Faultline Faultline Kommando 161

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Zwischen Bühne und Front

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Serhij Trusch bei den Proben zum Stück »Der Jakobsweg«

Serhij Trusch bei den Proben zum Stück »Der Jakobsweg«

Ein Hinterhof in Podil, eine steile Treppe hinab ins Untergeschoss: Derart versteckt liegt das Theatre of Playwrights, das Theater der ­Stückeschreiber, in Kiew, dass man es ohne genaue Wegbeschreibung kaum ­finden würde. Und doch herrscht drinnen Hochbetrieb.

Das Theater geht auf den Zusammenschluss von 20 ukrainischen Dramatiker:innen zurück, die im ­Februar 2020 beschlossen, eine ­eigene Bühne zu etablieren, auf der der Text im Mittelpunkt steht. Alle Macht dem Stück und denen, die es schreiben! Wer Regie führt, ­bestimmt die Autorin. Das war die ­Ausgangsidee.

»In meinem Kopf ist immer noch 2022. Ein Jahr, das jetzt schon im fünften Jahr nicht enden kann.« Serhij Trusch, Schauspieler, Regisseur und Soldat

Der Kampf gegen die russische ­Invasion seit Februar 2022 hat das Kollektivprojekt dann entscheidend geprägt. So musste die für Anfang März 2022 geplante Eröffnung der Spielstätte um Monate verschoben werden, weil Beteiligte fliehen mussten oder sich zum Militärdienst ­meldeten. Im Juni 2022 war es so weit: Unter der künstlerischen Leitung des Dramatikers Maksym ­Kurotschkin wurde der Theaterbetrieb mitten im Krieg aufgenommen. Finanziert wird er über Ticketverkäufe, Fördergelder und Spon­soring. Nahezu jede Woche findet eine neue Performance statt. Seit 2024 kooperiert die Bühne mit dem Veteranentheater, das der Medien­einheit der Verteidigungsstreitkräfte untersteht. Kriegsveteran:innen ­schreiben eigene Texte und stehen auf der Bühne, künstlerischer Leiter des Projekts ist Achtem Seitablajew. Es ist ein Theater, das eingreifen, aber auch therapieren will.

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Source: jungle.world