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„Zentrum Automobil e.V.“ – eine neofaschistische Betriebsgruppe (nicht nur) bei Daimler (nicht nur in Stuttgart)

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Dossier

T-Shirts mit der Aufschrift "Kein Platz für NAZIS" - Aktion auf der Betriebsversammlung bei Daimler in Untertürkheim am 22.3.2018Zu den Betriebsratswahlen bei Daimler in Untertürkheim ist auch in diesem Jahr wieder die Liste „Zentrum“ angetreten. Die dahinter stehende Gruppe „Zentrum Automobil e.V.“ ist eine neofaschistische Betriebsorganisation. Ziel ist gemäß ihrer Satzung der Aufbau von Betriebsgruppen in der Automobilindustrie, ausgehend vom Pilotprojekt beim Autohersteller Daimler. Dort arbeitet die Gruppe am Daimler-Stammsitz in Stuttgart-Untertürkheim seit Jahren…“ Beitrag der MLPD aus dem Jahr 2014 (kw17) externer Link – siehe zu den  Betriebsratswahlen 2018 und den Nazis auch in anderen Branchen/Unternehmen unser Dossier: AfD & Co: Nach den Köpfen nun auch in Betriebe und Betriebsräte?! und hier speziell zu Daimler die Entwicklung nach den BR-Wahlen 2018 und danach:

  • Der Kampf der extremen Rechten um die Arbeiter:innenklasse. Zur Verankerung und Bedeutung von Zentrum und AfD in Betrieben New
    „… Für die Alternative für Deutschland (AfD) bietet Zentrum eine Gelegenheit, stärker in die deutsche Arbeiter:innenklasse zu wirken und sich einen organisierten Rückhalt in den Betrieben aufzubauen. (…) Beide behandeln sozialpolitische Themen, indem sie den Widerspruch von Kapital und Arbeit, also den Konflikt zwischen Unten und Oben, in einen zwischen dem Innen und dem Außen umdeuten. Dabei wird der Klassenkonflikt ethnisiert und bspw. schlechte Löhne nicht als Folge einer Deregulierung des Arbeitsmarktes gedeutet, sondern als Folge vermeintlich schlecht qualifizierter Arbeiter mit Migrationsgeschichte, die das Lohnniveau drücken würden. Mit dieser Herangehensweise lassen sich harmonische materielle Verhältnisse unter Deutschen propagieren, während der zentrale Verteilungskonflikt nach außen verschoben wird. (…) Zentrum ist zumindest derzeit nicht in der Lage, sich als wirkmächtige Alternative zu den DGB-Gewerkschaften in Stellung zu bringen. Die eigentliche Gefahr liegt dabei jedoch weniger in der gegenwärtig wenig realistischen Perspektive einer konkurrierenden Massengewerkschaft. Bedeutender ist vielmehr das Potenzial, politische Deutungsrahmen zu verschieben und rechte Narrative in betrieblichen Debatten zu stärken…“ Artikel von Mathias Hoose und Tim Ackermann  in express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit Ausgabe 9/2026

  • Zentrum Automobil verursacht(e) Herzrhythmusstörungen vor Betriebsratswahlen
    „… Die Tragödie ist, dass die Faschisten ihre historische Mission wahrnehmen und einigermaßen geschickt ein Vakuum füllen, das Linke und Radikale gelassen haben. Klimawandel, Wohlstandsverwahrlosung der Facharbeiterschaft, strukturelle Dummheit und Korruption des Managements befeuern wie in den USA Klimaleugner und Verbrennungsmotorchauvinisten. Wie schon die NSDAP in den 1930er Jahren übernimmt die AfD-Gewerkschaftskeimzelle »Zentrum« – neben der Hetze gegen Grüne und Klimakleber – eine Rhetorik von links, um die arbeitende Klasse zu ködern. Damals war es die Kritik an Partei- und Gewerkschaftsbonzen. Diesen real existierenden Bonzen haben Kurt Tucholsky und Erich Mühsam literarische Denkmäler gesetzt. Aus strategischen Gründen ist das »Zentrum« diesmal pro Betriebsrat und agitiert verbal-radikal gegen »Komanagement« – zumindest in der Herzkammer der IG Metall.
    Der große Vorteil des Faschismus: Er kommt über Emotionen und Mythen. Er muss nicht logisch und stringent sein; er darf lügen, hetzen, verdrehen, falsche Versprechungen machen und sich in Widersprüche förmlich einwickeln. Die AfD wird mit der CDU das Betriebsverfassungsgesetz als »Bürokratiemonster« schleifen und alternative Vertretungsorgane den Betriebsräten rechtlich gleichstellen. Ein Beispiel, wohin die Reise geht, lieferte der dubiose Solarvertrieb Enpal, der vom Erdgasschock durch Russland-Sanktionen profitiert und dessen Vertriebsmodell an ein Schneeballsystem erinnert. Ein feiernder Mob aus offenbar gehirngewaschenen Solarvertrieblern versenkte Mitte Februar zum zweiten Mal eine vorbereitende Wahlversammlung zur Betriebsratswahl im Chaos
    …“ Beitrag von Jessica Reisner und Elmar Wigand vom 13. März 2026 bei Arbeitsunrecht in Deutschland externer Link

  • [Flyer der Umweltgewerkschaft] Für starke und kämpferische Gewerkschaften. Für fortschrittliche und umweltbewusste Betriebsräte. Faschisten und Klimakrisenleugner sind keine „Opposition“! 
    Zehntausende Jobs sind im letzten Jahr vernichtet worden. Inklusive Ausbildungsplätze für die Jugend. Bei Automobil, Stahl, im Gesundheitswesen und anderen Branchen. Die Belegschaften setzen sich völlig berechtigt zur Wehr! „Streik liegt in der Luft“ – gut so! Das passt den Konzernchefs natürlich überhaupt nicht. Also was machen sie? „Teile und herrsche“, ihr altes Konzept. Auch deshalb fördert das Kapital verstärkt faschistische Kräfte. Und die lenken unsere Wut auf Sündenböcke, wahlweise „Umweltschützer“, „Migranten“, „Chinesen“… was halt grade passt. Faschisten in „moderner“ Verkleidung versuchen auch in Betrieben Strukturen aufzubauen. Zuerst unter dem Namen„Zentrum Automobil“, jetzt „ZENTRUM“. Dazu wollen sie Betriebsratswahlen nutzen. Interessant, wie der Faschist Höcke auf einem AfD-Parteitag für das „Zentrum“ geworben hatte: die AfD „braucht solche alternativen Gewerkschaften“ als Vorfeldorganisation! Argumente dieser Leute unter der Lupe…“ Flyer zu BR-Wahlen 2026 bei der Umweltgewerkschaft externer Link, siehe auch:

    • Kreativ und bissig vor der Betriebsratswahl: Faschisten haben im Betrieb und im Betriebsrat nichts verloren
      Heiße Wahlkampfphase: Im März ist Betriebsratswahl. Plakate, Banner, Flyer, Aufkleber in allen Abteilungen, an Masten, Zäunen, in Treppenaufgängen. Sogar auf dem WCDeckel. Außer der IG Metall und der „andere Liste“ (Abklatsch einer gleichnamigen Vereinigung aus Wolfsburg) kandidiert das faschistische ZENTRUM. Zur Tarnung nennen sie sich bei VW Zwickau „Bündnis Freie Betriebsräte“ (BfB). Sie treten mit 25 Kandidaten an – ein vermutlich kleiner, aber harter Kern besteht aus AfD-Kadern und Faschisten. (…) Im Betrieb haben Kolleginnen und Kollegen begonnen, das BfB aufs Korn zu nehmen. Besonders ihre Doppelmoral und ihr offensichtlicher Egoismus sind Gegenstand. Aus der Abkürzung BfB wird so wahlweise „Bündnis feiger, faschistischer, fauler oder fragwürdiger“ Betriebsräte. In der Montage geht ein anonymer Flyer herum, in dem das BfB als „Rattenfänger von Hameln“ karikiert wird. Neben den Plakaten von Kandidaten tauchen von unsichtbarer Hand Kommentare auf wie „Ich gehöre zu denen, denen die IG Metall schon mehrfach den Arsch gerettet hat!“ oder „Ich kandidiere, weil ich echt keinen Bock auf Arbeit habe …“….“ Korrespondenz vom 24.02.2026 rf-news.de externer Link, siehe auch
    • unser Dossier: Die rechte Betriebsrats-Kampagne am Beispiel VW in Zwickau
    • und das Dossier: Betriebsratswahlen 2026 vom 1. März bis 31. Mai – werfen bereits braune Schatten voraus
  • Wenn noAfD-Chefin Alice Weidel und die rechte Pseudogewerkschaft Zentrum bei Mercedes in Untertürkheim Flugblätter verteilen (und Danial Bamdadi dagegen kämpft)…
    • Alice Weidel und Zentrum: Wahlkämpfen bei „DaimlerChrysler“
      „AfD-Chefin Alice Weidel macht nicht nur Wahlkampf für ihre Partei, sondern auch für die rechte Pseudogewerkschaft Zentrum. So geschehen vor wenigen Tagen bei Mercedes in Untertürkheim. Dabei wollte sie bislang nichts von diesem toxischen Verein wissen.
      Wenn’s um die Sicherung ihrer Machtstellung geht, ist AfD-Chefin Alice Weidel extrem geschmeidig. Immer mal wieder poppten in der Partei Probleme auf mit – ja, wie soll man sagen – extremen Rechtsextremisten. Die will die AfD eigentlich nicht so dicht an sich dran haben – beispielsweise die Rechtsaußen-Leute von der Pseudogewerkschaft Zentrum. Die stand mal auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD, doch beim Parteitag vor vier Jahren wurde dieser Beschluss aufgehoben – gegen den Willen von Weidel. Sie sagte anschließend: „Ich bleibe dabei: Ich halte diesen Verein für hochgradig toxisch und werde das auch immer so vertreten.“
      Vergangenen Freitagnachmittag stand die Partei- und Bundestagsfraktionsvorsitzende nun in Gesellschaft von Zentrumschef Oliver Hilburger und mit einer Handvoll Zentrum-Betriebsräten am Drehkreuz von Mercedes Untertürkheim. Sie sah ihrem Fraktionskollegen Markus Frohnmaier, dem baden-württembergischen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl Anfang März, ein paar Minuten lang dabei zu, wie er AfD-Flugblätter verteilte (sie selbst nahm keines in die Hand) und stand für Selfies bereit. Viel Andrang war nicht, zumal der Schichtwechsel vorbei war.
      Dann doch lieber Untertürkheim
      Eigentlich wollte Weidel nach Sindelfingen ans Tor 1 von Mercedes kommen. Aber das wurde laut ihrer Partei aus „Sicherheitsgründen“ abgesagt. Vielleicht hatte die AfD-Frontfrau Schiss vor dem halben Dutzend Rentner:innen von der MLPD/Courage, das dort Flugblätter verteilte? Man weiß es nicht, nur dass sie und ihr etwa zehnköpfiger Tross dann doch lieber nach Untertürkheim fuhren.
      Dort tauchte auch Danial Bamdadi auf. Er arbeitet für den Verein zur Bewahrung der Demokratie, der im Auftrag richtiger Gewerkschaften über Rechtsextremisten aufklärt. Bamdadi fragte Weidel, ob sie ihre Meinung bezüglich Zentrum geändert habe. Weidels Antwort: „Sie können hier die Biege machen.“ Auch mehrmaliges Nachfragen nützte nichts. (…)
      Der Auftritt Weidels darf als doppelte Werbeveranstaltung verstanden werden: einmal für Frohnmaiers Wahlkampf und einmal für Zentrum zu den anstehenden Betriebsratswahlen. Der rechte Verein tritt bei Mercedes mit eigenen Listen an, in Sindelfingen unter der Überschrift: „Schluss mit der Vetternwirtschaft“. Damit meint die Truppe wahrscheinlich nicht die Vetternwirtschaft in der AfD
      …“ Artikel von Gesa von Leesen vom 18.02.2026 in der KONTEXT:Wochenzeitung externer Link

    • Gewerkschafter Bamdadi: »Den Druck nach oben richten«. Der Gewerkschafter Danial Bamdadi kämpft in Betrieben gegen rechts
      „… Wer früher zu Daimler kam, wusste, dass er oder sie sich ein Haus würde kaufen können. Jetzt bekommen die Beschäftigten von den Konzernleitungen erzählt, dass sie zu teuer sind. Wir erleben das überall in der Region: Bosch hat gerade angekündigt, 14 000 Stellen zu streichen. Und aus dieser Stimmung zieht die Rechte ihre Kraft. Der AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier spricht im Wahlkampf unablässig von »Detroit 2.0«. Es ist ein Bild, das den Menschen Angst machen soll. Die AfD hat natürlich überhaupt keine Vorschläge, wie die Beschäftigung gesichert werden könnte. Das Einzige, was sie vorschlägt, sind Einschränkungen beim Streikrecht und bei der Mitbestimmung. Ansonsten verspricht sie, dass alles wieder so werden kann wie früher: Man baut weiter Verbrenner, und jeder kann sich ein Haus und zwei Autos leisten. (…)
      [Der Arbeitssoziologe Klaus Dörre sagt, Industriearbeiter*innen würden die Entwertungserfahrungen, die sie selbst machten, gegen Migrant*innen und Bürgergeldempfänger*innen wenden.]
      Ja, das deckt sich mit den Diskussionen, die wir mit den Beschäftigten führen. Der Tenor ist: »Wir gehen hart arbeiten, während andere auf Staatskosten leben.« Das Problem ist ja, dass diese Stimmung nicht nur von der AfD, sondern auch von der Union, der Springer-Presse und in Talk-Shows geschürt wird. Den Menschen wird vorgegaukelt, es würde ihnen besser gehen, wenn andere härter sanktioniert würden.
      [Wie sieht die betriebliche Strategie der Rechten aus? Eine Weile gab es große Befürchtungen, dass mit dem »Zentrum« eine rechtsextreme Gewerkschaft entstehen könnte. Aber bisher hat die bundesweit gerade einmal 19 Betriebsratsmandate.]
      Das »Zentrum« ist keine Gewerkschaft, sondern nur ein Verein und kann deshalb nichts durchsetzen. Das merken natürlich auch rechte Kollegen. Zur Strategie der Rechten: Die AfD-Führung wollte 2022 auf dem Parteitag einen Unvereinbarkeitsbeschluss treffen, weil im »Zentrum« zu viele bekannte Nazi-Kader aktiv sind. Eine Gruppe um Björn Höcke brachte einen Gegenantrag ein, der dann auch angenommen wurde. Seitdem gibt es eine wachsende Zusammenarbeit zwischen AfD und Zentrum. Bisher ist es der AfD nämlich nicht gelungen, ihr Wählerklientel organisatorisch zu erreichen. Studien stellen immer wieder fest, dass bis zu 40 Prozent der Arbeiter bei Bundestagswahlen AfD wählen. Aber das setzt sich noch nicht um. Vor wenigen Tagen stand deshalb die AfD-Vorsitzende Alice Weidel mit dem Vorsitzenden des »Zentrums« Oliver Hilburger beim Schichtwechsel vor dem Mercedes-Werk, um Flyer für Betriebsrats- und Landtagswahl zu verteilen.
      [Heißt das, die extreme Rechte will die DGB-Gewerkschaften nicht unterwandern, sondern setzt auf eine eigene Organisation?]
      Benedikt Kaiser, der aus dem Umfeld von Götz Kubitschek kommt und zu den Vordenkern der extremen Rechten gehört, hat unlängst vorgeschlagen, die Rechte solle eine Doppelstrategie verfolgen: die bestehenden Gewerkschaftsstrukturen als Teil des »linken Establishments« attackieren und gleichzeitig von innen unterwandern. Das ist auch nicht so schwierig, weil die meisten Betriebsratswahlen Persönlichkeitswahlen sind. Die Rechten werden in vielen Betrieben also erst mal versuchen, unter dem Radar zu bleiben. (…)
      Die AfD macht in Baden-Württemberg gerade Wahlkampf mit dem Spruch: »Mehr netto vom Brutto!« Dafür will sie »soziale Belastungen« abschaffen. Hier gilt es, Alternativen aufzuzeigen, indem man den Druck nach oben richtet. Wir müssen deutlich machen, dass nach den Bürgergeldempfänger*innen die Beschäftigten dran sein werden. Denn gekürzt werden soll nicht in erster Linie das Bürgergeld, sondern die Löhnen
      …“ Interview von Raul Zelik vom 19.02.2026 in ND online externer Link

  • Deutschlands Rechtsextreme umwerben unzufriedene Autoarbeiter… Einblicke in den Wahlkampf zu Betriebsratswahlen des AfD-nahen Vereins »Zentrum« im Raum Stuttgart
    • Rechte Landnahme im Betrieb: AfD-naher Verein »Zentrum« will bei Betriebsratswahlen in der kriselnden Autoindustrie Fuß fassen. Sein Feindbild ist nicht das Kapital, sondern der DGB
      In der BRD stehen Betriebsratswahlen an. Zwischen dem 1. März und dem 31. Mai 2026 werden fast 40 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland Repräsentanten wählen. Letztere sollen »darüber wachen, dass die zugunsten der Arbeitnehmer geltenden Gesetze, Verordnungen, Unfallverhütungsvorschriften, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen durchgeführt werden«, heißt es im Betriebsverfassungsgesetz. Diese politökonomische Macht der Mitbestimmung versucht die extreme Rechte sich seit Jahren zu krallen – ohne Erfolg. Nun hat sie, angeführt von der AfD, Aufwind, der für die Wahlen nichts Gutes verheißt. »Gamechanger« war laut Reuters am Mittwoch morgen, einen Tag bevor Mercedes seine miserable Jahresbilanz 2025 vorlegen sollte, vor dem Sitz des Autobauers in Stuttgart-Untertürkheim auf einem Flugblatt zu lesen, mit dem der Verein »Zentrum« sich empfiehlt.
      Der IG Metall werde darin vorgeworfen, den Stellenstreichungen fast tatenlos zuzusehen, gegen die Krise machtlos zu sein. »Wir haben uns etabliert«, kommentierte Vereinsgründer Oliver Hilburger siegessicher. Die Belegschaften hätten heute mehr Angst vor Meinungsverschiedenheiten mit dem Betriebsrat als vor dem Fabrikbesitzer. Zentrum bezeichnet sich selbst als »alternative Gewerkschaft«, zählt jedoch zu wenig Mitglieder, um rechtlich als Tarifpartei anerkannt zu werden. Bestens vernetzt ist der Verein hingegen mit faschistischen Organisationen wie der Identitären Bewegung. »Insbesondere, wenn es bei Euch noch keinen Betriebsrat gibt, ist jetzt der richtige Zeitpunkt zu handeln«, mobilisiert der Verein online für die anstehenden Wahlen. Als Hauptfeind hat er die DGB-Gewerkschaften ausgemacht: »Nicht selten« würden diese »in einer Art Symbiose mit der Arbeitgeberseite zum Nachteil der Belegschaft« agieren. Ein Video soll die »legale Korruption durch Comanagement« beweisen. Dieser auch aus sozialistischer Perspektive zu beanstandende Umstand veranlasst Zentrum aber nicht zu mehr Klassenkampf. Im Gegenteil: »In der Oben-Unten-Rhetorik tauchen weniger Kapital, Produktionsmittelbesitzer oder das Daimler-/Mercedes-Benz-Management als Gegner auf, sondern vielmehr die IG Metall und die Komplizenschaft, die ihr vorgeworfen wird«, hieß es im Januar in einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung des DGB. Für Jobverluste und Deindustrialisierung würden demnach Transformation, »Klimahysterie« und »internationalistische Gesinnung«, also ein Mangel an Nationalismus, verantwortlich gemacht. (…)
      Genau wie ihr politischer Arm sei die extreme Rechte in den Betrieben bei industriepolitischen Fragen ziemlich blank, beruhigte Barbara Resch, IG-Metall-Chefin Baden-Württembergs, zweckoptimistisch. (…) Noch seien rechte Kandidaten »eine sehr, sehr seltene Erscheinung«, sagte kürzlich IG-Metall-Bildungschef Ralf Reinstädtler. Der Soziologe Klaus Dörre gab indes zu bedenken, dass diese Kandidaten unter dem Deckmantel besagter alternativer Listen in die Betriebsräte gelangen könnten: »Davon auszugehen, dass die Gewerkschaften diese ‌Betriebsratswahlen mit nichts weiter als einem blauen Auge überstehen werden, wäre fatal.« Im besten Fall entdeckt der DGB den Klassenkampf wieder für sich.“
      Artikel von Niki Uhlmann in der jungen Welt vom 14. Februar 2026 externer Link
    • Deutschlands Rechtsextreme umwerben unzufriedene Autoarbeiter
      „Deutsche Unternehmen halten im März und Mai Wahlen für Arbeitnehmervertreter ab. Rechtsextreme Bewegungen dringen in den wichtigen Automobilsektor vor. Könnte der AfD-Partei eine größere Plattform bieten. Die Wahlen finden statt, während die AfD versucht, sich institutionell zu etablieren
      An einem dunklen Februarmorgen im riesigen Werk von Mercedes-Benz in Untertürkheim werden die Arbeiter, die zur Frühschicht erscheinen, von Aktivisten des Zentrums empfangen, einer selbsternannten Gewerkschaft, die der rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland (AfD) angehört. „Game-Changer“ steht auf den Flugblättern, die sie vor den Wahlen zum Betriebsrat des Werks verteilen, bei denen das Zentrum die etablierten Gewerkschaften herausfordern will, die es ihrer Meinung nach versäumt haben, die Automobilindustrie vor Tausenden von Stellenstreichungen zu schützen. Derzeit noch am Rande der Gewerkschaftspolitik im Automobilsektor angesiedelt, hofft die extreme Rechte, die Ängste der Arbeitnehmer in Deutschlands Kraftwerksindustrie zu nutzen, um Einfluss an der Basis aufzubauen, der der AfD auf nationaler Ebene helfen könnte. Die Automobilhersteller des Landes kämpfen mit der Umstellung auf Elektrofahrzeuge und der Konkurrenz aus China…“ engl. Artikel von Rachel More, Sarah Marsh and Andreas Rinke vom 13.2.2026 bei Reuters externer Link (maschinenübersetzt)
    • r dem Mercedes-Tor in Stuttgart: Das verstehen die Faschisten von „Zentrum“ unter „Demokratie“
      Wir beiden Rote Fahne-Verkäufer machten am 10. Februar einen Einsatz zur Verbreitung der Broschüre „Wie moderne Faschisten die Gewerkschaften zerschlagen wollen und wie wir das verhindern“1. Dazu hatten wir ein Plakat gemacht, auf dem wir das ankündigten, mit der Überschrift: „Keine Stimme für ‚Zentrum‘ bei den Betriebsratswahlen!“
      Obwohl das Motorenwerk Bad Cannstatt, vor dessen Tor wir seit langem stehen, inzwischen zu einem Einflussgebiet der faschistischen Betriebsorganisation „Zentrum“ gehört, will die Mehrheit der angesprochenen Kolleginnen und Kollegen diese nicht wählen. Allerdings unterschätzen die meisten, warum diese Kräfte heute durchaus ihren Einfluss in den Belegschaften von Konzernbetrieben ausweiten können und welche Gefahr davon für die Arbeiterbewegung ausgeht.(…)
      Natürlich gab es auch einige bekennende Anhänger von „Zentrum“: sei es, „weil deren Betriebsräte mir geholfen haben“, oder angeblich „die IG Metall mit ihrem Verbrenner-Verbot zum Arbeitsplatzabbau beiträgt“. Anders die Hardliner: So machte ein Kandidat auf der „Zentrums“-Liste mit seinem Handy ein Bild von unserem Plakat. Zur Rede gestellt, behauptete er: „Das ist undemokratisch, was ihr da macht!“ Welches Demokratieverständnis „Zentrum“ hat, machte kurze Zeit später Vural Baran deutlich (auf Platz sieben der Liste). Er zerriss unser Plakat und ließ sich trotz unserer Proteste nicht davon abhalten, dieses in den Betrieb hineinzunehmen…“ Korrespondenz-Bericht vom 14.02.2026 auf rf-news.de externer Link
    • Veranstaltung Zukunftsforum am 2. März 2026: Betriebsratswahl 2026 – Besonders wichtig in diesen stürmischen Zeiten
      Montag, 2. März 2026 um 18 Uhr im Gewerkschaftshaus Stuttgart, Willi-Bleicher-Straße 20, EG, Bambussaal mit Lukas Hezel vom Verein zur Bewahrung der Demokratie und Miguel Revilla, Vertrauenskörperleiter Mercedes Untertürkheim – siehe Infos bei der VKG externer Link
    • Siehe natürlich auch das Dossier: Betriebsratswahlen 2026 vom 1. März bis 31. Mai – werfen bereits braune Schatten voraus
  • Wolfsburg: Der Kampf gegen das faschistische „Zentrum“ hat große Bedeutung in Betrieb und Gewerkschaft
    Auf Einladung der IAC-Trägergruppe Braunschweig-Wolfsburg berieten am 4. Oktober im renommierten Alwar-Aalto-Haus in Wolfsburg über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass und wie eine breite antifaschistische Einheitsfront die Ausbreitung von faschistischen Strukturen in den Betrieben verhindern kann.
    Die Veranstaltung wurde von aktiven Gewerkschaftern der IG Metall und von ver.di., von Mitgliedern der Grünen, der SPD, und der Falken, der MLPD, der Umweltgewerkschaft und vom Frauenverband Courage aus Hannover besucht. Die DKP, VOLT und die Linken aus Wolfsburg sandten Grußbotschaften, die MLPD hielt ein Grußwort.
    Ein aufrüttelnder Vortrag der beiden Referenten, einem Vertrauensmann von Mercedes Stuttgart, und Götz Schubert, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA), berichtete über Hintergründe, Entstehungsgeschichte und ihre Erfahrungen mit dem faschistischen „Zentrum Automobil“ im Betrieb. Deutlich wurde, dass man deren Wühlarbeit und Demagogie nicht unterschätzen darf. Wir können den Vortrag unbedingt weiterempfehlen! Er ist sehr lebendig, aufgelockert mit Videosequenzen. (…)
    Das „Zentrum“ vermeidet „verbrannte“ Begriffe wie „Volksgemeinschaft“. Sie geben sich antirassistisch, indem sie rückschrittliche oder auch faschistisch gesinnte ausländische Kollegen auf ihren Listen platzieren. Gleichzeitig sieht man Videos, wo ihr faschistischer Frontmann, Hilburger, begeistert klatscht, wenn massenhafte Remigration gefordert wird.
    Sie machen den „Kümmerer“ für einzelne Kollegen und lenken auf individuelle Auswege, um einen gemeinsamen Widerstand zu verhindern. Sie sprechen von „Mut zur Opposition“ und meinen den „Mut“ zur Spaltung der Gewerkschaftsbewegung. Sie bezeichnen Streiks und den Widerstand der Arbeiter als „schädlich“ und fordern eine enge Zusammenarbeit mit den Kapitalisten für „deutsche Arbeitsplätze“. Sie behaupten, es gäbe in Deutschland keine Ausbeutung und keinen Klassenkampf mehr. Wir sollen also die tägliche Realität ignorieren und uns den Zielen des deutschen Kapitals klaglos unterordnen.
    Sie rufen dazu auf, aus den DGB-Gewerkschaften auszutreten und wollen die Mitgliedschaft in der IG Metall halbieren. Ihr erklärtes Ziel ist, die Einheitsgewerkschaften als wichtigste Massenorganisation der Arbeiterbewegung in Deutschland zu zerschlagen.
    „Zentrum“ ist heute ausdrücklich die wichtigste Organisation des „Vorfelds“ (O-Ton AfD) der faschistischen AfD. Dazu haben sie bereits in einigen Betrieben Verbindungen aufgebaut und dieses Jahr in Hannover das „Zentrum Nord-West“ gegründet. Sie haben die erklärte Absicht, bei den Betriebsratswahlen im Frühjahr 2026 in die VW-Betriebe hineinzukommen und feste Strukturen aufzubauen. Aber nicht nur in der Autoindustrie, sondern auch im Gesundheitswesen und anderen Branchen im Bereich von ver.di. Das wollen und müssen wir verhindern
    …“ Bericht vom 08.10.2025 in den Rote-Fahne-News externer Link von einem Korrespondenten aus Wolfsburg samt dem Vortrag zum Nachlesen externer Link. Siehe auch

    • Achtung: Faschisten im Betrieb – Überarbeitete Broschüre zum Kampf gegen ihren Einfluss am Beisp. Zentrum Automobil bei Mercedes Untertürkheim
      Aus dem Vorwort: Jede Kollegin und jeder Kollege muss begreifen, welche Rolle „Zentrum“ und AfD gesellschaftlich spielen und dagegen aktiv einstehen. Sie sind der Stoßtrupp für die Konzernherren zur Abschaffung demokratischer Rechte und Freiheiten, Zerschlagung der Gewerkschafts- und Arbeiterbewegung, vor allem dem kapitalismuskritischen Teil. Wenn es hart auf hart kommt, stehen sie für die Errichtung einer faschistischen Diktatur…“ Info vom 20. Oktober 2025 bei automotiveworkers externer Link zur Broschüre, 24 Seiten, 1.- EUR, zu bestellen über germany@iawc.info
    • und unser Dossier: Betriebsratswahlen 2026 vom 1. März bis 31. Mai – werfen bereits braune Schatten voraus
  • Arbeitsgericht Braunschweig verwehrt dem AfD-nahen Verein „Zentrum“ die Zutritts- und Werberechte zu VW-Tochter, doch die Berufung benötigt nur 1 Mitglied im Betrieb
    • Urteil: Kein Zugang für AfD-nahen Verein „Zentrum“ zu VW-Tochter
      Der AfD-nahe Verein „Zentrum“ bekommt vorerst keinen Zugang zum Werk der VW-Tochter Volkswagen Group Services in Isenbüttel, um sich gewerkschaftlich zu engagieren. Das hat das Arbeitsgericht Braunschweig entschieden.  „Zentrum“ hätte nachweisen müssen, dass am Standort Isenbüttel (Landkreis Gifhorn) mindestens eine Person arbeitet, die Mitglied des Vereins ist, urteilte das Arbeitsgericht am Donnerstag. Dies sei von den Klägern nicht ausreichend belegt worden. Der Verein habe zwar Unterlagen eingereicht, diese seien aber zu pauschal und nicht ausreichend detailliert. Nach Aussage des Gerichts wurde der Sachverhalt daher nicht ausreichend dargelegt. Hätte Zentrum die nötigen Nachweise erbracht, stünden dem Verein jedoch die eingeklagten Zutritts- und Werberechte zu, sagte ein Gerichtssprecher. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, „Zentrum“ kann Berufung einlegen. (…) Die Entscheidung des Gerichts begrüßte die Volkswagen Group Services. „Die gerichtliche Klärung unterstreicht, dass Unternehmen nicht verpflichtet sind, jeder Organisation Zugang zu ihren Betriebsstätten zu gewähren – insbesondere dann nicht, wenn berechtigte Sicherheitsinteressen und der Schutz von Betriebsgeheimnissen betroffen sind“, heißt es in einer Mitteilung. Man werde auch weiterhin sicherstellen, dass „unsere Standards für ein sicheres und vertrauensvolles Arbeitsumfeld gewahrt werden.“ Nach Angaben von „Zentrum“ gehören dem Verein am Standort in Isenbüttel sechs der knapp 150 Beschäftigten an…“ Meldung vom 21.08.2025 im NDR externer Link – es bleibt unklar, warum die angeblichen 6 Mitglieder in der 150er Belegschaft von Volkswagen Group Services (siehe etwasweiter unten) vom Gericht nicht anerkannt wurden… Siehe die IG Metall vor dem Urteil:
    • Organisation Zentrum: IG Metall warnt vor AfD-naher Arbeitnehmergruppe bei VW
      Das Arbeitsgericht Braunschweig soll heute im Streit über die Tariffähigkeit einer AfD-nahen Arbeitnehmergruppe bei Volkswagen entscheiden. Die IG Metall bangt um den Zusammenhalt der Belegschaften.
      Die AfD-nahe Arbeitnehmerorganisation Zentrum will sich nun auch bei VW etablieren – und klagt vor dem Arbeitsgericht Braunschweig gegen die VW-Tochter Volkswagen Group Services. Vor dem für heute angesetzten Verkündungstermin (12 Uhr) hat die IG Metall vor einem Erstarken der selbst ernannten »alternativen Gewerkschaft« bei VW gewarnt. »Das Zentrum sorgt für Uneinigkeit. Das schwächt die Belegschaften, anstatt sie zu stärken«, sagte Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, der Nachrichtenagentur dpa. »Spaltung hat noch nie die Lage der Beschäftigten verbessert. Was hilft, ist Zusammenhalt, und dafür stehen wir.« (…)
      Seit diesem Frühjahr versucht die Gruppe mit einem Regionalbüro in Hannover in Niedersachsen Fuß zu fassen. Geleitet wird es von Jens Keller, AfD-Stadtrat in Hannover und Personalrat beim kommunalen Entsorgungsunternehmen Aha der Landeshauptstadt. Keller war bisher Mitglied bei Ver.di.
      Auch sonst erhält das Zentrum Unterstützung von AfD-Politikern. So schrieb der niedersächsische Bundestagsabgeordnete Dirk Brandes auf Facebook, die IG Metall verliere Mitglieder bei VW und betreibe »Kuschelei mit der Konzernspitze«. Als Alternative präsentierte er Zentrum – ausdrücklich als AfD-nahe Arbeitnehmervertretung, die nach seinen Worten »wirklich den Arbeitsplatz und nicht die grüne Ideologie im Blick« habe. Bezüglich der Mitgliederentwicklung bei der IG Metall, sah sich die DGB-Gewerkschaft in Niedersachsen zuletzt auch genötigt, einer Austrittswelle öffentlich zu widersprechen. Einen entsprechenden Bericht der »WirtschaftsWoche«, wonach seit Jahresanfang Tausende VW-Beschäftigte der Gewerkschaft den Rücken gekehrt haben, kommentierte ein Sprecher mit den Worten: »Wir liegen von den im Artikel dargestellten Zahlen meilenweit entfernt.« Die genannte Größenordnung entbehre jeder Grundlage, der Organisationsgrad der IG Metall bei Volkswagen liege seit Jahren konstant über 90 Prozent.“ Meldung vom 21.08.2025 im Spiegel online externer Link
  • Volkswagen Group Services: Faschistisches „Zentrum“ klagt auf Betriebszugang vor Vertrauensleutewahlen und beruft sich auf 6 Mitglieder in der 150er Belegschaft
    • Wahl von Vertrauensleuten: AfD-naher Verein Zentrum will bei VW-Tochterunternehmen Fuß fassen
      Bei Mercedes und BMW gibt es schon Präsenzen der „alternativen Gewerkschaft“. Nun muss ein Gericht klären, ob die Organisation bei Volkswagen Group Services am Standort Isenbüttel Vertrauensleute wählen lassen darf.
      Die AfD-nahe Arbeitnehmerorganisation Zentrum will bei VW Fuß fassen und verlangt nun vor Gericht Zugang zum Betrieb. Vor dem Arbeitsgericht Braunschweig klagt der Verein, der sich selbst als „alternative Gewerkschaft“ bezeichnet, gegen die VW-Tochter Volkswagen Group Services. Eine Einigung gab es beim Kammertermin am Donnerstag nicht. Ein Urteil soll am 21. August fallen, wie Richter Ingo Hundt am Ende der ergebnislosen Verhandlung ankündigte. (…)
      Doch VW stellte sich quer und verwehrte den Zugang. Begründung: Der Verein sei keine in dem Betrieb vertretene tariffähige Gewerkschaft. Daher könne er sich auch nicht auf die gesetzlichen Sonderrechte einer Gewerkschaft berufen. Zudem gebe es Zweifel, ob Zentrum überhaupt Mitglieder in dem Betrieb hat. VW fertigt dort Achsen. Der Verein hat eigenen Angaben zufolge sechs Mitglieder an dem Standort mit knapp 150 Mitarbeitern. Eine entsprechende Mitgliederliste wurde beim Kammertermin vorgelegt.
      Bei Volkswagen ist es das erste Mal, dass die Gruppe eigene Vertrauensleute wählen lassen will. „Wir haben in verschiedenen Betrieben bereits erfolgreich Vertrauensleutewahlen durchgeführt“, teilte Zentrum-Gründer und Vorstandsvorsitzender Oliver Hilburger auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. „Im Volkswagen-Konzern planen wir derzeit erstmals eine solche Wahl, was für uns ein weiterer wichtiger Schritt beim Ausbau unserer gewerkschaftlichen Präsenz ist.“ (…)
      Im April hatte der Verein ein Regionalbüro in Hannover eröffnet, das den Aufbau in Norddeutschland vorantreiben soll. Geleitet wird es von Jens Keller, AfD-Stadtrat in Hannover und Personalrat beim kommunalen Entsorgungsunternehmen Aha der Landeshauptstadt. Keller war bisher Mitglied bei Verdi, Mitte April aber ausgetreten und zu Zentrum gewechselt. Sein Ziel sei es, die Mitgliederzahl der „Altgewerkschaften“ in den kommenden Jahren zu halbieren, sagte Keller im April anlässlich der Eröffnung des neuen Regionalbüros „Zentrum Nord“…“ Agenturmeldung vom 31.07.2025 in der FAZ online externer Link
    • Faschistisches „Zentrum“ klagt auf Betriebszugang bei VW
      „„Zentrum“, die Vorfeldorganisation der AfD in den Betrieben klagt vor dem Arbeitsgericht Braunschweig auf Zugang zur VW-Tochter Volkswagen Group Services am Standort Isenbüttel im Landkreis Gifhorn. „Zentrum, das sich selbst als „alternative Gewerkschaft“ bezeichnet, will dort gewerkschaftliche Vertrauensleute wählen lassen. Dafür verlangt die Organisation Zugang zum Betrieb, um für die Abstimmung zu werben, Informationsmaterial zu verteilen und die Wahl durchzuführen.“ (…)
      Selbst wenn „Zentrum“ und ihr faschistischer Frontmann Oliver Hilburger mit ihrer Klage nicht durchkommen sollte, zeigt dieser Vorgang, dass „Zentrum“ ständig seinen Weg weiter verfolgt, einen Fuß bei VW und weiteren Großbetrieben hineinzubekommen. Deshalb müssen sich insbesondere die aktiven Gewerkschafter darauf einstellen, dass bei den Betriebsratswahlen im Frühjahr 2026 „alternative Listen“ antreten werden, die für die AfD-Politik stehen und mit „Zentrum“ verbandelt sind
      …“ Beitrag von wb vom 04.08.2025 in rf-news.de externer Link
  • Faschistische Betriebsorganisation „Zentrum“ betreibt Spaltung und Hetze gegen die IG Metall
    Wie krass ist das denn? Der Neofaschist Oliver Hilburger ruft in einem aktuellen Video¹ die VW-Beschäftigten auf, massenhaft aus der IG Metall auszutreten und in ihren Verein zu wechseln. Nicht zufällig in einer Situation, wo in der VW-Belegschaft, auch mit Hilfe der MLPD, eine Debatte begonnen hat, wie dem Generalangriff des Vorstandes der Kampf anzusagen ist. Und wo in vielen Aktionen die Kollegen ihre Streikbereitschaft gezeigt haben…“ Meldung vom 16.11.2024 in den Rote-Fahne-News externer Link
  • Die rechte Scheingewerkschaft Zentrum Automobil hat ihre besten Zeiten hinter sich. Mit neuen Untergruppierungen probiert sie es nun als „Zentrum“ in anderen Branchen
    Wer beim Zentrum Gesundheit & Soziales anruft, wird so freundlich empfangen wie ein Privatpatient beim Arzt. Die Dame an der Hotline nimmt sich viel Zeit, beantwortet alle Fragen. Es ist Anja Ortelt, eine ausgebildete Krankenschwester und Mitarbeiterin des Zentrums. Als „alternative Gewerkschaft“ könnten sie Pflegekräfte bei Streitfragen beraten und bei Konflikten auch mit Anwälten helfen, sagt Ortelt. Ihr Telefon klingele rund um die Uhr. Das Zentrum Gesundheit & Soziales ist eine Untergruppierung des Vereins Zentrum, der eine Konkurrenz zu IG Metall und Ver.di sein will. Rechtlich ist dieser keine Gewerkschaft, dafür fehlt ihm unter anderem die Fähigkeit, Tarife auszuhandeln. Seinen Ursprung hat er in der Automobilbranche, weshalb er lange nur Zentrum Automobil hieß. Dort ist er vor allem in Baden-Württemberg aktiv, begonnen hat er im Mercedes-Werk in Untertürkheim. Zu seinen besten Zeiten stellte das Zentrum Automobil deutschlandweit etwa 20 Betriebsräte bei Unternehmen wie Mercedes, BMW und Porsche.
    Heute steht das Zentrum weniger stark da. Rund fünf Betriebsräte hat der Verein verloren, fast alle sind nur noch bei Mercedes tätig. Und auch dort sei das Zentrum seit der letzten Betriebsratswahl 2022 kaum noch wahrzunehmen, teilt die Untertürkheimer Betriebsratssprecherin Lisa Seeger mit. (…)
    Politikwissenschaftler David Aderholz hat Dutzende Veröffentlichungen des Zentrums analysiert. Wenn man sich diese mit dem Hintergrundwissen über auf Demonstrationen und Konferenzen vertretenen Positionen anschaue, seien sie eindeutig Teil eines rechten Narrativs, sagt er. „Das Zentrum behauptet, es gibt eine Elite, die gegen die Arbeiter ist, und die DGB-Gewerkschaften wären ein Teil davon.“ (…)
    Der Soziologe Klaus Dörre forscht seit vielen Jahren zu dem Zentrum und anderen rechten Organisationen in Betrieben. Diese seien exzellent darin, zentrale Begriffe linker Gesellschaftskritik umzudefinieren, sagt er. So würde aus dem Klassenkampf zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein Kampf zwischen verschiedenen Arbeiternehmergruppen. „Die Konsequenz ist eine Spaltung der Arbeitnehmer und eine Diskreditierung ihrer Gewerkschaften und Interessenvertretungen.“ (…)
    Auch wenn bei Zentrums-Vertreterin Anja Ortelt angeblich ständig das Telefon klingelt: In der Gesundheitsbranche ist die scheinbare Gewerkschaft nach der Pandemie kaum bekannt. Das hat der Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder beobachtet. Wie groß der Verein tatsächlich ist, bleibt allerdings unklar, denn Mitgliederzahlen veröffentlicht das Zentrum nicht. Laut Hilburger, „damit die Beobachter des DGB uns schwerer einschätzen und Gegenstrategien entwickeln könnten“.
    Eine Strategie verrät Hilburger gegenüber ZEIT ONLINE: Mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ werde das Zentrum bald in der chemischen Industrie aktiv. Damit könnte sich der Verein auch geografisch ausweiten. Mitte Februar postete das Zentrum in seinem Telegram-Channel Bilder eines Treffens im Ruhrgebiet, bei dem die Betriebsratswahlen 2026 in der Chemiebranche vorbereitet werden sollten.
    Im vergangenen Jahr kündigte ein Flyer noch fünf weitere Untergruppierungen an, die in Zukunft entstehen könnten, von Zentrum Hotel & Gastronomie bis Zentrum Bildung & Erziehung…“ Artikel von Jonas Halbe und Joscha F. Westerkamp vom 19. April 2024 in der Zeit online externer Link („Rechter Draht in den Betriebsrat“)
  • Im Windschatten der AfD. Ein Blick auf die rechten Betriebsgruppen von Zentrum
    Um die rechten Betriebsgruppen von Zentrum ist es ruhig geworden. (…) Dennoch hat sich Zentrum nach dem Scheitern eigener Arbeitnehmerorganisationen (ALARM, AVA, AidA) zum wichtigsten betriebspolitischen Projekt der AfD und der neuen Rechten entwickelt. (…) Möglicherweise sehen wir gerade die Vorboten einer zweiten Phase der Professionalisierung und Expansion der rechten Betriebsgruppen in andere Branchen und in die kleineren Betriebe. Denn die Zusammenarbeit zwischen Zentrum und der AfD hat sich seit 2022 intensiviert. (…) Neben der Zusammenarbeit mit der AfD bestehen intensive Kontakte von Zentrum zu den Freien Sachsen. (…) Insgesamt kommen wir zur Einschätzung, dass eine zweite Phase (der Professionalisierung und Expansion) von Zentrum möglich ist, in der die Isolierung auf bestimmte Regionen und große Automobilwerke mit Hilfe der AfD und deren Netzwerken und Ressourcen durchbrochen werden könnte – denn auch jenseits von Baden-Württemberg und Sachsen punktet die AfD inzwischen vermehrt mit industriepolitischen Themen und greift die DGB-Gewerkschaften medial immer stärker an. (…) Die DGB-Gewerkschaften stehen zunehmend vor dem Dilemma, Kolleg:innen an Zentrum zu verlieren oder die eigenen Strukturen zu entpolitisieren und Konzessionen an rechte Kolleg:innen zu machen, um sie in den eigenen Reihen zu halten. Eine sich durchsetzende Erzählung möchten wir zurückweisen: Gute, konflikt– und beteiligungsorientierte Gewerkschaftsarbeit wird alleine nicht ausreichen, um dieses Problem zu lösen.“ Artikel von Jan R. und Matthias M.  in express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit 12/2023
  • Daimler Truck: Faschistisches „Zentrum Automobil“ missbraucht Unmut in der Belegschaft über Kürzungspläne und Stellenabbau trotz hoher Gewinne 
    Die Daimler Truck AG hat von Januar bis September 2023 den LKW-Absatz gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Prozent und die Umsatzrendite auf sage und schreibe 9,7 Prozent erhöht. Die Ankündigung des Vorstandes, Kürzungen vorzunehmen und Arbeitsplätze zu vernichten, stoßen auch deshalb auf großen Unmut in der Belegschaft. Das nutzt die Zentrum-Automobil-Betriebsratsliste für ihre faschistische Demagogie und Verwirrung. Karin Rådström, die vom Vorstand für Mercedes-Benz-LKW zuständig ist, kündigte eine „Verschlankung“ der Vertriebsorganisation und zum ersten Mal einen allgemeinen Stellenabbau an. Der Gesamtbetriebsrat berichtet, dass derzeit viele Beschäftigte die widersprüchlichen Signale des Managements nicht mehr verstehen. (…) Vor diesem Hintergrund muss die Auseinandersetzung mit der faschistoiden AfD und dem faschistischen „Zentrum Automobil“ verstärkt werden. „Zentrum“ warnt vor einer „in jeder Hinsicht fragwürdigen und für viele unbezahlbaren Antriebstechnologie… Die deutsche Automobilindustrie wird ihre Technologieführerschaft einbüßen und mehrere Hunderttausend Arbeitsplätze streichen können“. Es gibt aber wohl kaum etwas Fragwürdigeres als die Fortsetzung der Verbrennung fossiler Kraftstoffe. (…) Die Sorge von „Zentrum“ gilt der Marktführerschaft von Mercedes-Benz bei den Oberklasse-Limousinen, die sie mit dem Verbrennermotor innehatte. Entsprechend attackiert Zentrum v.a. die Umweltbewegung, die IG Metall, „die die Klima- bzw. CO2-Reduktionshysterie auch noch befeuern“…“ Meldung vom 28.11.2023 in den Rote-Fahne-News externer Link der MLPD („Faschistisches „Zentrum Automobil“ missbraucht Unmut“)
  • Nein zum „Impfstreik“ von „Zentrum Automobil“!
    Die faschistische Betriebsratsgruppe bei Daimler in Stuttgart, „Zentrum Automobil“ (Kurz: „Zentrum“), fordert in ihrem Artikel „Von der Welle zum Tsunami“ einen „Impfstreik“. Zur Begründung heißt es dort: „Viele Kollegen sind psychisch am Ende. Sie haben sich die mRNA-Therapie spritzen lassen, um wieder ein normales Leben zu führen … Die Realität jetzt: ‚Impfungen‘ alle paar Monate, trotzdem Tests für Geimpfte, trotzdem Lockdown für Geimpfte, mitspielen oder ausgegrenzt werden.“ Wie? Impfungen und wichtige Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckung mit dem Coronavirus bringen die Kollegen ans „psychische Ende“? Sicher wollen die Kolleginnen und Kollegen ein Ende der Pandemie und ein Ende des desaströsen Krisenmanagements der Regierungen. Aber es ist Demagogie und Unsinn, wenn das „Zentrum“ den Kollegen unterstellt, sie würden sich nur aus „Gutgläubigkeit“ und nicht aus Einsicht in die Notwendigkeit des Gesundheitsschutzes impfen lassen. Und warum sollen wir nicht für einen Lockdown und Massentests eintreten, die der Überwindung der Pandemie dienen? Kein Zweifel: Das „Zentrum“ versucht in seinem Aufruf zu einem „Impfstreik“ mit Lügen und Verdrehungen, die reale Bedrohung durch Corona zu leugnen und gefährdet damit letztlich im großen Umfang Menschenleben. Dabei beruft es sich auf das faschistische Online-Magazin „Compact“, das einen „Impfstreik“ ausdrücklich nicht als Streik zur Durchsetzung von Arbeiterinteressen gegen das Kapital sieht, und schon gar nicht als Kampf zur Durchsetzung einer Null-Covid-Strategie. Vielmehr sieht es die Notwendigkeit für einen solchen „Streik“, weil der Kampf gegen eine angebliche Abschaffung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit durch Impfungen geführt werden müsse. (…) Im Mittelpunkt des Artikels „Von der Welle zum Tsunami“ stehen die IG Metall, ver.di und Gewerkschaften, die den geforderten „Impfstreik“ nicht organisieren. Eine solche Forderung muss entscheiden zurückgewiesen werden, da es nicht die Aufgabe von Gewerkschaften ist, die Gesundheitsgefährdung der Massen durch Kampfmaßnahmen noch zu fördern. Den Kollegen empfiehlt das „Zentrum“, bei den kommenden Betriebsratswahlen die Wahl von Kandidaten, die diese Politik durchsetzen. Nein zum „Impfstreik“! Keine Wahlzulassung für das „Zentrum Automobil“ bei den Betriebsratswahlen!Beitrag vom 18.01.2022 bei den Rote-Fahne-News externer Link
  • [MLPD] Zum Zentrums Video „Der Vertrauensmann“: Klare Kante zeigen, gegen die Feinde der organisierten Arbeiterbewegung!  Das von „Zentrum Automobil“ herausgegebene Youtube-Video „Der Vertrauensmann“ hat bundesweit in den Medien für Wellen gesorgt und ist weiter ein wichtiges Thema im Betrieb, wie die Centerversammlungen in UT und Mettingen gezeigt haben. Daimler hat zu Recht zwei Arbeiter entlassen. Sie hatten einem türkischen Vertrauensmann über Monate faschistische und rassistische Nachrichten geschickt und ihn gemobbt. In dem von „Zentrum Automobil“ veröffentlichten Video werden sie stattdessen als Opfer einer Intrige der IG Metall dargestellt und der Listenführer Oliver Hilburger präsentiert sich selbst als selbstloser Betriebsrat, der zwei ungerecht behandelten Kollegen hilft. Die meisten Kolleginnen und Kollegen sind zu Recht empört. (…) Deshalb war in diesem Fall die Kündigung von Daimler richtig, was auch vom Gericht bestätigt wurde. Aufgrund der Empörung unter Kollegen und in der Öffentlichkeit musste jetzt die Zentrumsführung an einem Punkt zurückrudern. In ihrem Juli-Rundbrief ist die Rede, dass „ein Großteil der versandten Bilder/Filme abzulehnen“ sind. Doch im Video verharmlost und rechtfertigt dies noch Hilburger. (…) Das ist Wasser auf die Mühlen von faschistischen und faschistoiden Organisationen wie AfD und Zentrum Automobil. Sie geben sich als  Protestbewegungen. In Wirklichkeit legen sie sich mit Daimler und den anderen Konzernen nicht an. So hat Hilburger auf der letzten Betriebsversammlung, die Umweltbewegung , IG Metall , sowie die Marxisten-Leninisten mit ihren Umweltschutzforderungen für die Zerstörung der Arbeitsplätze verantwortlich  gemacht. Der Daimler-Vorstand kann sich bei Zentrum dafür bedanken. Dass er die Abgase manipuliert hat und die Folgen jetzt auf die Belegschaft abwälzen und massiv Personal abbauen will, um die Rendite wieder zu steigern – all das bleibt für Hilburger außen vor. (…) Zentrum Automobil gibt sich auch als Kritiker am Co-Management. Doch sein Ziel ist die Zerstörung der organisierten Arbeiterbewegung, wenn es zum Austritt aus der IG Metall aufruft. Zentrum Automobil ist keine „alternative Gewerkschaft“, sondern eine „patriotischen Betriebsgemeinschaft“ mit Daimler und dem deutschen Imperialismus, das „den Gedanken des Klassenkampfs ablehnt“. (…) Viele Kolleginnen und Kollegen fragen sich zu Recht, warum Daimler zwei Kollegen kündigt, die faschistische Nachrichten verschicken, aber die eigentlichen Faschisten unangetastet lässt und gegen Zentrum Automobil nicht vorgeht. (…) Wehret den Anfängen! Keinen Fußbreit den Faschisten! Wir brauchen eine Debatte im Betrieb, in den Abteilungen und in der IG Metall mit dem Ziel, klare Kante gegen Zentrum und vor allem seiner Führung zu zeigen: Nein zur Verbreitung faschistischen und rassistischen Gedankenguts! Entschiedene Aufklärung über die Aktivitäten und Umtriebe der faschistoiden Kräfte, wie Zentrum und konsequente Überzeugungsarbeit gegenüber davon beeinflusste Kolleginnen und Kollegen! Amtsenthebung und Kündigung von Betriebsrat Oliver Hilburger, wegen Verleumdung der IG Metall und ihrer Vertrauensleute, Unterstützung der Hetze gegen Moslems und Flüchtlinge, Verbreitung faschistoidem Gedankenguts, sowie der Zusammenarbeit mit faschistoiden und faschistischen Kräften!Flugblatt der MLPD Stuttgart­/Sindelfingen vom Oktober 2019 externer Link – ansonsten allerdings voller Parteiwerbung
  • [Untertürkheim] „Tote Ratte im Briefkasten“: Wie eine rechte Mini-Gewerkschaft ein Daimler-Werk terrorisiert 
    Junge Angestellte erzählen uns von ihren Erfahrungen mit „Zentrum Automobil“: Was die Rechten hier treiben, müsse man ernst nehmen, sagt Jonas – und ihrer Hetze „mit aller Stärke begegnen“. Er weiß nur leider nicht so richtig, wie. Hier, das ist das Daimler-Stammwerk Untertürkheim. Und die Rechten, das sind die Mitglieder von „Zentrum Automobil“, einer kleinen Splittergewerkschaft, die seit einiger Zeit versucht, deutsche gegen zugezogene Mitarbeiter auszuspielen. Jonas macht bei Daimler in Untertürkheim gerade seine Ausbildung zum Elektroniker. Und nun hat er die Rechten vor sich. Wer etwas gegen sie sage, werde massiv bedroht, sagt Jonas. „Einem Kollegen haben sie eine tote Ratte in den Briefkasten gelegt“, behauptet der 21-Jährige. Da ein Drohbrief dabei war, sei die Verbindung zum „Zentrum“ unmissverständlich gewesen. Jonas will daher hier auch nicht seinen richtigen Namen lesen, zum Schutz. „Es gibt einfach schon zu viele, die terrorisiert wurden.“ „Zentrum Automobil“ erhielt bei den letzten Betriebswahlen im Frühjahr 2018 insgesamt 13,2 Prozent der Stimmen – und damit sechs der 47 Sitze (Deutschlandfunk). Die Belegschaft eines der größten Daimler-Standorte Deutschlands wird damit auch von Rechten vertreten. Und mehr als jeder zehnte hat sie gewählt. „Zentrum Automobil“ vertritt den Hass am Fließband von Daimler. Und junge linke Gewerkschafter und Angestellte mit nicht-deutschen Wurzeln fragen sich, was das für ihre Zukunft bedeutet. bento hat mit mehreren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Stuttgarter Stammwerk telefoniert. Alle sagen: „Zentrum Automobil“ habe zwar keinen spürbaren Einfluss im Betriebsrat, aber dass sie gewählt würden, schockiere trotzdem. Die Mini-Gewerkschaft, so berichten sie, mache Stimmung und sähe Unzufriedenheit unter den Angestellten. (…) „Die verhalten sich taktisch schlau, sticheln eher im Kleinen.“ Serkan Senol über die Strategie von „Zentrum Automobil“. Es gehe den Akteuren darum, Unfrieden unter der Belegschaft zu stimmen, allerdings ohne dabei allzu viel Aufmerksamkeit auf sich selbst zu ziehen, behauptet Senol. (…) Auch die Vorwürfe, Drohbriefe oder gar tote Ratten in Briefkästen zu deponieren, weist die Gewerkschaft auf Nachfrage zurück. Mit dem gleichen Duktus plustern sich die „Zentrum“-Anhänger auch im Netz auf, nennen andere Gewerkschaftler „Arbeiterverräter“ und schüren Hass unter der Belegschaft. Für die Neue Rechte sind die Gewerkschafter so auch als Zwerg symbolisch wichtig. Jonas, der Azubi aus Untertürkheim, glaubt jedoch nicht, dass sich die „Zentrums“-Leute lange halten werden: „Viele Anhänger sind eher Leute des älteren Semesters“, sagt Jonas, unter den Auszubildenen finde sich niemand, der ihre Parolen glaubt…“ Reportage von Marc Röhlig vom 21.10.2019 bei Bento externer Link (Spiegel)
  • Ergebnisse der BR-Wahl bei Daimler 
    • Wörth/Germersheim 
      Aus der gemeinsamen BR-Wahl für Daimler Wörth und GLC Germersheim geht die IG Metall gestärkt hervor. Künftig werden ihr 24 (+2) Sitze der insgesamt 39 (-2) Mandate zur Verfügung stehen. Zur Betriebsratswahl waren 627 Beschäftigte auf 15 verschiedenen Listen angetreten. Die Wahlbeteiligung betrug 59 Prozent und war damit leicht niedriger als 2014. Im neuen Gremium sind künftig 7 Listen und damit eine weniger als bisher vertreten, keine von „Zentrum“
    • Im Mercedes Benz Werk Untertürkheim war die Wahlbeteiligung mit fast 65 Prozent relativ hoch (plus 6 Prozent). Die IG Metall-Liste hat nach vorläufigem Ergebnis 37 Sitze im 47 köpfigen Betriebsrat, und damit 3 Sitze mehr bekommen (75,7 Prozent). Verloren hat die UAG und die Offensiven Metaller einen bzw. zwei Sitze, die CGM hat unverändert ein Mandat. Die rechte Liste „Zentrum“ hat 2 Mandate dazu gewonnen und hat somit 6 Mandate (13,2 Prozent).
    • Am Standort Sindelfingen, dem größten Standort mit über 40.000 Wahlberechtigten, haben sich 57,5 Prozent der Beschäftigten an der Betriebsratswahl beteiligt. Nach dem vorläufigen Ergebnis bekam die IG Metall knapp 75 Prozent (16.992 Stimmen) und hat damit 46 der 59 Betriebsratssitze, soviel wie in der letzten Amtsperiode. Die rechte Liste „Zentrum“ bekam 764 Stimmen, dies entspricht 3,4 Prozent und 2 Mandaten.
    • Daimler-Zentrale in Stuttgart: Von 6626 abgegebenen Stimmen hat die rechte Liste Zentrum nach vorläufigem Ergebnis gerade mal 108 Stimmen bekommen und ist damit ohne Mandat geblieben. Auch die diversen unabhängigen und christlichen Listen haben weniger Stimmen bekommen als bei den letzten Wahlen 2014. Gewinnerin ist die IG Metall. Sie konnten 4 Mandate dazu gewinnen. Sie hat jetzt mit 22 Mandaten die absolute Mehrheit im 41köpfigen Gremium.
    • Mercedes Benz Werk Rastatt: Über verschiedene Listen sind nach vorläufigem Ergebnis 29 IG Metall-Mitglieder in den 35köpfigen Betriebsrat gewählt worden. Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) bekam keinen Sitz. Die rechtsextreme Liste „Zentrum“ kandidierte das erste Mal, bekam 447 Stimmen und zieht mit 3 Mandaten in den 35köpfigen Betriebsrat ein.
  • Wegducken hilft nicht – wie weiter im Kampf gegen rechts. Offensive der Rechten in Betrieb und Gewerkschaft wirksam begegnen  T-Shirts mit der Aufschrift "Kein Platz für NAZIS" - Aktion auf der Betriebsversammlung bei Daimler in Untertürkheim am 22.3.2018

    Am 22. März wurden auf der Betriebsversammlung bei Daimler Untertürkheim die Redebeiträge der Zentrums Betriebsräte – Oliver Hilburger und Christian Schickart (hier im Bild) – von Vertrauensleuten und Betriebsräten der IG Metall mit Transparent und T-Shirts mit der Aufschrift „Kein Platz für NAZIS“ begleitet. Die Kolleginnen und Kollegen brachten ihre Empörung über die Redebeiträge mit Pfiffen und Lärm zum Ausdruck. Das erste Mal, dass auch die Belegschaft klar Position gegen das Zentrum bezog

    Darin u.a.: „Wegducken hilft nicht. IG Metall legt bei Daimler-Betriebsratswahl zu, rechte Listen aber auch In den meisten Daimler-Werken sind die Betriebsratswahlen abgeschlossen. Wir haben für einige Betriebe die Wahlergebnisse ausgewertet. (…) Im Verhältnis zu den 28.000 Firmen, in denen von März bis Mai Betriebsratsgremien gewählt werden, sind sie nur in sehr wenigen Betrieben vertreten. Die Rechtsentwicklung in der Gesellschaft scheint betrieblich noch nicht so ausgeprägt zu sein, weil den meisten Kolleginnen und Kollegen eine starke Gewerkschaft, die ihre Interessen vertritt, wichtig ist. Sie nehmen dem Zentrum nicht ab, dass sie die besseren Interessenvertreter sind und haben deshalb die IG Metall gestärkt. Gut waren auch in der diesjährigen Tarifrunde die Tagesstreiks, weil die Gewerkschaft damit gezeigt hat, dass sie noch Zähne hat und diese für die Interessen der Beschäftigten einsetzt. Das beste Mittel gegen Rechts ist eine kämpferische Gewerkschaftspolitik! (…) Dazu gehört vor allem, sich als Gewerkschaft zu verändern, Co-Management und Standortlogik zu begraben, denn sie sind der Nährboden für die Rechten. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Gewerkschaften wieder Klassen- und Kampforganisationen der Arbeiterklasse werden…“ Netzwerkinfo der Gewerkschaftslinken extra vom März 2018

  • »Wenn mein blauer Arm es will…« Gespräch mit André Kaufmann über »Zentrum Automobil« und rechte »Alternativen« in Betrieben 
    express, Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit„… Zu erwarten, dass die so richtig stramm rechts auftreten mit entsprechend harten Sprüchen, ist falsch, das machen sie nicht. Sie treten zum einen als Kümmerer für die kleinen Sorgen und Nöte der Beschäftigten auf. Sie haben ein sehr gutes Gespür für Themen, bei denen die IGM oder der Betriebsrat manchmal ein bisschen zu langsam ist oder einfach zu viel zu tun hat. Sie nehmen auch gern die einfachen Fälle entgegen, die komplizierteren werden dann gerne wieder zur IGM zurückgeschickt. Gerne gehen sie auch mal durch die Halle, schütteln hier ein paar Hände, gratulieren da mal zum Geburtstag, machen dort mal ein Witzchen… Auch da haben sie ein gutes Gespür, wo vielleicht der eine oder andere IGM-BR nicht so oft in der Halle oder im Büro bei den Beschäftigten war, wie es hätte sein müssen, weil man einen Tick zu oft in irgendwelchen Meetings mit der Geschäftsführung gesessen hat. Genau da gehen sie hin, um sich zu zeigen. Auf der anderen Seite versuchen sie, Betriebsversammlungen zu nutzen, um mit Dreck auf die IG Metall zu werfen: Die ist dann per se korrupt, gekauft, liegt mit dem Management im Bett. Deswegen brauche es jetzt eine neue Kraft – und wenn sie die Mehrheit im Betriebsrat bekommen, werde alles besser. Man kann natürlich viel versprechen, wenn man weiß, dass man es nie wird beweisen müssen… Im Kontext der jüngeren Diskussionen um die Autoindustrie haben sie sich quasi als Retter des Diesels aufgespielt. Sie haben auch versucht, mit der AfD und Rechten zusammen eine Veranstaltung anzubieten und behauptet, dass es dem Diesel ja gar nicht so schlecht ginge und die Arbeitsplätze noch viel sicherer wären, wenn die IGM nicht so viel von Elektromobilität und der Transformation der Autoindustrie reden würde. Außerdem wären die bei der IGM »Globalisierungsfanatiker«, deswegen müsse man jetzt zurück zu einem nationalen Wirtschaftsraum. Letzteres sagen sie nicht so, benutzen aber die entsprechenden Bilder. (…) Wichtiger als das Politische ist aber, denke ich, dass sie die Inhalte kombinieren mit dem Signal: Ich bin da, wenn Ihr ein Problem habt. Das ist die Basis, auf der politische Botschaften dann vielleicht haften bleiben. Natürlich gibt es in einer Belegschaft von 23.000 Leuten auch Rechte, die das auch ohne diesen Gestus super fänden, aber die Kombination aus Kümmerer und rechter Politik, die erstmal nur kritisch zu sein scheint, ist entscheidend. Ich kann ja zum Beispiel auch kritisieren, dass die IGM und manche Spitzenfunktionäre sich durchaus deutlicher abgrenzen könnten vom Topmanagement – auch wenn das nicht immer einfach ist, wenn man mit den gleichen Leuten dann wieder verhandeln muss. Aber etwas mehr Konfliktfreudigkeit in manchen Großkonzernen, vielleicht manchmal auch im Auftreten, in der Art, wie man sich kleidet, ein bisschen näher an den Beschäftigten dran zu sein, statt mit Schlips und Kragen auf dem Foto mit dem Werksleiter, das fände ich schon gut. Wenn man das lassen würde als IGM, dann würde das die IGM stärken und weniger Angriffsfläche für diese rechten Hetzer bieten. Deren Alternative ist ja nicht eine bessere Gesellschaft oder eine Gesellschaft, in der Klassenkonflikte offen als solche ausgetragen werden, sondern deren Vision ist die deutsche Betriebsgemeinschaft, das Prinzip Betriebsführer und Gefolgschaft und so weiter. Das sprechen sie nicht so deutlich aus, aber man merkt, wo die hinwollen. Der Schlüssel ist gar nicht so sehr, diese Leute immer als Nazis oder als Rechte zu brandmarken, obwohl sie das sicher zu einem erheblichen Teil sind, wenigstens die Vordermänner vom Zentrum Automobil, sondern die eigene Arbeit als IGM zu reflektieren, um die Dinge, die wir vielleicht nicht gut genug machen, zu verändern. (…) Das Zentrum hat eine Programmatik, die deutlich über die AfD hinausgeht, die sie sich so aber im Betrieb nicht auszusprechen trauen, nämlich nationaler Sozialismus, deutsche Betriebsgemeinschaft, Führerprinzip. Das ist ihre Vision, und der Weg zur Durchsetzung ist die Zerstörung der IGM. Da so ein gesamtnationales Programm aber bei Daimler allein nicht durchzusetzen ist, muss man sich ausdehnen, über Daimler hinaus oder zunächst mal an anderen Daimler-Standorten, und dazu benötigen sie die Unterstützung der AfD. Jetzt muss man wissen, dass Oliver Hilburger an seinem Wohnort Althütte im Rems-Murr-Kreis versucht hat, in die AfD einzutreten. Die haben aber gesagt, bleib uns mal weg, Du bist uns zu rechts. Seine Programmatik ist also selbst Teilen der AfD zu krass. (…) Ein Beispiel: Kollege Müller kommt zur IGM und möchte eine höhere Eingruppierung. Der Betriebsrat versucht das durchzusetzen, wird vom Abteilungsleiter oder wem auch immer abgeblockt, dann geht der Kollege zum Zentrum, die sprechen wiederum mit dem Abteilungsleiter, der mit dem Zentrum sympathisiert, und der sagt: Na ja, eigentlich nicht, aber ich akzeptiere das jetzt mal als politische Investition in die Diskreditierung der IG Metall. Das Zentrum kann dann damit durch die Halle rennen und sagen: Guckt, wir haben‘s hingekriegt. Ich will das nicht dem ganzen Management unterstellen, aber in Teilen der mittleren Führungsebene gibt es schon versteckte Sympathien (…) In bestimmten Bereichen der Produktion hat mehr als die Hälfte einen Migrationshintergrund, vor allem da, wo es um schwere körperliche Arbeit geht: Gießerei, Montage usw. Wenn man da den offenen Rassisten raushängen lassen würde, würde man sicher keine vier Mandate kriegen. Allerdings sollen Hilburger und seine Getreuen gezielt nach Leuten mit nationalistischen oder patriotischen Ansichten gesucht haben, wie uns berichtet wurde. Da ergibt sich eine Schnittmenge über die Herkunft hinweg, und so setzt sich auch ihre Liste zusammen, auf der sich einige Leute mit serbischen, kroatischen, griechischen oder türkischen Wurzeln finden. Sie haben für die jetzt anstehende Wahl eine Liste mit 187 Kandidaten eingereicht, um Stärke und Verankerung in der Belegschaft zu demonstrieren – und darunter sind höchstens zehn Frauen. Also eher eine Männerveranstaltung.(…) Nicht ein einziger Zentrums-Typ ist in den letzten Jahren in Untertürkheim rausgeflogen. Im Gegenteil, die haben überhaupt nichts an Repression zu erdulden, tun aber so, als wären sie die verfolgten armen Schweine. Der einzige, der rausgeflogen ist, ist der Guru der CGM aus Hilburgers CGM-Zeit, dessen Arbeitszeitbetrug irgendwann aufgeflogen ist: Er hat die Firma betrogen, indem er seine Frau durch Stuttgart chauffiert hat, während er eingestempelt war. Ich würde es begrüßen, wenn Nazis rausgeschmissen würden – aber das passiert nicht…“ Siehe das vollständige Interview mit André Kaufmann, bis Sommer letzten Jahres Betriebsbetreuer der IGM Stuttgart für Daimler Untertürkheim, im Artikel von Kirsten Huckenbeck samt 2  Interviews „»Blau als das neue Braun« – Rechte rufen zu Betriebsratswahlen auf“, erschienen in express, Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, Ausgabe 1-2/2018

    • Interessant darin auch: „… Im Angestelltenbereich gibt es eine Liste, die nennt sich UAG, Unabhängige Arbeitnehmergemeinschaft – ein ähnlicher Verein wie die AUB bei Siemens, die wegen Schmiergeldzahlungen, Betrug etc. gerichtlich belangt wurde –, die haben jetzt drei Mandate im Betriebsrat. In den Büros, unter den Angestellten herrscht eher die Stimmung, dass denen das Zentrum zu sehr Bauerntheater ist. Hilburger und einige seiner Gefolgsleute sehen ja auch aus wie: Hitler steigt bald wieder aus der Gruft. Das ist vielen zu heftig. Die haben es lieber etwas softer und mit Sakko – und das finden sie in der UAG, die aber mit dem Zentrum verbandelt ist. Die verstehen sich ausgesprochen gut, deren Chef arbeitet mit dem Zentrum zusammen, und ich glaube, dass das eine taktische Entscheidung ist, zweigleisig zu fahren: ein weichgespültes »Zentrum für Angestellte« und die Hilburger-Fraktion für den gewerblichen Bereich…“
  • Erklärung des Betriebsrates Werk Untertürkheim und Entwicklung Pkw: „Der Betriebsrat distanziert sich strikt von allem rechtsradikalen und neonazistischen Gedankengut und den Aktivitäten einzelner Mitglieder“ 
    Mach meinen Kumpel nicht an!Der Betriebsrat hat sich in seiner Sitzung am 20. Februar 2018 eingehend mit der umfassenden und aktuellen Berichterstattung über Oliver Hilburger und die „Liste Zentrum“ beschäftigt und einstimmig die vorliegende Erklärung beschlossen: Seit langem sind uns die von Oliver Hilburger selbst eingeräumten Vorwürfe bekannt, nach denen er Mitglied der Neonazi-Rockband „Noie Werte“ war. (…) In einer öffentlichen Erklärung von 2010 hatte Oliver Hilburger dazu geäußert, er bezeichne sich selbst nicht als „Rechtsradikaler“ (…) Die aktuelle Berichterstattung in den öffentlichen Medien zeigt uns demgegenüber aber ein anderes Bild. Im deutlichen Gegensatz zu seinen früheren Beteuerungen fällt Oliver Hilburger spätestens seit dem vergangenen Jahr durch zahlreiche öffentliche Auftritte und Aktivitäten am rechten Rand und mit intensiven Kontakten in die rechtsextreme Szene auf. (…) Neben Oliver Hilburger waren und sind aber auch andere Betriebsrats-Mitglieder der Liste Zentrum und Mitglieder des Vereins „Zentrum Automobil“ in den zurückliegenden Monaten Gegenstand von Berichterstattungen öffentlicher Medien. (…) Die seit Wochen andauernde negative öffentliche Berichterstattung über „Zentrum Automobil“ und deren Betriebsräte hat mittlerweile dem Ruf und dem Ansehen der Arbeitnehmervertretung und der Belegschaft in der Öffentlichkeit erheblich Schaden zugefügt. Das Werk Untertürkheim erscheint in den Medien mittlerweile als ein Sammelbecken für Neonazis und ein Zentrum rechtsextremer Umtriebe. Der Betriebsrat hat sich deshalb in seiner Sitzung am 20. Februar 2018 ausführlich mit den Vorgängen beschäftigt (…) Eine direkte Auseinandersetzung mit den angesprochenen Betriebsräten war dabei nicht möglich. Statt zu den Presseberichten Stellung zu nehmen und sich im Betriebsrat darüber auseinanderzusetzen, blieben sämtliche Betr

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Source: labournet.de