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Homestory #40/2026
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Kräht und gackert nicht nur morgens: Das nachbarliche Geflügel
Kräht und gackert nicht nur morgens: Das nachbarliche Geflügel
Einen Bürohund hat die Jungle World im Berliner Gartenhaus gelegentlich, aber das war es auch schon mit animalischer Präsenz. An unserer Arbeitsstätte in Armenien war die Tierquote deutlich höher. Außer den beiden Hunden, die lautstark bellend für Ruhe und Ordnung sorgten, trieben sich gut ein Dutzend Katzen auf dem Grundstück des Gästehauses am Stadtrand von Eriwan herum, eine ganze Handvoll von ihnen kaum älter als ein paar Wochen, und außerdem noch Hühner und Enten.
Viele glauben vielleicht, dass Hähne vor allem zum Morgengrauen krähen. Die Recherchen Ihrer Lieblingszeitung haben jedoch ergeben, dass sie auch davor schon Lärm machen.
Viele glauben vielleicht, dass Hähne vor allem zum Morgengrauen krähen. Die Recherchen Ihrer Lieblingszeitung haben jedoch ergeben, dass sie auch davor schon Lärm machen. Und danach sowieso, und das mit erstaunlicher Ausdauer. Versöhnt mit dem Hühnerhaufen waren wir aber spätestens, als es frisch gelegte Eier zum Frühstück gab. Die hatte uns der Besitzer des Gästehauses vorbeigebracht, ein freundlicher älterer Herr, der persönlich die Hühner fütterte und den Katzenbabys Augentropfen verabreichte. Ein erster Hinweis auf seine erstaunliche Lebensgeschichte war ein Foto, das in unserem Konferenzzimmer hing. Es zeigte unseren Gastgeber als etwas jüngeren Mann, wie er dem früheren US-Vizepräsidenten Dick Cheney die Hand schüttelte. Wer der freundliche ältere Herr war und warum jeder, dem wir in Armenien von ihm erzählten, gar nicht glauben wollte, dass wir ihn persönlich kennen, erfahren Sie hier.
Während die Redaktion Ihrer Lieblingszeitung noch in der armenischen Sonne saß, Bier aus Gjumri verkostete und an ihren Texten feilte, trudelten Wahlergebnisse aus dem fernen Deutschland ein, die nicht gerade Lust auf die Rückkehr machten. Aber alles geht einmal zu Ende, sogar der Stau zur Rushhour in Eriwan. Die »rosa Stadt« war aber nicht nur randvoll mit Autos, sondern auch mit Skulpturen und Straßenhunden, mit viel erstaunlicher und auch bitterer Geschichte, mit zig politischen Konflikten, mit Punks und Exilanten, Oppositionellen und Soldaten, Drag Queens und Flüchtlingen, und all das findet sich in dieser Ausgabe Ihrer Lieblingszeitung, die extralang geraten ist wie ein Lawasch – das große, dünne Nationalbrot der Armenier, das gefaltet auf dem Tisch landet wie unser Supplemento. Wohl bekomm’s!
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Source: jungle.world