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Editorial · Kommando 161 · · 1h

Kommunalwahl Niedersachsen: AfD verdreifacht sich, CDU verliert – Alarmzeichen für die Region

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TL;DR
  • AfD verdreifacht sich landesweit auf Kreisebene: 4,6 % (2021) → 15,9 % (2026).
  • CDU und SPD verlieren beide deutlich (CDU 31,7→27,2 %, SPD 30,0→24,6 %).
  • Göttingen Stadt hält links (Grüne 28,6 %), Umland (Kreis Göttingen, Northeim) normalisiert AfD bei 12–20 %.
  • Mehrere Stichwahlen am 27.9. (u.a. OB Göttingen, Landrat Göttingen, Landrat/Bürgermeister Northeim), offizielles Endergebnis der Landeswahlleiterin steht weiter aus.
Letzte Updates
  • Keine neuen Zahlen seit letztem Stand: Landeswahlleiterin hat noch kein amtliches Endergebnis veröffentlicht, NDR führt Werte weiter als "vorläufiges Ergebnis". Wahlbeteiligung landesweit bestätigt bei 64,6 %. Stichwahltermin 27.9. bestätigt für Hannover, Osnabrück, Oldenburg, Lüneburg, Braunschweig, Göttingen u.a.
  • Erste Landestrend-Zahlen auf Kreisebene: AfD 15,9 % (2021: 4,6 %), CDU 27,2 %, SPD 24,6 %, Grüne 14,1 %, Linke 6,0 %, FDP 3,7 %. Göttingen und Northeim Lokalzahlen ergänzt.

Zwischenstand Kreisebene Niedersachsen: CDU 27,2 % (2021: 31,7 %), SPD 24,6 % (30,0 %), AfD 15,9 % (4,6 % — mehr als verdreifacht), Grüne 14,1 % (15,9 %), Linke 6,0 % (2,8 %), FDP 3,7 % (6,5 %). Die Zahlen sind weiterhin ein vorläufiges Ergebnis, das amtliche Endergebnis der Landeswahlleiterin steht noch aus (üblicherweise erst Tage nach der Wahl); Wahlbeteiligung landesweit 64,6 % (2021: 57,0 %).

31,7 27,2 CDU 30,0 24,6 SPD 15,9 14,1 Grüne 4,6 15,9 AfD 2,8 6,0 Linke 6,5 3,7 FDP
Quelle: NDR Kommunalwahl Niedersachsen 2026, Kreisebene (Stand: 14.09.2026, 10:20 Uhr, vorläufiges Ergebnis) — grau = 2021, hell/rot = 2026
  • CDU
  • SPD
  • Grüne
  • AfD (im Chart rot hervorgehoben)
  • Linke
  • FDP

Die AfD hat sich landesweit auf Kreisebene mehr als verdreifacht — von 4,6 auf 15,9 Prozent. Das ist kein abstrakter Umfragewert, das sind Sitze in Kreistagen und Räten, die künftig über Unterbringung Geflüchteter, Sozial-, Jugend- und Kulturetats mitentscheiden. Genau dort, in der Fläche, entfaltet die Normalisierung des Faschismus ihre konkreteste Wirkung.

Der lokale Blick: Göttingen hält, das Umland kippt. In der Stadt Göttingen, Standort von Kommando 161, bleibt die Konstellation ein Bollwerk: Stadtratswahl (Stand 14.09., 03:29 Uhr, vorl. Endergebnis) Grüne 28,6 %, CDU 21,6 %, SPD 19,2 %, Linke 15,1 % — Grüne, SPD und Linke kommen zusammen auf weit über 60 %. Bei der Oberbürgermeisterwahl (Stand 07:40 Uhr) führt Onyeka Oshionwu (Grüne) mit 41,4 % vor Ehsan Kangarani (CDU, 27,9 %) und Florian Dinger (SPD, 21,6 %); eine Stichwahl am 27.9. ist bestätigt.

Im Landkreis Göttingen selbst sieht es enger aus: Kreistagswahl (Stand 09:13 Uhr, vorl. Endergebnis) SPD 25,8 %, CDU 25,0 %, Grüne 17,2 %, AfD 11,9 %, Linke 9,5 % (Sitzverteilung noch nicht final ausgewiesen). Bei der Landratswahl (Stand 22:09 Uhr) liegt Ulrike Witt (SPD, 25,3 %) knapp vor Harm Adam (CDU, 23,4 %) und Pippa Schneider (Grüne, 17,3 %) — auch hier geht es in die Stichwahl.

Noch deutlicher wird die Normalisierung im Nachbarkreis Northeim. Kreistagswahl (Stand 00:00 Uhr, vorl. Endergebnis): SPD 28,7 %, CDU 23,2 %, AfD 19,7 %, Grüne 12,5 %. In der Stadt Northeim (Stand 08:03 Uhr, vorl. Endergebnis): SPD 27,1 %, CDU 26,6 %, AfD 18,5 %, Grüne 11,7 %. Bei den Landrats- und Bürgermeisterwahlen treten mit Jens Kestner (21,1 %, Stand 20:54 Uhr) und Cornelia Sösemann-Kumm (17,1 %, Stand 22:17 Uhr) AfD-Kandidat:innen mit zweistelligen Ergebnissen an — nicht siegreich, aber fest im Rennen etabliert.

Das Bild ist eindeutig: die Stadt Göttingen hält als antifaschistischer Kern, aber im direkten Umland — Landkreis Göttingen, Landkreis und Stadt Northeim — normalisiert sich die AfD bei 12 bis knapp 20 Prozent. Genau in diesem Gürtel entscheidet sich, wie handlungsfähig extrem rechte Netzwerke lokal werden: über Kreistagsmandate, über Landrats- und Bürgermeisterämter, über den Zugriff auf Verwaltung und Ressourcen vor Ort. Das ist kein Grund zur Beruhigung, sondern der Auftrag: antifaschistische Bündnisarbeit darf sich nicht auf die Stadtgrenze beschränken, sie muss ins Umland — nach Northeim, in die Landkreise, dorthin, wo die Ergebnisse heute zeigen, dass der Rand längst nicht mehr Rand ist.

Mit den zahlreichen Stichwahlen am 27. September — u.a. OB Göttingen, Landrat Göttingen, Landrat und Bürgermeister Northeim — bleibt die Lage auch lokal in Bewegung. Wer jetzt wachsam bleibt und Bündnisse organisiert, entscheidet mit, in welche Richtung diese zweite Runde kippt.

Quellen

NDR: Kommunalwahl Niedersachsen 2026
NDR Liveticker: Gewinner, Stichwahlen und Reaktionen
Niedersächsischer Landeswahlleiter: Kommunalwahlen
Landkreis Göttingen: Wahlergebnisse (votemanager)
Landkreis Northeim: Wahlergebnisse (votemanager)

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Source: Kommando 161