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Ambulante Versorgung | Mein, dein ... unsere Termine!

Gehören Arzttermine dem Arzt oder den Krankenkassen? Oder wider Erwarten doch den Patienten? Ein Kommentar.

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Offene Sprechstunden waren eigentlich eine gute Idee. Bei meldepflichtigen Terminkontingenten könnten sie wieder seltener werden. Foto: dpa/Lars Penning Mit dem Gesetz zur Notfallreform wurden Mitte des Monats schärfere Terminmeldepflichten für niedergelassene Ärzte beschlossen. Die dürfen ab März nicht mehr einfach ein paar freie Termine an die Servicestellen der Kassenärzte melden, sondern es geht dann um verpflichtende Kontingente. Spätestens das hat die Diskussion wieder angefacht, wie gerecht das Terminvergabesystem bis jetzt ist. Und selbst Politikern, die in der Regel privat versichert sind, scheint es aktuell opportun, hier auf Ungerechtigkeiten hinzuweisen.

Andererseits ist die Bereitschaft der Bundesregierung nicht besonders groß, sich überhaupt auf die Debatte zu einer Bürgerversicherung für alle, und schon gar nicht für alle Einkommen inklusive Mieten, Zinsen etc. pp, einzulassen. So groß scheint ihr die Ungerechtigkeit dann doch nicht.

Dies wohl wissend gibt es diverse Arztfunktionäre, hinter denen viele Ärzte stehen, die sich in das gespaltene Versicherungssystem ertragssicher eingefügt haben. Und das in einem Maße, dass hier der ideelle Gesamt-Niedergelassene von Terminen spricht, die ihm persönlich gehören, also ihm, dem Arzt-Kaufmann. Und die rückt er nicht raus, jedenfalls nicht für jeden dahergelaufenen Kassenpatienten. Die medizinische Notwendigkeit, die jetzt als Kriterium hoch gehandelt wird, ist vermutlich gut biegbar und für Menschen in Notsituationen nicht immer beweisbar. Es sei denn, er oder sie hat den Medizinanwalt gleich bei der Hand.

Vielleicht gibt es vorübergehend eine ganz einfache Lösung: Wer Behandlungsbedarf hat, darf bei der Terminvergabe gar nicht gefragt werden, wie und wo er versichert ist. Die Idee kam vom CSU-Politiker Klaus Holetschek, aber er meinte dabei nur die Online-Portale. In den Arztpraxen würde dann also weiter die Gretchenfrage gestellt – und wer will das schon kontrollieren? Vermutlich müssen in Zukunft eben auch Arzttermine vergesellschaftet werden, ernsthaft und flächendeckend, für Praxen ab 3000 Patientenkontakten im Jahr.

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