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2. Bundesliga | Hertha BSC feiert eine Berliner Party auf dem Betzenberg

Die Berliner Fußballer zeigen beim 3:0 in Kaiserslautern, warum sie an der Tabellenspitze der 2. Liga stehen. Und auch die Fans haben viel zu tun.

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Überragender Vorlagengeber und Doppeltorschütze: Pedersen und Grönning feiern eine Berliner Party in Kaiserslautern. Foto: imago/Bennet Long Im hoch über Kaiserslautern gelegenen Stadion gab es am Sonnabend ein singuläres Ereignis zu bestaunen: In der sonst so lautstarken Heimstatt des örtlichen Zweitligisten herrschte für ein paar Sekunden Totenstille. Gerade hatte Stürmer Sebastian Grönning beim 3:0-Sieg von Hertha BSC in der 17. Minute sein erstes von zwei Toren erzielt.

Die Verstimmung des Lauterer Anhangs löste sich an diesem Nachmittag nicht mehr so recht auf, die Heimfans konnten sich im Spitzenspiel der 2. Bundesliga nicht wirklich mit dem Geschehen auf dem Platz arrangieren. Zwar hatte auch der FCK lichte Momente. Doch im Vergleich zu den leichtfüßigen und kombinationssicheren Berlinern wirkten seine Offensivaktionen regelrecht hölzern.

Die anschwellende Lautstärke nach einer halben Stunde Spielzeit ebbte schnell wieder ab, als Mittelfeldspieler Mario Sauer zwei besser postierte Lauterer Mitspieler übersah und den Berliner Torwart Marius Gersbeck mit seinem schwachen Abschluss eher langweilte als prüfte.

Begonnen hatte das Spiel auf dem Betzenberg durchaus stimmungsvoll: Der Heimbereich zeigte eine Choreografie zu Ehren von Fritz Walter, der an diesem Sonnabend 106 Jahre alt geworden wäre. Im Block der Berliner Fans hatten sich derweil Hunderte Anhänger des befreundeten Karlsruher SC eingefunden, die wiederum Spinnefeind mit dem Anhang der Gastgeber sind – weshalb schon vor der Partie ein lustiges Pfeifkonzert aus beiden Lagern das Stadion erfüllt hatte.

Dass das Spiel zwischen zwei Vereinen, die zuletzt 2012 (1. FC Kaiserslautern) und 2023 (Hertha BSC) in der ersten Liga spielten, mit 49.327 Zuschauern ausverkauft war, ist hingegen nicht erwähnenswert. Auf den Betzenberg würden auch 30.000 Fans kommen, wenn es gegen die eigene Stadion-Security ginge.

Sieben Minuten nach dem Seitenwechsel zeigte die Hertha dann, warum sie derzeit nahezu unbezwingbar wirkt. Nach einer schnellen Kombination im Mittelfeld flankte Mads Pedersen derart präzise, dass Grönning problemlos zum zweiten Mal einnetzen konnte. Nach einer Stunde war die Partie dann endgültig entschieden, als Oluwaseun Adewumi das 3:0 für die Berliner in das Lauterer Tor köpfte – erneut hatte der famose Pedersen geflankt.

In der Gästekurve war Partyzeit. Trotz des völlig überzeugenden Siegs dürfte es dort aber nach wie vor vielen schwergefallen sein zu glauben, was gerade bei ihrem Klub passiert. Da verkauft man aus finanzieller Not heraus fast alle Leistungsträger von Kennet Eichhorn über Fabian Reese bis Michaël Cuisance – und steht in der Tabelle nach zehn Spielen mit sensationellen neun Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze.

Woran das liegt, haben die Herthaner auch gegen den Tabellenvierten gezeigt. Josip Brekalo beispielsweise, der in der vergangenen Saison noch im Schatten von Reese gestanden hatte, ist regelrecht aufgeblüht, derweil Linksverteidiger Pedersen erneut die Frage aufwarf, was den FC Augsburg geritten hat, ihn ziehen zu lassen. Auch in der Systematik sind nun nach dem Weggang einiger nicht mehr ganz so flinker Routiniers wie Toni Leistner Modernisierungen möglich. So rückt die Abwehr höher auf als in den vergangenen Jahren, Umschaltspiel und Kompaktheit kommt das sichtlich zugute.

Für große Teile des Hertha-Anhangs war der Arbeitstag um 14 Uhr 57 dann aber noch lange nicht beendet. Für viele von ihnen ging es weiter nach Karlsruhe, wo der KSC den 1. FC Heidenheim zum Abendspiel der 2. Bundesliga empfing. Und da zwei Spiele an einem Wochenende offenbar noch lange nicht ausreichen, lag das Ziel vieler Karlsruher und Berliner am Sonntag auf der anderen Seite des Rhein: Heimspiel von Racing Strasbourg, der dritte Klub im preußisch-badisch-elsässischen Harmonie-Triangel.

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