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Der Widerstand gegen die Folgen der Profitkrise für die Auto-Belegschaften wächst

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Dossier

Es ist keine Wirtschaftskrise - es ist ein RaubzugDie Personalkosten sind nicht der Grund für die Probleme von VW, Daimler oder BMW, auch nicht von Conti, Bosch oder ZF. (IG Metall Verhandlungsführer Thorsten Gröger, 28.10.2024, ZDF) Deshalb gibt es keinen Grund, die Löhne in der Auto- und Zulieferindustrie zu senken. Die IG Metall hat aber allen Grund, die Einkommen und sozialen Rechte der Arbeiter:innen zu verteidigen! In den ersten drei Quartalen 2024 haben die großen drei VW, Mercedes und BMW Profite in Höhe von etwa 20 Milliarden Euro erzielt. Die Krise wird herbeigeredet, um Ängste zu schüren und Sozialabbau durchzusetzen. Unbegreiflich, dass die IG Metall dennoch erklärt: »Wir sind bereit, einen Beitrag zu leisten.«...“ Aus dem Leitartikel „Wem gehören die Fabriken? Euch gehören die Fabriken!“ der „Aktionszeitung – für eine Verkehrsindustrie mit Zukunft“ Nr. 1 vom März 2025, mit der auch die IG Metall zum Widerstand statt Sozialpartnerschaft aufgerufen wird – siehe weitere herstellerübergreifende Aufrufe aus der Autoindustrie:

  • Revisited: Gegenwehr ohne Grenzen. Leserbrief von Wolfgang Schaumberg vom 17. Februar 2002 New
    „… Was mich allerdings wieder etwas hoffnungvoller macht: Ein Kommentar in der Unternehmerzeitung „Frankfurter Allgemeine“ (FAZ) vom 17.1.02 analysierte als zentrales Problem des Opel-Managements: die alten erkämpften Betriebsvereinbarungen müßten weg. „Die Kunst ist“, schreibt der Kommentator, „Verträge so aufzuweichen, dass sie die richtige Entlastung (für Opel) bringen, aber zu keiner Revolte führen!“ Mit brutaler Offenheit erklärt der FAZ-Schreiber weiter: „Vermutlich hätte Forster kurz nach seinem Amtsantritt die Gunst der frühen Stunde nutzen und ein Werk schließen müssen, Antwerpen, das hätte den geringsten Widerstand bedeutet. Oder, wenn man es ganz scharf rechnet, Bochum. Aber wer traut sich schon an Bochum heran angesichts der dort besonders streitlustigen Belegschaft? Vor allem, wenn man bedenkt, dass durch die Vernetzung der Produktion nur rund 500 streikende Mitarbeiter in Bochum nötig sind, um die gesamte Fertigung in Europa lahmzulegen.“…“ Dokumentation des Beitrags von Wolfgang Schaumberg  in express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit Ausgabe 9/2026 – es ist ein Abdruck des Beitrags „Meine Meinung“ von Wolfgang Schaumberg in Gegenwehr ohne Grenzen – Info der GoG Nr. 17 vom Februar 2002 (im LabourNetArchiv) (Die GoG war eine parteiunabhängige Gruppe bei GM/Opel Bochum, siehe dazu z.B.: Dossier: [Video mit und über die GoG] Filmprojekt über den Widerstand der Belegschaft bei Opel in Bochum
  • Petition: GEGENWEHR JETZT! Den Generalangriff der Bosse und ihrer Regierung stoppen. Für kämpferische Gewerkschaften. Für die Verteidigung unserer Errungenschaften im Dossier: Resolution der IG Metall Vertrauensleute Mercedes Benz Untertürkheim: „Schluss jetzt. Protest, Widerstand, Streik! Die Bosse wollen Klassenkampf? Können sie haben!“
  • Das große Kräftemessen: Vom bundesweiten IG Metall-Aktionstag in der Automobilindustrie zur Ausweitung der Sozialproteste, auch in Betrieben?
    „… Die bundesweiten Aktionstage als offensive Antwort?
    Beschäftigungsfragen in der Automobilbranche sind schon immer Fragen von besonderer organisationspolitischer Bedeutung für die IG Metall. Rund jedes dritte Mitglied kommt aus diesem Bereich, Arbeitsplatzabbau geht daher immer mit einem empfindlichen Rückgang der Mitgliederzahlen einher. Die IG Metall wird so »in der aktuellen Situation zum Kämpfen gezwungen«, wie es ein IG Metall-Hauptamtlicher kürzlich in einer kleinen Diskussionsrunde  beschrieb. (…)
    Leicht hat man sich daher mit der Entscheidung zu einer bezirks- und markenübergreifenden Mobilisierung nicht getan, das bedurfte vieler lauter Stimmen von kämpferischen Betriebsräten und Vertrauensleuten aus den Betrieben (…) Ob an diesem Tag derartige Aktionsformen flächendeckend zur Anwendung kommen oder Beschäftigte auf Empfehlung eher zurückhaltender Betriebsräte doch »ausstempeln« gehen, um an den Protesten teilzunehmen, kann als Stimmungstest gelten und lässt erahnen, was von der Tarifbewegung – für die zwei Tage später, am 23. September, Forderungen beschlossen werden – ab dem 31. Oktober zu erwarten ist. (…) Sollte es massenhaft zu entsprechenden politischen Aktionen während der Arbeitszeit kommen,
    könnte dies ein wichtiger Initialzünder für weitere Proteste gegen die Bundesregierung sein. Dies setzt voraus, dass der 21. September, wie in seiner Konzeption dem Eindruck nach vorgesehen, als Teil einer Gesamtchoreografie mit den Sozialprotesten am 26. September verstanden und kommuniziert wird. Das bedeutet, dass im Rahmen der Aktionen am Montag, dem 21. September, sowohl ein Bezug zu den Sozialprotesten hergestellt wird, als auch durch gezielte Ansprache Kolleg:innen für den darauffolgenden Samstag mobilisiert werden. Sollten viele Betriebsräte und Vertrauenskörperleitungen außerdem den Mut aufbringen, in die Traditionen vergangener Proteste zu treten und ihre Aktionen in der Arbeitszeit durchführen, könnte dies eine wichtige Inspiration für die inner- und überbetriebliche Ausweitung der Proteste über den 26. September hinaus sein. Wenn die Automobiler:innen vorangehen, vielleicht trauen sich dann auch Kolleg:innen aus anderen Branchen, einen Schritt weiter zu gehen?…“ Kommentar von Marvin Hopp externer Link in express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit Ausgabe 9/2026
  • Die Stimmung kippt: Unter den Autoarbeitern wächst der Unmut.
    Ein Brief von Mercedes Untertürkheim fordert von der IG Metall den Abschied von der Sozialpartnerschaft.
    Nachdem die Sparpläne der deutschen Autokonzerne bisher auf vergleichsweise wenig Widerstand gestoßen sind, scheint die Stimmung in einigen Werken nun zu kippen. Bei Volkswagen, wo die Konzernleitung 50 000 Stellen streichen will und auch die Schließung der Werke Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm erwägt, zeigte sich das Anfang der Woche auf der ersten von neun anberaumten Betriebsversammlungen. (…)
    Der ehemalige VW-Betriebsrat Stephan Krull wies im Gespräch mit dem »nd« auch noch einmal darauf hin, dass der Konzern trotz einer vom Management verschuldeten Absatzkrise keineswegs am Hungertuch nage. VW habe im ersten Halbjahr 2026 immer noch 3,1 Milliarden Euro Profit gemacht, verfüge über Gewinnrücklagen in Höhe von 160 Milliarden Euro und habe im letzten Jahrzehnt insgesamt 40 Milliarden Euro als Dividende an die Aktionär*innen ausgezahlt. »Diese riesige Menge Geld könnte locker in eine Transformation hin zu einem modernen Mobilitätsunternehmen investiert werden«, so Krull. Das Problem sei allerdings, dass die Gewerkschaftsführung bislang keine eigenen, selbstbewussten Ideen entwickele.
    Rebellion bei Mercedes
    Noch aufgeheizter scheint die Stimmung bei Mercedes in Stuttgart-Untertürkheim zu sein. Die Konzernführung hatte dort unlängst ein Sparprogramm vorgelegt, über das selbst der öffentlich-rechtliche SWR mutmaßte, es solle offenbar Beschäftigte vergraulen. Der Unmut über die Pläne und die bisherige Reaktion der Gewerkschaften ist so groß, dass sich der gewerkschaftliche Vertrauenskörper auch öffentlich mit der IG-Metall-Führung angelegt hat. (…)
    Vor dem bundesweiten gewerkschaftlichen Aktionstag in der Automobilindustrie am 21. September steigt damit der Druck im Kessel. Für Peter Vlatten, der früher selbst der Vertrauenskörperleitung bei Mercedes Untertürkheim angehörte und heute im Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin aktiv ist, handelt es sich bei dem Brief um mehr als eine der üblichen Resolutionen. Untertürkheim gehöre historisch zu den kampfstärksten Betrieben der IG Metall und habe für die Branche oft eine Vorreiterrolle gespielt, erinnert der pensionierte Gewerkschafter im Gespräch mit dem »nd«. »Das hatte auch damit zu tun, dass eine linke alternative Liste im Betriebsrat viele Jahre eine Mehrheit hatte.« Vlattens Eindruck zufolge habe der Gewerkschaftsaktivismus im Betrieb zuletzt einen erfreulichen Aufschwung erlebt. »Im Vertrauenskörper sind heute 500 bis 700 Gewerkschafter aktiv. Das sind Arbeiter aus der Produktion. Und das ist auch der qualitative Unterschied zu anderen Erklärungen.«
    Aus Sicht Vlattens ist in Untertürkheim Streikbereitschaft zu spüren. Das Problem sei allerdings, dass die IG-Metall-Führung bislang nichts unternommen habe, um Folgeaktionen für die Zeit nach den geplanten Protesttagen Ende September vorzubereiten. Genau davon hänge es jetzt jedoch ab, ob die Unruhe am Ende wieder in Frustration umschlage
    …“ Artikel von Raul Zelik vom 27.08.2026 in ND online externer Link – alle genannten Protestschreiben sind in den jeweiligen Dossiers zu finden

  • „Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke“: Die IG Metall ruft für Montag, 21. September, bundesweit in allen Betrieben der Automobil- und Zulieferindustrie zu einem Aktionstag auf
    Die Beschäftigten der Autoindustrie leisten Widerstand gegen die Spar- und Verlagerungsfantasien ihrer Konzernbosse. Beim bundesweiten Aktionstag werden sie ein deutliches Zeichen setzen: Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch Sparen, sondern durch Investitionen.
    Am 21. September werden die Beschäftigten der Automobilindustrie ein deutliches Zeichen setzen – bundesweit bei unzähligen betrieblichen Aktionen, bei unzähligen Zulieferbetrieben und Herstellern. Nicht länger werden sie sich zu Sündenböcken machen lassen für eine Krise, die sie nicht verursacht haben. Nicht länger werden sie die Zeche für Managementfehler und die Folgen geopolitischer Konflikte zahlen. Damit ist jetzt Schluss! Die Beschäftigten sagen: Jetzt reicht’s!
    Aktuell sind die Strategien der Konzernbosse an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Die Beschäftigten sollen mehr arbeiten, weniger verdienen oder gar ihren Job verlieren, während die Unternehmen Milliarden an Aktionäre auszahlen. Verlagerung, Arbeitsplatzabbau und Werksschließungen stehen in ganz Deutschland auf dem Programm. Allein letztes Jahr haben die Konzernbosse über 50.000 Jobs in der Automobilindustrie vernichtet. Die Firmenchefs sind dabei, Deutschlands wichtigsten Wirtschaftszweig und zentralen Pfeiler für Wohlstand in die Bedeutungslosigkeit zu führen und abzuwirtschaften. Es droht der Totalschaden der Traditionsbranche. Dabei ist doch klar: Aus der Krise und zu mehr Wettbewerbsfähigkeit kommt die Branche nicht durch ein Sparprogramm, sondern nur durch Investitionen und Innovationen externer Link.
    Beschäftigte aller Marken stehen zusammen
    Die Krise der deutschen Automobilindustrie ist zu großen Teilen hausgemacht, weil die Vorstände der Autokonzerne reihenweise falsche Entscheidungen getroffen haben: Zu spät wurden kleine erschwingliche Modelle angeboten. Bei Digitalisierung und Batterien wurden wichtige Entwicklungen verschlafen. Investitionen in Zukunftstechnologien und Standorte wurden vernachlässigt.  Deswegen heißt es jetzt für die Beschäftigten: Widerstand. Die Beschäftigten einiger Zulieferer und Hersteller haben ihren Konzernbossen bereits mit einigen Aktionen einen heißen Sommer beschert. Am 21. September werden sie  gemeinsam und bundesweit in ihren Betrieben verdeutlichen, was nun Phase sein muss. Sie fordern: Es braucht Investitionen in zukunftsfähige Produkte, Qualifizierung und sichere Standorte — nicht nur kurzfristige Kostensenkung
    …“ Aufruf vom 11. August 2026 bei der IG Metall externer Link („Am 21. September wird es laut. Bundesweiter Aktionstag: Beschäftigte der Autoindustrie wehren sich gegen Kahlschlag“)

  • Kahlschlag in der Auto- und Zulieferindustrie – Gegenwehr der Beschäftigten
    Beitrag vom 19. Dezember 2025 externer Link bei der Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften (VKG)
  • „Nicht die Zeiten sind schlecht, sondern die Machtverhältnisse“: Gemeineigentum ist keine Utopie
    Rede von Thorsten  Donnermeier, Vertrauensmann bei VW Kassel, bei einer Betriebsversammlung am 04.06.2025 im Volltext im Dossier: Kahlschlag bei VW ab 2024? Autobauer plant Kürzungen in Milliardenhöhe, um »Effizienz« zu steigern
  • Betriebsversammlung Mercedes Benz Werk Hamburg am 25. März: „… was hier vereinbart wurde, ist keine Zukunftssicherung. Es ist eine Zukunftsbeschneidung…“ Text der Rede von Sven Vaith , Halle 12, iSG Fertigung, Betriebsversammlung Mercedes Benz Werk Hamburg am 25. März 2025 zum aktuellen Sparprogramm bei Mercedes-Benz im Dossier: „Sparprogramm“ und Effizienzsteigerung dank E-Auto auch bei Daimler – Leiharbeiter zuerst…
  • Keine Verluste, sondern nur Gewinneinbußen bei VW: Es ist keine Wirtschaftskrise – es ist ein Raubzug. Flugblatt von einigen Kollegen von verschiedenen VW-Standorten   –  siehe Hintergründe und frühere Proteste im Dossier: Kahlschlag bei VW ab 2024? Autobauer plant Kürzungen in Milliardenhöhe, um »Effizienz« zu steigern
  • Aktionszeitung – für eine Verkehrsindustrie mit Zukunft. Siehe alle Infos zur Aktionszeitung
  • Weihnachtswunder oder blaues Wunder bei VW? Positionspapier vom 21.12.2024 von Tobi Roswog, Thorsten Donnermeier und Lars Hiersekorn im Dossier: Kahlschlag bei VW ab 2024? Autobauer plant Kürzungen in Milliardenhöhe, um »Effizienz« zu steigern 
  • Und: Statement von VW-Kollegen: Wir wollen bei VW nicht den Tod produzieren – Statement/Flugblatt von einigen VW-Kollegen vom 17.3.2025 

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