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Kahlschlag bei VW ab 2024? Autobauer plant Kürzungen in Milliardenhöhe, um »Effizienz« zu steigern

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Dossier

VW UMBAUEN bei Verkehrswendestadt„… Seit Anfang Oktober verhandelt das VW-Management mit dem Betriebsrat hinter verschlossenen Türen über ein »Effizienzprogramm«, das die Kosten in den kommenden drei Jahren um zehn Milliarden Euro senken soll. Nun zeichnet sich ab, welche Formen der Kahlschlag namens »Accelerate forward« (Forwärtsbeschleunigung) annehmen könnte. Wie am Montag das Handelsblatt berichtete, plant Schäfer, allein in der Verwaltung der VW AG zwischen 4.000 und 6.000 Stellen zu streichen. Die betroffenen Angestellten sollen bevorzugt über Alterszeitregelungen entsorgt werden, den Rest könnten Abfindungsprogramme erledigen. Ziel sei es, die Zahl der Beschäftigten dauerhaft zu reduzieren, Neueinstellungen sollen auf ein Minimum reduziert werden. Passend dazu wurde schon Anfang November ein Einstellungsstopp für die wichtigsten deutschen Standorte Wolfsburg, Hannover, Braunschweig, Salzgitter, Emden und Kassel verhängt. Selbst bei den höchstbezahlten Tarifbeschäftigten der Gruppe »Tarif-Plus«, die aktuell rund 9.000 Mitarbeiter umfasst, will der Autobauer den Rotstift ansetzen…“ Artikel von Ralf Wurzbacher in der jungen Welt vom 14.11.2023 externer Link und mehr dazu und den Alternativen (für alle Auto/Metall-Belegschaften):

  • Wofür zum Teufel wurde 2024 eigentlich verzichtet? Mitglied der Initiative IGMvU Gruppe Braunschweig zur Volkswagen-Aufsichtsratsitzung am 03.09.2026 New
    Ich sage es jetzt so deutlich, wie ich es mittlerweile empfinde: Ich habe die Schnauze voll. Und ich schreibe das nicht als Außenstehender, sondern als IG Metall Mitglied, als Vertrauensmann und vor allem als Kollege, der jeden Tag mit den Leuten in der Halle steht und mitbekommt, wie viel Vertrauen inzwischen verloren gegangen ist. Was mich richtig wütend macht, ist nicht nur das, was Volkswagen gerade macht. Von einem Konzernvorstand erwarte ich, dass er Unternehmensinteressen verfolgt. Dafür gibt es auf der anderen Seite eine Gewerkschaft. Aber was verdammt noch mal ist aus dieser Gegenseite geworden?
    Generationen von Kolleginnen und Kollegen haben gestreikt, gekämpft und teilweise persönliche Nachteile in Kauf genommen, um Tarifverträge, bessere Entgelte, Arbeitszeitregelungen, Sonderzahlungen, Beschäftigungssicherung, Mitbestimmung und soziale Standards durchzusetzen. Das alles wurde nicht geschenkt. Und inzwischen entsteht bei mir der Eindruck, dass diese über Jahrzehnte erkämpften Errungenschaften Stück für Stück wieder mit dem Arsch eingerissen werden. Nicht weil die Mitglieder das so beschlossen hätten. Nicht weil die Beschäftigten gesagt hätten: Nehmt uns das wieder weg. Sondern weil auf irgendwelchen oberen Ebenen entschieden wird, was den Beschäftigten als nächstes noch zugemutet werden kann…“ Offener Brief von Christian „Schulle“ Schulze (IG Metall Mitglied und Vertrauensmann, Initiative IGMvU Gruppe Braunschweig) vom 5.9.2026 und vier Unterstützer. Siehe die aktuellen Hintergründe:

    • Aufsichtsrat stimmt Zukunftsplan 2030 zu: Starkes Signal für die Volkswagen Group
      Pressemitteilung vom 03.09.2026 auf volkswagen-group.com externer Link
    • Details der Aufsichtsratsbeschlüsse: Was die Aufsichtsratsbeschlüsse jetzt bedeuten – und was eben noch nicht
      Zukunft der Werke, Ziele für weiteren Stellenabbau, Ausgliederungen – das Wichtigste im Extrablatt…“ Extrablatt vom 06.09.2026 der IG Metall bei Volkswagen externer Link
    • VW-Aufsichtsratssitzung: Eskalation verhindert – Vorstand muss jetzt seine Hausaufgaben machen
      Gemeinsame Erklärung anlässlich der heutigen VW-Aufsichtsratssitzung von Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, und Daniela Cavallo, Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der Volkswagen AG:
      „Der Konfrontationskurs und die Kommunikation des Vorstands in den vergangenen Wochen waren nicht zielführend. Beides hat konzernweit in der Belegschaft zu großer Verunsicherung geführt. Die Arbeitnehmerseite hat gemeinsam mit dem Land Niedersachsen in dieser Situation einmal mehr Verantwortung übernommen, eine gefährliche Eskalation des Konflikts verhindert und den Weg für tragfähige Lösungen geebnet. Dafür haben sich alle aufeinander zubewegt.
      Eine Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen Pkw und der VW-Komponente ist vom Tisch, der Angriff auf die Mitbestimmungsstrukturen damit erfolgreich abgewehrt. Kein Werk wurde aufgegeben und entgegen mehreren Medienberichten ist keine Werksschließung besiegelt. Vielmehr müssen jetzt für alle Standorte konkrete Lösungen erarbeitet werden – dabei sehen wir weiterhin ausdrücklich den Vorstand in der Pflicht. (…) Wir sehen die Herausforderungen, vor denen der Konzern steht, und sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und unseren Beitrag zu leisten. Das haben wir heute erneut unter Beweis gestellt. Die Arbeit fängt jetzt erst an. Was wir jedoch auch weiterhin niemals akzeptieren werden, ist die Lasten einseitig den Beschäftigten aufzubürden
      .“ Pressemitteilung der IG Metall vom 3. September 2026 externer Link
    • [„Dem Klassenkampf von oben kann man nicht ausweichen ohne Selbstaufgabe“] Dem Klassenkampf ausweichen?
      VW-Aufsichtsratssitzung: Eskalation verhindert? Mitbestimmung aufgegeben, Sparprogramm, Personalabbau und Profiterhöhung beschlossen, geplante Werksschließungen „zur Kenntnis genommen“. Dem Klassenkampf von oben kann man nicht ausweichen ohne Selbstaufgabe. Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.
      Ein Blick in das Gesetz erleichtert die Rechtsfindung. Warum gibt es das VW-Gesetz, was steht darin und in der Satzung der VW AG? „Wir haben auf Eigentumsrechte verzichtet und dafür das VW-Gesetz bekommen,“ sagt die IG Metall. In der Logik eines „freien Marktes“ ist das VW-Gesetz jedoch ordnungspolitisch und funktional völlig unpassend.
      Der Aufsichtsrat von VW hat ein drastisches Programm zum Personalabbau, zur Kostensenkung und zur Profiterhöhung beschlossen, die geplanten Werksschließungen in Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm hat der Aufsichtsrat „zur Kenntnis genommen“ statt sie klar zurückzuweisen. Ich schrieb dazu: „Die Drohung des Vorstandes, das ganze Programm von der Aktionärsversammlung mit der Mehrheit der Stimmen des Porsche-Piëch-Familienclans (53 Prozent der Stimmrechtsanteile) entscheiden zu lassen und so die Mitbestimmung auszuhebeln, hat scheinbar gewirkt.“ Aber wie belastbar war oder ist diese Drohung? Die Entscheidungen bei VW gehen jedoch weit über VW und die Autoindustrie hinaus und betreffen die Unternehmensgovernance, die Gesellschaftsarchitektur und den Artikel 20 des Grundgesetzes insgesamt
      ….“ Artikel vom 07.09.2026 von und bei Stephan Krull externer Link
    • 50.000 Jobs weg – und Rüstung als „Alternative“? – VW Osnabrück zeigt, was anderen Werken droht
      „… Die Beschäftigten sollen die Rechnung bezahlen. Was sind die „anderen Lösungen“? Für Werke ohne gesicherte Anschlussproduktion sollen „alternative Verwendungsmöglichkeiten“ gesucht werden. Wie so etwas aussehen kann, erleben wir gerade in Osnabrück. Das bisherige VW-Werk geht an den Rüstungskonzern Rafael externer Link. Die Botschaft lautet plötzlich: Arbeitsplatz verlieren – oder Waffen produzieren. Diese Wahl akzeptieren wir nicht. Was heute Osnabrück passiert, kann morgen anderen Werken drohen. Wenn zivile Produktion unter Renditedruck abgebaut wird und gleichzeitig Milliarden in Aufrüstung fließen, wird die Rüstungsindustrie schnell zum angeblichen Retter von Arbeitsplätzen.
      Erst werden zivile Arbeitsplätze vernichtet. Dann wird Kriegsproduktion als Rettung angeboten. So werden Beschäftigte und ganze Regionen wirtschaftlich von Aufrüstung und Krieg abhängig gemacht. (…)
      Wir müssen auch darum kämpfen, WAS in unseren Werken produziert wird. Nicht Panzer, Raketen und anderes Kriegsgerät, sondern das, was gesellschaftlich gebraucht wird: öffentlicher Verkehr, bezahlbare Mobilität, Energie- und Verkehrswende, zivile und ökologisch sinnvolle Produkte. Sichere Arbeitsplätze und sinnvolle zivile Produktion gehören zusammen. Osnabrück muss deshalb eine Warnung sein: Warten wir, bis Vorstand, Eigentümer und Politik entschieden haben, bleiben am Ende nur ihre „Alternativen“.
      ..“ Update vom 7.9.2026 externer Link zur Petition Sagt Nein! Gewerkschafter:innen gegen Krieg, Militarismus und Burgfrieden

    • VW: Danke für nix
      Die Einigung über das Kürzungsprogramm für Volkswagen ist sehr schlecht für die Beschäftigten und ein Schlag gegen die Mitbestimmung. (…)
      Trotz des lauten Widerspruchs der IG Metall zuvor wurde einstimmig im Aufsichtsrat beschlossen, dass 50 000 weitere Arbeitsplätze abgebaut werden, dass mit weniger Beschäftigten mehr Autos (900 000 pro Jahr) in den Markt gedrückt werden sollen, dass die Investitionen gekürzt werden, dass die Umsatzrendite auf neun Prozent erhöht werden soll. Der Betriebsrat erklärt, dass die Lasten »nicht einseitig« von den Arbeiterinnen und Arbeitern zu tragen seien. Aber wenn der Profit auf über 30 Milliarden Euro pro Jahr steigen soll, dann ist die Lastenverteilung in dem Beschluss schon sehr einseitig festgelegt. Das ist das zweite Mal nach dem Tarifabschluss vom Dezember 2024 mit Lohnsenkung und Arbeitszeitverlängerung: ein kräftiger Aderlass seitens der Arbeiterinnen und Arbeiter. (…)
      Nach Darstellung von Betriebsrat und IG Metall haben sie gemeinsam mit dem Land Niedersachsen eine »gefährliche Eskalation des Konflikts« verhindert. Dafür hätten sich alle Beteiligten aufeinander zu bewegt. Doch noch vor zwei Wochen kritisierte Christiane Benner, die Vorsitzende der IG Metall, die Renditeziele des Vorstandes als »Wolkenkuckucksheim«. Nun hat das Wolkenkuckucksheim mit ihrer Zustimmung gewonnen: Der Wahnsinn hat Methode.
      Bald wird sichtbar werden, dass dieser Abschluss auch ein Schlag gegen den Betriebsrat und die IG Metall sowie ein Angriff auf die Mitbestimmung ist. Als vor ein paar Tagen ein Betriebsrat bei einer Veranstaltung zur Krise der Autoindustrie ehrlich erklärte, dass innerhalb von Betriebsrat und IG Metall nicht über Alternativen zur Autoproduktion nachgedacht werde, äußerte sich ein anwesender Ingenieur tief enttäuscht: »Wenn wir eingeladen werden, etwas anderes als Autos zu entwickeln und zu konstruieren, melden sich sofort alle Kolleginnen und Kollegen.«
      Alle bei Volkswagen und in der Autoindustrie wissen, dass es so nicht weitergehen kann, und sind wütend, verzweifelt und frustriert, dass es mit verschärfter Konkurrenz doch weitergehen soll zum Nachteil von Menschen, Kommunen und der Natur. Die schnelle und widerstandslose Zustimmung zu dieser Unternehmensplanung löst kein Problem bei Volkswagen, verschärft aber die Konkurrenz und feuert die Klimakatastrophe weiter an. Die VW-Beschäftigten sagen zum zweiten Mal in kurzer Zeit: »Danke für nix.«
      Kommentar von Stephan Krull vom 04.09.2026 in ND online externer Link
  • Die VW-Belegschaft soll profitabler werden. Punkt. Auch „Horrormeldungen“ und das „Dampfablassen“ zur Blume-Tournee können dabei helfen.
    • Medienberichte sind Quatsch: Ist das Aus für vier Werke durch Vorstandsbeschluss bereits beschlossene Sache?
      Nein – Medien erwecken aber den falschen Eindruck, das Schicksal der Standorte sei schon besiegelt. Seit Dienstagnachmittag geistern Schlagzeilen durch die Medien wie zum Beispiel: „Vorstand beschließt das Aus für vier VW-Werke“. In einem der Medienberichte heißt es auch: „Der Vorstand könnte wohl das Leerlaufen der deutschen Werke am Aufsichtsrat vorbei umsetzen. Denn er plant keine direkte Schließung von Werken – sie sollen nur keine Folgeprodukte mehr bekommen.“ Dazu eine kurze Vorbemerkung: Das ist alles Unsinn, Unfug, Kokolores. Weiter unten in diesem Artikel erklären wir ausführlich, warum das so ist…“ Beitrag vom 02.09.2026 der IG Metall bei Volkswagen externer Link

      • Bericht aus Ostfriesland und Hannover
        Klare Kante auch in Emden: Landesregierung steht fest hinter dem Standort. Olaf Lies und Julia Willie Hamburg besuchten Fabrik in Ostfriesland – Absage an Vorschlag zur 40-Stunden-Woche. (…) Daniela Cavallo sagte diesen Montag ebenfalls während der Pressekonferenz in Emden: „Hier in Emden haben wir heute gesehen, dass das, was wir in 2024 gemeinschaftlich vereinbart haben – diesen harten Weg, den wir gemeinsam vereinbart haben – , dass das eben auch umgesetzt wurde. Die Belegschaft, der Betriebsrat, die IG Metall: Wir haben geliefert. Und jetzt erwarten wir natürlich zu Recht, weil es genau so vereinbart ist, dass auch der Vorstand seine Zusage einhält; nämlich dass es dann auch Folgeprodukte hier in Emden gibt, sobald dann aktuelle Produkte auslaufen. Und daran halten wir natürlich auch weiterhin fest!“…“ Bericht vom 01.09.2026 bei IG Metall bei Volkswagen externer Link
    • VW: Großangriff auf die IG Metall
      Volkswagen steht exemplarisch für die Autoindustrie in Deutschland. Der Konzern hat die Mobilitätswende boykottiert und statt preiswerter kleiner Autos nur große, teure Fahrzeuge produziert. Chinesische Autohersteller haben die deutschen Konzerne technologisch uneinholbar abgehängt. Nun droht VW wieder seinen Beschäftigten und will den Einfluss des Betriebsrates zurückdrängen und die Stärke der IG Metall brechen. Der Konzern spricht vom Abbau von weiteren 50.000 Stellen und Werksschließungen in Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm. Das ist ein Großangriff auf die Arbeiterinnen und Arbeiter sowie auf die Gewerkschaft. VW hatte erst Ende 2024 im Gegenzug für Lohnsenkung, Arbeitszeitverlängerung und die Zustimmung zum Abbau von mehr als 35.000 Stellen Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2030 ausgeschlossen…“ Beitrag vom 28.8.2026 von und bei Stephan Krull externer Link
    • Blume drängt auf harte Einschnitte: Konzernchef erklärt sich vor Arbeitern in VW-Werken, bleibt vage und erhält Widerworte von der Betriebsratschefin
      Volkswagen-Chef Oliver Blume redet weiter um den heißen Brei herum. Kaum Konkretes hatte er am Dienstag in Wolfsburg vor über 10.000 Beschäftigten zum angekündigten Verlust von weiteren 50.000 Jobs im Konzern und der Zukunft von vier deutschen Fabriken zu sagen. Er kündigte auf der Betriebsversammlung jedoch an, dass »etwa die Hälfte« der Stellen im Inland und die andere Hälfte im Ausland wegfallen solle. Die Beschäftigten im Stammwerk des größten deutschen Autobauers waren in und vor der Halle 11 zusammengekommen. Viele verfolgten den Schlagabtausch zwischen Blume und der Chefin des Gesamtbetriebsrats, Daniela Cavallo, draußen live auf Bildschirmen. Außerdem sagte der Konzernboss, dass in den nächsten sechs bis zwölf Monaten »belastbare Perspektiven« für alle Standorte geschaffen würden. Danach wiederholte sich der Vorgang vor den versammelten Arbeitern im Braunschweiger Werk. (…)
      Am 4. September wird das Gremium erneut tagen. »Tag und Nacht« arbeite man am neuen Plan, verriet IG-Metall-Chefin und Aufsichtsratsvize Christiane Benner bereits der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS). Viel mehr ließ sie allerdings nicht durchblicken. »Zukunft entsteht nicht durch Verzicht und Rückzug auf Raten«, präzisierte der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger am Dienstag nur wenig später in einer Mitteilung, die jW vorliegt. Er verwies auf den bereits vereinbarten Verlust von 50.000 Arbeitsplätzen im Jahr 2024. »Kooperation ist möglich«, bot er den Konzernbossen an. Gleichzeitig warnte Gröger vor einem Konflikt, »der härter werden kann als zuvor«.
      ..“ Artikel von Mirko Knoche in der jungen Welt vom 26.08.2026 externer Link
    • Wofür VW Tausende Stellen streicht
      Der Autokonzern spart am Personal, trotz Milliarden­gewinnen. Als Grund wird die Rendite genannt. Sie sei zu niedrig. Was heißt das?
      Volkswagen-Chef Oliver Blume tourte diese Woche durch die VW-Standorte, um die Belegschaften auf weitere Milliardeneinsparungen vorzubereiten. Ein Job-Abbau von 50 000 Stellen ist im Gespräch, obwohl die vorangegangene Sparrunde die Werkskosten bereits um rund ein Fünftel gesenkt hat. Warum ist das nötig? Schließlich machte VW im ersten Halbjahr 2026 etwa sechs Milliarden Euro Gewinn (vor Steuern). Laut Blume besteht das eigentliche Problem aber in der Rendite. Sie betrug zuletzt 3,8 Prozent, was VW laut Blume direkt in eine existenzielle Krise führt. Warum reichen 3,8 Prozent nicht? Die Antwort führt direkt ins Herz des Kapitalismus.
      In der herrschenden Wirtschaftsform, so heißt es oft, geht es um den Profit. Das zentrale Maß allerdings ist die Rendite. Deren Höhe bestimmt, ob sich eine Produktion für Investor*innen lohnt und daher stattfindet oder eben nicht. (…)
      Sieben Prozent sollten es schon sein
      Warum reichen also 3,8 Prozent VW nicht? Erstens, weil vom operativen Gewinn noch einiges abgezogen werden muss, zum Beispiel Steuern, Zinsen oder Restrukturierungskosten.
      Zweitens verlangen die Geldgeber – Banken, Aktionär*innen – marktübliche Renditen. Um als Anlageobjekt für sie attraktiv zu bleiben, muss VW seine Rendite steigern. Eine Berechnung der Bank UBS zeigt, dass die reichsten Haushalte in Deutschland in den vergangenen Jahren Renditen von über sieben Prozent pro Jahr erzielten. Dagegen fällt VW ab, was seinen Aktienkurs belastet und damit das Risiko einer Übernahme steigen lässt.
      Drittens schließlich muss VW aus dem operativen Gewinn seine Investitionen finanzieren – und die sind absehbar riesig. (…)
      Kurz: Die VW-Belegschaft soll billiger und profitabler werden, um die Ansprüche der Geldgeber zu bedienen und um den Konkurrenten Marktanteile abzujagen, was diese Konkurrenten ihrerseits zu Kostensenkungen bei ihren Belegschaften zwingt. Das muss VW leisten. Das will es aber auch leisten, besteht sein Unternehmenszweck ja in der Vermögensmehrung seiner Eigentümer
      …“ Artikel von Stephan Kaufmann vom 26.08.2026 in ND online externer Link
  • VW-Blume auf Standort-Tournee für harte Einschnitte der Belegschaften für die Aktionäre – die Kolleg:innen pfeifen, der Gesamtbetriebsrat will es „sozialverträglich“
    • Erster von drei Standortbesuchen in Niedersachsen: Die Mitbestimmung bei VW weiß Land an ihrer Seite
      Daniela Cavallo bekräftigt: Werksschließungen kommen nicht infrage – Olaf Lies warnt den Vorstand.
      Zusammen mit dem Gesamtbetriebsrat hat Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies am Montag in Hannover beim ersten von drei gemeinsamen Standortbesuchen Station gemacht. (…) Nach der Tour in Hannover werden Lies und Cavallo in den nächsten Tagen auch in Osnabrück (Mittwoch) und Emden (Montag) Station machen. Mit dem sächsischen Standort Zwickau plant Niedersachsens Landesvater einen virtuellen Austausch…“ Meldung vom 25.08.2026 unter IG Metall bei Volkswagen externer Link – siehe die weiteren täglichen Kommentierungen auf https://www.igm-bei-vw.de/ externer Link
    • Termine für die zusätzlichen Betriebsversammlungen Ende August stehen fest
      MITBESTIMMEN!-Extrablatt vom 17. Juli externer Link
    • Blume drängt auf harte Einschnitte: Konzernchef erklärt sich vor Arbeitern in VW-Werken, bleibt vage und erhält Widerworte von der Betriebsratschefin
      Volkswagen-Chef Oliver Blume redet weiter um den heißen Brei herum. Kaum Konkretes hatte er am Dienstag in Wolfsburg vor über 10.000 Beschäftigten zum angekündigten Verlust von weiteren 50.000 Jobs im Konzern und der Zukunft von vier deutschen Fabriken zu sagen. Er kündigte auf der Betriebsversammlung jedoch an, dass »etwa die Hälfte« der Stellen im Inland und die andere Hälfte im Ausland wegfallen solle. Die Beschäftigten im Stammwerk des größten deutschen Autobauers waren in und vor der Halle 11 zusammengekommen. Viele verfolgten den Schlagabtausch zwischen Blume und der Chefin des Gesamtbetriebsrats, Daniela Cavallo, draußen live auf Bildschirmen. Außerdem sagte der Konzernboss, dass in den nächsten sechs bis zwölf Monaten »belastbare Perspektiven« für alle Standorte geschaffen würden. Danach wiederholte sich der Vorgang vor den versammelten Arbeitern im Braunschweiger Werk. (…)
      Am 4. September wird das Gremium erneut tagen. »Tag und Nacht« arbeite man am neuen Plan, verriet IG-Metall-Chefin und Aufsichtsratsvize Christiane Benner bereits der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS). Viel mehr ließ sie allerdings nicht durchblicken. »Zukunft entsteht nicht durch Verzicht und Rückzug auf Raten«, präzisierte der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger am Dienstag nur wenig später in einer Mitteilung, die jW vorliegt. Er verwies auf den bereits vereinbarten Verlust von 50.000 Arbeitsplätzen im Jahr 2024. »Kooperation ist möglich«, bot er den Konzernbossen an. Gleichzeitig warnte Gröger vor einem Konflikt, »der härter werden kann als zuvor«.
      ..“ Artikel von Mirko Knoche in der jungen Welt vom 26.08.2026 externer Link
    • Machtkampf bei Volkswagen: Betriebsratschefin schließt betriebsbedingte Kündigungen aus
      VW plant Werksschließungen und will zigtausende Stellen abbauen. Betriebsratschefin Daniela Cavallo kämpft derweil um Joberhalt und Altersteilzeit.
      Volkswagen-Betriebsratschefin Daniela Cavallo ‌schließt betriebsbedingte Kündigungen bei Europas größtem Autobauer aus. „Meine Linie ist klar“, sagte sie am Montag nach einem Besuch im VW-Werk in Hannover. „Wir haben eine Beschäftigungssicherung erkämpft und wir werden auch in Zukunft dafür kämpfen, dass Veränderungen sozialverträglich stattfinden.“
      Dabei sei es wichtig, dass auch weiterhin Altersteilzeit und insbesondere das Blockmodell angeboten werden können. „Wenn das fällt, dann werden wir über andere Maßnahmen sprechen ‌müssen, und dafür stehe ich als IG-Metall-Mitglied nicht zur Verfügung“, sagte sie. Auch Werksschließungen erteilte sie eine Absage. Das sei für sie keine Option, betonte Cavallo.
      Von den außerordentlichen Betriebsversammlungen bei Volkswagen erwarte sie, dass sich der VW-Vorstand vor der Belegschaft erkläre. Dabei gehe es nicht nur um mögliche Werksschließungen oder einen massiven Arbeitsplatzabbau. „Ein Zukunftsprogramm kann ja nicht dadurch alleine entstehen oder bestehen, dass man über Arbeitskostenreduzierung und Personalabbau spricht und Standorte infrage stellt“, sagte Cavallo
      …“ Agenturmeldung vom 25.8.2026 in der taz online externer Link
    • Zitat zum Thema „sozialverträglich“:
      „… Die GoG hat immer wieder klargestellt: für den einen oder die andere mag so ein Ergebnis  – Arbeitsplatzabbau mit Abfindungen etc. – vielleicht individuell „verträglich“ sein. Sozial, auf die Gesellschaft bezogen,  ist das grausam. Da meint man mit der Bezeichnung „sozialverträglich“ wohl eher „ohne soziale Unruhen…“ Kommentar der GoG vom 22.11.2013 externer Link (Betriebsgruppe Gegenwehr ohne Grenzen bei Opel Bochum)
    • Debatte: Soll VW vergesellschaftet werden? Bei VW steht mehr auf dem Spiel als eine Sparrunde. Sollte der Staat den Konzern übernehmen?
      Wenige Konzerne stehen so sinnbildlich und real für die wirtschaftliche Lage Deutschlands wie Volkswagen. In diesen Tagen sind gleich neun außerordentliche Betriebsratsversammlungen geplant, bis zu 100.000 Arbeitsplätze stehen weltweit auf dem Spiel. Angesichts der Größe und Bedeutung des Konzerns entscheidet der Ausgang dieser Krise nicht nur über Zehntausende Jobs, sondern auch darüber, wem die industrielle Zukunft Deutschlands gehört: den Porsche-Piëch-Erben und den Aktionären oder der Belegschaft? Ökonomin Katharina Keil fordert im Pro-Contra eine Vergesellschaftung und einen sozial-ökologischen Umbau von VW. Surplus-Redakteur Patrick Kaczmarczyk hält dagegen…“ Pro und Contra von Katharina Keil und Patrick Kaczmarczyk vom 25. August 2026 im Surplus-Magazin externer Link (ab da im Abo)
    • [Die Wahrheit] Jubel in der Zerlegestraße
      Mit einem völlig neuen Konzept rettet sich Volkswagen aus der Automobilkrise: Ein Testwerk nicht nur zum Auseinanderbauen.
      Was der Flurfunk in der Wolfsburger Volkswagen-Zentrale schon länger unkte, ist seit gestern offiziell: Das Management des größten deutschen Autobauers setzt mit dem Konzept „Industriemuseum Volkswagen – Fahrzeugbau im Vorführbetrieb“ auf ein völlig neues Beschäftigungsmodell. Es sieht vor, dass im Wolfsburger Stammwerk weiterhin täglich Hunderte von Verbrennern des Markenklassikers Golf montiert, aber nicht mehr verkauft werden. Stattdessen kommen die fertigen Fahrzeuge auf eine sogenannte Zerlegestraße, wo sie von eigens geschulten Auseinanderbauern vollständig demontiert werden. Anschließend wandern sämtliche Teile zurück auf die Fertigungsstraße, wo sie die Autobauer wieder zu Fahrzeugen zusammenfügen, die dann anschließend erneut zerlegt werden. Verrückt? Keineswegs. Ein erster Testbetrieb läuft
      …“ Glosse von Fritz Tietz vom 26.8.2026 in der taz online externer Link – der beste Kommentar zum Thema, bitte lesen!
  • Bei Porsche stinkt’s: Sportwagenbauer vernichtet mittels »Zukunftspaket« weitere 5.000 Stellen in Region Stuttgart. IG Metall begrüßt »Standortsicherung« und pfeift aufs Klima
    Die Zukunft bei Porsche stinkt nach Benzin. Ein echter Sportwagen muss röhren, nicht schnurren und hat gefälligst die Luft zu verpesten. Das jedenfalls findet die überwiegend männliche und wohlhabende Kundschaft des deutschen Autobauers und straft dessen Versuche, auf den Zug der Elektromobilität aufzuspringen, mit abnehmender Kauflust. Die Chefetage hat auf den sinkenden Absatz hierzulande, aber vor allem auch in China, wo Luxus-E-Autos inzwischen günstiger hergestellt werden, reagiert. Wie zuletzt der Spiegel berichtete, fährt das Unternehmen einen Strategiewechsel: Man wolle beim Bau von Stromern auf die Bremse treten und dafür wieder verstärkt »exklusive Flitzer mit Verbrennungsmotor« fertigen. Das Magazin zitierte einen »frustrierten« Entwickler: »Alles fühlt sich an, als hätten wir die Zeit zehn Jahre zurückgespult.«
    Die Vergangenheit steht offenbar auch bei den Beschäftigtenvertretern hoch im Kurs. Am Montag stellte die VW-Tochter bei einer Betriebsversammlung im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen ein »Zukunftspaket« vor, das den Kurs der Marke bis ins Jahr 2035 abstecken soll. Nach den Plänen fallen weitere 5.000 Stellen in der Region dem Rotstift zum Opfer. Neben dem Hauptstandort ist auch das Entwicklungszentrum im nahegelegenen Weissach betroffen. Der personelle Aderlass soll »sozial verträglich« vonstatten gehen, mittels natürlicher Fluktuation, demographischer Effekte, Altersteilzeit und freiwilliger Aufhebungsverträge, wie es in einer Porsche-Mitteilung heißt. Die verbleibenden Mitarbeiter müssen auf Teile der aktuellen und künftiger Lohnerhöhungen verzichten, beim Weihnachtsgeld und bei Sonderzahlungen Abstriche hinnehmen und können künftig nur noch an acht statt bisher zwölf Tagen im Homeoffice arbeiten.
    An den Verhandlungen waren neben Management und Betriebsräten auch die Industriegewerkschaft Metall (IGM) sowie der Unternehmerverband Südwestmetall beteiligt. Die Vereinbarung habe »Signalwirkung«, ließ sich der Gesamtbetriebsratsvorsitzende, Ibrahim Aslan, wiedergeben. »Keiner hätte es uns im Vorfeld zugetraut, dass wir ein Zukunftspaket bis Ende 2035 abschließen.« Kern der Vereinbarung sind die Verlängerung der Standortsicherung für die kommenden neun Jahre und Investitionen von rund 2,1 Milliarden Euro in die beiden Produktionsanlagen im Südwesten Deutschlands. Während in Zuffenhausen auch künftig die zweitürigen ­Sportboliden vom Band laufen sollen, soll Weissach Hauptentwicklungsstandort des Unternehmens bleiben. (…)
    Im Falle Porsches wird dann selbst eine in Sachen Klimaschutz verheerende Weichenstellung seitens der IG Metall als Zukunftsprojekt verklärt. »Die Vereinbarung schafft Perspektiven für die Beschäftigten und ist ein klares Bekenntnis zum Industriestandort Deutschland«, äußerte sich Tamara Hübner, Zweite Bevollmächtigte der IGM Stuttgart. Und Carsten Schumacher, Betriebsratschef in Weissach, betonte die Wichtigkeit, dass der Standort »auch in Zukunft Dreh- und Angelpunkt für die Entwicklung unserer emotionalen Sportwagen ist«.
    Porsche-Frontmann Leiters feuchter Traum ist ein Upgrade des 911ers namens »S1« mit einem Achtzylinder-Boxermotor zu Kosten von 500.000 Euro. Das Protzgefährt soll frühestens 2031 zum Verkaufsschlager werden, zu Kosten von einer halben Million Euro. Der einfache Porsche-Arbeiter kann schon mal zu sparen anfangen. Tarifbeschäftigte sollen laut Vereinbarung eine einmalige »Transformationsprämie« über 1.500 Euro erhalten. Denen von der IG Metall winken sogar 1.911 Euro. Das überzeugt.“ Artikel von Ralf Wurzbacher in der jungen Welt vom 29.07.2026 externer Link
  • VW-Boss ignoriert Ultimatum der IG Metall, diese droht mit Betriebsversammlungen nach der Sommerpause – und ein „Autoexperte“ sieht in der Tarifautonomie das Problem
    • Vorschlusslorbeeren sind futsch: VW-Boss Blume lässt Ultimatum verstreichen – Vertrauensverlust wächst
      Nach der Sommerpause muss der CEO nun in Betriebsversammlungen Rede und Antwort stehen.
      Konzern-Chef Dr. Oliver Blume hat eine Frist verstreichen lassen, innerhalb der er den Beschäftigten endlich Details zu seinen Plänen für mehrere Standortschließungen in Deutschland und zu einem großangelegten Stellenabbau nennen sollte. Der Konzernbetriebsrat hatte das Ultimatum am Donnerstag gestellt, nachdem auch nach dem Ende einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg keine Klarheit zu den seit Wochen ins Kraut schießenden Spekulationen herrschte (hier mehr zu den Ereignissen vom Donnerstag externer Link und dem Ultimatum). Der CEO ignorierte die Aufforderung, informierte stattdessen am Freitag lediglich das Management – das aber seinerseits die entscheidenden Details nicht weitergeben soll. Deswegen muss Dr. Blume nun direkt auf die Beschäftigten treffen: Dafür werden Betriebsversammlungen genutzt…“ Meldung vom 11.07.2026 der IG Metall bei Volkswagen externer Link
    • Konzernbetriebsausschuss und Volkswagen Management Association nehmen Stellung: Arbeitnehmervertretungen schreiben Brief an die Belegschaften
      Im Zusammenhang mit der Berichterstattung der vergangenen Tage, insbesondere in Bezug auf die Aufsichtsratssitzung bei Volkswagen am Donnerstag, richten sich der Konzernbetriebsausschuss (KBA) und die Volkswagen Management Association (VMA) in einem Brief an die Belegschaft. (…)
      Am gestrigen Donnerstag tagte der Aufsichtsrat der Volkswagen AG. Im Anschluss daran hat sich der Vorstand mit den bekannten Floskeln zu Wort gemeldet externer Link. Nichts davon adressiert die eigentlichen Kernprobleme des Konzerns. Und nichts davon begegnet Euren Ängsten und Sorgen auch nur ansatzweise auf angemessene Weise. Weil das so beschämend ist, haben auch wir uns noch am Donnerstagabend zu Wort gemeldet und dem Konzern-CEO ein Ultimatum externer Link gesetzt. Selten haben wir auf unsere Kommunikation ein derart deutliches und einhelliges Feedback erhalten. Insbesondere der Satz „Der Umgang des Vorstands mit der Belegschaft ist an Respektlosigkeit nicht mehr zu überbieten“ spricht Euch als Belegschaft offensichtlich aus der Seele. Mit dieser Kritik an der Unternehmensspitze seid Ihr nicht allein. (…) Kolleginnen und Kollegen, wir als Eure Belegschaftsvertretungen wissen nur zu gut, wie hart der wirtschaftliche Druck derzeit ist, wie eng der Wettbewerb und wie zwingend die Notwendigkeit, Dinge grundlegend zu ändern – und zwar auch mittels Stellschrauben, die schmerzvoll sein werden. Die entscheidende Frage aber ist: Wofür, also mit welchem Langfristziel, und in welchem Gesamtzusammenhang soll das passieren? (…)
      Dringend vonnöten ist in diesem Zusammenhang auch eine Debatte über die Begriffe „existenzgefährdet“ und „intelligente Lösungen“. Wir erkennen derzeit keine akute Existenzgefährdung, können aber auch nicht die Augen vor den anhaltenden schwierigen Rahmenbedingungen verschließen. Immerhin sollte nicht vergessen werden, dass der Vorstand den Konzern in den vergangenen Jahren noch derart gut aufgestellt sah, dass Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet werden konnten. Ähnliches gilt für das mantraartige Wiederholen der Aussage zu „intelligenten Lösungen“ für gefährdete Standorte. Damit diese Lösungen sich einstellen, muss der Vorstand sie liefern – und nicht nur gegenüber Medien und Investoren beschwören. Und dafür brauchen wir Spitzentechnologien und begeisternde Produkte in allen Marken – das ist Aufgabe und Verantwortung des Vorstands. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir würden Euch gerne viel Mut zusprechen und mehr Zuversicht in Aussicht stellen wollen. Aber wir wissen, dass dieser Brief Euer mulmiges Gefühl nicht schlagartig abstellen kann
      …“ Meldung und Brieg vom 10.07.2026 bei IG Metall bei Volkswagen externer Link – siehe dazu:

      • „… Die Gewerkschaftsvertreter verfügen im paritätisch besetzten Aufsichtsrat gegenwärtig mit zehn Stimmen über die Mehrheit, da auf der Kapital-Seite seit dem Rückzug von Julia Wiegand im Juni ein Sitz vakant ist. Sie könnten also sämtliche Beschlüsse blockieren. Hinzu kommt, dass das Land Niedersachen, das über 20 Prozent der Stimmrechte verfügt, oft mit den Gewerkschaftsvertretern stimmt. (…) Tatsächlich bereiten sich IGM und Betriebsrat darauf vor, bei der nächsten Kahlschlagrunde noch enger als bisher mit dem Vorstand zusammenzuarbeiten. Das zeigt ein gemeinsamer Brief, den der Konzernbetriebsausschuss (KBA) und die Volkswagen Management Association (VMA) am Tag nach der Aufsichtsratssitzung an die Belegschaften richteten. Der KBA vereint die Betriebsratsspitzen aller deutschen Marken und Gesellschaften, die VMA ist die Interessenvertretung der Führungskräfte. Der Brief der Betriebsratsfürsten liest sich, als sei er von Roland Berger oder einer anderen Unternehmensberatung verfasst. Hinter einem Schleier der moralischen Empörung – „Der Umgang des Vorstands mit der Belegschaft ist an Respektlosigkeit nicht mehr zu überbieten“ – erneuert er das Angebot zur Zusammenarbeit und erteilt Ratschläge, wie der Kahlschlag effektiver und reibungsloser durchgesetzt werden kann. Wie „wissen nur zu gut, wie hart der wirtschaftliche Druck derzeit ist, wie eng der Wettbewerb und wie zwingend die Notwendigkeit, Dinge grundlegend zu ändern – und zwar auch mittels Stellschrauben, die schmerzvoll sein werden,“ heißt es in dem Brief…“ Aus dem Kommentar von Peter Schwarz vom 10. Juli 2026 bei wsws externer Link: „Volkswagen: Abgekartetes Spiel zwischen Vorstand, Betriebsrat und IG Metall“
    • VKL EXTRA: Zukunft braucht Klarheit – keine Verunsicherungen!
      VKL vom 17.07.2026 externer Link
    • Gegenwehr bei VW und Mercedes-Benz: Beschäftigte der Autoindustrie geben Warnung ab
      Den Beschäftigten der Automobilindustrie reicht es. Nicht länger lassen sie sich zum Sündenbock machen, wenn Managementfehler und geopolitische Konflikte Ursache der Krise sind. Bei VW gab es bundesweit Aktionen, bei Mercedes-Benz gingen 33.000 Beschäftigte auf die Straße. Es war erst der Auftakt…“ Meldung der IG Metall vom 9.7.2026 externer Link
    • Dudenhöffer fordert Ende der 35-Stunden-Woche bei VW
      Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer fordert angesichts der Krise der deutschen Autoindustrie eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich bei Volkswagen. Damit könne man „das Problem der hohen Produktionskosten“ zumindest teilweise lösen, sagte der Leiter des privaten Instituts Center Automotive Research (CAR) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Schmeißen wir die Tarifautonomie weg für ein paar Jahre!“, sagte Dudenhöffer und forderte Politik, Gewerkschaften und Unternehmen zu gemeinsamen Gesprächen auf. „Die Mitarbeiter müssen verzichten.“ Deutschland habe sich zu viel Wohlstand geleistet, während der internationale Wettbewerb stärker geworden sei…“ Meldung vom 11.07.2026 im Handelsblatt online externer Link
    • Siehe auch: Autoindustrie: Mitten in der Katastrophe! Oder: „Dem Klassenkampf von oben ist mit Sozialpartnerschaft nicht beizukommen“
  • Aktionstag der IG Metall-Vertrauensleute und Betriebsräte („keine Warnstreiks“) am Donnerstag, 9. Juli (zur Aufsichtsratssitzung) an allen deutschen Standorten des VW-Konzerns
    Die Vertrauensleute und Betriebsräte der IG Metall im Volkswagen-Konzern zeigen angesichts der aktuellen Berichterstattung über die Kahlschlagspläne sowie die Angriffe auf die Mitbestimmung durch den Volkswagen-Vorstand Flagge. Am Donnerstag, 9. Juli, finden deshalb an allen Standorten des VW-Konzerns in Deutschland Aktionen statt.
    Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, erklärt dazu: „Das ist ein klares Signal an den Vorstand: Nicht mit uns! Die Beschäftigten haben ihre Beiträge geleistet. Anstatt die Versäumnisse der letzten Jahre auf dem Rücken der Belegschaft abzuladen: Kümmert euch um das Optimierungspotenzial zwischen den Marken und bessere Zusammenarbeit. Die ständigen Angriffe auf die Rechte der Kolleginnen und Kollegen nehmen wir nicht ohne Gegenwehr hin. In einer schwierigen Situation stehen wir zusammen und fordern von Konzern und auch von der Politik: Ideen und Konzepte, wie die Werke ausgelastet werden und Schutz vor unfairem Wettbewerb.“
    Daniela Cavallo (Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzende der Volkswagen AG) sowie Thorsten Gröger (Verhandlungsführer der IG Metall zum Haustarifvertrag bei Volkswagen) treten in Wolfsburg vor die Presse (siehe unten).
    Achtung: Es handelt sich um Aktionen der Vertrauensleute und Betriebsräte der IG Metall. Es sind Informations- oder Protestveranstaltungen und keine Warnstreiks – wir sind beim Haustarifvertrag der Volkswagen AG sowie auch in der Metall- und Elektroindustrie gegenwärtig in der Friedenspflicht
    .“ Meldung vom 07.07.2026 der IG Metall bei Volkswagen externer Link mit Startzeiten sämtlicher Aktionen über das Bundesgebiet (Volkswagen, AUDI, Porsche und MAN Truck & Bus)

  • Wird die Drohung mit dem VW-Gesetz den Widerstand von IG Metall und GBR gegen weiteren Stellenabbau und Werksschließungen brechen – oder die Basis aktivieren? 
    • VW im »Delivery Mode« mit Angriff auf die Beschäftigten
      Im Volkswagen-Konzern sollen laut Medienberichten weltweit bis zu 100.000 der aktuell rund 657.000 Arbeitsplätze wegfallen. Die bekannt gewordenen Abbauziele entsprechen einer Verdopplung der bisherigen Zielmarke. Mittelfristig könnten dem Bericht zufolge vier Werke in Deutschland geschlossen werden.
      Neben einem Stellenabbau plant das Management Anpassungen in der Unternehmensstruktur. Die Kernmarke Volkswagen und die Komponententochter sollen aus dem Konzernverbund herausgelöst und in eigene Gesellschaften umgewandelt werden. Diese Pläne des Konzernvorstands stehen auf der Tagesordnung des Aufsichtsrats Anfang Juli. (…)
      Auch der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) warnt vor 225.000 verlorenen Jobs. Wenn solche Warnsignale aus den Führungsetagen kommen, »ist das kein normales Krisengeräusch mehr, sondern ein Hinweis darauf, dass das alte Erfolgsmodell sichtbar erodiert«, sagt Stefan Reindl, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA). Handelt es sich um eine schmerzhafte Transformation – oder steht die deutsche Autoindustrie vor einem historischen Absturz? (…)
      Auf der der Beijing Auto Show Ende April versuchte Volkswagen demonstrativ Aufbruchstimmung auszustrahlen. »Wir sind im Delivery Mode«, sagte der Volkswagen-CEO Oliver Blume. Nun folgt hierzulande ein massives Sparprogramm auf dem Rücken der Beschäftigten. Wie das Recherche-Netzwerk Correctiv ermittelt hat, ist Blume sogar bereit, einen möglichen Widerstand im Aufsichtsrat zu umgehen, denn die Vertreter der Beschäftigten und das Land Niedersachsen verfügen dort über 12 der 20 Stimmen. Nach dem Aktiengesetz kann der Vorstand bei einem negativen Votum des Aufsichtsrats eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, wenn er die Existenz des Unternehmens gefährdet sieht. Genau darauf läuft es hinaus. Laut Correctiv könnte das Aktionärstreffen bereits im August stattfinden.
      Mit einem solchen Affront gegen die Vertreter*innen der organisierten Lohnarbeit und ihre Gewerkschaften ist der notwendige Umbau und die Umstrukturierung des Konzerns nicht zu realisieren, selbst wenn Blume die Mehrheit der Aktionär*innen auf seine Seite ziehen sollte. Eine Konzernneugliederung gegen Widerstände der Beschäftigten würde Jahre dauern. Zeit, die VW aber nicht hat.“ Kommentar der Redaktion Sozialismus.de vom 30. Juni 2026 externer Link, siehe auch
    • Volkswagen: Vorstand will Sparpaket auch gegen Nein von Aufsichtsrat durchdrücken
      „Der Vorstand um VW-Chef Blume will bei einer Ablehnung des rigiden Umbauplans durch den Aufsichtsrat eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. (…) Um den Absturz zu verhindern, will der Konzern massiv sparen. Der Vorstand hat dazu ein Paket ausarbeiten lassen, das einen Stellenabbau, eine Verringerung der Modellvielzahl sowie den Verkauf von Tochterfirmen vorsieht. Vorgesehen ist unter anderem ein Verkauf der Motorradmarke Ducati sowie der Autovermietung Europcar. Die Beteiligung an der Lkw-Sparte Traton soll von 87 auf 75 Prozent reduziert werden. Über den Weg will VW Geld ins Haus holen.
      Das Paket umfasst zudem eine Schließung der vier Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm bis zum Jahr 2035, sollten sich die Arbeitskosten dort nicht senken lassen. Zudem soll das Stammwerk der Tochter Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen deutlich verkleinert werden. Die Produktion soll nach CORRECTIV-Informationen nach Osteuropa verlagert werden. Die Lohnkosten seien in den Werken dort deutlich geringer, hieß es in Konzernkreisen. Zudem sollen bis zu 65.000 Arbeitsplätze zusätzlich gestrichen werden. (…)
      Niedersachsen ist der zweitgrößte Aktionär nach der Familie Porsche/Piëch und verfügt durch das sogenannte VW-Gesetz über ein Mitspracherecht bei Standort-Entscheidungen, also auch über Schließungen. Im Aufsichtsrat kommen Land und Betriebsrat auf 12 der 20 Stimmen, sie können also den Umbau blockieren. In der Vergangenheit hatten beide Fraktionen häufig ihr Votum abgestimmt.
      Aufspaltung soll Geschäftsführung mehr Macht geben
      Das außerordentliche Aktionärstreffen könnte laut den Kreisen noch im August stattfinden. Zur Abstimmung würde dann auch eine Neugliederung des Konzerns stehen. Anders als Audi oder Porsche ist die Marke VW mit der Holding verschmolzen. Die Kernmarke soll den Planungen zufolge herausgelöst und in eine eigene Einheit überführt werden. Auch der Bereich Komponenten (also Autoteile) soll in einen eigenen Bereich abgespalten werden.Mit diesem Umbau würden unter der Holding die Bereiche VW (mit Skoda und Seat/Cupra), Komponenten, Audi, Porsche und die Lkw-Sparte Traton gegliedert werden. Ein Vorteil aus Sicht des Vorstands: Die im VW-Gesetz festgeschriebenen Sonderrechte für die Standorte würden dann nur für die eigentlichen VW-Werke gelten. Der Einfluss Niedersachsens wäre damit ein Stück weit zurückgedrängt…“ Recherche von Martin Murphy vom 29. Juni 2026 bei correctiv.org externer Link
    • VW will 100.000 Jobs streichen – vier Werke auf der Kippe
      VW plant offenbar einen größeren Stellenabbau als bisher bekannt. Weltweit will der Konzern aus Wolfsburg 100.000 der rund 657.000 Arbeitsplätze streichen. Vier Werke könnten schließen, unter anderem in Niedersachsen. Betroffen könnten unter anderem die Werke in Hannover und Emden sein. Auch das Werk in Zwickau (Sachsen) sowie das Audi-Werk in Neckarsulm (Baden-Württemberg) stehen auf der Kippe. Wenn die dort aktuell gebauten Modelle auslaufen, soll die komplette Produktion gestoppt werden. Ein entsprechendes Sanierungskonzept hat VW-Chef Oliver Blume nach NDR Informationen Führungskräften präsentiert. Zuerst hatte das “ Manager Magazin“ berichtet und sich auf Insider berufen. Mit den Sparplänen verdoppelt der VW-Konzern seine bisherigen Abbauziele. Mit den Sparplänen verdoppelt der VW-Konzern seine bisherigen Abbauziele. (…)
      Betriebsrat kritisiert „unverantwortliche Drohungen“
      Die Belegschaft kündigte auf die neuen Sparpläne umgehend Widerstand an. Der VW-Betriebsrat spricht von „unverantwortlichen Drohungen“, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung von Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, Daniela Cavallo, VW-Betriebsratsvorsitzende, und Thorsten Gröger, Bezirksleiter IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, heißt. Sollten die Pläne vorangetrieben werden, würden die Arbeitnehmervertretenden diese mit aller Macht verhindern, hieß es
      …“ NDR-Meldung vom 26.06.2026 externer Link
    • Angebliche Kahlschlagpläne bei VW
      Konzernbetriebsrat und IG Metall: VW-Konzernvorstand soll endlich seinen Job machen!
      Einmal mehr verunsichern Medienberichte die Belegschaft – Spekulationen nun auch ums VW-Gesetz. (…) Daraufhin äußern sich die Erste Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, die VW-Konzernbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo und der für den VW-Haustarif zuständige IG Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger wie folgt:
      „Die erneuten Medienberichte verunsichern unsere Belegschaft und unsere Standortregionen zu Recht. Aber: Angriffe auf das VW-Gesetz, die Mitbestimmung und unsere Standorte sind unverantwortliche Drohungen. Sollten solche Pläne vorangetrieben werden, würden wir sie mit aller Macht verhindern. Entscheidend ist ohnehin etwas ganz Anderes: Statt blinden Aktionismus zu zeigen, sollte der Vorstand endlich seinen Job machen und sich auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren: wettbewerbsfähige Produkte, Technologien, Konzernstrukturen und -synergien und damit auch sichere Beschäftigung.“ (…)
      Die Spekulationen führten außerdem über Volkswagen hinaus zu zahlreichen weiteren Reaktionen aus der Branche. Hier ein Beispiel der Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg, Barbara Resch: „Sollten sich die Berichte bestätigen, wäre das ein Frontalangriff auf die Zukunft der Industriearbeitsplätze! Werksschließungen und massiver Stellenabbau sind keine Strategie für die Zukunft der deutschen Automobilindustrie. Wer Standorte schließt, verliert Know-how, Innovationskraft und das Vertrauen der Beschäftigten. Unsere Solidarität gilt allen betroffenen Beschäftigten – in Neckarsulm ebenso wie in Hannover, Emden, Osnabrück, Zwickau und an allen weiteren Standorten des Volkswagen-Konzerns. Die Zukunft der deutschen Automobilindustrie entscheidet sich nicht durch Standortkonkurrenz, sondern durch Investitionen, Innovationen und eine klare industrielle Strategie.“…“ Meldung der IG Metall bei Volkswagen vom 26.06.2026 externer Link, darin auch Niedersächsischer Ministerpräsident Olaf Lies und die stellvertretende Niedersächsische Ministerpräsidentin Julia Willie Hamburg und das offizielle Statement der Unternehmensseite bei Volkswagen

    • VW Zwickau: IG-Metall-Vertrauensleute melden sich mit zwei Aktionen zu Wort
      Mit zwei Aktionen machten rund 100 Kolleginnen und Kollegen am 29. Juni deutlich: Wir akzeptieren nicht, wie VW mit uns umgeht. (…) Die verarschen uns dermaßen! Wir sollen bei 40 Grad Hitze Autos bauen, Fabrikkosten senken, Schnauze halten – und die feinen Herren tragen gleichzeitig ihre (Kapital-)Schäfchen ins Trockene.“ Dass einzelne Führungskräfte das Werk verlassen wollen, macht die Runde. „Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.“
      Es gibt viele Diskussionen: alles zu spät, die Messen gelesen? Den Unternehmen noch mehr Kohle zuschieben und sie mal machen lassen, wie es AfDler posten? Oder richtig kämpfen und alles in die Waagschale werfen? Es müssen Leute vorangehen und einen Plan haben, das kristallisiert sich immer mehr heraus. Begrüßt wird, dass die IG Metall Aktionstage organisieren will.“ Korrespondenz-Meldung vom 29.06.2026 auf rf-news.de externer Link
    • Stellenabbau bei VW: Abrissbirne statt Transformation
      Die Dreistigkeit der Boni-Kassierer an der Konzernspitze ist kaum zu überbieten. Für ihr Aussitzen von Problemen sollen wieder die Arbeitenden zahlen (…) Wenn allein in Sachsen mit dem erst vor wenigen Jahren teuer modernisierten Werk in Zwickau das Aushängeschild in Sachen Elektromobilität plattgemacht werden soll, dann ist das ein mehr als deutlicher Hinweis darauf, dass die Manager keinerlei Konzept für die Zukunft des Unternehmens haben. Und dass sie bereit sind, für ihre und die Interessen von Großaktionären in Sachsen einen der wenigen noch existierenden industriellen Kerne zu zerschlagen. Denn mit jedem der 10 000 dortigen VW-Jobs geht ein weiterer bei regionalen Zulieferern verloren.
      Solches Gebahren unterscheidet sich kaum von dem absolutistischer Herrscher und ist ein Frontalangriff nicht nur auf die Belegschaft, sondern auf die Demokratie. Derer gibt es zwar viele. Aber dieser ist so gravierend, dass der Bund und das Land Niedersachsen der Konzernspitze in den Arm fallen müssen, wollen sie nicht die letzte Glaubwürdigkeit verspielen. Und die Beschäftigten selbst müssen sich wohl auf einen harten Kampf einstellen. Eine Vergesellschaftung dieses Konzerns, in den schon Unsummen an Steuergeldern geflossen sind, wäre das Gebot der Stunde. Aber eine, bei der die Beschäftigten das Sagen haben und nicht Manager, die nach den gleichen »marktwirtschaftlichen« Prinzipien arbeiten wie jene im Gesundheitswesen.“ Artikel von    Jana Frielinghaus vom 27.06.2026 in ND online externer Link
    • VW: Keine Rücksicht auf Arbeitsplätze
      Volkswagen will 100.000 Stellen streichen, vier Werke schließen – und die gleichnamige Marke ausgliedern, um den Einfluss von Gewerkschaft und Betriebsrat zu verringern  (…)
      Außerdem sei vorgesehen, die Volkswagen-Marke aus dem gleichnamigen Konzern auszugliedern, heißt es im Manager-Magazin weiter. Die Konzernstruktur unterliegt dem VW-Gesetz, das dem Land Niedersachsen eine Sperrminorität sichert. Es gehe darum, die Marke dem VW-Gesetz zu entziehen und so den Einfluss der Beschäftigten bei Volkswagen radikal zu beschneiden. Künftig soll der Aufsichtsratschef der ausgegliederten Marke gemeinsam mit der Kapitalseite die Vertreter der Belegschaft überstimmen können. Das Wirtschaftsmagazin beruft sich hier auf Insider, die über eine Vorstandstagung am Mittwoch informierten. (…)
      In den Betrieben verbreite sich deshalb Unsicherheit, beklagte der Sprecher der IG Metall Niedersachsen, Jan Mentrup, im Gespräch mit jW. Man werde entsprechende Kürzungspläne »mit aller Macht verhindern«, erklärten die Gewerkschaftsvorsitzende Christiane Benner, VW-Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo und Niedersachsens IGM-Leiter Thorsten Gröger in einer äußerst knapp gehaltenen gemeinsamen Stellungnahme. Laut Mentrup seien davon auch Warnstreiks nicht ausgenommen
      …“ Artikel von Michael König in der jungen Welt vom 27.06.2026 externer Link
  • Weitere Werksschließungen oder chinesische Partner bei VW? Laut Betriebsrat und IG Metall bleiben „Rote Linien unverändert“ – ohne „ideologische Scheuklappen“
    • Kampf ums Ganze bei VW: IG Metall und Betriebsrat stemmen sich gegen Werksschließungen im Inland. Doch Kapitallogik und Dauerkrise sind harte Kontrahenten
      „… In Rede stehen aktuell vier Betriebsstätten, denen ein Aus bzw. eine »Umwidmung« droht. Selbst Betriebsratschefin Cavallo hatte Anfang März verkündet, dass im Notfall im nicht ausgelasteten Werk Osnabrück auch Rüstungsgüter hergestellt werden könnten. »Ich bin der Meinung, dass Deutschland und Europa unabhängiger werden müssen im Bereich Verteidigung«, sagte sie in einem Interview. Für Osnabrück könne das eine Perspektive sein.
      Neben Osnabrück drehen sich Schließungsgerüchte vor allem um die Werke in Hannover, Zwickau und Emden. Auch der Standort Neckarsulm der VW-Tochter Audi wird als möglicher Kandidat für Umwidmung, Verkauf oder Schließung genannt. Auslöser war ein Bericht des Manager-Magazins vom 6. Mai.
      …“ Aus dem Artikel von Klaus Fischer in der jungen Welt vom 16.05.2026 externer Link
    • Rote Linien unverändert: Daniela Cavallo, Christiane Benner und Thorsten Gröger zur aktuellen Lage
      Das Trio mit den Spitzen von Betriebsrat und IG Metall tritt den Spekulationen über deutsche Standorte entgegen.
      Wolfsburg/Hannover/Frankfurt – Die Spitzenvertreter der Arbeitnehmerseite bei Volkswagen haben sich gemeinsam zur Situation der deutschen VW-Standorte geäußert. Anlass sind die anhaltenden Spekulationen über das angeblich geplante Aus für mehrere Fabriken externer Link und weitere, vermeintlich verschärfte Sparvorhaben des Vorstandes – bis hin zu Gedankenspielen über einen Einstieg chinesischer Partner externer Link in die Fertigungskapazitäten deutscher VW-Fabriken.
      In der gemeinsamen Stellungnahme erklärt das Trio, bestehend aus Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, Daniela Cavallo, Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der Volkswagen AG, und Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie Verhandlungsführer des VW-Haustarifs, das Folgende: „Die Tarifvertragsparteien bei Volkswagen haben sich Ende 2024 auf einen umfangreichen Tarifkompromiss geeinigt, wie es ihn im Unternehmen seit rund 30 Jahren nicht gegeben hatte. Bekanntermaßen verknüpft diese Einigung mehrere Kernelemente: Einerseits sind da für die Belegschaft weitreichende Perspektiven mit Zukunftsprodukten an den deutschen VW-Standorten in Verbindung mit einer unkündbaren Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 sowie andererseits für die Arbeitgeberseite milliardenschwere Entlastungen bei den Arbeitskosten.
      Der Kompromiss verlangt beiden Seiten viel ab. So ist er für die Kolleginnen und Kollegen mit spürbaren, wenn auch überwiegend nur temporären finanziellen Einschnitten verbunden. Die Arbeitgeberseite dagegen musste von den ihrerseits bis zum Ende der Verhandlungen favorisierten Werksschließungen und Massenentlassungen vollständig Abstand nehmen. Seit der Einigung sind dennoch insbesondere bei den Fabrikkosten und beim Stellenabbau Fortschritte erzielt worden, die die Ergebnisse aus ähnlichen Effizienzprogrammen wie etwa dem Zukunftspakt im Jahr 2016 weit in den Schatten stellen.
      Gleichzeitig wahrt der Dezember-2024-Abschluss die unverrückbare Volkswagen-DNA, wonach Beschäftigungssicherung und Wirtschaftlichkeit gerade auch in heftigen Krisenzeiten gleichrangige Unternehmensziele sind, auf die die Betriebsparteien gleichermaßen einzahlen. Und selbstverständlich ist diese Einigung jetzt nicht infrage zu stellen. (…)
      Werksschließungen wird es mit uns als Gesamtbetriebsrat und IG Metall nicht geben! Natürlich bleiben alle Standorte erhalten. Und falls die Geschäftsmodelle dafür absehbar nicht mehr vollständig tragen sollten, müssen eben neue her. Wobei auch dann völlig klar wäre: Neue Geschäftschancen in anderen industriellen Feldern kommen für uns nicht infrage, um damit bestehende Zusagen aus der 2024er-Einigung zu ersetzen. Es könnte dabei allenfalls um Ergänzungen gehen – als zusätzliche neue Standbeine für unsere Standorte. Sollten sich derartige Felder auftun – sei es unter Konzerndach oder mit externen Partnern – wird die Arbeitnehmerseite das ergebnisoffen prüfen. So wie sie es immer schon tat. Beispiele wie die MAN/Scania-Integration, Teilbörsengänge bei Traton und Porsche oder auch Verkäufe einzelner Unternehmensteile beweisen immer wieder, dass Betriebsrat und Gewerkschaft bei Volkswagen keine ideologischen Scheuklappen haben. Unsere Leitplanken sind stets dieselben: gute Arbeit, Zukunftsperspektiven und sichere Beschäftigung für unsere Kolleginnen und Kollegen. Was darauf einzahlt, hat unsere vollste Unterstützung. Was dem zuwiderläuft, werden wir auch in Zukunft mit aller Härte bekämpfen
      .“…“ Meldung vom 15.05.2026 bei IGM bei VW externer Link
  • Unmut bei VW in Sachsen: Volkswagen kündigt Bruch von Tarifvertrag an und verschiebt die Integration der sächsischen Standorte in das Gesamtunternehmen
    • Sächsische Mitarbeiter werfen VW-Konzern Vertragsbruch vor
      Integration der sächsischen Standorte in das Gesamtunternehmen soll aufgeschoben werden. Mitarbeiter sind »wütend und verunsichert«.
      Am 1. Januar 2027 sollte die deutsche Teilung auch bei Volkswagen endgültig enden. Zu diesem Datum sollten die drei ostdeutschen Werke in Zwickau, Chemnitz und Dresden in den Gesamtkonzern integriert werden. Der Prozess werde aber länger dauern als geplant, teilte das Management jetzt mit. Bei Mitarbeitern und Gewerkschaft stößt das auf extremes Unverständnis. »Wenn es so käme, wäre das nicht weniger als ein Rechtsbruch«, sagt Jan Otto, Bezirksleiter der IG Metall für Berlin, Brandenburg und Sachsen. Die Nachricht habe »eingeschlagen wie eine Bombe«, ergänzt Mario Albert, Betriebsratschef von VW Zwickau. Die Folgen seien »Wut, Enttäuschung und Unsicherheit«. (…) Bereits seit Anfang dieses Jahres sind daher die rund 10 000 sächsischen VW-Mitarbeiter ihren Kollegen im Westen mit Blick auf Gehalt und Arbeitszeit gleichgestellt. Zwölf Monate später sollten sie Teil der großen Volkswagen AG werden. Jetzt aber erklärte das Unternehmen, durch die »notwendige Umstellung zahlreicher Systeme in der Volkswagen AG« sei es zu Verzögerungen gekommen, sodass »der Prozess mehr Zeit in Anspruch nehmen wird als ursprünglich geplant«. Diese Mitteilung nennt Knabel »politischen Sprengstoff«. Die Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre räumen zwar ein, dass der Schritt keine unmittelbaren Konsequenzen für die Mitarbeiter etwa in finanzieller Hinsicht hat. Sie pochen aber aufs tarifpolitische Prinzip: »Unterschriebene Verträge sind einzuhalten«, sagt Otto.  (…) Gleichzeitig gibt es Medienberichte etwa im »Handelsblatt«, in denen erneut von Überkapazitäten die Rede ist und geraunt wird, zwei Werke stünden »unter Druck«. Das Werk in Zwickau war einst Vorreiter beim Umstieg auf die Elektromobilität, schien aber zuletzt zum Verlierer der Transformation zu werden. Angesichts dessen sei die Stimmungslage unter den verbliebenen rund 8000 Mitarbeitern noch immer »angespannt und sensibel«, sagt Knabel. Dass nun die Integration in den Konzern aufgeschoben werden soll, verstärke Sorgen um die Zukunft: »Das Gefühl von Sicherheit ist für den Moment einigermaßen zerstört.«…“ Artikel von Hendrik Lasch vom 05.05.2026 in ND online externer Link zu:
    • Unmut bei VW in Sachsen: Volkswagen kündigt Bruch von Tarifvertrag an
      Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen fordert gemeinsam mit den Beschäftigten den Volkswagen-Konzern auf, die sächsischen Werke wie vereinbart zum 1. Januar 2027 in die Aktiengesellschaft zu integrieren und damit den anderen deutschen Standorten rechtlich gleich zu stellen. IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto: „Am 1. Januar muss Schluss sein mit der Sonderrolle der sächsischen VW-Werke im Konzern. Das hat Volkswagen in einem Tarifvertrag zugesichert. Einen Bruch von Tarifverträgen werden wir nicht hinnehmen…“ Pressemitteilung vom 04. Mai 2026 beim IG Metall Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen externer Link
  • Rede von Lars Hirsekorn am 03. März 2026 auf der Betriebsversammlung von VW Braunschweig: Die Angriffe des Kapitals zurückschlagen 
    Liebe Kolleginnen und Kollegen, am letzten Freitag postete ein Freund „Halt die Welt an, mir ist schlecht, ich will aussteigen“. Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr er mir damit aus dem Herzen gesprochen hat. In den letzten Monaten verging kaum ein Tag, an dem mir nicht schlecht wurde. Egal auf welchen Wege die Welt in mein Gehirn kroch, der Druck auf den Schädel wurde doch immer stärker. Ich bin Arbeiter, gesetzlich kranken-, pflege- und rentenversichert. Ich arbeite in Teilzeit weil mir das Geld zum Leben reicht und ja, ich freue mich schon jetzt auf die Rente. Anders gesagt, ich bin faul, zu oft krank und ein widerlicher Egoist, der nicht bereit ist sein Leben für die Interessen der Aktionäre zu opfern.
    Die Millionäre dieser Welt und ihre Politiker schreien dies seit Wochen jeden Tag in den Orbit und hoffen auf ein Echo. Dabei ist die Gewinnausschüttung der Dax Konzerne von rund 10 Milliarden in den Jahren 2003 und 2004 auf jeweils rund 52 Milliarden in den Jahren 2023 und 2024 gestiegen.
    Kolleginnen und Kollegen, wir reden hier wirklich über unfassbare Summen. Innerhalb von 20 Jahren haben sich die Gewinne verfünffacht. Aber es reicht ihnen nicht (…)
    Egal ob bei Volkswagen, Ford, Tesla oder BYD. Auf der ganzen Welt haben die Bosse verstanden, dass sie nur mehr bekommen, wenn sie uns etwas wegnehmen oder uns länger arbeiten lassen. Die Frage ist, wann wir das begreifen. (…)
    Bis 70 Dreierschicht arbeiten? Mit Verlaub,

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Source: labournet.de