklusive historischer Bedeutung.
Durch den Sieg gegen Südkorea sind Kapitänin Marie Gülich und Co. das erste gesamtdeutsche Frauenteam, das es bei einer Basketball-WM ins Viertelfinale geschafft hat. Das war zuvor nur den DDR-Frauen bei der Endrunde 1967 gelungen. Nach der schwierigen WM-Vorbereitung mit drei Testspielniederlagen und einigen Verletzungssorgen und dem Fehlstart gegen Spanien hat das deutsche Team gegen Japan, Mali und Südkorea immer besser ins Turnier gefunden. Doch das nächste Level im »Videospiel Heim-WM« hat es so richtig in sich.
Nach dem dringend benötigten Ruhetag an diesem Mittwoch geht es am Donnerstag in der Runde der besten Acht gegen die Europameisterinnen aus Belgien. »Das wird auf jeden Fall ein Brocken. Ich weiß gar nicht, wie oft wir in den letzten Jahren gegeneinander gespielt haben. Meistens ist es besser für Belgien ausgegangen, aber wir werden natürlich alles dafür tun, den Sieg zu holen«, sagte Leonie Fiebich nach dem Sieg gegen Südkorea.
Die WNBA-Spielerin von New York Liberty war neben Kapitänin Gülich, der von der Bank starke 19 Punkte gelangen, wieder die Garantin für den deutschen Erfolg. Fiebich stand die meisten Minuten auf dem Parkett, wie in allen vier WM-Spielen bisher. Mit acht Punkten, elf Rebounds, vier Assists und drei Blocks hatte die 26-Jährige sowohl in der Offensive als auch in der Verteidigung großen Anteil am historischen Viertelfinaleinzug – und das, obwohl sie nach eigener Aussage immer noch etwas »Scheiße an der Hand« hat, weil ihre Würfe noch zu selten im Korb landen.
Am Donnerstag bekommt Fiebich die nächste Chance, ihr Wurfglück wiederzufinden. Und das dürfte auch dringend notwendig sein, denn die Bilanz gegen die Belgierinnen sah zumindest im vergangenen Jahr gar nicht gut aus. Dreimal spielte die DBB-Auswahl gegen Belgien – zweimal in der Vorbereitung auf die Europameisterschaft und dann erneut im EM-Viertelfinale. Alle drei Partien gingen deutlich an die roten Teufelinnen, die am Ende ihren zweiten EM-Titel in Folge feierten.
Geht man noch ein Jahr weiter zurück, gibt es aus deutscher Sicht aber auch etwas Hoffnung. 2024 besiegten die DBB-Frauen Belgien beim olympischen Basketballturnier in der Gruppenphase. Damals war allerdings auch Deutschlands Superstar Satou Sabally dabei, die in Berlin wegen einer Gehirnerschütterung ausfällt.
Der Überraschungserfolg bei Olympia vor zwei Jahren war aber leider auch der einzige Sieg der deutschen Basketballerinnen gegen eine der großen Basketballnationen in der jüngeren Vergangenheit. Ansonsten gab es gegen die Top-Teams, zu denen neben Belgien auch Spanien, Australien, Frankreich und die USA gehören, ausschließlich Niederlagen.
Damit es mit der angestrebten Medaille beim Heimturner klappt, muss unbedingt der nächste Coup gegen die Belgierinnen her. Danach würde man in einem möglichen Halbfinale voraussichtlich auf Frankreich treffen. Soll heißen: Ab der nächsten Runden der Heim-WM warten nur noch Endgegner – um in der Videospiel-Analogie des Bundestrainers zu bleiben.
»Wir sind bei der Weltmeisterschaft unter den besten Acht, da gibt es nur noch richtig gute Teams, und wenn man es ins Halbfinale schaffen will, muss man sich auf diesem Niveau beweisen«, brachte es Olaf Lange am Dienstag auf den Punkt.
Gegen Japan, Mali und Südkorea konnten die deutschen Basketballerinnen in den vergangenen Tagen zeigen, dass sie der Favoritinnenrolle gegen schwächere Teams und den großen Erwartungen beim Heimturnier in Berlin gewachsen sind. Jetzt gilt es, gegen Belgien zu beweisen, dass der vermasselte WM-Auftakt gegen Spanien nur ein Ausrutscher war und die DBB-Frauen tatsächlich drauf und dran sind, die Lücke zu den Top-Teams der Welt zu schließen. Denn erst ab dem Level Halbfinale geht es wirklich um die ersehnte Medaille.
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Source: nd