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Atomkraft | Fünf Bundesländer sind bei der Endlagersuche raus
Bundesgesellschaft reduziert die potenziell geeigneten Gebiete für Atommüllverwahrung weiter – auf knapp fünf Prozent der Fläche Deutschlands.
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Auch der in diesen Castoren gelagerte Atommüll muss noch eine ganze Weile warten bis zur Endlagerung. Foto: dpa/Guido Kirchner »Wir sind richtig gut im Zeitplan«, sagt Iris Graffunder. »Es gibt keine grauen Flächen mehr, es ist alles kategorisiert.« Die Geschäftsführerin der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) präsentierte am Dienstag einen neuen Arbeitsstand bei der Suche nach einem Endlager für den in Deutschland angefallenen hochradioaktiven Abfall. Und eine interaktive Landkarte der Bundesrepublik, auf denen unterschiedliche Farben die potenzielle Endlager-Tauglichkeit des betreffenden Gebietes markieren: Orange steht für ungeeignet, gelb für gering geeignet, die grünen Gebiete sind okay, aber nicht optimal, die türkisfarbenen hat die BGE als bislang beste identifiziert, sie werden deshalb weiter geprüft.
Im vergangenen Jahr befanden sich noch 90 Teilgebiete auf etwa 25 Prozent der Fläche im Suchverfahren. Jetzt sind 36 Teilgebiete übriggeblieben, die zusammengenommen knapp fünf Prozent der Fläche Deutschlands ausmachen. 2027 will die BGE »eine bis zwei Handvoll« Standortregionen benennen, die dann genauer untersucht werden sollen. Der Bundestag muss diesem Vorschlag zustimmen. Mit einer endgültigen Entscheidung über den Endlagerstandort rechnet Graffunder spätestens bis Mitte dieses Jahrhunderts. Das Standortauswahlgesetz nennt 2031 als Termin. Zuletzt gingen manche Experten davon aus, dass sich die Suche bis in die 2070er Jahre hinziehen könnte.
Als sogenannte Wirtsgesteine für das Endlager kommen Granit- und Tonformationen sowie Salzstöcke in Betracht. Die künftige Lagerstätte soll mindestens 300 Meter unter der Erde liegen und von einer mindestens 100 Meter dicken Gesteinsschicht als Barriere umgeben sein. Dies soll die möglichst sichere Verwahrung der radioaktiven Abfälle für mindestens eine Million Jahre gewährleisten.
»Es ist alles kategorisiert.«
Der interaktiven Karte zufolge weisen noch elf der 16 Bundesländer potenziell geeignete Gebiete aus. In Niedersachsen bleiben vor allem Flächen in der Region Hannover, in den Landkreisen Peine, Schaumburg und Osnabrück sowie im Emsland und im Harz im Verfahren. In Bayern, das den Bau eines Endlagers auf seinem Gebiet bislang vehement ablehnt, ist ein Teil des Bayerischen Waldes türkis gefärbt. In Baden-Württemberg ist es der Schwarzwald. Auch in den Ländern Bremen und Hamburg werden noch Gebiete weiter geprüft. Berlin, Hessen und Sachsen sind zurzeit nicht mehr im Suchverfahren. Rheinland-Pfalz und das Saarland waren schon früher ausgeschieden.
Durch den Betrieb der Atomkraftwerke sind in Deutschland rund 28.000 Kubikmeter hoch radioaktiven Atommülls angefallen. Das entspricht 10.500 Tonnen Schwermetall, die in etwa 1900 Castorbehältern verpackt wurden oder noch werden. Zu diesem Abfall gehören die ausgedienten Brennelemente der Atomkraftwerke sowie die in Glas eingeschmolzenen Rückstände der Wiederaufarbeitung. Obwohl die hoch radioaktiven Teile nur etwa fünf bis zehn Prozent des gesamten Volumens aller radioaktiven Abfälle in der Bundesrepublik ausmachen, enthalten sie mehr als 99 Prozent der Radioaktivität.
Der jahrzehntelang als einziger Standort untersuchte Salzstock in Gorleben war schon 2020 aus dem Verfahren ausgeschieden – er ist geologisch ungeeignet, worauf Kritiker schon davor immer wieder hingewiesen hatten: Das Gestein über dem Salzstock weist keine ausreichende Stärke auf, um das Austreten von Radioaktivität über den geforderten Zeitraum von einer Million Jahren sicher zu verhindern. Außerdem gibt es Hinweise, dass Grundwasser mit dem Salzstock und so mit den eingelagerten Abfällen in Verbindung treten könnte.
Derzeit wird der hoch radioaktive Atommüll in 16 Zwischenlagern aufbewahrt. Die meisten befinden sich an den Standorten stillgelegter Atomkraftwerke. Drei weitere – Gorleben in Niedersachsen, Ahaus in Nordrhein-Westfalen und Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern – sind sogenannte zentrale Zwischenlager. Im nordrhein-westfälischen Jülich lagert der Müll aus dem Betrieb eines Forschungsreaktors. Die Zwischenlager wurden für einen Zeitraum von 40 Jahren genehmigt. Weil sich die Endlagersuche hinzieht, müssen sie sehr viel länger betrieben werden.
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