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Autoindustrie | VW: Attacke auf die Tarifstandards

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Bei VW stehen die Zeichen auf Konflikt. Foto: dpa/Julian Stratenschulte Dass der VW-Vorstand in seiner breit angelegten Kürzungsstrategie nun auch noch zahlreiche Tarifverträge kündigen will, ist wirklich dreist. Das scheint der Dank dafür zu sein, dass Gewerkschaft und Betriebsrat den umstrittenen Stellenabbauplänen zähneknirschend zugestimmt haben.

Dabei hatte die Arbeiterseite bereits beim hart erkämpften Tarifabschluss 2024 den Abbau von 35.000 Jobs in Deutschland bis 2030 sowie Kürzungen von Boni und Zulagen hingenommen. Dass die Konzernführung im Gegenzug auf betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen verzichtete, scheint nun hinfällig. Das im Aufsichtsrat beschlossene neue Kürzungsprogramm beinhaltet den Abbau von 50.000 Stellen – dies wird dann kaum noch ohne Kündigungen abgehen. Auch stehen vier Werke auf der Kippe; Schließungen nicht ausgeschlossen.

Die Strategie des Vorstands scheint voll aufzugehen: Das Gejammere über die angeblich so schlechten Perspektiven von Europas größtem Autokonzern war schon einmal von Erfolg gekrönt. Daher setzt man jetzt noch einen drauf und bläst zur Attacke auf die verbliebenen Tarifstandards. Damit würde man die sich durch falsche Managemententscheidungen verschärfenden Probleme vollends den Beschäftigten überhelfen. Ein echtes Zukunftskonzept liegt hingegen nicht vor.

Die neue Entwicklung setzt Gesamtbetriebsrat und IG Metall massiv unter Druck. Diese glaubten, mit ihrem Einlenken das Schlimmste verhindern zu können. Offenbar leben sie noch in den alten Zeiten, als Sozialpartnerschaft bei VW dank der Besonderheiten des Unternehmens und gesetzlicher Rahmenbedingungen mehr als leeres Gerede war. Der Vorstand hat sich von einvernehmlichen Lösungen aber längst verabschiedet, daher kann die Gewerkschaft nur noch mit einer harten Linie das Schlimmste verhindern. Nachdem man aber schon einmal klein beigegeben hat, wird es umso schwieriger, die anstehenden Tarifverhandlungen zu bestehen.

Es geht um viel – in dem riesigen Konzern, aber auch für den Standort Deutschland insgesamt. Es wäre untertrieben zu sagen, dass die Arbeiterseite den kleinen Finger gereicht hat und der Vorstand jetzt die ganze Hand nehmen möchte. Vielmehr wurden beide Hände gereicht und die Konzernführung will jetzt auch noch die Beine der Mitbestimmung wegziehen.

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Source: nd