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Neun-Euro-Ticket im öffentlichen Verkehr: Erster Schritt zum Nulltarif und Recht auf Mobilität?
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Dossier
„Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) bewertet auch die im Maßnahmenpaket der Regierung vorgesehene dreimonatige Verbilligung des ÖPNV als positiv. Dieses trage neben den weiteren vorgesehenen Maßnahmen zu einer Entlastung der Bevölkerung bei und erhöhe zudem die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs. (…) „Dem politischen Ziel einer Verdopplung des ÖPNV bis 2030 sind wir noch keinen Schritt nähergekommen. Die Verkehrsministerkonferenz muss jetzt die Weichen für eine gemeinsame Strategie zur Verkehrswende stellen. Dazu gehören Angebotsausbau, Investitionen in die Infrastruktur und vor allem attraktive Arbeitsbedingungen, um den Fachkräftemangel zu beenden“…“ ver.di-Pressemitteilung vom 25. März 2022
(ver.di begrüßt 90 Tage-9 Euro-Ticket im Entlastungspaket und fordert von der Verkehrsministerkonferenz Strategie in der Verkehrswende), siehe hier Beiträge sowohl aus der Sicht der Kund:innen als auch der Mobilitätsbeschäftigten (und unten zu den Hintergründen):
- Das Deutschlandticket wird immer teurer, aber für den Tankrabatt sind Milliarden da?
- Ungleiche Förderung: Sprit wird billiger, Deutschlandticket teurer
„Das Nahverkehrsabo kostet nächstes Jahr 66,80 Euro im Monat. Derweil steckt der Bund viel Geld in den Tankrabatt. Eine falsche Priorität, finden Verbände.
Der Preissprung war schon seit Monaten befürchtet worden, jetzt ist er besiegelt: Das Deutschlandticket soll ab dem 1. Januar 2027 nicht mehr 63,00 Euro, sondern 66,80 Euro pro Monat kosten. Das haben Vertreter:innen der Bundesländer am Mittwochnachmittag bekanntgegeben. Das Deutschlandticket als Jobticket soll ab Januar demnach 63,46 Euro, das Semesterticket für Studierende 40,08 Euro im Monat kosten. (…)
Um Autofahrer:innen beim Tanken zu entlasten, hat die Bundesregierung kürzlich einen neuen Tankrabatt beschlossen. Schon im Juni und Juli hatte sie die Spritpreise über eine Senkung der Energiesteuer abgedämpft – und sich das 1,6 Milliarden Euro kosten lassen. Der neue Tankrabatt tritt nun am 1. Oktober in Kraft, der Bund verzichtet so mindestens auf weitere 2,5 Milliarden Euro Steuereinnahmen. (…)„Für einen Tankrabatt sind Milliarden schnell mobilisiert“, kritisierte Pauline Schur, Teamleiterin Klima und Verkehr beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu), am Mittwoch. „Wenn es aber um bezahlbaren ÖPNV geht, sollen ausgerechnet die Menschen, die Bus und Bahn nutzen, selbst noch tiefer in die Tasche greifen.“ Schur fordert: „Wer Menschen entlasten und den Umstieg auf klimafreundliche Mobilität ermöglichen will, darf den ÖPNV nicht zum Sparposten machen.“…“ Artikel von Nanja Boenisch vom 30.9.2026 in der taz online
- Politischer Webfehler beim Deutschlandticket. Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert erneute Preiserhöhung
„Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert die Erhöhung des Deutschlandtickets von 63 auf 66,80 Euro ab Januar 2027. Bund und Länder setzen falsche Prioritäten: Seit dem 1. Oktober verbilligen sie Benzin und Diesel mit dem Tankrabatt um rund 17 Cent je Liter, die Teuerung beim ÖPNV wälzen sie dagegen auf die Fahrgäste ab. Der Tankrabatt kostet für drei Monate bis zu 2,5 Milliarden Euro. Für das Deutschlandticket stellen Bund und Länder zusammen 3 Milliarden Euro im Jahr bereit, gesetzlich fixiert bis 2030. Wer Diesel und Benzin entlastet und den Preis des Deutschlandtickets erhöht, setzt den Anreiz zum Umsteigen in die falsche Richtung. Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert, die Preisanpassung künftig an die Inflationsrate zu binden und den Rest aus öffentlichen Mitteln und Effizienzgewinnen zu decken…“ Pressemitteilung vom 5. Oktober 2026 beim Fahrgastverband PRO BAHN
- „Wir können uns das Deutschlandticket nicht leisten.“ Post von Michael Albert vom 03.10.2026 auf bsky
zur Grafik von Correctiv „Deutschlandticket im Vergleich. Das kosten Verkehrssubventionen (Jährliche Kosten für den Staat durch Zahlungen oder verminderte Steuereinnahmen in Milliarden Euro)“
- Ungleiche Förderung: Sprit wird billiger, Deutschlandticket teurer
- Deutschlandticket soll in wenigen Monaten teurer werden: „Das ist doch eine riesige Schweinerei“
„Das Deutschlandticket kostete mal 9 Euro, dann 49 Euro, 58 Euro und seit dem Jahreswechsel 63 Euro im Monat. Bahnfahrer müssen sich bald aber auf die nächste Preissteigerung einstellen, bei 63 Euro wird es 2027 aller Voraussicht nach nicht bleiben. Grund ist ein neues Berechnungsmodell der Verkehrsminister, auf das sich die Länder im Frühjahr geeinigt hatten. Der Abopreis soll nicht mehr politisch, sondern anhand eines Index aus Personal-, Energie- und allgemeinen Kosten bestimmt werden. Wie sich dieses Modell auf den endgültigen Preis auswirkt, ist noch nicht fix. Nach Informationen unserer Redaktion soll im September Klarheit herrschen. Schon jetzt zeigen aber Berechnungen des Tagesspiegel, dass der Preis steigen wird. Demnach wird das Deutschlandticket um etwa 3,40 Euro teurer, die Kosten des Abos würden also auf 66,40 Euro monatlich steigen. (…) Kritik an der mutmaßlichen Preiserhöhung kommt von der Linken: „Das ist doch eine riesige Schweinerei“, sagt Linke-Co-Chef Luigi Pantisano der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media. „Alles wird teurer, und ausgerechnet bei der Mobilität sollen die Menschen schon wieder draufzahlen.“ So werde Mobilität zum Luxus. „Die Bundesregierung redet über Klimaschutz und bezahlbare Mobilität, und gleichzeitig wird eines der erfolgreichsten Instrumente immer teurer“, sagt Pantisano, der gegenüber unserer Redaktion eine Rückkehr zum alten Modell fordert. „Die Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets und einer bundesweiten Preisgarantie wäre eine echte Kehrtwende der Vernunft und könnte die Sternstunde des neuen Verkehrsministers Bilger werden.“ (…) Aktuell zeichnet sich ein Wegfall des Deutschlandtickets eher nicht ab. Teuer werden wird das Abo-Modell aber vermutlich schon.“ Artikel von Andreas Schmid vom 11. August 2026 in der Frankfurter Rundschau online
- Petition von Deutsche Umwelthilfe: Wir sagen NEIN zu weiteren Subventions-Geschenken für Autofahrer: Fordere jetzt das 29€-Deutschlandticket! „… während die Ölkrise die Preise nach oben treibt und Millionen Menschen unter hohen Mobilitätskosten leiden, beschließt die Politik schon wieder neue Subventionen fürs Auto. Der Tankrabatt wird in Zeiten des drohenden Kraftstoffmangels als Lösung präsentiert, während die wirksamste Entlastung für Millionen Menschen auf der Strecke bleibt: ein bezahlbares Deutschlandticket. Deshalb machen wir jetzt Druck für ein bundesweit gültiges 29-Euro-Ticket für mindestens 12 Monate. Billiger Sprit sorgt für mehr Verbrauch und mehr fossile Abhängigkeit, statt weniger! Was wir brauchen, ist bezahlbare Mobilität für alle!..“ Aufruf von Deutsche Umwelthilfe zur Petition

- „Entlastung“ als ein milliardenschweres Geschenk an ein überholtes System: 29-Euro-Deutschlandticket statt Verbrenner-Subventionen – Mobilität für alle!
„Seit Beginn der Ölkrise wird pausenlos über Entlastungen fürs Auto diskutiert – CSU-Chef Markus Söder fordert eine weitere Erhöhung der Pendlerpauschale, aus der CDU wird die Forderung nach Steuersenkungen auf Kraftstoffe laut. Doch was hier als „Entlastung“ verkauft wird, ist in Wahrheit ein milliardenschweres Geschenk an ein überholtes System – bezahlt von uns allen. Während Mineralölkonzerne Rekordgewinne einfahren, bleibt eine echte Lösung für die Menschen aus. Wir brauchen soziale, klimaschützende und krisenfeste Maßnahmen! Genau deshalb fordern wir jetzt ein bundesweit gültiges 29-Euro-Ticket…“ Unterschriftenliste der Deutschen Umwelthilfe
und dazu:
- „Das Deutschlandticket kostet die Bundesregierung 1,5 Milliarden Euro für das ganze Jahr. Der ineffektive Tankrabatt soll für nur 2 Monate 1,6 Milliarden Euro kosten. (Wenn es wie 2022 läuft, kostet er am Ende 3,2 Milliarden Euro pro Quartal.)“ Post von Der Volksverpetzer vom 14.04.2026 auf bsky

- Siehe zum aktuellen Hintergrund: Entlastungspaket der Bundesregierung: „Fossile Antworten auf fossile Krise“ – die „pragmatische Sicht der IG Metall ist angekommen“, Mobilität für alle abgelehnt
- „Das Deutschlandticket kostet die Bundesregierung 1,5 Milliarden Euro für das ganze Jahr. Der ineffektive Tankrabatt soll für nur 2 Monate 1,6 Milliarden Euro kosten. (Wenn es wie 2022 läuft, kostet er am Ende 3,2 Milliarden Euro pro Quartal.)“ Post von Der Volksverpetzer vom 14.04.2026 auf bsky
- Preiserhöhung beim „Deutschlandticket“: Kostenfreier ÖPNV immer noch erste und bezahlbare Option – beitragsfinanziert und fahrscheinfrei als ein Weg dahin?
- Neues Konzept soll Deutschlandticket ersetzen: Bus und Bahn ohne Kontrollen
„Bus und Bahn ohne Ticketautomaten und Kontrollen. Eine NGO hat ein Konzept für einen beitragsfinanzierten Nahverkehr vorgestellt – als Ersatz des Deutschlandtickets.
Eine Art Deutschlandticket für alle, allerdings nicht für 58 Euro im Monat wie derzeit, sondern für maximal 29 Euro: Das sieht das Konzept für einen beitragsfinanzierten ÖPNV vor, das am Dienstag von der NGO „Dialog-Gesundheit-Klima“ (DGK) aus Alfter/NRW vorgestellt wurde – anlog zur GEZ-Gebühr bei Rundfunk und TV. Ein gesetzlich geregelter Beitrag, den alle Erwachsenen und auch Unternehmen entrichten, könnte danach das Deutschlandticket ersetzen und den Ausbau des Nahverkehrs dauerhaft sichern, heißt es zur Begründung. Alle Menschen könnten den Nahverkehr dann ohne Ticket überall in Deutschland nutzen.
Höhe des Deutschlandticket-Ersatzes richtet sich an ÖPNV-Qualität vor Ort
Die Höhe des Beitrags richtet sich dabei danach, welche Qualität der Nahverkehr am jeweiligen Ort hat. In Mittel- und Großstädten würden 29 Euro fällig, auf dem flachen Land mit geringem Angebot nur zehn Euro. Weitere Einnahmen kämen von Unternehmen, die mit einem guten ÖPNV versorgt sind (20 Euro pro Person) sowie von Besucher:innen aus dem Ausland, wenn sie in Hotels oder Pensionen übernachten (drei Euro pro Übernachtung).
Die Gesamteinnahmen lägen laut Konzept mit 21,5 Milliarden Euro pro Jahr um rund fünf bis sechs Milliarden höher als die Tarifeinnahmen, die die Verkehrsbetriebe zuletzt verbuchten. Dieses Geld soll zweckgebunden genutzt werden, um den Betrieb des ÖPNV zu verbessern und das Angebot auszuweiten. Die bisher aus Steuergeldern aufgebrachten Co-Finanzierung des Nahverkehrs soll dabei weiterlaufen…“ Artikel von Joachim Wille vom 24.09.2025 in der FR online
über - ÖPNV nachhaltig finanzieren und fahrscheinfrei nutzen
Präsentation zur Presse-Konferenz vom 23.9.2025
vom Dialog-Gesundheit-Klima e.V. und dort das Buch zum Konzept
: Einfach mitfahren. Busse und Bahnen nachhaltig finanzieren und fahrscheinfrei nutzen - Teures Deutschlandticket: Unverschämt und schlecht
„… Dass das nicht ewig so weitergehen konnte, war schnell klar. Das Deutschlandticket lag schon beim Einführungspreis knapp über dem für Mobilität vorgesehenen Anteil am Bürgergeld. Das Versprechen der Mobilität für alle brach das Deutschlandticket also schon damals. Mit dem neuen Preis von 63 Euro ist es zwar immer noch günstiger als die alten Abos der Verkehrsverbünde, mehr aber auch nicht. Hinzu kommen immer mehr Einschränkungen im Bahnverkehr, weil Netz und Material zunehmend marode sind. Pünktlichkeit wird immer mehr zur Glückssache, was die Preiserhöhung auch einfach unverschämt macht. Wirklich schlecht ist aber, dass das Ticket mit jeder Preiserhöhung weniger zur Mobilitätswende beiträgt. Schon die vergangenen Erhöhungen haben die Zahl der Abonent*innen verringert. Das wird auch bei dieser Runde wieder passieren. Da wird auch keine, von einigen Verkehrsministern angekündigte, Werbekampagne helfen…“ Kommentar von Sebastian Weiermann vom 19.09.2025 in ND online
- „«Die Einführungen eines kostenfreien ÖPNVs für alle Bürgerinnen und Bürger würde den Staat zwischen 12 bis 15 Milliarden Euro pro Jahr kosten.» Der Zuschuss für das #Deutschlandticket beträgt nur rund 10% davon, 1,5 Mrd.€. Klarer können die Prioritäten nicht sein.“ Post von Wolfgang Leiendecker vom 20.9.25 auf bsky

- Neues Konzept soll Deutschlandticket ersetzen: Bus und Bahn ohne Kontrollen
- „Das ist der Grabstein für das Deutschlandticket“: Die Finanzierung für das einstige 49-Euro-Ticket ist nur noch für das laufende Jahr geregelt. Für die Zeit danach droht ein erneuter Preissprung
„Angesichts der neusten Pläne der Bundesregierung zur Fortführung des Deutschlandtickets bezweifeln Bayerns Kommunen offen eine tragfähige Finanzierung. „Das vom Bund geplante Gesetz zur Fortführung des Deutschlandtickets ist faktisch eine Beerdigung zweiter Klasse. Die vorgesehenen Mittel reichen bei Weitem nicht, um die Mehrkosten für die Verkehrsunternehmen auszugleichen“, betonte Verbandspräsident Thomas Karmasin (CSU). Die Landkreise könnten kein zusätzliches Defizit schultern. „Wir sind nicht der Ausfallbürge des Bundes.“ „Wenn der Bund nicht willens ist, das von ihm politisch bestellte Deutschlandticket auch dauerhaft zu finanzieren, gehört es abgeschafft“, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr beim bayerischen Landkreistag, Franz Löffler (CSU). (…) Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Deutschlandticket sieht vor, dass der Bund auch im kommenden Jahr 1,5 Milliarden Euro zur Finanzierung des Tickets dazu gibt. Dafür soll das Regionalisierungsgesetz geändert werden. Knackpunkt ist aber, wie mögliche Mehrkosten für die Verkehrsunternehmen ausgeglichen werden sollen – über die drei Milliarden Euro hinaus, die Bund und Länder bereitstellen. Sowohl der Bund als auch viele Länder hatten auf eine angespannte Haushaltslage verwiesen. (…) Festgeschrieben ist die Finanzierung im Regionalisierungsgesetz aber nur noch für 2025. Über die Finanzierung der Mehrkosten verhandeln Bund und Länder. Sollte es keine Einigung geben, droht eine erneute Preissteigerung…“ Meldung vom 1. August 2025 in der Süddeutschen Zeitung online
- Nach der Preiserhöhung zum Jahreswechsel hat das Deutschlandticket eine Million Nutzer:innen verloren, doch statt Senkung droht die nächste Preiserhöhung
- Deutschlandticket noch teurer? CDU-Verkehrsminister stellt umstrittenen Plan vor
„Trotz deutlicher Verteuerung des beliebten Deutschlandtickets im Januar bestehen die Finanzierungssorgen weiter. Der neue Verkehrsminister deutet nun offen auf kommende Preissprünge hin.
Berlin – Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erwägt eine Kopplung des Preises für das Deutschlandticket an die Inflationsrate. „Wir brauchen einen funktionierenden Mechanismus, damit wir nicht jedes Jahr neu verhandeln müssen“, sagte Schnieder den Zeitungen der Funke Mediengruppe von Freitag (4. Juli). „Ein Modell, über das wir mit den Ländern diskutieren, ist die Kopplung des Ticketpreises an die Inflationsrate.“ Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) hielt eine solche Regelung für nicht ausreichend. (…) Linken-Fraktionsvize Luigi Pantisano übte indes Kritik an den Äußerungen Schnieders. „Mit einem teureren Deutschlandticket würde Verkehrsminister Schnieder massiv die Mitte der Gesellschaft belasten“, erklärte der verkehrspolitische Sprecher für Bahn und ÖPNV der Fraktion.“ Artikel von Leon Fasse vom 05.07.2025 in der FR online
- Nach Preiserhöhung: Deutschlandticket verliert eine Million Nutzerinnen und Nutzer
„… Laut einer Studie nutzen weniger Menschen das Deutschlandticket. Nach der Preiserhöhung zum Jahreswechsel brach die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer um mehr als eine Million ein. Das berichtet die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« unter Berufung auf eine noch nicht veröffentlichte Marktforschung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der Deutschen Bahn. Zum Jahreswechsel stieg der Preis des Tickets von 49 auf 58 Euro. Laut der Studie sank die Nutzerzahl dadurch im Januar auf 13,4 Millionen, im Dezember seien es noch 14,5 Millionen gewesen. (…) »Wenn man das Deutschlandticket zu einem verkehrspolitischen Erfolg machen will, muss man es jetzt dauerhaft verankern – sowohl in der Finanzierung, in der Ausgestaltung und auch mit einer deutschlandweiten Bewerbung«, sagte der VDV-Geschäftsführer für den ÖPNV, Alexander Möller, der »FAZ«. Union und SPD hatten festgelegt, das Deutschlandticket »über 2025 hinaus« fortzusetzen. Preissteigerungen soll es erst ab 2029 geben – dann werde »der Anteil der Nutzerfinanzierung schrittweise und sozialverträglich erhöht«, heißt es im Koalitionsvertrag. In den Jahren 2023 bis 2025 zahlten Länder und Bund jeweils 1,5 Milliarden Euro für das D-Ticket, um Einnahmeausfälle bei den Verkehrsbetrieben auszugleichen.“ Meldung vom 2. Juli 2025 im Spiegel online
- Weniger D-Tickets verkauft: Grünen-Fraktionschefin will zurück zum 49-Euro-Ticket
„… Angesichts sinkender Nutzerzahlen beim Deutschlandticket fordert die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katharina Dröge, den Ticketpreis wieder zu senken. „Das Deutschlandticket sollte wieder ein 49-Euro-Ticket sein. Und dauerhaft bleiben“, sagte Dröge dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) am Donnerstag. Vor allem für viele junge Menschen sei das Ticket zu teuer geworden. „Dabei war das Ticket ein großer Erfolg: Es hat Bus und Bahn auch für Auszubildende, Studierende und Menschen mit geringem Einkommen bezahlbar gemacht.“…“ Artikel von Andrea Barthélémy vom 3. Juli 2025 in RND
- Deutschlandticket noch teurer? CDU-Verkehrsminister stellt umstrittenen Plan vor
- Nach Bund-Länder-Treffen: Finanzierung von Deutschlandticket weiter ungeklärt – dabei war das 9-Euro-Ticket schon 9 Euro zu teuer
- Nach Bund-Länder-Treffen: Finanzierung von Deutschlandticket weiter ungeklärt
„Dass es das Deutschlandticket weiter geben soll, gilt als sicher. Auch der Preis soll erst mal stabil bleiben. Doch bei der Frage der Finanzierung hakt es: Bund und Länder streiten über Mehrkosten, die gestemmt werden müssen. Nach der Sonderkonferenz der Verkehrsminister zur Zukunft des Fahrscheins teilten die Ministerinnen und Minister in einem gemeinsamen Beschluss mit, dass sie – abgesehen von den bislang zugesagten 1,5 Milliarden Euro pro Jahr – keine weiteren Mittel für den Erhalt des Tickets beisteuern wollen. Als Knackpunkt gilt die Frage, wie mögliche Mehrkosten für die Verkehrsunternehmen ausgeglichen werden sollen. „Wir Länder, wir stehen zum Deutschlandticket“, sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) im Anschluss an die Sitzung. Über die 1,5 Milliarden Euro, die die Länder bisher zugesagt haben, könnten diese aber nicht mehr zahlen, teilte er ebenfalls mit. Bayern hat derzeit den Vorsitz in der Verkehrsministerkonferenz (VMK). Bernreiter verwies auf weitere Verhandlungen während der nächsten regulären VMK-Sitzung im Herbst in Straubing. (…) Die Ministerinnen und Minister erklärten sich in Berlin grundsätzlich bereit zum Erhalt des Deutschlandtickets über das Jahr 2025 hinaus. „Bund und Länder bekennen sich dazu“, sagte ebenfalls die saarländische Verkehrsministerin Petra Berg (SPD). Auch der neue Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) habe, so Berg weiter, „gesagt, dass er auch weiter mit ihm Boot bleibt“.
Die Bundesregierung habe beschlossen, den Preis des Tickets bis 2029 nicht zu erhöhen, zitiert die Nachrichtenagentur AFP die Saarländerin. „Das bedeutet für uns Länder, dass der Bund dann auch die Mehrkosten tragen muss.“…“ Meldung vom 27.06.2025 in tagesschau.de
, siehe auch: - Was kostet es statt was ist es uns wert. Wie rauskommen aus falscher Denke in der Mobilität!?
„Was wäre möglich, wenn ein Bundesverkehrsminister das über das Auto sagen würde? Würde uns diese Ehrlichkeit erschrecken? Begeistern? Aber keine Sorge, er sagt es über das Deutschlandticket. Von mir ein paar Zahlen… Die wahren Kosten des Autofahrens sind deutlich höher als angenommen…“ Beitrag vom 27. Juni 2025 von und bei Katja Diehl
- „Das Deutschlandticket ist jetzt schon zu teuer. Es darf nicht noch teurer werden, sondern muss im Gegenteil günstiger werden. Übrigens war auch das 9€-Ticket schon 9 Euro zu teuer. Was es braucht, ist der Nulltarif. Denn nur der ist sozial und ökologisch. Und genau das wäre ein klares Zeichen für die Verkehrswende, um das Recht auf Mobilität wieder für alle zu ermöglichen.“ (Tobi Rosswog: VW Wolfsburg und „VerkehrsWendestadt“)
- Nach Bund-Länder-Treffen: Finanzierung von Deutschlandticket weiter ungeklärt
- Petition: Mobilität für alle – Deutschlandticket retten
„Das Deutschlandticket ist in Gefahr: Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) streitet mit den Ländern, wer zukünftig die Kosten tragen soll. Dabei sind Millionen Menschen auf das Ticket angewiesen, um zur Arbeit zu kommen oder in den Urlaub zu fahren. Unterzeichne jetzt unseren Appell. Mehr als 13,5 Millionen Bundesbürger*innen sind mit dem Deutschlandticket unterwegs – preiswert und klimafreundlich. Führen Sie diese Erfolgsgeschichte fort und sorgen Sie dafür, dass noch mehr Menschen davon profitieren können: – Einigen Sie sich auf eine dauerhafte Finanzierung, damit das Ticket in den nächsten Jahren nicht teurer wird. – Sorgen Sie dafür, dass sich so viele Menschen wie möglich klimafreundliche Mobilität leisten können und führen Sie ein bundesweites Jugend-, Azubi- und Sozialticket für maximal 29 Euro ein. Kinder bis 14 Jahren sollten im Nah- und Regionalverkehr kostenlos fahren dürfen. – Nutzen Sie die neuen Spielräume des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaschutz, um massiv in den Ausbau und die Barrierefreiheit von Bus und Bahn zu investieren. Denn nur mit guter Infrastruktur und zuverlässiger Taktung wird der öffentliche Nahverkehr überall eine echte Alternative zum Auto…“ campact-Petition vom Juni 2025
- Klare Mehrheit für Fortführung und Ausbau des Deutschlandtickets – Einführung eines bundesweit einheitlichen „Deutschlandticket Sozial“ für 25 Euro im Monat gefordert
- Umfrage zum Deutschlandticket: Klare Mehrheit für Fortführung und Ausbau
„Das Bekenntnis zum Deutschlandticket durch die sich abzeichnende Koalition aus Union und SPD ist ein wichtiges Signal für eine bezahlbare und klimafreundliche Mobilität. Eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag des Bündnisses sozialverträgliche Mobilitätswende unter Nutzer*innen des Deutschlandtickets unterstreicht dessen hohe Relevanz. Mit Blick auf die anstehende Verkehrsminister*innenkonferenz betont das Bündnis: “Jetzt sind die Länder in der Pflicht, sich mit dem Bund auf eine langfristige Finanzierung des Tickets ohne Ablaufdatum zu einigen, ein bundesweit gültiges Sozialticket einzuführen und gemeinsam den Ausbau und die Verbesserung des ÖPNV-Angebots voranzutreiben. Wie wichtig das Ticket in Kombination mit passenden Angeboten für den Zugang zu Mobilität ist, zeigt die aktuelle Umfrage.” Die Befragung unter den rund 13,5 Millionen Abonnent*innen des Deutschlandtickets kommt zu dem Ergebnis, dass für 89,3 Prozent eine langfristige Fortführung des Tickets wichtig ist. Ohne das Deutschlandticket würden die individuellen Mobilitätskosten bei mehr als zwei Drittel der befragten Personen steigen (69,6 Prozent) – und das in einer Zeit, in der viele Menschen dringend auf finanzielle Entlastung angewiesen sind. Auch für den Klimaschutz ist das Deutschlandticket relevant…“ DGB-Meldung vom 1. April 2025
mit den Befragungsergebnissen und mehr Hintergründen - [Studie] Deutschlandticket Sozial: Mobilität als Wohnort-Lotterie – Der Paritätische fordert daher die Einführung eines bundesweit einheitlichen „Deutschlandticket Sozial“ für 25 Euro im Monat
„… Das 9-Euro-Ticket im Sommer 2022 machte deutlich, wie groß der Bedarf an bezahlbarer Mobilität ist. Besonders für Menschen mit geringen Einkommen bedeutete es eine erhebliche Entlastung. Mit der Einführung des Deutschlandtickets für zunächst 49 und mittlerweile 58 Euro pro Monat stehen jedoch viele Menschen vor enormen finanziellen Hürden. Menschen mit niedrigen Einkommen und Armutsbetroffene können sich das Ticket oft nicht leisten. Das Ziel eines „Deutschlandtickets für alle“ bleibt damit unerfüllt. Der Sozialticket-Atlas zeigt einen Tarif-Flickenteppich mit gravierenden Lücken: Die Verfügbarkeit vergünstigter Nahverkehrstickets in Deutschland ist extrem uneinheitlich und ohnehin eher die Ausnahme. Während Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen sowie 28 Kommunen Sozialtarife für das Deutschlandticket anbieten, fehlen solche Angebote in großen Teilen des Landes komplett. Auch bei den Preisen gibt es erhebliche Unterschiede: In Würzburg kostet das vergünstigte Deutschlandticket nur 15 Euro, in Magdeburg hingegen 53 Euro. Auch bei den regional gültigen Sozialtickets gibt es je nach Region erhebliche Unterschiede, sowohl bei den Zugangsberechtigungen, als auch im Preis. Besonders problematisch: In 243 von 497 Landkreisen und Kommunen gibt es gar keine Sozialtarife. Zudem ist ein Stadt-Land-Gefälle erkennbar: Während drei von vier städtische Kommunen ein Sozialticket anbieten, ist es nur eine von drei ländlichen Kommunen. (…) „Der Flickenteppich bei Sozialtickets verschärft soziale Ungleichheiten“, warnt Katja Kipping, Geschäftsführerin des Paritätischen Gesamtverbandes und Abteilungsleiterin Sozial- und Europapolitik. „Wir brauchen ein einheitliches Sozialticket, das diese unwürdige und ungerechte Wohnort-Lotterie beendet“ Notwendig sei die Einführung eines bundesweit gültigen „Deutschlandticket Sozial“ für 25 Euro monatlich. Dieses soll für alle Sozialleistungsempfangenden gelten, also Beziehende von Bürgergeld, Wohngeld, Kinderzuschlag, Sozialhilfe, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sowie Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz. Die Finanzierung eines Deutschlandticket Sozial wäre durch Umschichtungen innerhalb des Verkehrsbudgets leicht möglich: Allein 2020 flossen 25 Milliarden Euro in klimaschädliche Subventionen im Verkehrssektor. Ein bundesweites Sozialticket würde weniger als 1,5 Prozent dieser Summe erfordern. Auch der europäische Klima- und Sozialfonds für Wärme und Verkehr könnte für eine Übergangsfinanzierung genutzt werden…“ Pressemitteilung vom 3. April 2025 beim Paritätischen Gesamtverband
zum 36-seitigen Sozialticket-Atlas

- Umfrage zum Deutschlandticket: Klare Mehrheit für Fortführung und Ausbau
- Dringlichkeitsappell von Verbänden und Organisationen: Deutschlandticket sichern, nötigen ÖPNV-Ausbau finanzieren!
„Anlässlich der anstehenden Abstimmung im Bundestag fordern zahlreiche Verbände und Organisationen von der CDU und CSU, einer sozial gerechten Gestaltung des ÖPNV nicht im Weg zu stehen. Seit Mai 2023 ermöglicht das Deutschlandticket die bundesweite Nutzung des Nahverkehrs, vereinfacht das Tarifsystem und fördert den Klimaschutz. Mit 13 Millionen Abonnent*innen ist es sehr beliebt. Doch der Fortbestand ist gefährdet: Bereits im Januar soll der Preis steigen, und die Finanzierung ist ab Ende 2025 völlig unklar. Das sorgt für Unsicherheit bei Fahrgästen und Verkehrsunternehmen. Wir fordern die CDU und CSU auf, Planungssicherheit zu schaffen und die Mobilitätswende aktiv mitzugestalten:
– Deutschlandticket langfristig sichern: Die anhaltenden Diskussionen über Preis und Finanzierung gefährden den Erfolg des Deutschlandtickets. Daher sollten die CDU und CSU in der kommenden Woche wie angekündigt der Übertragung von Restmitteln auf die Folgejahre zustimmen und darüber hinaus eine Entfristung des Tickets ermöglichen.
– Einführung eines bundesweit einheitlichen Sozialtickets: Mobilität ist eine zentrale Voraussetzung für soziale Teilhabe. Der Zugang zu Arbeit, Bildung und gesellschaftlichem Leben darf nicht am Ticketpreis scheitern. Der aktuelle Flickenteppich regionaler Sozialtickets schafft Ungerechtigkeiten und Lücken. Dieser Zustand muss mit einem bundesweit gültigen, einheitlichen Sozialticket für maximal 29 Euro behoben werden, damit alle Menschen unabhängig vom Wohnort bezahlbaren Zugang zu Mobilität haben.
– Ausreichende Finanzierung eines zügigen ÖPNV-Ausbaus: Um Qualität und Angebot des öffentlichen Nahverkehrs mit der steigenden Nachfrage und Klimaschutzzielen in Einklang zu bringen, ist ein zügiger ÖPNV-Ausbau notwendig. Daran müssen sich Bund, Länder und Kommunen fair beteiligen. Der Bund ist hier besonders gefordert: Deutlich mehr Investitionen in zusätzliche Verkehrsangebote, Personal und Fahrzeuge sind unerlässlich, um den öffentlichen Nahverkehr fit für die Zukunft zu machen…“ Pressemitteilung vom 13. Dezember 2024 bei Attac Deutschland
von BUND, Attac Deutschland, Greenpeace Deutschland, Paritätischer Gesamtverband, VCD, ver.di - Deutschlandticket: Finanzierung für 2025 gesichert. Union lenkt nach heftigem Finanzstreit ein und stimmt der Mittelübertragung zu „Angesichts von Millionen Wahlberechtigten, die aktuell das Deutschlandticket nutzen und ohne dieses Angebot deutlich tiefer in die Tasche greifen müssten, will die Unionsfraktion im Bundestag es nun doch nicht mehr kippen. (…) Lange erklärte das Einlenken seiner Fraktion laut einem Bericht der ARD-tagesschau so: „Der Sachverhalt ist nämlich ganz einfach: Die Restmittel des Bundes aus dem Jahr 2023 für den öffentlichen Nahverkehr liegen bereits bei den Ländern. Diese sollen sie auch behalten und nutzen. Damit ist das Deutschlandticket im Jahr 2025 gesichert.“ Die nötigen Beschlüsse würden aber erst nach der Vertrauensfrage des Kanzlers gefasst. Grundlage für die Übertragung der Mittel ist eine Änderung des Regionalisierungsgesetzes, die durch das Ampel-Aus kurzzeitig auf der Kippe stand. Der Preis des bundesweit gültigen Monatstickets für U-Bahn, Tram, Busse und Bahnen des öffentlichen Nah- und Regionalverkehrs liegt aktuell noch bei 49 Euro und soll im Januar auf 58 Euro steigen. (…) Eine neue Bundesregierung müsse sich „klar zum Deutschlandticket bekennen und gemeinsam mit den Ländern schnellstmöglich eine langfristige und gesicherte Finanzierung auf den Weg bringen“, hatte Gregor Kolbe, Referent beim Verbraucherzentrale Bundesverband, den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt. Was im übernächsten Jahr aus dem Angebot wird, wenn die neue Regierung erst einmal im Amt ist, bleibt abzuwarten.“ Beitrag von Claudia Wangerin vom 15. November 2024 bei Telepolis

- Die Preiserhöhung beim Deutschlandticket könnte den Klimanutzen des Tickets fast halbieren.
„Die Preiserhöhung für das Deutschlandticket könnte den Klimanutzen fast halbieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue wissenschaftliche Auswertung durch Wissenschaftler des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC Berlin) im Rahmen des Ariadne-Projekts. Laut den Wissenschaftlern hat das Deutschlandticket die CO₂-Emissionen des Verkehrssektors im ersten Jahr seiner Einführung (Mai 2023 bis April 2024) um „etwa 6,7 Millionen Tonnen“ gesenkt – das entspricht fast fünf Prozent der gesamten CO₂-Emissionen des Verkehrssektors. Die Anzahl der Zugfahrten über 30 Kilometer habe um 30 Prozent „deutlich zugenommen“. Die Nutzung des Autos habe – mit insgesamt 7,6 Prozent weniger gefahrener Autokilometer – deutlich abgenommen. Durch die kürzlich beschlossene Preiserhöhung ab dem Jahr 2025 um neun Euro auf 58 Euro werden viele Bürger allerdings wieder auf das Auto umsteigen, so die Prognose. Laut Ariadne-Prognosen werden:
– Die Fahrten im Zugverkehr wieder um etwa 14 Prozent zurückgehen.
– Die gefahrenen Kilometer im Autoverkehr um etwa 3,5 Prozent zunehmen.
– Die Emissionsminderung pro Jahr werde auf 3,6 Millionen Tonnen CO₂ zurückgehen.
Die Wissenschaftler haben Mobilitätsdaten ausgewertet und für ihre Studie ein modellhaftes Deutschland erstellt, in dem das Deutschlandticket nicht eingeführt wurde. Diese Methodik erlaube es, tatsächlich kausale Zusammenhänge zu untersuchen und Faktoren, die die Ergebnisse bei einem Vorher-Nachher-Vergleich beeinflussen könnten, zu vermeiden.“ Meldung vom 7. Oktober 2024 von und bei TableMedia
– alle Details zur MCC-Studie
sind bei der Auswertung des Deutschlandtickets zu finden - Erneute Preiserhöhung beim „Deutschlandticket“: Grabstein für Verkehrswende und nicht ohne Sozialticket – auch nicht ohne Proteste?
- Deutschlandticket ab dem kommenden Jahr teurer – Grabstein für Verkehrswende?
„Der Fahrgastverband PRO BAHN hält geplante Preiserhöhung des Deutschlandtickets von 49 auf 58 Euro (plus 18 Prozent) für nicht akzeptabel. Dass die Länder die von ihnen erhofften Mehreinnahmen in Angebotsverbesserungen und Infrastruktur stecken, sei unglaubwürdig. Dagegen werden insbesondere die Neukunden, die durch das Deutschlandticket gewonnen wurden, bitter enttäuscht. Gerade in den vielen Regionen, wo Bahn und Bus aufgrund fehlender Angebote oder Unzuverlässigkeit schlecht ausgestellt, erwartet PRO BAHN einen Rückgang der Fahrgastzahlen, woanders eher Stagnation statt der angestrebten Verdopplung. Die Verkehrsminister der Ländern haben sich heute nach langem Streit auf die Erhöhung geeinigt…“ Meldung vom 23. September 2024 vom Fahrgastverband Pro Bahn
- Preiserhöhung für 49-Euro-Ticket ist ein Fehler – VCD sieht Verkehrswende bedroht
„… Heute ist kein guter Tag für die Verkehrswende: Der Preis für das 49-Euro-Ticket wird ab Januar voraussichtlich steigen, und die Finanzierung ab 2026 bleibt offen. Die Zahl der Abos, die zuletzt mit 13 Millionen einen Rekordstand erreichte, wird sinken, wie Untersuchungen zeigen. Eines der wichtigsten Projekte für die Verkehrswende droht zu scheitern. Der VCD vermisst die Bereitschaft von Bund und Ländern, das 49-Euro-Ticket preisstabil zu halten und auszubauen. Statt den Preis zu erhöhen, sollten die Länder Jugend- und Sozialtickets auf das 49-Euro-Ticket ausrichten und so weitere Abos generieren. Hamburg macht es vor. Der Bund sollte seinen Anteil an der Finanzierung erhöhen und zum Ausgleich umweltschädliche Subventionen abbauen. Die Ampel-Koalition hat versprochen, die Fahrgäste auf der Schiene bis 2030 zu verdoppeln – daraus wird nichts, wenn sie weiter ihre eigenen Erfolgsprojekte sabotiert.“ VCD-Pressemitteilung vom 23. September 2024
- Bund zum Deutschlandticket: Bei Preiserhöhung muss Sozialticket kommen
„Wenn der Preis für das Deutschlandticket auf 58 Euro erhöht wird, muss ein deutschlandweit gültiges und einheitliches Sozialtickets für maximal 29 Euro kommen. Schon die 49 Euro waren für Menschen mit geringem Einkommen, Auszubildende, Schüler*innen und Studierende oft zu teuer. Zudem braucht es ein klares Bekenntnis von Bund und Ländern, das Deutschlandticket als dauerhaftes Angebot über die aktuelle Legislaturperiode hinaus festzuschreiben. Dies muss bald geschehen. Und noch etwas steht im Hausaufgabenheft von Verkehrsminister Volker Wissing (FDP): der Ausbau- und Modernisierungspakt, mit dem massive Investitionen in Busse und Bahnen verbunden sein müssen. Für ein verlässliches, flächendeckendes und barrierefreies Mobilitätsangebot für alle…“ BUND-Pressemitteilung vom 23. September 2024
mit 7-seitigen BUND-Hintergrundpapier zum Deutschlandticket
(Stand 04/2023) - „Wir haben Milliarden für die Subventionierung von Diesel, Milliarden für die Pendlerpauschale, damit Menschen für den Weg zur Arbeit den PKW nehmen, Milliarden dafür Geschäftswagen günstig zu halten und für die Undankbaren, die immer noch meinen, trotzdem Bahn fahren zu müssen erhöhen wir die Preise“ Post und Grafik von Guido Kühn am 24.09.2024 auf bsky

- „deine Bahnfahrt zur Arbeit ist ein perverser Luxus für den du gefälligst selbst zu zahlen hast
die Autobahn unter meinem Porsche ist ein gottgegebenes Recht für das die Allgemeinheit zu zahlen hat“ Tweet von E L H O T Z O vom 24. Sep. 2024
und zuvor am 23.9.
: „in Frankreich würden wegen sowas in jeder Großstadt Straßenzüge brennen und das komplette Land eine Woche mit Streiks lahmgelegt werden“ zur Meldung der Preiserhöhung
- Deutschlandticket ab dem kommenden Jahr teurer – Grabstein für Verkehrswende?
- [BVG] Ärger mit dem Sozialticket: Armutsnachweise, bitte! Eine 7 Euro-Lösung mit der Sozialverwaltung wurde von beiden Seiten verschwiegen
„Eine App sollte das Fahren mit Sozialticket erleichtern. Doch nun scheitert sie am Datenschutz. Eine Lösung ist nicht in Sicht.
Fast ein Jahr lang schon macht es Ärger – und eine Lösung für das Sozialticket ist weiter nicht in Sicht. Einig ist man sich in der Koalition offenbar nur darüber, dass es mit der geplanten App nichts wird. Sie sollte es den Beziehern von Sozialleistungen einfach machen, mit dem vergünstigten 9-Euro-Monatsticket zu fahren. „Aber das ist datenschutzrechtlich unmöglich, sagen Bundes- und Landesdatenschutzbeauftragte unisono“, erklärt der SPD-Sozialpolitiker Lars Düsterhöft. Die aktuelle Übergangslösung könnte dauerhaft bleiben: Sozialticket-Nutzer müssen bei BVG-Kontrollen zusätzlich einen Leistungsbescheid ihrer Behörde vorzeigen. Die einzige Alternative wäre die Rückkehr zum alten Berlin Pass. (…) Der Berlin Pass wurde Anfang 2023 eingestellt, um die Bürgerämter zu entlasten und die Verwaltung zu digitalisieren. Stattdessen sollten Sozialleistungsempfänger automatisch einen Berechtigungsnachweis erhalten, um eine VBB Kundenkarte S zu beantragen. Das Sozialticket ist nur mit dieser Karte gültig, um Betrug vorzubeugen. (…) Viele Ämter kamen allerdings mit dem Verschicken dieses Berechtigungsnachweises nicht hinterher, Betroffene warteten teils Monate darauf. Andere scheiterten an der zunächst nur digital möglichen Beantragung der Kundenkarte S bei der BVG. So kam es, dass viele Menschen notgedrungen schwarzfuhren. Das wurde auch nicht besser, als im Oktober 2023 die bis heute geltende Übergangslösung eingeführt wurde, wonach ein Nachweis, dass man Leistungen von einer Sozialbehörde erhält, ausreicht. Insgesamt bekamen bis Jahresende mindestens 10.000 Menschen bei Kontrollen ein „erhöhtes Beförderungsentgelt“ (EBE) von 60 Euro aufgebrummt. (…) Wie sich zeigt, hat es wohl auch keine richtige Lösung für die vielen Menschen gegeben, die unverschuldet EBEs kassiert haben. Im Winter hatten Politiker und Initiativen gefordert, dass den Betroffenen die 60 Euro rückwirkend erlassen werden. Nun erfuhr die taz von der im Schillerkiez angesiedelten „Bewegung 9 Euro Ticket“, dass eine Person zwei Rechtstitel bekommen habe – sie hatte drei EBE bekommen, weil ihr der Nachweis zum Sozialticket fehlte, diese dann aber nicht bezahlt. „Schlimmstenfalls droht eine Ersatzfreiheitsstrafe“, so die Initiative. (…) Aus der Sozialverwaltung erfuhr die taz, man habe sich seinerzeit mit der BVG geeinigt, dass Menschen, die nachweislich die 60 Euro nicht zahlen könnten, nur eine „Verwaltungsgebühr“ von 7 Euro zahlen müssten – aber dies sei nicht nach außen kommuniziert worden, damit nicht „tausende ankommen“. Bei der BVG heißt es, bereits eingeleitete EBE-Verfahren „pauschal und ungeprüft einzustellen“, sei tarifrechtlich nicht möglich.“ Artikel von Susanne Memarnia vom 28. August 2024 in der taz online
- Deutschland-Semesterticket: Vom Preis des Deutschlandtickets entkoppeln, Obergrenze festlegen
„… Der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) und das Deutsche Studierendenwerk (DSW) fordern Bund und Länder auf, für das Deutschland-Semesterticket für Studierende eine neue Berechnungsgrundlage und eine mehrjährige Preisobergrenze einzuführen. Anstatt dass das Deutschland-Semesterticket jeweils 60% des Preises des Deutschlandtickets beträgt, müsse ein dauerhaft gültiger, sozialverträglicher Ticketpreis festgelegt werden, der sich an den realen Lebensverhältnissen von Studierenden orientiere, so die beiden Organisationen. Hintergrund ist, dass die Mobilität für Studierende ab dem kommenden Jahr teurer werden könnte. Die Verkehrsministerkonferenz hält eine Preiserhöhung für das Deutschlandticket aufgrund der aktuellen Prognosen im Jahr 2025 für erforderlich. Nach den Sommerferien 2024 soll der dann höhere Ticketpreis festgelegt werden. Das würde auch den Preis für das vergünstigte Deutschland-Semesterticket erhöhen, das an den Ausgabepreis des Deutschlandtickets gekoppelt ist und dessen Preis momentan 29,40 Euro monatlich für Studierende beträgt. Sascha Wellmann, Vorstand in der Bundesstudierendenvertretung, fzs e.V.: „Die studentische Errungenschaft Semesterticket wird 2025 auf eine harte Probe gestellt: Eine Erhöhung des Ticketpreises delegitimiert das Solidarmodell in den Studierendenschaften zunehmend. Für viele war bereits die Einführung des bundesweiten Semestertickets (zum Preis von 29,40 Euro/Monat) eine finanzielle Mehrbelastung. Es darf nicht sein, dass Ticketpreise für nachhaltige Mobilität falschen Prioritäten in der Verkehrspolitik zum Opfer fallen. So würde das Studium noch mehr von sozio-ökonomischen Faktoren abhängig gemacht. Statt ungewissem Preisfaktor fordern wir ein bezahlbares Solidarticket!“ Matthias Anbuhl, DSW-Vorstandsvorsitzender, erklärt: „Es geht darum, die studentische Mobilität dauerhaft zu sichern, und dazu gehört an erster Stelle ein dauerhaft sozialverträglicher, studierenden-gerechter Preis für das Deutschland-Semesterticket von Studierenden. (…) Einig sind sich fzs und DSW auch in der Forderung, die freiwillige Upgrade-Lösung, mit der Studierende zusätzlich zu einem regionalen Semesterticket gegen einen Aufpreis das bundesweit gültige Deutschland-Semesterticket kaufen können, auch über das Wintersemester 2024/2025 hinaus anzubieten. Diese Möglichkeit soll nach aktuellem Stand nach dem kommenden Wintersemester enden.“ Die gemeinsamen Forderungen von fzs und DSW veröffentlicht von Sascha Wellmann am 21. August 2024
- Verbändeappell zum Haushalt 2025: Bezahlbares Deutschlandticket für alle statt Luxus-Dienstwagen für wenige
„Statt weiterhin Verbrenner sowie besonders teure und schwere E-Pkw als Dienstwagen zu fördern, fordert ein breites Bündnis von Verbänden die Bundesregierung auf, den Haushalt 2025 und die Wachstumsinitiative an sozialer Gerechtigkeit und Klimaschutz zu orientieren. Am Mittwoch will sich das Bundeskabinett mit dem Haushalt 2025 und der Wachstumsinitiative befassen, die einen Passus zur verstärkten Förderung von Dienstwagen enthält. Mit den Plänen zum Haushalt 2025 sollen im Rahmen der Wachstumsinitiative die steuerlichen Vorteile für Dienstwagen ausgeweitet werden. Damit würde die Bundesregierung hunderte Millionen Euro Steuereinnahmen verlieren. Das Geld kommt dabei vor allem Spitzenverdienern zugute. Kein zusätzliches Geld ist für das Deutschlandticket eingeplant, von dem alle profitieren können, kritisieren die Verbände. Zwar gilt die geplante Ausweitung nur für Elektrofahrzeuge, parallel bestehen jedoch weiterhin die milliardenschwere Steuervorteile für Verbrenner-Pkw. Dies belohnt gleichzeitig eine deutsche Automobilindustrie, die lange den Antriebswechsel für die breite Gesellschaft verzögert hat. Den Verbänden zufolge gibt es wesentlich bessere und gerechtere Lösungen, um einerseits günstige und klimafreundliche Elektromodelle für die Breite der Gesellschaft zu fördern und gleichzeitig Haushaltsspielräume zu schaffen, mit denen die Preisstabilität beim Deutschlandticket gesichert und der öffentliche Verkehr ausgebaut werden kann…“ Gemeinsame Pressemitteilung vom 16.07.2024 bei VCD
, siehe auch:
- So wird das 49-Euro-Ticket zum Fahrschein der Zukunft! Bus & Bahn für alle, überall!
„Nach nur einem Jahr ist die Zukunft des 49-Euro-Tickets gefährdet. Auf Landesebene fordert die hessische CDU es abzuschaffen und die FDP plant im Bund Berichten zufolge, eine Milliarde Euro aus dem Etat für die Bahn-Infrastruktur zu streichen. Diese soll stattdessen in die Straße fließen. Bundesfinanzminister Lindner gefährdet mit seinen Sparplänen den Ausbau der Schiene und spielt ihn gegen das 49-Euro-Ticket aus. Darum fordern wir „Bus und Bahn für alle, überall!“ mit 49 Euro-Preisstabilität, ermäßigtem Jugend- und Sozialticket für 29 Euro und Entlastung von Familien, indem Kinder bis 14 Jahren kostenlos fahren. Nur so wird klimaschonende Mobilität bezahlbar und fair für alle…“ Petition beim VCD
- So wird das 49-Euro-Ticket zum Fahrschein der Zukunft! Bus & Bahn für alle, überall!
- Breites Bündnis fordert: Bezahlbare Mobilität für Jung und Alt! Preisstabilität für das 49-Euro-Ticket und mehr Bundesmittel für den Nah- und Regionalverkehr
„Preisstabilität für das Deutschlandticket plus ergänzendes Sozialticket – Das Bündnis „ÖPNV braucht Zukunft“, in dem auch Attac mitarbeitet, schließt sich den Forderungen der Kampagne „Bus & Bahn für alle“ des ökologischen Verkehrsclubs VCD und der Arbeiterwohlfahrt AWO an. Ergänzend dazu braucht ein stabiler ÖPNV gute Arbeitsbedingungen und eine sichere Finanzierung durch den Ausbau- und Modernisierungspakt von Bund, Ländern und Kommunen. Wiederkehrende Verhandlungen zwischen Bund und Ländern über eine mögliche Preiserhöhung für das Deutschlandticket sorgen für Unsicherheiten. Dabei wäre eine Preiserhöhung ein fataler Rückschritt: Laut Zahlen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hatten bereits 20 Millionen Menschen einmal ein Deutschlandticket. Dass es momentan nur elf Millionen Personen abonniert haben, zeigt, dass das Potenzial nicht ausgeschöpft wird. Bund und Länder müssen den Preis für das 49-Euro-Ticket dauerhaft sichern. Zusätzlich brauchen Menschen mit geringem Einkommen vergünstigte Jugend-, Ausbildungs- und Sozialtickets für maximal 29 Euro, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Um Familien zu entlasten, sollten Kinder bis 14 Jahre den Nah- und Regionalverkehr kostenlos nutzen können. Neben dem Preis ist das Angebot entscheidend: Das 49-Euro-Ticket wird nur da gekauft, wo auch im ausreichenden Maße Busse und Bahnen fahren. Das ist insbesondere im ländlichen Raum allzu oft nicht der Fall. Der öffentliche Nah- und Regionalverkehr in der Stadt und mehr noch auf dem Land muss ausgebaut werden – barrierefrei. Dafür müssen Bund und Länder stärker in die Finanzierungsverantwortung für den gesamten ÖPNV gehen. Der kommunale ÖPNV ist heute in seinem Bestand bedroht, weil die Kommunen mit der Finanzierung allein gelassen werden. Wenn der Ausbau- und Modernisierungspakt von Bund und Ländern ein leeres Versprechen bleibt, werden die steigenden Kosten für Instandhaltung, Betrieb und attraktive Arbeitsbedingungen im ÖPNV für einen Rückbau sorgen statt für einen Ausbau. Ebenso muss die Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) verbessert werden, damit keine Angebotsreduzierungen drohen, sondern mehr Züge fahren können…“ attac-Pressemitteilung vom 20. Juni 2024
- Gemeinsame Forderung: hin zum kostenlosen ÖPNV!
„Im Bündnis mit zehn weiteren Jugendverbänden fordern wir eine verkehrspolitische 180-Grad-Wende. Hin zu einer Politik, die sich an den realen Bedürfnissen orientiert und das Leben der Menschen verbessert. Grundbedürfnisse, Arbeitsbedingungen und Klimaziele dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. „Die Meldung über ein vergünstigtes Deutschlandticket für Studierende wirkt wie ein Schritt in die richtige Richtung, ist aber nur ein kurz aufscheinender Lichtblick. Der vorgeschlagene Preis ist erstens zu hoch, um sozial verträglich zu sein und zweitens stößt es keine wirkmächtigen Reformen an. Wichtiger wäre es, die schon bestehenden Regionalisierungsmittel zur Finanzierung abzurufen, die Arbeitsbedingungen im ÖPNV zu verbessern und ein wirkliches Sozialticket zu schaffen, welches auch Schüler*innen , Auszubilden und alle Jugendliche mit einschließt.“ so Paul Marx, Bundesausschuss der Studierenden in der GEW.“ fzs-Meldung vom 3. Dezember 2023
- Echt gerecht – solidarisch durch die Krise! 49-Euro-Ticket reicht für Verkehrswende nicht aus
„Massive Investitionen in Ausbau und Personal des ÖPNV, in Elektromobilität und Mobilitätsgeld statt Pendlerpauschale müssen „Deutschlandticket“ ergänzen
Die Energiepreiskrise hat den Druck erhöht, endlich eine Verkehrswende umzusetzen, die sozial und ökologisch gerecht ist. Wichtiger Baustein ist ein gut ausgebauter und bezahlbarer öffentlicher Nahverkehr. Das entlastet nicht nur unseren Geldbeutel in der Inflation, sondern ist auch gut für die Umwelt…“ DGB-Meldung vom 27.11.2023
- Sozialer Klimaschutz light: Gnadenfrist für 49-Euro-Ticket? Und warum ein 29-Euro-Ticket ohne höheren Zuschuss möglich wäre
„Das Angebot könnte vorerst weiterlaufen. Langfristig ist die Finanzierung unklar. Preisliche Schmerzgrenzen vieler Kunden sind aus Umfragen bekannt. Ein Kommentar.
Das 49-Euro-Ticket könnte weiterlaufen. Vorerst. Wahrscheinlich. Doch die langfristige Finanzierung ist weiter unklar. Wie die Hessenschau vom Treffen der Regierungschefs der Länder mit Kanzler Olaf Scholz am Montag berichtet, haben sich die Länder darauf geeinigt, das Projekt weiterführen zu wollen. Sofern der Bund mitmache, sollten in diesem Jahr nicht verwendete Mittel ins nächste Jahr umgeschichtet werden. Ob das reicht und wie es danach weitergeht, ist weiter ungewiss. Von Planungssicherheit für die Verkehrsunternehmen, die diese wiederholt von den Verantwortlichen eingefordert hatten, lässt weiter auf sich warten. Auch werden die bisherigen über zehn Millionen Käuferinnen und -Käufer weiter darüber im Unklaren gelassen, ob das bundesweite Monatsticket für ÖPNV und Regionalbahnen gültige Ticket auch weiterhin für 49 Euro angeboten wird. Bundesverkehrsminister Volker Wissing und Bundesfinanzminister Christian Lindner (beide FDP) hatten sich standhaft geweigert, mehr aus dem Bundeshaushalt zuzuschießen. (…)
Warum ein 29-Euro-Ticket ohne höheren Zuschuss möglich wäre
Also könnte es sein, dass das flächendeckende Ticket nur in verteuerter Form fortgeführt wird, wie es zuletzt von einigen Landespolitikern angedeutet wurde. Auch Wissing hatte schon bei der Einführung deutlich gemacht, dass die 49 Euro nur ein Einstiegspreis seien. Schon im Frühjahr war dem Minister, wie berichtet, vorgerechnet worden, dass das Monatsticket auch für 29 Euro angeboten werden könnte, ohne dass der Zuschussbedarf höher wäre. Der Grund: Der günstigere Preis ließe noch deutlich mehr Menschen zugreifen. Dementsprechend ist jetzt zu befürchten, dass die Attraktivität des Tickets durch eine Preiserhöhung weiter geschmälert würde. Bisher haben etwa Millionen Menschen das Ticket im Abonnement, der einzigen Form, in der es zu haben ist. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage zeigte allerdings, dass 49 Euro für 37 Prozent der Befragten die Schmerzgrenze ist. 23 weitere Prozent würden jenseits von 59 Euro im Monat aussteigen. Dabei ist eine Erhöhung der Attraktivität des öffentlichen Personenverkehrs dringend nötig: Die Fahrgast-Zahlen liegen noch immer knapp unter dem Vor-Pandemie-Niveau, wie der NDR berichtet. Um wie viel Geld geht es? Der Verband der Verkehrsunternehmen schätzt den Zuschussbedarf für 2024 auf vier Milliarden Euro. Es geht also letztlich nur um eine Milliarde mehr, als die ohnehin bereits vereinbarten drei Milliarden Euro. Oder eigentlich nur um maximal 500 Millionen, denn die Länder haben bereits angeboten, die Hälfte der Mehrkosten auch 2024 zu tragen. Und wenn auch noch die in diesem Jahr nicht genutzten Mittel ins nächste Jahr überführt werden, dann geht es für den Bund vielleicht gar um 200 Millionen Euro. Das wäre nun für den Bundeshaushalt wahrlich keine große Summe, wenn man an das 100-Milliarden-Sondervermögen für die Kriegsvorbereitungen denkt, oder an jene neun Milliarden Euro, die 2021 – nicht ganz legal – der Lufthansa aus der Patsche halfen und die Taschen jener Milliardäre füllten, die sich rechtzeitig mit den abgestürzten Aktien des Unternehmens eingedeckt hatten. Für Geschenke an die FDP-Klientel ist Geld vorhanden…“ Beitrag von Wolfgang Pomrehn vom 7. November 2023 in Telepolis
- Zweites Leben für 9-Euro-Ticket: Seit einem Jahr zahlt der 9-Euro-Fonds Bußgelder für Schwarzfahrer
„Sie wollten nicht hinnehmen, dass das 9-Euro-Ticket nach drei Monaten schon wieder Geschichte war: Die Initiative 9-Euro-Fonds wird ein Jahr alt. »Das 9-Euro-Ticket war ein gesellschaftlicher Gewinn. Es hat die soziale Teilhabe gefördert und gezeigt, dass eine klimagerechte Mobilitätswende möglich ist«, sagt Leo Maurer, Sprecher der in Berlin entstandenen Initiative. Mit sieben anderen Aktivist*innen gründete er im August 2022 das Projekt. »Uns war klar: Wir wollen und brauchen dieses Ticket und wir wussten, dass wir einen Großteil der Bevölkerung an unserer Seite haben.« Der 9-Euro-Fonds ist ein Spendentopf, in den Mitglieder monatlich neun Euro einzahlen. Fortan müssen sie die Fahrscheinkontrolle in Bus, U-Bahn und Tram nicht mehr fürchten. Denn werden sie kontrolliert, wirkt der Fonds wie eine Versicherung, die die »erhöhten Beförderungsentgelte«, also die 60 Euro Strafe fürs Schwarzfahren, bezahlt. In den vergangenen zwölf Monaten wurden rund 208 000 Euro in den Fonds eingezahlt. Davon konnte die Initiative mehr als 2500 Mal das erhöhte Beförderungsentgelt übernehmen. (…) Die meisten Zahlungsaufforderungen würden von Menschen aus Großstädten wie München, Hamburg, Köln, Berlin und Dresden an den Fonds weitergeleitet. Auf dem Land werde der Fonds kaum beansprucht, wahrscheinlich, weil der öffentliche Nahverkehr dort oft große Lücken habe und die Menschen eher die Regionalbahn nutzten, für die der 9-Euro-Fonds aber keine Strafzahlungen übernehme. »In Regionalbahnen wird zu oft kontrolliert. Das würde unser Budget in kurzer Zeit aufbrauchen«, erklärt Maurer. Seit die Satirepartei »Die Partei« die Schirmherrschaft übernommen habe, sei der Fonds gegen rechtliche Angriffe besser geschützt. Auch der Vorwurf, mit der Kampagne wollten die Initiator*innen zum Schwarzfahren animieren, sei weitgehend verstummt. »Wir haben nie Menschen zum Schwarzfahren aufgefordert, denn Fahren ohne Fahrschein ist in Deutschland eine Straftat. Darauf weisen wir auch explizit hin. Wir fordern vielmehr von den politisch Handelnden, dass sie das 9-Euro-Ticket wieder einführen und das Fahren ohne Ticket entkriminalisiert wird. Dazu wollen wir den nötigen Druck aufbauen.«…“ Artikel von Melanie Schweinfurth vom 31. August 2023 in Neues Deutschland online
- Das „Deutschlandticket“: Schon zum Start vielen zu teuer und den Verkehrsunternehmen zu billig – Klimaschutz und soziale Teilhabe sehen anders aus
- Das 49-Euro-Ticket ändert nichts – es ist zu teuer – die Wissenschaft empfiehlt 29 Euro als Preis
„Ein paar Vor-Corona-Abonennten zurückgewonnen, aber in Sachen Mobilitätswende ein Riesenflop: Und mit der Sparpartei FDP wird es beim 49-Euro-Ticket wohl kaum besser werden (…) Die offizielle Bezeichnung „Deutschlandticket“ verwendet nur, wer nichts dagegen hat, dass das Ticket bald schon viel teurer wird. Die Regierung hat sie auch gewählt, um beim Preis flexibel zu bleiben. Mit Volker Wissing besetzt die FDP das Bundesverkehrsministerium – und deren Steuerentlastungspläne für Reiche wird wohl irgendjemand gegenfinanzieren. Wir sollten darum alle zunächst „49-Euro-Ticket“ sagen, eine rhetorische Grenze nach oben setzen. Aber eigentlich sind 49 Euro viel zu teuer. (…)Der Verkehrsforscher Andreas Knie hat in Deutschlandfunk
wie Tagesthemen
der Republik gerade den bitteren Erkenntnisstand in Sachen 49-Euro-Ticket verklickert: Es ist deswegen kaum jemand aus dem Auto aus- und in Zug, Bus oder Tram eingestiegen; die allermeisten Käufer hatten schon zuvor ein Abo, und es ist sicher gut, dass sie dafür nun weniger zahlen und ganz Deutschland befahren dürfen; doch den öffentlichen Personennahverkehr nutzen heute immer noch weniger Menschen als vor Beginn der Corona-Maßnahmen; wer nach 2019 ein Abo kündigte, ist jetzt oft dank 49-Euro-Ticket zurückgekehrt, daher die vermeldeten Fahrgast-Zuwachszahlen
der Verkehrsbetriebe. Immerhin.
Die Wissenschaft empfiehlt 29 Euro als Preis
Wissen Sie noch, wie viele Neun-Euro-Tickets in jenen drei engen, aber darum aufregenden Monaten des Jahres 2022 verkauft wurden? 62 Millionen
. Gegenüber rund elf Millionen
jetzt. Das 49-Euro-Ticket ist ein Flop, so praktisch es sich auch anfühlt, selbst damit zu fahren. Es ist einfach zu teuer. Die Wissenschaft kenne, so Knie, die magische Marke: 29 Euro – plus massive Investitionen in die Infrastruktur und „On-Demand“-Service zum nächsten Bahnhof im ländlichen Raum…“ Artikel von Sebastian Puschner vom 16.08.2023 im Freitag online 
- Das Deutschlandticket bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück
„Bund und Länder müssen umgehend und langfristig in den öffentlichen Nahverkehr investieren, um ein hochwertiges Angebot sicherzustellen. „Die notwendigen Mittel für einen zukunftsfähigen ÖPNV sowie ein flächendeckendes Sozialticket sind Voraussetzung für Klimaschutz und soziale Teilhabe“, erklärt das Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende. Das Deutschlandticket könne nur der Anfang sein.
In der jetzigen Form erfüllt das Deutschlandticket nicht den Anspruch eines für alle zugänglichen ÖPNVs. Mit einem Standardpreis von 49 Euro ist das Ticket speziell für Familien, Kinder und Jugendliche sowie für Menschen mit geringem oder keinem Einkommen zu teuer. Obwohl einige Bundesländer bereits die Einführung eines bundesweit gültigen Sozialtickets zugesagt haben, fehlt es an einer flächendeckenden, einheitlichen Regelung. Wichtig, so das Bündnis, sei zudem eine Mitnahmeregelung wie im Fernverkehr für Kinder bis 14 Jahre sowie günstige Schüler- und Azubitickets mit deutschlandweiter Gültigkeit. „Bezahlbare und nachhaltige Mobilität gehört zur Daseinsvorsorge. Diese darf nicht an Stadt-, Kreis- oder Ländergrenzen enden“, so die Bündnismitglieder. Dazu gehört auch, dass das Ticket auf sämtlichen Vertriebswegen und ohne Bonitätsauskunft erworben werden kann…“ ver.di-Pressemitteilung vom 28.04.2023
- Notwendige Änderungen beim 49€-Ticket
„Die Regelungen des 49€-Ticket sind zu restriktiv und schließen eine Reihe von Menschen aus. Dabei sind insbesondere folgende Punkte zu beachten:- Wer das Ticket kaufen will, muss einen Internetzugang haben und mit der Technologie vertraut sein.
- Wer ein Abonnement für das Online-Ticket abschließen will, benötigt ein Bankkonto. Dieses haben insbesondere wohnungslose/obdachlose Menschen häufig nicht.
- Bei negativem Schufa Eintrag können auch Menschen mit Konto von der Möglichkeit, ein Abonnement abzuschließen ausgeschlossen werden.
- Da das Ticket personengebunden sein soll, muss die/der Nutzer:in ein Ausweisdokument mit sich tragen. Gerade wohnungslose/obdachlose Menschen haben oft kein Ausweisdokument oder tragen dieses zumindest nicht immer bei sich.
- Hier müssen kurzfristig Nachbesserungen durchgeführt werden, so dass auch Menschen ohne digitalen Zugang und ohne Konto nicht vom 49€-Ticket ausgeschlossen werden.
- Auch der VDK kritisiert den fehlenden Zugang für ältere und arme Menschen zu 49€-Ticket (https://t1p.de/9w2hi) genau so die Verbraucherzentrale kritisiert diese Praxis: https://t1p.de/7uims
- Zudem ist der Preis für das Ticket für arme Menschen zu hoch, hier muss es einen Sozialrabatt geben, Über die Höhe kann man sich streiten, aber keinesfalls mehr als 29 EUR im Monat.“ Aus dem Thomé Newsletter 14/2023 vom 30.04.2023

- Deutschlandticket: Sind 49 Euro nur der Einstieg?
„Jetzt ist es also da, das 49-Euro-Ticket. „Deutschlandticket“ wird es im offiziellen Sprachgebrauch genannt, und Ingo Wortmann, der Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), kündigt bereits an, dass es bei den 49 Euro nicht bleiben könnte. Die Bundesregierung habe stets vom Einstiegspreis gesprochen. Deshalb sei in der offiziellen Kommunikation auch immer vom „Deutschlandticket“ die Rede. Die Leute sollen sich, so offenbar der Hintergedanke, gar nicht erst an den Preis gewöhnen. Immerhin ist Wortmann aber die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) wichtig, weshalb der sich von Bund und Ländern, die den Preis letztlich aushandeln werden, einen möglichst niedrigen Preisanstieg wünscht. „Heute machen wir Schluss mit kompliziert und anstrengend“, meinte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) zur Einführung des Tickets. Und er hat insofern recht, als sich die Besitzer eines 49-Euro-Tickets keine Gedanken mehr über Tarifzonen machen und in fremden Städten nicht mehr die Logik der jeweiligen Fahrkartenautomaten entschlüsseln müssen. Allerdings ist das neue Ticket ohne wirklich ersichtlichen Grund nur im Abonnement und nur digital erhältlich. Wer also nicht ständig Bedarf hat, muss ständig kündigen und neu bestellen, was immerhin monatlich möglich ist. Außerdem ist das Ticket nicht am Automaten erhältlich, sondern muss im Internet bestellt werden…“ Beitrag von Wolfgang Pomrehn vom 02. Mai 2023 in Telepolis
- Deutschlandticket: Alles egal, Hauptsache digi
- Das 49-Euro-Ticket ändert nichts – es ist zu teuer – die Wissenschaft empfiehlt 29 Euro als Preis
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Source: labournet.de