Faultline Faultline Kommando 161

Editorial · Kommando 161 · · 2h

Wasser marsch – gegen die Falschen

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Symbolbild · Leonhard Lenz / CC0 · Wikimedia Commons

Am Samstag zog in Zürich-Oerlikon zum sechsten Mal der «Marsch fürs Läbe» durch die Straßen – die größte Versammlung von Abtreibungsgegnern der Schweiz. Tausende, die Menschen mit Gebärmutter das Recht auf den eigenen Körper absprechen wollen, marschierten unter dem Motto «Together for Life». Begleitet, geschützt, eskortiert. Wer sich dagegenstellte, rund 200 Menschen, bekam den Wasserwerfer. Dazu Gummischrot und zwei Festnahmen.

Man kann über umgekippte Container und Böller streiten, und man soll es auch. Aber halten wir die Bildregie fest: Die einen dürfen Jahr für Jahr aufmarschieren, um ein Grundrecht zu delegitimieren, und werden dabei von einem Großaufgebot durch die Stadt getragen. Die anderen werden weggespritzt, sobald sie die Route berühren. Das ist keine Symmetrie. Das ist eine Ansage, wessen Anliegen der Staat als Ordnung begreift und wessen als Störung.

Die Verlegung nach Oerlikon – seit sechs Jahren keine Bewilligung für die Innenstadt, offiziell aus »Sicherheitsbedenken« – wird als Neutralität verkauft. In Wahrheit ist sie eine Verwaltung des Konflikts, die den Aufmarsch normalisiert und den Widerspruch an den Rand schiebt. Die Juso kritisierten die Polizei scharf. Zu Recht.

Wer Abtreibungsgegner unter Polizeischutz laufen lässt und die Gegenseite mit Wasserwerfern auflöst, trifft eine politische Entscheidung – und sollte sie nicht als Verkehrsregelung tarnen. Peace is cheaper. Grundrechte auch.

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Source: Kommando 161